Hedwig von Wissmann

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Hedwig von Wissmann

      Hallo alle, ich stelle euch mein Winterprojekt vor. Ich baue gerade an der Hedwig von Wissmann. Ich habe nur ein paar sehr schlechte Schwarzweissfotos, einen Generalplan mit Seiten- und Decksansicht und vielleicht ein paar Information die das Ganze nur wenig ergänzen. Die Gesamtlänge meiner Hedwig beträgt etwa 29 cm, die Breite beträgt ca. 5.5 cm und der Tiefgang ist etwa 1.5 cm.


      Das Vorbild hat eine interessante Geschichte: Die Hedwig von Wissmann wurde als Postdampfer auf dem Tanganjikasee verwendet. Gebaut wurde sie von Janssen und Schmilinsky in Hamburg, danach in Einzelteilen nach Kigoma transportiert und dann am Ufer des Tanganikasees zusammengebaut. Sie wurde 1900 in den Dienst gestellt, war etwa 22 m lang und war zur Selbstverteidigung mit einer 3.7cm MG vorne und einem 2.irgendwas hinten ausgerüstet. Gleichzeitig war die Herrschaft zur (Tanganijka-) See des Deutschen Reiches sichergestellt, denn auf dem See gab es ausser einem deutschen Zollkreuzer (die Kingani) nur noch den belgischen Dampfer "Alexandre Delcommune" (etwa gleiche Länge) und ein britisches Missionsschiff (ein Dampfboot um genau zu sein).1915 kam noch die Graf Götzen, welche heute als "Liemba" immer noch auf dem See verkehrt.

      Nach dem Ausbruch des ersten Weltkrieges wurde die Hedwig als Kanonenboot eingesetzt. Sie versenkte die Delcommune und setzte einen Landungstrupp aus, um das britische Boot zu zerstören. Um der "Gefahr" welche von der kleinen Deutschen Flotte ausging zu begegnen, schickte die britische Admiralität zwei Schnellboote, die MIMI und die Toutou per Schiff und Träger auf den See. Am 9. Februar wurde die Hedwig versenkt, nachdem die Fifi(ehemlg. deutsch. Kingani) einen Treffer in den Kesselraum gemacht hat, welcher einen Brand auslöste. Dabei kamen 7 Menschen ums Leben.


      Genug Geschichte. Da ich keinen Spantenriss hatte, musste ich mir selber einen konstruieren. Danach wurden Spanten und Kiel auf 1 mm Sperrholz übertragen und mit 0.5 mm Abachiholz beplankt. Darüber kamen noch 4 lagen Nitrolack mit Zwischenschliffen, und der Rumpf war fertig (nach einer Stunde endschleifen). Der Antrieb besteht aus einem Miniservo und einem Mikroservo als Ruderanlenkung. (5tes Bild). Dann habe ich das Deck aufgeklebt.

      Mittlerweile stellte sich heraus dass meine Spantenrisskonstruktion zu schnittig ausgefallen war, sprich: die Hedwig verdrängd knapp 230 gramm. Allerdings denke ich nicht daran den Rumpf aufzugeben, da ich schon die Elektronik eingebaut habe!
      :gr:

      Ich werde euch auf dem Laufenden halten, sobald ich wieder Zeit dazu habe ...

      Falls ihr etwas über die Wissmann zuhause habt und es nicht zu grosse Umstände macht, helft mir weiter. Google war beim Ganzen nicht allzu hilfreich, und ich kann mir als Student die ganze Fachliteratur nicht leisten ... :dno:
      Dateien
      • a7bj8.jpg

        (62,61 kB, 605 mal heruntergeladen, zuletzt: )
      • x41auv.jpg

        (67,54 kB, 602 mal heruntergeladen, zuletzt: )
      • DSC00474.jpg

        (76,91 kB, 604 mal heruntergeladen, zuletzt: )
      • DSC00475.jpg

        (78,33 kB, 602 mal heruntergeladen, zuletzt: )
      • DSC00576.jpg

        (56,24 kB, 603 mal heruntergeladen, zuletzt: )
      • DSC00574.jpg

        (69,86 kB, 605 mal heruntergeladen, zuletzt: )
    • Hi,

      Interesantes Projekt. Es gibt einen Roman über die Graf Götzen , Ihren Transport und den Zusammenbau am See. Ich werd es später mal suchen in meiner "Bücherei" und mal schauen ob dort auch was zur Hebwig drin ist.

      LG
      Mathias
      Skipper Lac du Loup

      Werft:
      Robbe Orkney Express (noch verpackt)....Hovercraft Chrissi (fahrbereit)....Sterling C2 Frachter (ausm Schuttcontainer im Wiederaufbau)....Nietlogger von Günther zum Fertigbauen (Fahrbereit)....Tuut von Junior (fertig)

      Vieles zum fahren, Elo und Nitro und bissl was zum fliegen

      Grüße aus Speyer
    • Ich glaube ich kenne den Roman, es heisst "Eine Frage der Zeit". Es ist von Alex Capus.

      Es gibt noch ein Buch welches 1897erschienen ist und nur um das Dampferchen handelt, daraus ist auch die Kopie des Planes. (Allerdings ist es nicht in meinem Besitz :dno:)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von United Fruit ()

    • @steampunk:

      Der Masstab ist 1:75. Den Spantenriss habe ich folgendermassen konstruiert: Da der Hauptspant auf dem Plan vorhanden war, hatte ich schon etwa die Hälfte des Spantenrisses schon. Den Rest habe dann mit der Deckshöhe und der jeweiligen Decksbreite (vom Plan entnommen) ermittelt, wobei ich mir noch Pläne anderer Schiffe angesehen habe. Mein Spantenriss ist daher mehr eine Annäherung an das Original.
    • Hallo Miha

      Respekt, vor allem, wenn man bedenkt, an wie wenig Information Du den Spantenriss "aufgehängt" hast. Ich frage nur, da ich auch gerade ein Projekt plane, dessen Spantenriss ich niocht so recht traue. So denke ich, dass das Problem des Überprüfens oder gar selbst erstellens von Spantenrissen eine häufige Herausforderung ist, so dass es nicht schaden kann, wenn man es veröffentlicht, wie man es gemacht hat.

      Peter

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Steampunk ()

    • Nach einer stressvollen Woche konnte ich mich dann gestern Nachmittag tatsächlich ca. eine halbe Stunde meiner Hedwig widmen. Ich habe zwar nicht viel gemacht, ausser ein paar Schablonen für die Aufbauten und den Umlauf am Schanzkleid. Ich habe mich auch im Internet etwas umgesehen und paar neue Bilder der Hedwig gefunden, allerdings bin ich auch mit dem neuen Bildmaterial genausoweit wie vorher ...

      Ausserdem habe ich mit dem Teil der Aufbauten angefangen, welcher über dem Maschinenraum ist. Nachdem ich den Grundaufbau aus dünnem Sperrholz gemacht habe, wollte ich die Details dafür noch anfertigen. Allerdings sind auf dem Plan keine verzeichnet. Nach fruchtloser Internetrecherche bin ich selber wieder an den Zeichnertisch gesessen und dabei ist folgendes herausgekommen (1tes Bild): Ich nehme einmal an die Heizer und Ingenieure benötigten Licht für ihre Arbeit, deshalb ist die Beplankung des Maschinenraumdaches (wie auf dem Plan) unrealistisch. Ich dachte deshalb da sollten ein paar Oberlichter drauf (Auf dem ersten Bild grün gezeichnet). Ausserdem ist auf dem Plan eine Leiter vom Deck in den Maschinenraum eingezeichnet. Diese muss auf dem Deck eine Luke haben. Auf dem Plan sieht es so aus als hätte sie eine Luke durch das Maschinenraumdach, allerdings ist bei der Draufsicht keine Luke aufgezeichnet (2 ter Anhang).

      Es gibt noch einen Knackpunkt. Im Bild 3 seht ihr die Kabine. Diese besteht anscheinend aus parallelen, horizontalen Brettern (im Modell werden sie aus Mahagoni sein). Die frage ist nun wie mache ich das im Modell nach? Einfachste Methode wäre ja einfach das Mahagoni zu zerstückeln, aber vielleicht gibt es einen Trick dafür?

      Ich dachte ich frage zuerst euch, da ihr euch etwas besser mit Dampfern auskennt als ich und sicher schon ähnliche Schiffe gebaut habt. Danke für alle Tipps im Voraus.

      Bis in einer Woche (oder mehr, je nach dem wieviel Zeit übrig bleibt)
      Dateien
      • ausschnitt.jpg

        (80,51 kB, 485 mal heruntergeladen, zuletzt: )
      • ausschnitt 2.jpg

        (57,56 kB, 479 mal heruntergeladen, zuletzt: )
      • Ausschnitt3.jpg

        (48,6 kB, 478 mal heruntergeladen, zuletzt: )

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von United Fruit ()

    • Hallo Miha !

      Vor langer Zeit hat mir ein Schiffsingenieur erzählt,daß ab und zu ein Kolben aus irgendwelchen Gründen hochging--deshalb ist immer ein Oberlicht über der Maschine.In zweiter Linie wegen Licht.
      Ein Oberlicht war billiger zu reparieren als ein Deck mit Loch.
      Seitdem kommt bei mir immer ein Oberlicht über den Maschinenraum.
      Nicht alle Pläne stimmen--laß Deiner Phantasie Spielraum und ebenso der Logik.
      Die Beplankung der Deckshäuser stelle ich aus dünnsten Leisten her,es gibt sie in verschiedenen Breiten.Mit einer alten Schere länge ich sie.
      Mein Frachter KANAL von 1886 (nach einem Kartonmodell)ist ähnlich wie Dein Schiff.Dort sind die Türen teils in Braun abgesetzt.

      Wenn eine Leiter im Plan gezeichnet ist,bastel mit Logik eine Luke in passender Größe.Es gab mal für den Frachter Schwan drei verschiedene Pläne,da konnte man nur mit Verstand ein vernünftiges Modell bauen.
      Weiter viel Spaß mit Deiner Raritaet.
      Wende Dich mal an den HISTORISCHEN ARBEITSKREIS.Ich war da lange Mitglied--es sind dort sehr kompetente Bastler.

      edmondo

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von edmondo ()

    • @ edmondo:

      Das mit den fliegenden Maschinendeckeln wäre mir so nie in den Sinn gekommen. Allerdings könnte das genau der Grund für die Bretter auf dem Maschinenraum sein: Wenn so ein Ding hochgeht, haut es ein paar Bretter entzwei. Diese wären dann leichter zu ersetzen als ein ganzes Oberlicht, denn dieses müsste man wahrscheinlich jedes Mal bei der Weft oder (noch schlimmer) beim Engländer am anderen Ufer neu bestellen. Bei einem anderen Kolonialfahrzeug aus dem gleichen Gebiet war sogar nur eine Plane über der Maschine gepannt. Also kommen da nun Bretter drauf oder nur eine Plane, je nach dem ... Danke für die Aufklärung!

      Wegen des Deckshauses: Den Trick mit der Schere kenne ich schon, allerdings ist das eben trotzdem noch schwer bei 1.5mm Leistenbreite.

      Ich habe da noch eine Frage (vor allem an dich, Edmondo): Hatten die beplankten Aufbauten irgendwelche Rähmen oder so etwas? Am besten wäre gleich eine komplette Bauerklärung für die Originale, sonst geht die Fragerei ins unendliche weiter :)

      Danke schon im Voraus!
    • Hallo Miha !

      Ich hab den Hamburger Hafen vor der Tür und hatte schon früher einen Schulfreund,dessen Familie eine Stauerei besaß mit der schnellsten Barkasse.
      Ich bummel Ab und Zu im Hafen herum ,zuletzt mit einem Schulfreund,den ich nach 52 Jahren wiedersah.Bei den Oldtimern kann man gut sehen,daß im Prinzip eine Holzplanke mit der Stirnseite nie an Metall stößt--d.h.wenn eine Tür mit senkrechten Planken versehen ist kommt oben und unten je eine waagerechte Planke,genau wie bei den Deckshäusern und dem Deck,das immer ein Laibholz hat.
      Ich hab ein Buch von BRIX"Praktischer Schiffbau" und das TILLER-Buch seit vielen Jahren,dort sind viele Tips in dieser Richtung.Versuch es mal in einer Öffentlichen Leihbücherei,wenn eine in der Nähe ist oder sieh Dir mal unter MINISAIL,ARBEITSKREIS HISTORISCHER SCHIFFBAU oder unter SMC HAMBURG oder anderen Clubs die Modelle genau an

      Ja ich hab gut reden,weil ich die Ostsee vor der Tür hab und fast jedes Jahr am Jadebusen und in Dänemark Urlaub mache.In den Museen in Esbjerg,Bremerhaven,Wilhelmshaven,Brake und an der Unterelbe stehendie schönsten Modelle.Man bekommt viele Tips nur durch das Ansehen.

      Gruß aus Hamburg

      edmondo
    • Aufbau und Winde

      Hallo,

      Ich dachte nach zwei Wochen Schreibpause sollte ich wieder mal etwas schreiben.

      Wir waren ja beim Deckshaus stehengeblieben. Ich in meiner (bescheidenen) Freizeit angefangen, das Ding zu bauen. Grundsätzlich habe das Ding aus vier Mahagoniplättchen zusammengeklebt und dann mit dünneren Mahagonistreifen beplankt. (Edmondo's tipp hat mir sehr gehlofen, Danke nochmal dafür!). Leider habe ich erst nach dem Beplanken gemerkt dass das Deckshaus die Form eines Trapezes hat und nicht eines Viereckes, sodass die Rückwand neu gemacht werden muss.

      Das Maschinenraumdach ist noch im Rohbau. Es ist momentan zu kalt es mit Nitrolack zu grundieren ...

      Weiter habe ich noch an der Ankerwinde gebastelt. Aus dem Plan ist ersichtlich das es eine handbetriebene Winde gewesen sein musste. Gegen eine Dampfwinde spricht:
      1: Zulieferzeit von Ersatzteilen (falls mal was grösseres kaputtgeht)
      2. Der Kessel der Wissmann wurde mit Holz gefeuert, d.h. die Leistung des Kessels dürfte nicht allzu hoch gewesen sein, ergo war der Dampf zu wertvoll um ihn in eine Dampfwinde zu stecken.
      Das Foto ist glaube ich selbsterklärend ...

      Bis zum nächsten Mal


      PS. Ich suche immer noch Unterlagen zur Wissmann oder anderes Hilfreiches in dieser Richtung, bin über alles froh was hereinkommt :pf:
      Dateien
      • DSC00468.jpg

        (76,6 kB, 411 mal heruntergeladen, zuletzt: )
      • DSC00469.jpg

        (80,35 kB, 410 mal heruntergeladen, zuletzt: )
      • DSC00461.jpg

        (79,34 kB, 408 mal heruntergeladen, zuletzt: )

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von United Fruit ()

    • Hallo,

      Diesmal keine neuen Bilder, allerdings ein paar Fragen:

      1. Ich habe jetzt den Aufbau fertigestellt. Aussen ist er jetzt vollständig beplankt, die Türen und Fenster kommen bald auch einmal dran. Im vorderen Teil hat es eine Art Salon. Er hat grosse Fenster, sodass ich ihn austatten will. Es wird eine Wand hineinkommen, evntl. ein Bild daran usw. Das Problem ist,dass es eine Sitzbank hat. Wie mache ich ein realistisches Polster hinein?

      2. Da ich mit dem Aufbau fertig bin, werde ich mich an die Schanzkleidstützen machen. Wie sahen die etwa aus bei den alten Dampfern und vor allem wie baue ich die Dinger?

      3. Bald soll da noch ein Holzdeck drauf. Bis jetzt habe ich Abachi für die Decksbeplankung verwendet, allerdings kommen mir Zweifel auf, ob das auch Vorbildgetreu aussieht. Könnte mir da jemand weiterhelfen?

      4. Ich habe doch noch ein Photo eingestellt. Darauf ist die Mastverankerung zu sehen. Ich habe ähnliches ziemlich oft gesehen, allerdings nie verstanden wie das funktioniert. Ist das eine Art Umlegevorrichtung für den Mast?

      5. Noch zum Schluss: Kann mir jemand sagen was ein Kabelgatt ist?

      Danke schon im Voraus. Ich bin froh über alles was mir irgendwie weiterhelfen könnte. :pf:
      Dateien
      • Ausschnitt4.jpg

        (34,81 kB, 386 mal heruntergeladen, zuletzt: )

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von United Fruit ()

    • Diese Art Mastfuß haben wir auf unserem Jollenkreuzer auch, er hat unten und oben einen Bolzen, wenn man den unteren rauszieht kann man den Mast legen ..

      Kabelgatt ist der Raum der im Vorschiff bei der Raumaufteilung übrigbleibt, weil die Wände am Bug eng zusammenlaufen, sodass kein Boden, aber eine Decke bleibt. Dieser Raum wird oft als Stauraum für Festmacherleinen, Schäkel Ersatzanker usw.
      verwendet


      Max
    • @airbornesystem: Danke für die Infos. :2:

      Ich bräuchte noch Antworten auf die anderen 3 Fragen ... Vielleich sollte ich sie nochmal posten, nur zum sichergehen:

      1. Ich habe jetzt den Aufbau fertigestellt. Aussen ist er jetzt vollständig beplankt, die Türen und Fenster kommen bald auch einmal dran. Im vorderen Teil hat es eine Art Salon. Er hat grosse Fenster, sodass ich ihn austatten will. Es wird eine Wand hineinkommen, evntl. ein Bild daran usw. Das Problem ist,dass es eine Sitzbank hat. Wie mache ich ein realistisches Polster hinein?

      2. Da ich mit dem Aufbau fertig bin, werde ich mich an die Schanzkleidstützen machen. Wie sahen die etwa aus bei den alten Dampfern und vor allem wie baue ich die Dinger?

      3. Bald soll da noch ein Holzdeck drauf. Bis jetzt habe ich Abachi für die Decksbeplankung verwendet, allerdings kommen mir Zweifel auf, ob das auch Vorbildgetreu aussieht. Könnte mir da jemand weiterhelfen?

      Danke nochmal im voraus.
    • Hallo

      zu 1: hast Du schon mal an Kartonmodellbau gedacht? Das ist zumindest meine Idee, den Salon meiner Turbinia einzurichten. Allzu gut sieht man nicht rein (und bei DEINEM kleinen Maßstab noch viel weniger). Leider kann ich noch keine Erfahrungen berichten, da es erst eine Idee ist. Aber ich kann mir vorstellen, dass es gut genug detailliert ist, wenn man ein Steppmuster auf ein Stück Karton zeichnet, dieses Ausschneidet, knickt und als bank einbaut. Sollte natürlich lackiert werden, damit es den feuchtigkeitsschwankungen im Boot etwas entgegenzusetzen hat.

      Zu 2: So sehen die Relingstützen auf TSS Earnslaw aus:

      [img]http://lh6.ggpht.com/_CS3L6yYyQ4g/TPrCYMBrwBI/AAAAAAAAAvA/SH07_udsSF4/s800/Kopie%20von%20Queenstown%20dec.%202007%20b%20227.jpg[/img]

      Diese Relingstützen sind vielleicht nicht Hochseetauglich, aber TSS Earnslaw ist ebenfalls auf einem See unterwegs (Lake Wakatipu), als so gesehen Artverwandt. Herstellen ließe sich das einfach aus Evergreenprofilen oder auch Zeichenkarton.

      Zu 3: kann ich nicht recht was dazu sagen. Wie sieht Abachi aus? Was sind Deine Bedenken?

      schöne Grüße
      Peter
    • @ steampunk:

      Danke vielmals für die Hilfe und das Foto! Da hast du mir gerade enorm weitergeholfen. Du hast Recht, der Verwendungszweck der Schiffe ist gleich und wahrscheinlich war der Unterschied zwischen deutschen und englischen Kolonialbinnenschiffen :kratz: nicht so gravierend.

      Deine Idee mit der Pappe werde ich versuchen. Mal schauen ob was dabei herauskommt. Ich habe noch den Wikipediaartikel über die Earnslaw gelesen, falls da noch mehr hilfreiches wäre und bin auf Bild 2 gestossen. Das Sitzkissen ist am interessantesten für mich :)

      Noch zum pt.3: Abachi ist ein hell-gelbes, weiches Holz. Ich habe zwei sehr dünne Blätter (LxBxD: 1m X 10 cm X 0.5 mm) Ich benutze es als Decksbeplankung in Kombination mit Klarlack oder als Rumpfbeplankung. Es ergibt ein relativ helles Deck, fast wie bei einer Yacht. (Photo1) Aus deinem Photo ist allerdings klar ersichtlich das ein Deck eines Arbeitsschiffes eher dunkel ist. Ich schätze Mahagoni oder gebeiztes Holz macht sich hier wohl besser. Mal sehen was ich auftreiben kann.

      Nochmals: Danke für den Input. :juhu:
      Dateien
      • DSC09951.jpg

        (77,57 kB, 341 mal heruntergeladen, zuletzt: )
      • Interieur.jpg

        (78,7 kB, 334 mal heruntergeladen, zuletzt: )

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von United Fruit ()

    • Hi Fruit

      Ja, das sieht sehr hell aus. Teak war ein beliebtes Holz für Schiffsdecks (und ist es immer noch). ich denke auch, dass Das Bild vom Inneren des Salons nicht recht als referenz taugt, wie die Decks außen ausgesehen haben und aussehen. Das ist viel zu ordentlich.

      Hier noch ein Foto vom Deck der Balclutha, einem Windjammer:
      [img]http://lh4.ggpht.com/_CS3L6yYyQ4g/S254ZbzMjjI/AAAAAAAAAMU/XX2f89_ldlU/s640/San%20Francisco%20a%20207.jpg[/img]
      Wenn man sowas "originalgetreu" wiedergibt, werden einem die Modellbaukollegen Murks vorwerfen. Aberf das ist der Farbton, den ich auf einigen historischen Schiffen gesehen habe.

      Auf meinem Collier (Kohlenfrachter) Kauru in 1/50 habe ich ein Briefkuvert aus brauner Pappe als Decksbelag verwendet und die Kalfaterfugen mit Fineliner aufgezeichnet. Dazu muss ich sagen, dass das Modell bewusst vereinfacht ist. Aber ab einer gewissen Entfernung kann man auch in echt die Holzmaserung nicht mehr erkennen und die Darstellung der Planken ist erstaunlich leicht präzise hinzukriegen, mit Fischungen, Rahmen um die Aufbauten und allem möglichen. Hier ein Foto davon:

      [img]http://lh6.ggpht.com/_CS3L6yYyQ4g/S3xDnxxWfVI/AAAAAAAAAO8/Cg5GFH6gF4k/s640/Modellbau%202010%20065.jpg[/img]

      viel Spass beim Basteln
      Peter