Dampfmaschinen und Dampfkessel

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    • Hallo,
      ich bin eigentlich neu hier im Forum,
      Das Thema Kartuschenvereisung ist, nachdem ich im Forum hin und herlese, sehr vernachlässigt. Kann ein Fachmann wie Du
      dies mal zu Thema machen. Es würde mich sehr interessieren.
      Auch habe ich eine autom. Gasbrenner- Regeleinrichtung der Fa. Laspe RV 3 und RGD 3
      die ich mir vor Jahren mal zugelegt hatte und nun in einem Dampfboot verbaut habe, mit der Einstellung funktioniert es nicht so richtig.
      Kannst Dur dies mal von anfang an erklären.
      Im voraus vielen Dank. Deine Berichte sind sehr interessant und hilfreich, weiter so, ist für mich eine Bereicherung.
      mfG. Dampf
    • Hallo Armin, du hast heute Post zu deinen Fragen von mir bekommen.


      Gastankheizung mittels Heizfolie
      Eine meiner Erfahrungen basiert auf negativen Erlebnissen mit den Regelventilen derGastanks.
      Mit der Gasentnahme aus dem Gastank entspannt sich das Gas und dabei entsteht Kälte.
      Diese spürt man, wenn der Gastank an der Metallfläche mit den Fingern berührt wird und auch optisch erkennt, denn auf den metallischen Flächen des Gastanks bilden sich sogar Kondenswasserperlen.
      Dieser Effekt kann unter Umständen dazu führen, dass das Gasregelventil vereist.
      Sollte sich dieses Ereignis einstellen, führt es dazu, dass durch die Gasleitung nur noch eine geringe Gasmenge bzw. gar kein Gas zu der Brennerdüse strömt. Das Regelventil kühlt durch die Expansion des Gases (Joule-Thomson-Effekt) unter den Gefrierpunkt ab.
      Versierte Dampfmaschinenbetreiber kennen ein solches Problem aus eigener Erfahrung, allerdings gibt es mehrere Methoden die diesen Umstand verhindern.
      Wer Mischgas (30% Propan, 70% Butan bzw. 35% Propan, 65% Butan) [b]als [/b][b]Brennstoff[/b] zum heizen seines Gasbrenners verwendet, muss testen, ob er einen Nachteil gegenüber einen mit Propangas betriebenen Brenner feststellt. Es stellt sich die Frage, ob Mischgas mit weniger Butan-Anteil für diesen Anwendungsfall eventuell vorteilhafter wäre.
      In der wärmeren Jahreszeit wird dieser krasse Umstand eher nicht auftreten, es sei denn, bei dem Brenner handelt es sich um einen Typ, der eine große Gasmenge beansprucht.
      Bei der Gasentnahme aus dem Gastank verdampft in diesem Flüssigkeit und während dieses Verdampfungsvorgangs wird der Umgebung, also der Flüssigkeit, Wärme entzogen, wodurch die Flüssigkeit abkühlt. Zum Temperaturausgleich entzieht der Gastank wiederum der Umgebung Wärme.
      Das Gas im Gastank ist flüssig undüber dem Flüssiggas als auch in der Leitung ist es gasförmig. Damit aber das Gas vom flüssigen Zustand in den gasförmigen übergeht, ist eine Energiezufuhr in Form von Wärme nötig. Ist das Gasregelventil durch o. g. Effekt allerdings vereist bzw. bereits verengt, dann ist keine ausreichende Energiezufuhr möglich, d.h. es verdampft nicht genügend Gas.
      . Meistens bringt ein solcher Erfahrungsaustausch auch eine Lösung. So wurde ich in diesem Fall von einem Forumskollegen auf seine erprobte Verwendung einer schwachen elektrischen Heizung mittels einer selbstklebenden Heizfolie die u. a. im Kfz-Bereich (Spiegelheizung) verwendet wird, hingewiesen.
      Außerdem hat er mir geraten, dass man aus Sicherheitsgründen einen Temperaturwächter in den Heizkreislaufverbauen sollte, um ein Überhitzen des Gastanks zu verhindern.
      Die Montage der selbstklebenden Heizfolie auf dem Gastank war einfach, trotzdem habe ich den Gastank mit einem Schrumpfschlauch überzogen um, die darunter befindliche Heizfolie dauerhaft zu positionieren und vor mechanischen Schäden zu schützen.
      Für die Spannungsversorgung der Heizfolie und einer Blink-LED für die Funktionsanzeige sorgt ein Akkupack mit 12 Volt/2300mAh.
      Der Temperaturwächter unterbricht den Schaltkontakt bei Erreichen der Ausschalt-Temperatur und schließt den Schaltkontakt wieder selbständig, nachdem die Temperatur auf die Einschalt-Temperatur abgesunken ist.
      So eine Gastankheizung verhindert das Vereisen des Gasregelventils, was speziell bei Verwendung kräftiger Flammrohrbrenner bzw. großer Keramikbrenner und bei niedriger Umgebungstemperatur auftreten kann.
      Es ist eher unwahrscheinlich, dass während des Fahrbetriebs mit aufgesetzten Schiffsaufbauten dieses Vereisungsproblem auftreten wird.


      Dass es noch viele andere Methoden zur Gastankenteisung gibt ist klar. Warten wir es einmal ab, ob ein anderer Kollege seine Abhilfe hier mitteilt.

      Gruß
      Dieter

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von dampfpinassen+dieter ()

    • Hallo,
      mal ganz unmaßgeblich von mir -abgesehen von einer Gastankvereisung (führe immer eine Abdampfleitung durch den Gastank)- verwende ich immer eine 50 cm. gewickelte Gasleitung vom Tank zum Brenner. Damit wirkt diese Leitung wie ein "Gleichrichter" falls mal Gastropfen durch Überfüllung oder starkem "Seegang" mitgerissen werden.
      VG aus Moringen
      Axel