Container 87

    • Hallo Jürgen,

      eine Anlenkung des Ruders über Seile ist nicht außergewöhnlich. Graupner hat so die Ruder der Micro-Magic, des Trimarans Butterfly und ich glaube auch bei der Rubin ausgeführt. Ich habe die ersten beiden Modelle selbst im Betrieb und eine RG65 mit so einer Anlenkung. In allen Fällen funktionieren diese Anlenkungen störungs- und spielfrei.. Wichtig ist eine Justiermöglichkeit mittels Klemmschieber o.ä.

      Gruß
      Jörg
      Meine Homepage: Joerg´s Modellwerft
    • Ich hätte eher daran gedacht, Gabelköpfe mit Augenschrauben an das Servo zu machen. Aber wenn ich Eure Idee mit dem Klemmschieber höre, da bräuchte ich ja noch weniger Material, nur ein Seil endlos über beide Ruderhebel und eine Schlaufe für den Klemmschieber? GENIAL.
      Nachtrag zum Thema Tempern des Rumpfes.
      Und zwar, weil ich so gut wie nichts darüber lese.
      Und dabei ist es so einfach wie sinnvoll.
      Hersteller wie R&G oder Bakuplast geben an, dass Epoxidharze unter Raumtemperatur niemals vollständig aushärten. Die erreichbare Festigkeit liegt dann auch unter optimalen Bedingungen bei nur 90-95%, also eher unter 90%. Sollte die Raumtemperatur während der Härtephase unter 15° sinken, verlangsamt sich die Aushärtung rapide, unter 10° kommt sie zum erliegen. Durch Erwärmen auf 20-30° kann die Härtung aber wieder in Gang gesetzt werden. Mein Keller kühlt über Nacht doch recht stark aus, wohl auch ein Grund, warum ich nur eine Schicht 80gr Gewebe als zu dünn empfand, obwohl das Laminat einige Tage nachhärten konnte (unmittelbar nach der Aushärtung liegt die Festigkeit im Bereich von 70-80% und steigt dann bis auf die angesprochenen 90%)
      Will man also dünne und hochfeste Laminate, kommt man um eine Temperung nicht herum. Ich lasse mal offen, ob in meinem speziellen Fall das Tempern der ersten Lage Gewebe wirklich gereicht hätte. Der Unterschied zwischen einer Lage (ungetempert) und zwei getemperten Lagen ist jedenfalls gewaltig. Man hört das auch, wenn man mit dem Fingernagel über die Oberfläche kratzt.
      Doch zurück zur Praxis.
      Meinen Temperkanal hatte ich ja schon vorgestellt. Alternativen wären zwei dachförmig aneinander gestellte lange Platten oder einige, mit Nägeln zusammen geheftete Styrodurplatten. Es gibt da auch diese Spieltunnel für Kinder oder Hunde.
      Das Modell darunter stellen, dann das Ende des Kanals verengen, indem man da irgend etwas davor stellt.
      Wichtig ist, dass der Kanal so lang ist, dass man den Heizlüfter weit genug vor das Modell stellen kann, ich empfehle mindestens 80cm.
      Die Temperzeit sollte bei einer Temperatur von 40-50° mindestens fünf Stunden betragen, eher 7-10 Stunden. Mittels Thermometer überprüfen! Denn anders als heiße Oberflächen kann man die Temperatur eines heißen Luftstroms schlecht schätzen. Im Zweifelsfall fasst man das Modell vorne an. Es sollte gut warm werden, aber nicht wirklich heiss. Als Anhalt: wird es nach wenigen Sekunden unangenehm, sinds garantiert über 60°.
      Man muss mit dem Thermostat des Lüfters etwas spielen, um die geeignete Einstellung zu finden, auch sollte man den Kanal im Betrieb nicht unbeaufsichtigt lassen.
      Mich hat das Ergebnis jedenfalls so überzeugt, dass ich Euch unbedingt empfehle, das mal zu probieren.
      Gruss Jürgen
    • Hallo
      Das mit dem tempern wusste ich auch noch nicht, aber wenn man es so liest, ist es eigentlich ganz logisch.
      Danke für den Tip und die Beschreibung.
      Ob du bei der Ruderanlenkung über Seile viel Gewicht sparst, glaube ich nicht.
      Du musst dafür auf Servo und Ruderwelle schon mal Doppelhebel montieren.
      Bei einer Anlenkung mit einem 2mm Edelstahldraht und Kugelköpfen reichen einfache Hebel.
      Seil, Klemmschieber, ev Seilführungen wiegen auch ein paar Gramm.
      Ausserdem wäre es mir nicht sicher genug. Aber das ist nur meine Meinung.
      Ich bin auf deine Ausführung gespannt.

      Gruß Georg
      Im Bau:
      - Dachbodenwerft
      - Elan43 (Ruhephase)
      In Planung:
      - Thyssen II (Maßstab ev 1:25)
      - Finowschuber 1:25
    • Zu der Ruderanlenkung, das probiere ich alles erst mal aus, dann werde ich ja sehen, was sinnvoll ist.
      Heute gab es “Sauerei“;-)
      Nach längeren Vorarbeiten konnte ich heute das Kielschwein verharzen.
      Da es aus leichtem Pappelsperrholz gefertigt ist, habe ich an der Kielverschraubung und am Mastfuß Verstärkungen aus Buche eingesetzt.
      Als nächstes werde ich Winde und Ruderservo einsetzen. Mit den Schotwegen komme ich noch nicht klar. Damit Fock und Großsegel parallel fahren, müssen die geometrischen Verhältnisse wohl identisch sein.
      Bei der Elan war das kein Problem, aber bei der Container wird das schwieriger, denn die Travellerschiene des Großbaums sitzt sehr weit hinten, so dass ich wohl mit einem zusätzlichen Block an der Fock untersetzen muss.
      Bin an dieser Stelle dankbar für Input.
      Dann werde ich wohl auch schon mit den inneren Balkwegern des Decks anfangen und auch Verstärkungen für die Wanten einbauen
      Gruss Jürgen


    • Segelwinde und Ruderservo sind eingebaut.
      Um einen möglichst langen Weg für die Umlaufschot zu erhalten, habe ich die Winde weit nach hinten verschoben. Zwei leichte Stützen und zwei dreieckige Lastaufnahmen reichen für Winde und Servo. Auch hier habe wieder auf gute Demontierbarkeit geachtet.
      Da die Kajüte nur eine kleine Öffnung hat, wird die Plicht demontierbar werden.
      Ich habe mir auch Gedanken darüber gemacht, ob Winde und Servo so weit hinten vom Gewicht her Sinn machen. Im Gegenzug wird der Akku weit nach vorne gelegt. So kann ich vielleicht sogar das Nicken des Bootes etwas verringern. Wie ich gelesen habe, kommt das bei Booten mit einer Kielbombe vor.
      Gruss Jürgen






    • Hallo Jürgen,

      bis jetzt verfolg ich den bericht als stiller Mitleser.
      Nur hab ich jetzt mal ne Frage/Anregung oder wie auch immer.
      Wieso soll es nicht gehen wenn die Winde in der Mitte des Rumpfes steht?
      Man braucht dann eben zwei Umlenkrollen, eine im Heck und die zweite im Bug. Vorteilhaft wenn eine davon federnd gelagert ist (Wickellängenausgleich).

      LG Christian
      Durch alle elektronischen Bauteile strömt Rauch, tritt er aus ist das Bauteil defekt!

      Gruß Christian
    • Neu

      Danke, dann werde ich es wieder mit einem Klemmschieber bauen.
      Eine Justiermöglichkeit brauch ich nicht, da die Schoten über Fallenstopper auf Deck fixiert werden, wie beim Original.
      Das habe ich auch bei der Elan so. Dazu habe ich einen Kühlkörper in Rippenform modifiziert. Da ich dem selbst gebauten Fallenstopper aber nicht hundertprozentig vertraue (verschieden dicke Schoten und Ungenauigkeiten bei der Fertigung), belege ist die Schoten zusätzlich auf einer Klampe.
      Die Ruderanlenkung ist fertig, nach einigen Versuchen habe ich mich dann doch für Gestänge entschieden. Der Grund ist, dass ich bei Verwendung einer Schot schlecht nachspannen kann und Angst habe, dass sie sich aufscheuert und bei Verwendung eines Stahlseils zuviel Druck auf die Ruderachse bekomme.
      Gruss Jürgen


    • Neu

      Moin!
      Die Umlaufschot ist nun fertig gestellt.
      Ich habe mit zwei Ankersteks einen Klemmschieber eingeknotet und die Knoten mit etwas Sekundenkleber gesichert.
      Dazu habe ich eine schöne Anleitung gefunden: Knotentraining.de
      Die beiden Schoten für Fock und Großsegel sind in Wirklichkeit nur eine Schot, diese wurde einfach durch das freie Loch des Klemmschiebers gesteckt und in der Art eines Ankerstichs mit zwei halben Schlägen verknotet, ebenfalls gesichert mit Sekundenkleber.
      Diese Schoten werden über einen Block im Bug geführt und gehen dann wieder nach hinten, wo sie später auf das Deck geführt werden.
      Die Aufhängung dieses Blocks hat mit dann auch Kopfschmerzen bereitet, er sollte lösbar sein, falls man da mal ran muss.
      Ich habe dann einen Draht mit einer aufgelöteten Mutter unter den Decksstringer geklebt und zusätzlich mit Bindedraht gesichert. Der Draht wurde vorne speziell gebogen und geschliffen. So kann ich den Block quer einhängen und dann nach unten drehen, in dieser Position kann er nicht raus rutschen. Die Bilder erklären das.






    • Neu

      Hallo Jürgen,

      so wie der Block durch die Seile eingeklemmt wird, sieht es nicht nach einer leichtgängigen Lösung aus. Warum setzt Du nicht den Block auf eine längere Holzleiste die Du zur Rumpföffnung rausziehen kannst? Damit könntest Du ihn jederzeit ausbauen. Auch scheint es besser, wenn er um 90 Grad gedreht würde.

      Gruß
      Jörg
      Meine Homepage: Joerg´s Modellwerft
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      Die Schot auf dem hinteren Block läuft falsch!
      Die untere Schot muss unter dem Verbinder des Blocks zur Rolle laufen, sonst bekneift sich das und kostet nur unnötig Kraft. Der Block sollte beweglich an seinem Schäkel aufgehängt werden.

      Ich habe diese Umlaufgetüddel satt gehabt, und verwende nur noch gekapselte Winden!

      Auch wenn die Knoten gesichert sind, zwei halbe Schläge sind nicht so der Bringer. Ein Palstek ist auf Zug unlösbar, aber bei Bedarf sehr leicht zu lösen.
    • Neu

      Ihr habt recht, die Schot am Block ist falsch eingefädelt, das wird noch geändert. 90° gedreht, also flach, das hatte ich probiert, es läuft nicht leichter dadurch. Zwei Halbe Schläge reichen nicht, da hast Du recht, aber davor ist ja noch als eigentlicher Knoten der Ankerstich. Ich hatte das vor dem Sichern mit Sekundenkleber durch wechselseitiges Ziehen an den Schoten überprüft, da rührt sich nix. Übrigens ist der Block pendelnd aufgehängt. Vielen Dank für eure Hinweise!
      Gruss Jürgen
      PS: Ich hatte für das Foto die Schoten stark gespannt, sonst hätte man auf dem Foto nur Wuling gesehen, der Block kann frei arbeiten.
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      An der Rumpfspitze, vor dem Knick, ist das erste Decksteil verklebt. An den beiden Spanten vor und hinter dem Mast habe ich Hilfsstreben gesetzt, sie sollen das Deck in dem Bereich des Kajütausschnittes stützen.
      Die inneren Balkweger sind angefertigt und verklebt. Im hinteren Bereich wurden die Fundamente der Winden angeformt.
      Die Ausschnitte, die ich für die inneren Balkweger in die Decksbalken gleich mit eingesägt hatte, passten leider nicht. Die Ursachensuche ergab, dass der Rumpf, nach Spatenriss gebaut, 5mm breiter ist als die Draufsicht des Plans. Die Ausschnitte wurden angepasst. Natürlich passen jetzt auch die Ausschnitte für die Plicht nicht mehr, auch dort steht Nacharbeit an, aber das wird nicht allzu schwer.
      Gruss Jürgen