Lambo-Yacht die Dritte

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    • Lambo-Yacht die Dritte

      Hallo zusammen.

      Ich bin dabei, mich wieder mit einem alten Projekt zu beschäftigen. Der "Lambo Yacht".
      Die Anfänge waren schon 2011, ich hatte hier im Forum drüber berichtet. Inzwischen ist dieses Thema weit hinter Seite 20 gerutscht und kann auch gerne dort bleiben.

      Es geht um eine Yacht, die von einem jungen italienischen Designer, Mauro Lecchi, entworfen wurde. Beim Design spielten Elemente von verschiedenen Lamborghini-Modellen eine inspirierende Rolle.
      HIER EIN LINK zu dem guten Stück.

      Mich hat der besondere Look gleich vom Hocker gehauen und ich hab mich deshalb erstmalig mit Delftship beschäftigt.
      Über die Anfänge muss ich heute beschämt grinsen, ebenso waren die ersten Bauversuche aus Depron bzw. Balsa nicht zielführend.
      Das Modell nur aus den Flächenabwicklungen aus Delftship zusammen zu setzen, schien erst sinnvoll, die Methode kam nur schnell an ihre Grenzen.

      Der Entschluss, das Modell zu realisieren war/ist bis heute im Kopf. Eine zündende Idee, wie der Bau zu machen sein könnte, war noch nicht dabei.
      Nur das Design in Delftship hat sich im Laufe der Zeit weiter entwickelt.

      Inzwischen war ich u.A. mit Powerbooten beschäftigt, wodurch einige nette und nicht zuletzt nützliche reale Kontakte entstanden sind.
      Einer der Kollegen hat eine CNC Fräse im Haus, womit er hervorragend umzugehen weiß. Mit seiner Hilfe entstand das Innenleben (Teileträger) für meinen Outerlimits Cat,
      zudem konnten ein paar ungewöhnliche Ideen realisiert werden.
      Tatsächlich glaube ich inzwischen, dass ihn "besondere Herausforderungen" besonders reizen.
      Was liegt da näher, als ihn mit meiner Lamborghini Yacht zu behelligen?

      Nach kurzen Anlaufschwierigkeiten mit der Dateikompatibilität zwischen Delftship und SolidWorks war er kaum noch zu stoppen.
      Am späten Abend hatte ich das erste Foto auf dem Handy, morgens kam das Zweite. Offensichtlich hatte da jemand eine Nachtschicht eingelegt.

      Über die stattliche Anzahl der Spanten (65! Was kein Zufall ist, für das Modell ist eine Länge von 130cm geplant) entsteht jetzt sicher Verwunderung.
      Aktuell habe ich vor, ein Urmodell für späteren Formenbau herzustellen. Konkret sollen zwei Längshälften entstehen, etwa so wie man es von U-Boot- oder Fliegerrümpfen kennt.
      Hinterschneidungen habe ich deshalb komplett vermieden.
      Das Urmodell soll nicht von außen in Längsrichtung beplankt werden. Statt dessen möchte ich ZWISCHEN den Spanten auffüllen.
      Bei einem Spantenabstand von 20mm minus 4mm Materialstärke der Spanten ergeben sich 16mm, die es aufzufüllen gilt. Entsprechendes Material (16x3mm Rechteckleisten) habe ich inzwischen ausfindig gemacht.
      Hab im Netz tatsächlich ein Foto gefunden, das die gleiche Vorgehensweise zeigt. Wegen Bildrecht hier nur ein LINK.

      Nach den vielen Stunden, in denen mein Bekannter das Design inzwischen vor sich auf dem Bildschirm hatte, gefällt es ihm zunehmend besser.
      Er spielt mit dem Gedanken, es selbst auch zu bauen - allerdings klassisch auf Spant.
      So entstehen bei ihm jetzt parallel zwei Konstruktionen.

      Für mich scheidet Spantbauweise für's Modell u.a. aus Gewichtsgründen WAHRSCHEINLICH aus. Ich möchte die Yacht möglichst leicht halten. Den für ein vernünftiges Fahrbild nötigen "Ballast" bringe ich lieber
      in Form von bspw. Akkukapazität ins Modell. Außerdem hab ich schon einige Gimmicks im Kopf, die realisiert werden könnten und auch Gewicht rein bringen. Anders gesagt: schwerer machen geht immer.
      Zudem muss man bei der Yacht mit gewissen Hindernissen bei der Zugänglichkeit zum Innenleben rechnen. Das Design macht es nicht leicht, großzügige Öffnungen einzuplanen.
      Es wird vorraussichtlich spannend, die Technik einzubauen. Da ist es sicher eine Erleichterung, wenn da nicht noch Spanten im Weg rum stehen.
      Auch wenn die Anzahl in diesem Fall natürlich deutlich geringer ausfallen würde.

      Seine Argumente gegen Urmodell und Abformen sind allerdings auch schlüssig. Bei einem solchen Design, das keinerlei Scale-Anspruch gerecht werden kann, ist sicher nicht mit wirklich viel Nachfrage zu rechnen.
      Lohnt sich daher der Kosten- und Arbeitsaufwand einer Form für ein einziges Modell? Okay, zwei. Er will dann bestimmt auch eins. :)

      Außerdem kann ich nicht behaupten, Erfahrung damit zu haben. Das wäre in Sachen Formenbau meine Premiere.
      Aber einmal ist immer das erste Mal. Informationen und Erklärungen gibt es reichlich in Youtube, auf der Webside von R&G und natürlich nicht zuletzt hier im Forum in diversen bebilderten Berichten.
      Hab schon reichlich Lektüre betrieben. Die "Panik" ist inzwischen einem gesunden Respekt gewichen.

      Die Entscheidung ist noch nicht entgültig getroffen. Ich freue mich natürlich über Eure Meinungen und Anregungen

      Ach ja, ansonsten bremse ich mich zwar noch, mit der Planung zu weit in die Zukunft abzuschweifen. Trotzdem hab ich mich schon mal mit der Frage der Antriebe beschäftigt.
      Ist u.a. aus Platzgründen und der angesprochenen Zugänglichkeit des Innenlebens für die Planung nicht unerheblich.

      Es wird definitiv ein 2-motoriger Antrieb. Aus optischen Gründen möchte ich auf Ruder verzichten. Denkbar sind die Z-Antriebe von TFL, aber auch die MSD8 Antriebe á la Arneson von Marinetic stehen in der engeren Auswahl.
      Letztere haben in den realen Abmessungen schon ans virtuelle Modell gefunden.
      Zudem hab ich noch zwei 28er Kehrer-Jets (mit KaMeWa) incl. BL-Motoren und Regler im Haus. Die könnte man noch in Betracht ziehen. Allerdings ist das V des Rumpfs vergleichsweise tief, somit wohl nicht ideal für Jets.
      Da müsste ich ggf.. nochmal korrigieren.


      Soweit mal bis jetzt.


      Gruß
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    • Hallo Ralf.
      Ja, "unkonventionell" ist wohl sicher die richtige Bezeichnung. Werde da einige neue Wege gehen müssen.
      Ich sehe auch durchaus einige Probleme auf mich zu kommen. Aber im Kopf reifen dafür schon Lösungsansätze...
      Überraschungen kommen dann noch von selbst. Wird ja sonst langweilig. :)
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    • Einfach wird es definitiv nicht, das stimmt.
      Wie gesagt, einige mögliche Lösungen zeichnen sich schon ab.

      Um mal an einem Beispiel konkreter zu werden:
      die beiden Längshälften aus der Form sind ja erst ein Zwischenschritt. Einiges muss dann wieder ausgeschnitten werden. Das ist im obigen Bild in rot markiert.
      Dort müssen dann das Vordeck, der Bereich im Heck und der Platz, den später die kuppelartige Frontscheibe einnimmt, gestaltet werden. Zudem der Ausschnitt für die diagonalen seitlichen Fenster.
      Das ganze hab ich zur Veranschaulichung auch schon mal in Delftship dargestellt. In der Praxis wird es dann aber wohl auf einige Pappschablonen hinaus laufen.

      Eine Möglichkeit wäre, die beschriebenen Teile in den bereits zusammengefügten Rumpf zu "bugsieren". Das, sowie sämtliche andere Arbeiten im Inneren gehen dann natürlich etwas "gehandicapt" von statten. Teilweise womöglich blind. Knifflig, aber machbar.

      Bei der anderen Methode erinnere ich mich gerne an Flugzeug-Plastikmodelle von Revell, die sich in meiner Jugend an der Zimmerdecke gesammelt haben. Dort wurden viele Teile (Cockpits, die Kästen für das Bugfahrwerk) in einer der Rumpfhälften verbaut, bevor diese dann zusammengefügt wurden.
      Auch das halte ich für denkbar. Einige der Teile, vielleicht auch der Einbau der Antriebskomponenten lassen sich sicher schon bequem separat in den Rumpfhälften vorbereiten.
      Dabei gilt es natürlich vorausschauend vorzugehen. Schließlich muss später die Naht zwischen beiden Teilen überall erreichbar sein, um dann vernünftig "verklebt" werden zu können.
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    • Guter Einwurf. Auch an 4 Teile hab ich schon mal gedacht.

      "Oben" und "unten" ist für das Modell halt schwer zu definieren, da Rumpf und Aufbauten ja ineinander übergehen.
      Wo soll da eine horizontale Trennlinie gezogen werden? :dno:

      Außerdem muss immer berücksichtigt werden, dass jedes Teil aus einer Form wieder herausnehmbar sein muss. Stichwort "Hinterschneidungen". Bei einem einteiligen oberen Stück ist das nicht machbar.

      Edit: Streng genommen ist das nicht ganz richtig. Man kann schon eine Trennung finden.
      Ich sehe dabei das Problem eher in meinen Möglichkeiten. Die Längshälften mit 2 Formen herzustellen traue ich mir noch zu. Bei 4 Teilen, die dann auch noch zusammen passen sollen, sehe ich etwas schwarz.
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    • captainboeff schrieb:

      Guter Einwurf. Auch an 4 Teile hab ich schon mal gedacht.

      "Oben" und "unten" ist für das Modell halt schwer zu definieren, da Rumpf und Aufbauten ja ineinander übergehen.
      Wo soll da eine horizontale Trennlinie gezogen werden? :dno:

      Außerdem muss immer berücksichtigt werden, dass jedes Teil aus einer Form wieder herausnehmbar sein muss. Stichwort "Hinterschneidungen". Bei einem einteiligen oberen Stück ist das nicht machbar.
      Das mit der horizontalen Trennlinie geht bei der Freiform nicht, die Trennlinie wird wohl eher aus einer Art Bogen bestehen.
      Vielleicht kannst Du mal eine reine Seitenansicht posten, ich hätte da vielleicht eine Idee...

      Ob man das Deck aus einem Teil oder aus 2 Teilen machen muss, läßt sich ohne die detaillierten Pläne schwer feststellen. Evtl. geht auch 1 Teil, wenn man die Teile, die sich hinterschneiden in der Form ausspart und später als eigene Teile einsetzt.

      Aber ich finde dieses Stadium des Baus echt spannend, da muss man ständig neue Lösungen entwickeln.

      VG, Ralf
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      Harro Koebke 1:25

      Neu! Graupner Multi Jet Boat V2
    • Hier noch ein Linesplan und zwei andere Blickwinkel
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    • ciutateivissa schrieb:

      captainboeff schrieb:

      Hier noch ein Linesplan und zwei andere Blickwinkel
      ... das war eine netter Versuch, aber sie Seitenansicht würde ich - wie oben schon geschrieben - bevorzugen ;)
      VG, Ralf
      Hab ich einen Beitrag früher nachträglich noch eingefügt und editiert. Beitrag #9
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    • :resp: Langsam laufen hier Projekte Richtung Yachtbau an, die eine echte Bereicherung für unser Forum wird :)

      Es macht Spass mitzuerleben,wie junge Modellbauer und Freizeitdesigner ihre Ideen umsetzen und zu einem brauchbaren Ende bringen.

      Dir Stefan drück ich die Daumen für deinen 3. Anlauf :bd:
      MfG, Ernst
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      Das Vorteilhafte an Standmodellen ist, dass sie selten absaufen...

      IG-Yachtmodellbau seit 1996

      Under Construction: Riva Iseo 1/10 - Riva Aquariva 33 by Marc Newson 1/10 - Riva 86 Domino in 1/22 - Range Rover Projects 1/10

      MFC Ikarus Kempten - Modellfliegen auf 895,2m Starthöhe :)
    • Danke Ernst. Freu mich, dass der "Neustart" schon auf Interesse stößt.

      Hast du mir vielleicht auch noch 1-2 fachmännische Tipps?

      Was das Thema "Formenbau" betrifft, sind schon noch Fragen offen. Bei meiner Lektüre bin ich bspw. auf Begriffe wie "Laminierkeramik" und (Dental-)Gips gestoßen.
      Zwar steht da, Zitat "Ein Gipswerkzeug ist nur für wenige Abformungen geeignet. Die Oberflächen haben nicht die hohe Güte von GFK"

      Wenn "wenig" im Sinne von Stückzahl zu verstehen ist, wäre das schon mal kein Problem. Auch die Oberflächen noch weiter bearbeiten zu müssen wäre völlig okay. Schließlich ist ohnehin noch einiges daran zu tun.

      Dazu konnte ich bisher noch nicht viel in Erfahrung bringen. Hab zumindest keine Vorstellung, ob sowas für mein Projekt denkbar wäre.
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    • Mit Dentalgips arbeite ich ja öfters. Einfach, weil er schneller abbindet und aus meiner Sicht ideal für unsere Rapid Prototyping Zwecke ist (für Hobbyanwendungen).
      Beim Formenbau für meine Aquariva habe ich ja auch das Urmodell mit Dentalgips abgeformt. Dann musste die Oberfläche nach dem Aushärten irgendwie versiegelt werden, um eine inwändig glatte Fläche zu kriegen. Das habe ich dann mit 2 Schichten Eposeal-300-Harz gelöst.
      Sicher nicht der kostengünstigste Weg, wenn man das Material im Laden kaufen muss...
      Aber sehr effektiv!
      MfG, Ernst
      (Moderator)

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    • Das klingt ja schon mal vielversprechend.

      promocean schrieb:

      Sicher nicht der kostengünstigste Weg, wenn man das Material im Laden kaufen muss...
      Wie ist das preislich im Vergleich zu einer GFK Form einzuschätzen? Zugegeben, ich hab mich nach dem notwendigen "Chemie-Zeug" bisher erst mal bei R&G umgeschaut. Bekanntlich nicht die billigste Adresse. Bis man da alles auf der Liste hat, summiert sich das ganz schön.

      Unabhängig vom finanziellen Aspekt hat mein Interesse aber nen anderen Hintergrund.
      Hier im Forum werden ja viele Beispiele von sagenhaft aufgebauten GFK-Formen in Bauberichten gezeigt. Nicht selten kommen da Anfragen: "kannst mir auch so nen Rumpf machen?"
      Ganz klar, ich find das klasse. So ein Austausch ist super. Und es relativiert den Aufwand, der mit der Herstellung einer solchen Form verbunden ist.

      Im Moment freue ich mich, dass die Planung zu dem Projekt (wie damals schon) Interesse weckt.
      Aber wie schon erwähnt rechne ich nicht damit, dass gesteigerte Nachfrage entstehen wird.
      Wenn mein Modell (und evtl. noch ein zweites für meinen Bekannten) aus der Gipsform befreit wurden, hat sie ihre Schuldigkeit getan. Bekommt ein paar Stiefeltritte und findet sich in der Tonne wieder.
      Was nützt mir ne super GFK-Form, die einstaubt, im Weg rumsteht und nie wieder Verwendung findet.?

      Deshalb würde ich schon sehr zu der Gips-Methode tendieren, VORAUSGESETZT, dass es damit realisierbar ist.
      Das würde ich aufgrund Deiner Beschreibung aber schon mal als bestätigt ansehen. :2:
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    • Ich hab mir mal Gedanken über die Schnittlinie gemacht...

      Bei mir würde das in etwa so aussehen:

      Seite.jpg

      Als erstes würde ich mir das Modell stark verkleinert in 3D drucken (lassen). Das hilft mir immer sehr viel in der Umsetzung, weil man die Verschneidungen besser verstehen kann.
      Damit lassen sich dann die Problemstellungen besser einschätzen.

      VG, Ralf

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    • Hallo,

      Gips (eben auch Dentalgips) ist ein hervorragendes Abformmaterial und wirdseit Jahrhunderten als solches verwendet. Die Feinheit der Oberflächenstrukturund die Detailgetreue ist hervorragend und steht der einer GFK-Form beirichtiger Anwendung in nichts nach. Das lässt sich auch aus dem Einsatz in der Dentaltechnik schließen, denn z.B. so eine Krone muss auf das Hundertstelpassen.

      Die Versiegelung mit Epoxal ist nicht notwendig und möglicherweise sogarkontraproduktiv. Im klassischen Gipsformenbau kommt hier Schellack zurAnwendung. Heute verwendet man dafür oft extra dafür vorgesehene synthetischeLacke. Schellack hat den Vorteil, dasser in Alkohol gelöst ist und Alkohol bekanntlich wasserlöslich ist. Dadurch"perlt" er nicht in so starkem Maße von der Gipsformoberfläche ab,sollte diese noch etwas Wasser enthalten. (Was sie auch im gefühlt trockenenZustand immer hat.)

      Auf die (ein oder mehrschichtige - dünn ist besser) lackierte Formoberflächekann noch ein Trennmittel aufgetragen werden, z.B. dünne Wachslösung.

      Das Problem einer Gipsform ist, dass diese auch die kleinsteHinterschneidung nicht verzeiht und dementsprechend mehrteilig gebaut werdenmuss wenn Hinterschneidungen am Modell vorhanden sind. Das ist an sich keinProblem, aber sehr Aufwändig und erfordert schon etwas Erfahrung und Übung imFormenbau.

      Eine GFK-Form kann leichte Hinterschneidungen am Modell tolerieren – eine Silkonformhat mit Hinterschneidungen bis zu einem gewissen Grad keine Probleme.
      Es gab und gibt noch eine ganze Reihe anderer Materialien die sich zum Formenbau eignen, auf die ich hier jedoch nicht eingehen möchte.

      Vielleicht hilft meine morgendliche Klugscheißerei ja einigen bei derPlanung eines Formenbaus…

      Gruß
      Klaus
      K.P.
    • Danke für diese aufwändige Erklärung Klaus :d:

      Ich hatte die Oberfläche ja anschliessend mit Trennwachs 5x aufgetragen und poliert.
      Die von dir genannte Methode den Gips mit Schellack zu tränken, ist sicher gut. Aber es ist z.B. hier in der Provinz fast unmöglich Schellack aufzutreiben. Dank neuer Gesetze bekommt man weder in einer Apotheke, noch in einer Drogerie, Schellack und Alkohol. Die denken wohl immer, dass Modellbauer schlimme Menschen sind und aus den Sachen Drogen oder Bomben herstellen :)
      Nur als Beispiel: Mir wurde sogar verweigert, mir Aceton zum Kleben zu verkaufen. Von anderen Klebflüssigkeiten ganz abgesehen.
      Die Schwierigkeit heute ist, dass man ohne amtlich oder IHK beglaubigte Fähigkeiten nichts mehr ausgehändigt bekommt :( Selbst für PU-Harz braucht man schon einen Gewerbeschein.
      MfG, Ernst
      (Moderator)

      Das Vorteilhafte an Standmodellen ist, dass sie selten absaufen...

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