Meine DS Linienrekonstruktionen

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    • Bin endlich dazu gekommen, einen weiteren Auftrag abzuarbeiten.

      Diesmal ging es darum, einen vorhandenen vth-Bauplan, bzw. den Linienriss davon, zu digitalisieren,
      weil der Auftraggeber gerne ein 1:50 Modell davon bauen möchte, der Riss des vth-Bauplans aber viel zu wenige K-Spanten enthält.

      Daher war die Aufgabe relativ einfach. Einzig das Konstruieren des vorhandenen Balkenkiels erforderte ein wenig mehr Aufwand.
      Ursprünglich wollte ich den nämlich durch einfaches Extrudieren der Kontrollkanten von Kiel und Stevenkonturen erzeugen.
      Leider wird dabei das DS Modell undicht.
      Das hätte zwar keinen störenden Einfluss auf die Dartsellung im Linienriss gehabt, aber bei einem undichten Modell funktioniert die DS Hydrostatik nicht mehr.
      Und auf die wollte ich nicht verzichten. Also war ein wenig manuelle Detailarbeit in diesem Bereich angesagt.

      Leider enthält der vth-Bauplan, es geht übrigens um den Dampfsegler JAMES WATT, keinerlei Angaben zu den Hauptabmessungen.
      Im Netz ist auf Anhieb erst mal auch nicht allzuviel zu finden, do dass ich mich fragte, ob dem Modellbauplan überhaupt ein je real gebautes Vorbild zugrunde lag
      oder, ob es sich nicht vielmehr um einen typischen, quasi generischen, Vertreter dieses Schiffstyps aus den Anfängen der Motorisierung der Segler mit Dampfmaschinen handelt.

      Aber man findet doch Darstellungen, die den Zeichnungen des vth-Bauplans sehr ähnlich sehen.

      So wurde eine/diese JAMES WATT auf mehreren Briefmarken im Laufe der Gechichte der Postwertzeichen veröffentlicht.
      Im Begleittext zur DDR-Marke werden auch Hauptabmessungen in imperialen Einheiten genannt.

      Ferner ist auf dieser Website zur Australischen Schiffahrt, im Abschnitt über die Region New South Wales, ein Tabelleneintrag der JW gewidmet,
      der ebenfalls einen kleinen Seiteriss und die Hauptabmessungen enthält.

      Ich habe dann aber doch noch ein Längenmaß im vth-Plan entdeckt, laut dem die Strecke Hinterkante Heckspiegel (also nicht unter Einbeziehung des Besanbaums) bis Spitze Bugspriet mit 62m angegeben ist.
      Anhand dieses Längenmaßes habe ich die folgenden Hauptabmessungen errechnet:

      Lpp......................44.60 m
      Bmld...................10.65 m (ohne Seitenradkästen)
      Tdwl......................3.90 m

      Für den fertigen Riss liefert DS für die DWL und das unvertrimmte Schiff diese Hydrostatik.

      Das fbm File ist auf dem Elektropostweg an den Auftraggeber...

      Hier gibt's das DXF File des Linienrisses.


      Es folgen die üblichen DS Darstellungen:


      [IMG]http://slipway.in-berlin.de/maritime/ships/james_watt/James_Watt_3D_bow.jpg[/IMG]



      [IMG]http://slipway.in-berlin.de/maritime/ships/james_watt/James_Watt_3D_fore_up.jpg[/IMG]



      [IMG]http://slipway.in-berlin.de/maritime/ships/james_watt/James_Watt_3D_fore_down.jpg[/IMG]



      [IMG]http://slipway.in-berlin.de/maritime/ships/james_watt/James_Watt_3D_stern.jpg[/IMG]



      [IMG]http://slipway.in-berlin.de/maritime/ships/james_watt/James_Watt_3D_aft_up.jpg[/IMG]



      [IMG]http://slipway.in-berlin.de/maritime/ships/james_watt/James_Watt_3D_aft_down.jpg[/IMG]



      [IMG]http://slipway.in-berlin.de/maritime/ships/james_watt/James_Watt_bodyplan.jpg[/IMG]



      [IMG]http://slipway.in-berlin.de/maritime/ships/james_watt/James_Watt_profile.jpg[/IMG]



      [IMG]http://slipway.in-berlin.de/maritime/ships/james_watt/James_Watt_waterlines.jpg[/IMG]



      [IMG]http://slipway.in-berlin.de/maritime/ships/james_watt/James_Watt_Linesplan.jpg[/IMG]

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von deadwood ()

    • Ei Guhde wie ?

      Zitat Deadwood : "Das fbm File ist auf dem Elektropostweg an den Auftraggeber... "

      Der es auch bekommen hat und sich freut wie blöde :juhu:

      Die James Watt war das allererste Schiff das ich in meinem Leben gebaut habe, so vor etwa 27 Jahren. Damals bin ich glorreich an den Seitenrädern gescheitert :lol:
      Inzwischen bin ich aber klüger geworden :kratz: (okay : manche meiner Bekannten würden dem jetzt nicht unbedingt zustimmen).
      Auf jeden Fall habe ich nun mehr Erfahrung, bessere Ausrüstung und auch mehr Geduld als damals.
      Den größten Vorteil gegenüber dem ersten Versuch den ich nun habe ist aber dieses Forum hier indem nette Menschen wie hier z.B. Ralph mir helfen können wenn es mal wo klemmt.

      Ralph : nochmal ein dickes :d: für Deine Arbeit !
    • Hier im Forum scheint es ja einige Ferry Fans (nein, nicht die von Brian) zu geben.

      Vor kurzem bin ich auf eine spezielle Ferry Website gestoßen, die viele schöne Bilder von Fährschiffsneubauten hatte.

      Ein Neubau aus dem letzten Jahr erregte wegen seiner etwas über das gewöhnliche Ferry Design Schema hinausgehenden Gestaltung der Aufbauten mein besonderes Interesse,
      so dass ich auf der Website der Bauwerft nach ein paar Daten zu dem Schiff gesucht habe.

      Dort fand ich dieses PDF Spec Sheet der PIANA, welches neben den Hauptabmessungen die Seitenrisse von Steuerbord und Backbord enthielt.
      Anhand des Steuerbordseitenrisses habe ich dann versucht den Linienriss herzuleiten.
      Das Ergebnis kann weiter unten "bestaunt" werden.


      [IMG]http://slipway.in-berlin.de/maritime/ships/piana/Piana_profile_bgimg_sac.png[/IMG]


      So spektakulär die Aufbauten sind, so relativ gewöhnlich ist das Unterwasserschiff und liegt voll und ganz auf Linie aktueller Fähren-/RoRo-Entwürfe,
      d.h. ein markanter (fast schon ein bisschen ins Groteske abdriftender) Bugwulst vom Typ Goose Neck.
      Volle Schiffsbreite bereits kurz vor dem VL mit dadurch bedingter sehr kurzer Back und extremem Flare der Vorschiffsspanten.
      Für Nordatlantik-Passagen bestimmt nicht so sehr geeignet wegen der starken Slamming-Gefahr.
      Aber das Schiff ist ja für's überwiegend gemässigte Mittelmeer gebaut.
      Dann volle Schiffsbreite bis nach hinten mit fast rechteckigem Heckspiegel mit dem üblichen Pram Type Hinterschiff eines Zweischraubers.
      Lediglich der Trim Wedge am Heck könnte etwas übertrieben wirken.
      Dadurch ergibt sich im Spantenriss hinten auch ein leichter Tunnel, der Spiegel hat aber eine vollkommen gerade Kante.
      Andererseits, wenn ich die bei der Probefahrt erreichten knapp 24 Knoten nehme (Service Speed ist mit 21 Knoten auch noch ziemlich hoch)
      und eine LWL von ca. 172 m annehme, komme ich auf eine Froudezahl von immerhin 0.3.
      Dabei könnte das Schiff tatsächlich bereits zum achterlichen Vertrimmen neigen mit der hydrodynamisch ungünstigen Verlagerung des Verdrängungsschwerpunkts und etwas ungünstigerer Propellerzuströmung.

      Ich nehme an, dass die Schiffbauer der PIANA das in Schleppversuchen getestet haben werden.

      Vielleicht sollte ich noch erwähnen, dass die PIANA mit US $ 150,000,000 der bisher teuerste Schiffsneubau Kroatiens gewesen ist.
      Nun ja, Kroatien existiert andererseits als souveräner Staat noch nicht allzulange,
      und die Werft hatte bereits zu Zeiten Titos eine beachtliche Produktion für u.a. auch westliche Reedereien.

      Hier ist die Hydrostatik von DS für meinen Riss der PIANA

      Ein paar Bilder von Shipspotting.com:

      ShipSpotting.com
      [img]http://cdn2.shipspotting.com/photos/small/2/0/2/1380202.jpg[/img]
      © Sinisa Aljinovic

      ShipSpotting.com
      [img]http://cdn2.shipspotting.com/photos/small/8/2/3/1334328.jpg[/img]
      © Josip Jurisic

      ShipSpotting.com
      [img]http://cdn2.shipspotting.com/photos/small/0/7/0/1244070.jpg[/img]
      © Sinisa Aljinovic

      ShipSpotting.com
      [img]http://cdn2.shipspotting.com/photos/small/5/3/3/1219335.jpg[/img]
      © Dragec

      ShipSpotting.com
      [img]http://cdn2.shipspotting.com/photos/small/9/3/3/1219339.jpg[/img]
      © Dragec

      ShipSpotting.com
      [img]http://cdn2.shipspotting.com/photos/small/0/4/7/1458740.jpg[/img]
      © occhiatana


      und die DS Bilder


      [IMG]http://slipway.in-berlin.de/maritime/ships/piana/Piana_3D_keel_up.jpg[/IMG]



      [IMG]http://slipway.in-berlin.de/maritime/ships/piana/Piana_3D_bow.jpg[/IMG]



      [IMG]http://slipway.in-berlin.de/maritime/ships/piana/Piana_3D_fore_up.jpg[/IMG]



      [IMG]http://slipway.in-berlin.de/maritime/ships/piana/Piana_3D_fore_down.jpg[/IMG]



      [IMG]http://slipway.in-berlin.de/maritime/ships/piana/Piana_3D_aft_up.jpg[/IMG]



      [IMG]http://slipway.in-berlin.de/maritime/ships/piana/Piana_3D_aft_down.jpg[/IMG]



      [IMG]http://slipway.in-berlin.de/maritime/ships/piana/Piana_bodyplan.jpg[/IMG]



      [IMG]http://slipway.in-berlin.de/maritime/ships/piana/Piana_profile.jpg[/IMG]



      [IMG]http://slipway.in-berlin.de/maritime/ships/piana/Piana_waterlines.jpg[/IMG]



      [IMG]http://slipway.in-berlin.de/maritime/ships/piana/Piana_Linesplan.jpg[/IMG]

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von deadwood ()

    • Hm, da habe ich mich wohl verschätzt, was das Interesse an modernen Fährschiffen angeht.
      Nachdem ich hier im Forum einige äusserst interessante Bauberichte von attraktiven Fährschiffsmodellen bestaunt hatte, war mein Eindruck eben so.


      Na ja, so bin ich wieder dazu gekommen, einen weiteren Auftrag abzuarbeiten.

      Diesmal ging's darum, den Linienriss eines Patroullienboots der britischen Royal Navy, der HMS CLYDE, in DS zu übertragen,
      weil das auftragerteilende Forumsmitglied die Spaten für dieses Projekt gern rechnergestützt ausfräsen lassen möchte.

      Mir persönlich wäre das Vorbild ja viel zu kantig in seiner mehrfachen, konsequent produktionsfreundlichen, Knickspantbauweise.
      Erinnert es mich doch ein wenig an die Idee, die einst Blohm & Voss mit seinen sog, Pioneer Frachtern,
      die die alte Liberty Tonnage möglichst baukostensparend einst ersetzen sollten, verfolgte.
      Glücklicherweise hat sich dieser Unfug (aus Sicht des Schiffsästheten und Shiplovers) nicht durchgesetzt.
      Aber über Geschmack lässt sich bekanntlich gut streiten.

      Die Hauptdaten der CLYDE können obigem Wikipedia-Artikel entnommen werden.

      Interessanterweise habe ich mit einem von DS errechneten Deplacement von 1856 t fast eine Punktlandung geschafft, wie hier nachgelesen werden kann.

      Das fbm File wird nach dem Editieren dieses Beitrags sogleich auf den Elektropostweg zum Auftraggeber gebracht.

      Es folgen die gewohnten Thumbnail Links zu Shipspotting Fotos der CLYDE sowie die Bilder von DS...


      ShipSpotting.com
      [img]http://cdn2.shipspotting.com/photos/small/1/0/7/1449701.jpg[/img]
      © Neil Watkin

      ShipSpotting.com
      [img]http://cdn2.shipspotting.com/photos/small/2/2/9/502922.jpg[/img]
      © Rogério Cordeiro

      ShipSpotting.com
      [img]http://cdn2.shipspotting.com/photos/small/0/4/4/421440.jpg[/img]
      © WILLIAM MACLENNAN

      ShipSpotting.com
      [img]http://cdn2.shipspotting.com/photos/small/3/9/9/398993.jpg[/img]
      © John Jones




      [IMG]http://slipway.in-berlin.de/maritime/ships/clyde/Clyde_3D_aft_up.jpg[/IMG]




      [IMG]http://slipway.in-berlin.de/maritime/ships/clyde/Clyde_3D_aft_down.jpg[/IMG]




      [IMG]http://slipway.in-berlin.de/maritime/ships/clyde/Clyde_3D_fore_up.jpg[/IMG]




      [IMG]http://slipway.in-berlin.de/maritime/ships/clyde/Clyde_3D_fore_down.jpg[/IMG]




      [IMG]http://slipway.in-berlin.de/maritime/ships/clyde/Clyde_bodyplan.jpg[/IMG]




      [IMG]http://slipway.in-berlin.de/maritime/ships/clyde/Clyde_profile.jpg[/IMG]




      [IMG]http://slipway.in-berlin.de/maritime/ships/clyde/Clyde_waterlines.jpg[/IMG]




      [IMG]http://slipway.in-berlin.de/maritime/ships/clyde/Clyde_Linesplan.jpg[/IMG]

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von deadwood ()

    • ich finde den Rumpf bis auf die Kante im Bug sehr hübsch, die aufbauten gefallen mir noch mehr. Moderne Fährschiffe finden schon Zuspruch, nur kann ja niemand so schnell Modelle bauen, wie du die Rümpfe zeichnest!!! So eine Fähre in 1:100 wäre schon schön, aber der Bau dauert min. 3 Jahre, wenn ich alles Einbaue was ich mir gerade so vorstelle ...

      Max
    • Hallo Ralph,

      also was mich angeht hast du dich keinesfalls verschätzt, ich hab nur bisher versäumt, deinen Thread mal in die Favoriten zu legen. Ist hiermit nachgeholt!
      Allerdings muss ich sagen, dass ich die PIANA furchtbar hässlich finde, besonders die Bugpartie sagt mir überhaupt nicht zu. Naja, furchtbar hässlich ist vielleicht übertrieben, aber hübsch ist anders.
      Trotzdem freue ich mich über jedes Fährschiff das du hier vorstellst. Von den großen Ostseefähren hast du ja bereits eine auf meinen Wunsch hier präsentiert. Vielleicht findest du ja noch Interesse an der direkten Konkurrenz (VIKING LINE)?

      [IMG]http://photos.marinetraffic.com/ais/showphoto.aspx?photoid=731928&size=full[/IMG]

      Wie stehts denn mit der Verfeinerung der SILJA SYMPHONY Pläne? Meld dich wenn du damit durch bist, dann kann ich die Daten an einen Bekannten weitergeben der mir die Spanten dann ausfräsen kann. Und natürlich wartet der Chief Officer der SILJA SERENADE gespannt auf Neuigkeiten von mir. :chat:

      So eine Fähre in 1:100 wäre schon schön, aber der Bau dauert min. 3 Jahre, wenn ich alles Einbaue was ich mir gerade so vorstelle ... Max


      Hallo Max,

      in Kooperation mit Ralph (der mir die DS-Zeichnungen anfertigt und bereitstellt) plane ich den Bau der SILJA SYMPHONY in 1:100. Die Dauer des Baus ist mir zum Glück egal, ich will mir da auch schön Zeit für lassen. Was stellst du dir denn so vor bzw. was würdest du so alles einbauen, ich lasse mich da gerne noch inspirieren.

      Gruß
      Ole
      Fahrbereit:
      Queen (Aeronaut)

      In der Werft:
      Smit Rotterdam

      In Planung:
      Bohuslän
      Silja Symphony

      Es ist so leicht, ein Held zu sein, und so schwer, ein Mensch im Alltag.
      Ernst Cassirer
    • Hallo,

      danke für's Feedback.

      Ich erwarte doch keineswegs, dass sich die Modellbauer hier gleich wild entschlossen in den Bau des einen oder anderen vorgestellten Schiffs stürzen.
      Dass ein guter Schiffsmodellbau mit Liebe zum Detail, der ja auch nur in der Freizeit stattfinden kann, Jahre dauern kann, ist mir schon klar.

      Nur wenn sich ausser meinen Postings in dem Thread so gar nichts tut, weiss man nicht so recht, ob das überhaupt hier jemanden interessiert.

      Kommentare wie, das Schiff sieht aber ziemlich beschissen aus oder, da liegst du mit deinem Riss aber wohl ziemlich daneben,
      sind genauso willkommen, wenngleich man natürlich das Gegenteil sehr viel lieber hört.


      @Ole, ja die *IELLA Fähren von Viking Lines wurden, glaube ich, auch bei Brodosplit gebaut (also diejenigen, die die PIANA "verbrochen" haben).
      Von diesen Fähren, die so aus den Mitte 1980ern bis Mitte 1990er stammen, habe ich mir von der Brodosplit Website auch die Data Sheets runtergeladen.
      Also kann ich mich daran auch noch mal versuchen.

      Übrigens, am vorbildlichsten fand ich bisher die Website von Astellieros Barreras in Vigo, Spanien.
      Die haben zu jedem ihrer abgelieferten Bauten Datasheets mit kompletten Generalplänen eingestellt.
      Und die habe jede Menge interessanter Fähren abgeliefert, sind quasi die Hauswerft für die ARMA Line,
      die die Kanaren mit dem Festland verbindet und deren Schiffe alle nach kanarischen Vulkanen benannt zu sein scheinen.

      Den Riss der SYMPHONY besser ich auch noch nach. Das sind ja nur noch Kleinigkeiten.
    • So, zwischendurch mal wieder die Kür.

      Jedoch hoffe ich, die wenigen, die hier noch reinschauen, jetzt niht auch noch zu verschrecken, indem ich eine weitere Fähre einstelle.

      Aber ich hatte ja erwähnt, dass ich im Sommer zwei Wochen an der Lübecker Bucht verbringe und bis dahin alle TT Line Schiffe angefasst haben will.

      Hier also das nächste TT Schiff, die NILS DACKE, 1995 von Finyards OY, Rauma geliefert.

      Ich hatte mir zwar aus der Schiff und Hafen im Zeitschriftenarchiv der TU Berlin den Artikel mit der Schiffsbeschreibung der ND kopiert,
      aber die Kopien des kleinen Generalplans waren praktisch nicht als Vorlage zu verwenden.
      Der Scanner/Kopierer im Keller der TU Bibliothek hatte mich fast in den Wahnsinn getrieben.
      Im Gegensatz zu den baugleichen Modellen in den Obergeschossen, die wenigstens noch einigermasßen brauchbare Scans bzw, Kopien produzieren,
      ist der Scanner im Keller, vermutlich durch den viel stärkeren Gebrauch (schliesslich stehen dort die meisten Zeitschriftenbände), inzwischen anscheinend völlig ausgenudelt und müsste dringend ersetzt werden.
      Beim nächsten Besuch werde ich die dort unten wachhabende Bibliothekarin fragen, ob ich die Bände kurzfristig zum Kopieren in eines der Obergeschosse entwenden kann.

      Ich bin dann auf eine Profildarstellung der ND ausgewichen, die ich auf irgendeiner Seite der TT Lines Website entdeckt hatte,
      die zwar nur einen mehr oder weniger stilisierten Seitenriss des Schiffs wiedergibt, aber die Stevenkonturen und Proportionen erschienen mir realistisch.

      Dieses Hintergrundbild ist unten innerhalb des Profile View von DS als Screenshot zu sehen.


      [IMG]http://slipway.in-berlin.de/maritime/ships/nils_dacke/Nils_Dacke_profile_bgimage_sac.png[/IMG]


      Bei Shipspotting.com gibt's zahlreiche schöne Fotos von dem Schiff.
      Abgesehen davon dürfte aber wohl beinahe jeder Travemünde-Besucher wenigstens ein Foto von einer ein- oder auslaufenden NILS DACKE gemacht haben.


      ShipSpotting.com
      [img]http://cdn2.shipspotting.com/photos/small/3/8/6/1502683.jpg[/img]
      © Malte Classens


      Auf dem nächsten Bild vom Heck kann man sehen, dass ein leichter Schraubentunnel ins Heck eingestrakt worden zu sein scheint.
      Ob der Übergang vom Schraubenbrunnen zum Skeg als Knick ausgeführt oder sanft eingestrakt wurde, musste ich raten, da ich keine Dockfotos vom Hinterschiff bisher gesehen habe.
      Weil ich's schöner finde, habe ich mich für Letztere Variante entschieden.


      ShipSpotting.com
      [img]http://cdn2.shipspotting.com/photos/small/8/1/1/1337118.jpg[/img]
      © Andreas Hoppe


      ShipSpotting.com
      [img]http://cdn2.shipspotting.com/photos/small/7/9/8/1177897.jpg[/img]
      © Tina


      ShipSpotting.com
      [img]http://cdn2.shipspotting.com/photos/small/8/5/1/1128158.jpg[/img]
      © sebastian ziehl


      Hier gibt's die Hydrostatik für die DWL zu meinem Riss

      und hier das DXF File des Linienrisses


      Es folgen die üblichen DS Ansichten...


      [IMG]http://slipway.in-berlin.de/maritime/ships/nils_dacke/Nils_Dacke_3D_keel_up.jpg[/IMG]




      [IMG]http://slipway.in-berlin.de/maritime/ships/nils_dacke/Nils_Dacke_3D_bow.jpg[/IMG]




      [IMG]http://slipway.in-berlin.de/maritime/ships/nils_dacke/Nils_Dacke_3D_fore_up.jpg[/IMG]




      [IMG]http://slipway.in-berlin.de/maritime/ships/nils_dacke/Nils_Dacke_3D_fore_down.jpg[/IMG]




      [IMG]http://slipway.in-berlin.de/maritime/ships/nils_dacke/Nils_Dacke_3D_stern.jpg[/IMG]




      [IMG]http://slipway.in-berlin.de/maritime/ships/nils_dacke/Nils_Dacke_3D_aft_up.jpg[/IMG]




      [IMG]http://slipway.in-berlin.de/maritime/ships/nils_dacke/Nils_Dacke_3D_aft_down.jpg[/IMG]




      [IMG]http://slipway.in-berlin.de/maritime/ships/nils_dacke/Nils_Dacke_bodyplan.jpg[/IMG]




      [IMG]http://slipway.in-berlin.de/maritime/ships/nils_dacke/Nils_Dacke_profile.jpg[/IMG]




      [IMG]http://slipway.in-berlin.de/maritime/ships/nils_dacke/Nils_Dacke_waterlines.jpg[/IMG]




      [IMG]http://slipway.in-berlin.de/maritime/ships/nils_dacke/Nils_Dacke_Linesplan.jpg[/IMG]

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von deadwood ()

    • Hallo Ralph

      Ich bin begeistert mit welchem Elan du immer neue Risse erstellst.

      Mit der NILS DACKE hast du ein schönes Schiff ausgesucht.
      Die Nils Dacke würde mich auch interessieren,ist aber der falsche Maßstab,trotzdem mach weiter so,es ist immer wieder spannend hier reinzuschauen.

      Gruß Roberto
    • Leider habe ich erst jetzt diese 3-4 Fotos der NILS DACKE im Dock entdeckt.
      Demnach habe ich meinen Bugwulst wohl ein klein bisschen zu breit und voluminös gestaltet.
      Auch ist auf einem Foto deutlich zu sehen, dass in den WLn des Bugwulsts die Linien ab etwa VL bis zu den QSR-Tunneln wieder einschnüren, also eine Taille ausformen.
      Das ist eigentlich bei den Gooseneck-Wülsten die typische Linienführung.
      Gelegentlich beschleicht mich aber auch die Frage, ob so eine ausgeprägte Taillierung nicht doch zu Strömungsablösungen in dem Bereich und mithin zu einer Widerstandserhöhung führt.
      Man müsste aber, um das beurteilen zu können, die überlagerten Wellen von Schiff und Bugwulst sehen.
      Ich denke schon das die Schiffbauer das sowohl durch CFD Potentialrechnungen als auch später am Modell in der Schlepprinne eingehend getan haben werden.

      Die Anpassung des Wulstes an die Fotos sollte eine Sache von wenigen Mausbewegungen sein.
    • Da hast du dir eine wirklich schöne uns zumindest in Deutschland sehr bekannte Fähre ausgesucht. Wenn ich mich nicht komplett irre wird auch ein Rumpf von Steinhagen zu dem Schiff angeboten. Also definitiv ein interessantes Projekt!

      Ich schaue übrigens fast täglich rein ob es was neues gibt und vergleiche immerwieder deine Konstruktion mit den Vorlagen, jedoch habe ich davon eher weniger Ahnung und kann nur staunen. Zudem sind die Geschichten zu den Vorbilder oft sehr interessant und manchmal klinkt es irgendwo im Hirn und man hat mal wieder was verstanden ....

      Einfach weitermachen, es wird auf jeden Fall gelesen!

      Max

      EDIT: bei über 11.000 Hits fragst du dich ob das gelesen wird???

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Airbornesystem ()

    • Hallo Ralph,

      schön, die NILS DACKE hier zu sehen, bin auch schon ein paar Mal mit dem Schiff gefahren, das weckt Erinnerungen.
      Ich kann mich auch nur wiederholen, ich bin beeindruckt von deiner Arbeit, so langsam möchte ich mich auch gerne mal an einem Riss versuchen. Hast du zufällig Pläne vom finnischen Eisbrecher URHO oder SISU in deiner Sammlung? Damit würde ich es gerne mal probieren.

      Gruß

      Ole
      Fahrbereit:
      Queen (Aeronaut)

      In der Werft:
      Smit Rotterdam

      In Planung:
      Bohuslän
      Silja Symphony

      Es ist so leicht, ein Held zu sein, und so schwer, ein Mensch im Alltag.
      Ernst Cassirer
    • Hallo Max,

      das wusste ich gar nicht, dass es bei Steinhage einen GFK Rumpf der ROBIN HOOD gibt.
      Habe eben mal dort nachgesehen.
      Ich nehme mal an, dass die für die Herstellung der Form Zugriff auf den Originallinienriss hatten, entweder über Finnyards (unwahrscheinlich) oder durch Kontakte zu TT Lines (wahrscheinlicher).
      Immerhin, wenn ich mir mal die Fotos vom Rumpf auf der Steinhage Website so ansehe und mit meinem Riss vergleiche, muss ich sagen, dass ich mit meiner Version gar nicht so weit davon entfernt bin.
      Trotzdem würde ich Modellbauern, die die ROBIN HOOD bzw. NILS DACKE in 1:100 nachbauen wollen und sich die Ausgabe für den Steinhage Rumpf leisten können,
      auf jeden Fall raten, lieber den zu nehmen.


      Hallo Ole,

      nein, bis auf eine Planrolle von dem USCG Eisbrecher POLAR STAR,
      die ich mal während einer Autotour die ganze US Westküste runter und wieder rauf 1991 aus dem Marinemuseum in San Diego mitgebracht hatte, habe ich leider überhaupt nichts von Eisbrechern.

      In diesem Thread weiter vorn sind Risse von, ich glaube, drei eisbrechenden Schiffen, allerdings alle mehr oder weniger konventionell.

      Wenn die von Dir genannten Schiffe Spezialkonstruktionen, wie z.B. den Thyssen-Waas-Bug oder ähnliches aufweisen,
      wäre ich sowieso überfragt, wie ich den ausgestalten sollte.
      Dazu müsste man wirklich mal die Gelegenheit haben, sich das Unterwasserschiff von so einem Eisbrecher anzusehen.
      Ich erinnere mich, dass hier in Deutschland, sich die HSVA u.a. auf Schleppversuche in Modelleis eine zeitlang kapriziert hatte.
      Ich meine, dass bei denen auch Modelle der POLARSTERN seinerzeit geschleppt wurden.
      Vermutlich wurden auch sämtliche Modellversuche zum Thyssen-Waas-Bug dort gemacht.
      Es könnte sein, dass ein "Berliner" dort gelandet ist. Müsste mal sehen, ob man über den dann evtl. an Informationen rankäme?

      Ich komme aber leider überhaupt nicht mehr nach Hamburg und kann mir inzwischen nicht mal mehr die Autofahrt dorthin leisten.
      Ausserdem bekäme ich sowieso keinen "Ausgang" dafür.
      Darf ja nicht mal mehr am nächsten Wochenende zu den Chemnitzer Linuxtagen, was mich wirklich schmerzt. :bw:

      Aber hier in Berlin wurden, soweit ich weiss, nie Eisbrecher getestet.
      Dafür wurde aber fast sämtliche Grundlagenforschung zu Tragflächenbooten an der VWS betrieben.
      Wundert es da noch jemanden, dass die Russen nach dem Krieg die Führung in der Weiterentwicklung dieses Schiffstyps übernommen hatten? :pf:

      Zum einen klimabedingt naheliegend haben mittlerweile die Finnen die Führung in der Eisbrecherforschung übernommen.
      Aber auch ihren komischen Neutralitätsstatusquo haben sich die Finnen nach dem Krieg durch quasi Reparationsleistungen in Form von Schiffsneubauten und insbesondere von Eisbrechern für die Russen erkauft,
      was dem Forschungseifer noch zusätzlichen Auftrieb verschafft haben dürfte.
      Leider habe ich aber gar keine Kontakte nach Finnland.
    • Und noch eine Fähre.

      Diesmal handelt es sich um das Typschiff der Jumbo-Eisenbahfähren, die in den Jahren 1986-1989 auf der Mathias-Thesen-Werft in Wismar für das damalige neue Groß- und Prestigeprojekt zwischen DDR und SU gebaut wurden
      und sehr zum Ärger der Polen, die gewisse Parallelen auch in der jetzt realisierten Schröder-Putin-Allianz in Sachen Ostsee-Pipeline wittern,
      die Flotte einer Trajekt-Fährverbindung zwischen Sassnitz/Rügen und dem (jetzt wieder litauischen) Klaipeda (ehem. Memel) bildeten.

      Wie die Interessierten sicher bereits wissen, handelt es sich um die MUKRAN.

      Als damaliger West-Berliner war ich in der glücklichen Lage, beide DDR-Fernsehsender empfangen zu können, die, ganz im Gegensatz zum West-Fernsehen,
      das dem Thema Schiffbau immer nur dann Sendeminuten opferte, wenn es um die Krise im Schiffbau ging
      oder wieder über das Sterben einer weiteren Traditionswerft zu berichten war,
      die Schiffbauerfolgsleistungen der - doch kleinen - Seefahrts- und Schiffbaunation DDR mit dem üblichen propagandistischen Brimborium stolz verbreitete.
      Hier gab es für den Schiffsfan stets Interessantes und spektakuläre Stapelläufe zu bewundern.
      Die üblichen Rapports über die 100%ige Planübererfüllung und den aussergewöhnlichen Beitrag beteiligter Kollektive zur Aufbauleistung des Sozialismus hat man dabei einfach ignoriert.

      So kann ich mich noch gut an eine lange Reportage über das Bauprojekt in Mukran nahe Sassnitz, ich glaube aus dem Winter 1986, im DDR-Fernsehen erinnern,
      wo ich auch zum ersten Mal die, mich sogleich faszinierenden, Fährschiffe vom Typ MUKRAN gesehen habe.

      Bereits damals geisterten immer wieder wirre Hirngespinste in meinem Kopf vom Bau eines solchen Modells herum.
      Unter den damaligen politischen Verhältnissen war aber natürlich im Traum nicht daran zu denken,
      vielleicht irgendwann einmal in den Besitz von Plänen dieser Schiffe zu kommen.

      In gewisser Weise fielen die MUKRAN-Fähren sowie das ganz Projekt dann ziemlich bald aber den gewaltigen politischen Umbrüchen und der Deutschen Einheit zum Opfer.
      Von den einst geplanten 6 Jumbo-Fähren wurden bis 1989 wohl nur 4 auch fertiggestellt,
      die alle auch heute noch im Ostseeraum unterwegs sind, allerdings wohl nicht mehr als Eisenbahnfähren und mir teilweise umgebauter Heckrampe und jetzt eigener Heckklappe.

      Bei meinem letzten Besuch im Zeitschriftenarchiv der TUB bin ich auch auf die Jahrgänge der DDR Fachzeitschrift Seewirtschaft
      und darin in dem Band von 1987 auf einen Artikel über die MUKRAN gestossen,
      aus dem untenstehender GA Plan entstammt.


      [IMG]http://slipway.in-berlin.de/maritime/ships/mukran/MUKRAN_SW_Profile.JPG[/IMG]


      [IMG]http://slipway.in-berlin.de/maritime/ships/mukran/MUKRAN_SW_Decks.JPG[/IMG]


      Da es sich um Zweischrauber handelt, verblüffte mich die oben im Seitenriss erkennbare Umbauung der Propellerwellen.
      Hierbei konnte es sich eigentlich nur um eine sog. Twin Skeg Konstruktion handeln, was die Schiffe ihrer Zeit voraus gemacht hätte,
      denn soetwas wird just heutzutage von praktischen Schiffshydrodynamikern in Werften, Design-Büros und Versuchsanstalten zur Effizienzsteigerung von Ro-Pax Vessels propagiert.

      Leider ist es mir bisher nicht gelungen, Bilder vom Unterwasser-Heckbereich der MUKRAN-Schiffe zu finden.
      In besagtem Seewirtschaft-Artikel wird das Wort Skeg nicht erwähnt (möglicherweise noch nicht geläufig damals),
      sondern es ist nur sehr nebulös von "asymmetrischen Wellenhosen mit Knickgestaltung" die Rede,
      was immer man sich darunter auch vorstellen soll.


      Artikel MUKRAN Seewirtschaft 1987 2, Seite 71
      ...Mit Hilfe von Schleppversuchen in der Schiffbauversuchsanstalt des Kombinats Schiffbau (Anm. vom Autor dieses Postings: vermutlich heutige SVA, Potsdam Marquardt)
      wurde eine optimale Schiffsform gefunden, bei der ein Bugwulst und bauliche Maßnahmen am Achterschiff (asymmetrische Wellenhosen mit Knickgestaltung sowie entsprechende Heckform)
      die Wirtschaftlichkeit der Schiffe entscheidend verbessern.
      Der Bugwulst beispielsweise bringt - unaghängig von Tiefgang und Geschwindigkeit - eine Kraftstoffeinsparung von 7 bis 10%...



      So war ich bei der Rekonstruktion der MUKRAN Linien hier weitgehend auf ein großzügiges Maß an Phantasie angwiesen,
      und was ich hier vorstelle, insbesondere bzgl. des Hinterschiffs, muss absolut nichts mit den Originalen zu tun haben.
      Wie gesagt, brachte mich die Interpretation des obigen Seitenrisses dazu.
      Wer es also besser weiss oder gar Fotos vom Unterwasserschiff hat möge mich gerne davon in Kenntnis setzen.

      Natürlich gibt es bei vier fast baugleichen Schiffen zahlreiche Fotos von denen bei Shipspotting.com.
      So wird man zwar nicht bei Suche nach MUKRAN, aber z.B. nach CELTIC MIST, VILNIUS, KLAIPEDA, KAUNAS, ST. PETERBURG dort fündig.

      ShipSpotting.com
      [img]http://cdn2.shipspotting.com/photos/small/4/2/8/1383824.jpg[/img]
      © Arne Luetkenhorst

      ShipSpotting.com
      [img]http://cdn2.shipspotting.com/photos/small/6/2/7/1494726.jpg[/img]
      © Gena Anfimov


      Beim Anlegen des Risses habe ich mich ausserdem ein wenig beim Tiefgang vertan.
      Statt eines üblichen so um die 6m, habe ich 7.2m angesetzt, was wohl eher dem Scantling Draft bzw. Festigkeitstiefgang entsprechen dürfte.
      Deshalb zieht sich der rote Farbstrak in den DS Bildern unten auch ein wenig hoch.
      Auch ist der Völligkeitsgrad mit ca. 0.72 deswegen natürlich etwas höher, als er das für die DWL wäre.
      Aber andererseits dürften die Twin Skegs auch einiges zur grösseren Völligkeit beitragen.
      Ich finde, dass man den Linien diese Völligkeit trotzdem nicht ansieht.

      Hydrostatik meines MUKRAN Risses

      Unten ein Screenshot, der die Spantareale über dem Hintergrundbild aus dem Seewitschaftsartikel zeigt.


      [IMG]http://slipway.in-berlin.de/maritime/ships/mukran/Mukran_bgimage_sac.png[/IMG]


      Ich kann mich erinnern, hier im Forum vor etwa einem halben Jahr einen Baubericht über einen Modellbau der MUKRAN gelesen zu haben.
      Leider scheint der Modellbauer aus Wismar das Projekt bisher nicht weitergeführt zu haben.
      Ich meine die MUKRAN gäbe sicher ein schönes Modellschiff ab.


      Es folgen die DS Bilder...


      [IMG]http://slipway.in-berlin.de/maritime/ships/mukran/Mukran_3D_bow.jpg[/IMG]


      [IMG]http://slipway.in-berlin.de/maritime/ships/mukran/Mukran_3D_fore_up.jpg[/IMG]


      [IMG]http://slipway.in-berlin.de/maritime/ships/mukran/Mukran_3D_fore_down.jpg[/IMG]


      [IMG]http://slipway.in-berlin.de/maritime/ships/mukran/Mukran_3D_stern.jpg[/IMG]


      [IMG]http://slipway.in-berlin.de/maritime/ships/mukran/Mukran_3D_aft_up.jpg[/IMG]


      [IMG]http://slipway.in-berlin.de/maritime/ships/mukran/Mukran_3D_aft_down.jpg[/IMG]



      [IMG]http://slipway.in-berlin.de/maritime/ships/mukran/Mukran_bodyplan.jpg[/IMG]


      [IMG]http://slipway.in-berlin.de/maritime/ships/mukran/Mukran_profile.jpg[/IMG]


      [IMG]http://slipway.in-berlin.de/maritime/ships/mukran/Mukran_waterlines.jpg[/IMG]


      [IMG]http://slipway.in-berlin.de/maritime/ships/mukran/Mukran_Linesplan.jpg[/IMG]

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    • Hallöle Ralph !

      Auch ich gucke mir immer sehr interessiert Deine Arbeiten hier an. Das bildet denn ich lerne hier immer wieder neue Fachbegriffe von deren Existens ich, nautischer Analphabet der ich bis vor kuzem war, bislang nicht mal wusste.

      Also bitte weiter so tolle Risse, Modelle und Zeichnungen machen und hier einstellen !
    • Hallo Ralph,

      ich kann Lutz nur Recht geben, Fachbegriffe lerne ich hier in Hülle und Fülle kennen! :chat:

      Wenn ich mal wieder in Berlin sein sollte, muss ich glaube ich auch mal in der TU vorbeischauen, würde mich interessieren was man da noch so alles finden kann. Ich würde gern mal stöbern gehen, bei all den interessanten Fährschiffen!

      Gruß
      Ole
      Fahrbereit:
      Queen (Aeronaut)

      In der Werft:
      Smit Rotterdam

      In Planung:
      Bohuslän
      Silja Symphony

      Es ist so leicht, ein Held zu sein, und so schwer, ein Mensch im Alltag.
      Ernst Cassirer
    • EMMA MAERSK revised

      Ich hatte ja vor einer ganzen Weile mich bereits an den Linien der Maersk E-Class Ultra Large Container Ships (ULCS) versucht.

      Allerdings war ich mit dem Ergebnis damals noch nicht so ganz zufrieden.

      Jetzt bin ich heute auf diese wunderbare dänische Website gestossen,
      auf der ein dänischer Schiffsfan und Modellbauer einen erheblichen Teil seiner Webpräsenz der EMMA MAERSK (EM) widmet.
      Dort ist auch der Bau eines Modells im Z-Spur Maßstab von 1:220 mit Fotos und Texten dokumentiert.
      Dieser Modellbauer hatte die Rumpfform manuell anhand zahlreicher Fotos der Originale durch Schleifen und Schlichten eines Positiv-Formkerns gefunden.

      Zum Glück steht mir dafür DELFTship zur Verfügung.
      Meine Frau hätte mich, hätte ich seine Methode angewandt, garantiert aus meinem Haus geschmissen.

      Auf dessen Website habe ich nun das endeckt, was mir bei meinem Riss weiterhalf,
      nämlich eine Satelittenaufnahme von der EM am Pier, die es mir erlaubte, endlich die Deckskontur meines früheren Risses zu korrigieren.

      Mittels ImgeMagicks

      Quellcode

      1. $ convert -rotate -126\< Emma_satellite_orig.jpg Emma_satellite_rotated.jpg

      konnte ich nach ein paar Versuchsaufrufen, die ich zur Ermittlung des genauen Rotationswinkels benötigte,
      das Bild so in die generalplanübliche Ausrichtung bringen, dass ich es in DS als Hintergrundbild verwenden konnte.


      Ausserdem habe ich noch meine ursprünglichen Linien der EM etwas verfeinert,
      insbesondere die Spantarealkurve harmonisch über die Länge verteilt und die Schultern,
      besonders die hintere, sanfter ausgeführt.
      Es ist nämlich davon auszugehen, dass die EM für ein Schiff dieser Grösse ungewöhnlich feine Linien aufweist,
      was man auf zahlreichen Fotos, die das Schiff in Ballast zeigen, deutlich sehen kann.

      Den Schiffbauern der Odense Werft und von Maersk bzw. den Schiffshydrodynamikern der Veruchsanstalt (vermutlich Lyngby) blieb auch gar nichts anderes übrig.

      Es gibt zahlreiche Artikel über die E-Class von Maersk, in denen darauf hingewiesen wird,
      dass deren Schiffe, die grössten bisher gebauten Schiffsdiesel und den grössten Schiffspropeller aus einem Guss (übrigens von MMG in Waren) verpasst bekommen haben
      und trotzdem untermotorisiert (underpowered) sind.
      Heute würde man vermutlich keinen konventionellen Single Screw Antrieb mehr wählen, sondern contra rotating propeller (CRP) mit Unterbringung des kontrarotierenden zweiten Propellers in einem POD statt des Ruders zur Anwendung bringen.
      Das würde nicht nur die Propellerlast des Hauptpropellers reduzieren, sondern vermutlich eine Leistungseinsparung von 13-15% gegenüber dem konventionellen Antrieb bringen.

      Oder aber man geht zu Zweischraubern über, so wie das die neuen Bestellungen von Maersk für 18000 TEU Schiffe in Südkorea vorsehen.
      Wer daran interessiert ist, möge mal nach den Begriffen maersk triple e-class suchen.


      Die schön verlaufende Spantarealkurve, kann man der DS Hydrostatik für die EMMA MAERSK entnehmen.
      Die geringe Völligkeit von 0.62 erscheint mir, nach dem, was ich über die E-Class gelesen habe, realistisch.


      [IMG]http://slipway.in-berlin.de/maritime/ships/emma_maersk/ULCS_Maersk_E-Class_3D_bow.jpg[/IMG]



      [IMG]http://slipway.in-berlin.de/maritime/ships/emma_maersk/ULCS_Maersk_E-Class_3D_fore_up.jpg[/IMG]



      [IMG]http://slipway.in-berlin.de/maritime/ships/emma_maersk/ULCS_Maersk_E-Class_3D_fore_down.jpg[/IMG]



      [IMG]http://slipway.in-berlin.de/maritime/ships/emma_maersk/ULCS_Maersk_E-Class_3D_fore_down_birdseye.jpg[/IMG]



      [IMG]http://slipway.in-berlin.de/maritime/ships/emma_maersk/ULCS_Maersk_E-Class_3D_stern.jpg[/IMG]



      [IMG]http://slipway.in-berlin.de/maritime/ships/emma_maersk/ULCS_Maersk_E-Class_3D_aft_up.jpg[/IMG]



      [IMG]http://slipway.in-berlin.de/maritime/ships/emma_maersk/ULCS_Maersk_E-Class_3D_aft_down.jpg[/IMG]



      [IMG]http://slipway.in-berlin.de/maritime/ships/emma_maersk/ULCS_Maersk_E-Class_bodyplan.jpg[/IMG]



      [IMG]http://slipway.in-berlin.de/maritime/ships/emma_maersk/ULCS_Maersk_E-Class_profile.jpg[/IMG]



      [IMG]http://slipway.in-berlin.de/maritime/ships/emma_maersk/ULCS_Maersk_E-Class_waterlines.jpg[/IMG]



      [IMG]http://slipway.in-berlin.de/maritime/ships/emma_maersk/ULCS_Maersk_E-Class_Linesplan.jpg[/IMG]

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    • Superfast V + Vi

      Das nächste Schiff hat gerade unser Fährenspezialist hier im Forum im Bau.

      Schon als ich vor Jahren diese Schiffe von der Kiellinie aus gegenüber bei HDW in der Ausrüstung hab liegen sehen, faszinierten die mich.

      Die ersten beiden Schiffe der SUPERFAST Serie wurden bereits 1995 bei der SSW in Bremerhaven für Superfast Ferries/Attica gebaut.
      Ihren Namen machen die Schiffe alle Ehre, da sie zwischen 27-28 Knoten laufen und so z.B. die Strecke Ancona-Patras von vorher 36h auf 20h Fahrzeit reduzieren konnten.
      Entsprechend schlank und schnittig sind sie gebaut, erkennbar an dem für Fähren eher niedrigen Völligkeitsgrad, den kaum ausgeprägten Schultern und dem grossen Kimmradius.

      Insgesamt wurden wohl 12 Schiffe auf verschiedenen, aber überwiegend deutschen, Werften gebaut.
      Viele der Schiffe wechselten mehrfach den Besitzer, so dass sich für den Modellbauer z.T. recht interessante Farbschemata ergeben, welche die schon vorhandene Ästhetik zusätzlich steigern.

      Besonderes Merkmal, neben der überdachten Back mit dem Einschnitt sowie den Winglets am Schornstein ist der markante Ducktail.
      Diesen weisen in jüngerer Zeit immer mehr Fähren auf, besonders wenn sie auch eine hohe Dienstgeschwindigkeit haben.
      Zum einen lassen sich dadurch die SOLAS 90 Auflagen zur Leckstabilität besser einhalten, daneben dient der Entenschwanz aber auch der Verbesserung der hydrodynamischen Eigenschaften.
      Schnelle Verdränger neigen bei hohen Geschwindigkeiten dazu, ihren Verdrängungsschwerpunkt zu verlagern und ähnlich wie Gleiter achterlich zu vertrimmen.
      Dies hat einen Anstieg des Widerstands zur Folge, dem man bei Gleitern z.B. durch Trimklappen entgegenwirkt.
      Da sich bei so grossen Schiffen dies nicht so einfach realisieren lässt, hängt man stattdessen den Ducktail ans Heck.
      Dieser sorgt für zusätzlichen Auftrieb am Heck, welcher der Trimmneigung entgegenwirkt, jedoch ohne sich diesen Zusatzauftrieb durch entsprechendes Gewicht zu erkaufen.
      So sollen sich ca. 7-10% Leistung einsparen lassen.
      Ausserdem weist das Heck einen leichten Tunnel auf, wie unten im Wasserlinienriss zu sehen ist.

      Für meine Rissrekonstruktion griff ich auf den kleinen Generalplan der SUPERFAST V + VI zurück, den ich einer Schiffsbeschreibung in der Hansa von 2000 entnommen habe
      und der hier zu sehen ist:


      [IMG]http://slipway.in-berlin.de/maritime/ships/superfast/Superfast_V_GAP_profile.jpg[/IMG]


      [IMG]http://slipway.in-berlin.de/maritime/ships/superfast/Superfast_V_GAP_decks.jpg[/IMG]


      Das nächste Bild zeigt die Spantarealkurve meines SUPERFAST V Risses.


      [IMG]http://slipway.in-berlin.de/maritime/ships/superfast/Superfast_V_profile_sac.png[/IMG]


      Natürlich ist sie auch in der Hydrostatikrechnung von DS für die DWL zu sehen.


      Bei Shipspotting.com gibt es schöne Fotos von den Schiffen.
      Zunächst im ursprünglichen Superfast Gewand


      ShipSpotting.com
      [img]http://cdn2.shipspotting.com/photos/small/4/4/2/1451244.jpg[/img]
      © Dogan

      ShipSpotting.com
      [img]http://cdn2.shipspotting.com/photos/small/7/8/1/694187.jpg[/img]
      © Dominik W.


      Aber auch in den Farben von Brittany Ferries würde so ein Modell jede Menge her machen.
      Dort ist die ehemalige SUPERFAST V als CAP FINISTERE zwischen England und Spanien im Einsatz.


      ShipSpotting.com
      [img]http://cdn2.shipspotting.com/photos/small/2/3/4/1079432.jpg[/img]
      © brunoh

      ShipSpotting.com
      [img]http://cdn2.shipspotting.com/photos/small/3/6/1/1111163.jpg[/img]
      © Neil Watkin


      Und hier in den etwas nüchternen Farben von DELFTship


      [IMG]http://slipway.in-berlin.de/maritime/ships/superfast/Superfast_V_3D_bow.jpg[/IMG]




      [IMG]http://slipway.in-berlin.de/maritime/ships/superfast/Superfast_V_3D_fore_up.jpg[/IMG]




      [IMG]http://slipway.in-berlin.de/maritime/ships/superfast/Superfast_V_3D_fore_down.jpg[/IMG]




      [IMG]http://slipway.in-berlin.de/maritime/ships/superfast/Superfast_V_3D_keel_up.jpg[/IMG]




      [IMG]http://slipway.in-berlin.de/maritime/ships/superfast/Superfast_V_3D_stern.jpg[/IMG]




      [IMG]http://slipway.in-berlin.de/maritime/ships/superfast/Superfast_V_3D_aft_up.jpg[/IMG]




      [IMG]http://slipway.in-berlin.de/maritime/ships/superfast/Superfast_V_3D_aft_down.jpg[/IMG]



      Und schliesslich die Risse




      [IMG]http://slipway.in-berlin.de/maritime/ships/superfast/Superfast_V_bodyplan.jpg[/IMG]




      [IMG]http://slipway.in-berlin.de/maritime/ships/superfast/Superfast_V_waterlines.jpg[/IMG]




      [IMG]http://slipway.in-berlin.de/maritime/ships/superfast/Superfast_V_Linesplan.jpg[/IMG]

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    • Sehr schön gemacht Ralph.

      Sieht richtig elegant aus.

      Wie kommst Du eigentliche immer an die Generalpläne, bzw. hast Du auch den Plan für die Superfast VII-X?

      Grüsse aus Kamen.
      Oliver
      ______________________________________________________________
      Fahrbereit: MS Midnatsol 1:100
      im Bau: TT-Traveller 1:100
      MV World Discoverer 1:100
      Superfast Fähre 1:100