Die "Zeta" - Pinasse ~1620 (Papegojan)

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    • Hallo Roman,
      ich weiss nicht ob du diesen Bericht schon kennst: Link - Details zur Konservierung der Takelage
      Johann hat für sein Schiff La Créole fantastisch viel recherchiert.
      Gruß
      Gerald
      AUF DER WERFT
      2-Mast Schoner Emma C. Berry (Restaurierung)
      4-Mast Bark Archibald Russell (Restaurierung)
      IM HAFEN

      Micro Magic Carbon Edition
      IN PLANUNG
      Brigg Tre Kronor af Stockholm (1:25 Neubau)
      Y-857 (ex FL6) (Restaurierung)
      Bugsier 3 (Restaurierung)
    • Die "Zeta" - 7. TAKELAGE (13)

      Und wieder ein Stück weiter! Das stehende Gut der Untermasten ist fertig - Besanstag und -wanten, Seitentakel und Webleinen, welche zusammen mit den Wanten die "Strickleitern" ergeben.

      Laut Mondfeld wurden ja Wanten pro Schiffsseite immer als Paar (=Wantenspann) gebunden; wenn die Wantenzahl ungerade war, wurde ein Seil mit eingebundenem oder eingezurrten Auge back- und steuerbordseits vom Masttop herabgelassen.
      Wir haben festgestellt, dass unsere Zurrings nicht fest genug waren, das Auge eines sogenannten einfachen Wants zu bewahren, als wir die Wanten ordentlich runtergespannt haben. Hier mussten wir die Zurrings durch den Want durchnähen, um den nötigen Halt zu erreichen.

      Takelage_242.JPG

      Ein Wort noch zu den Seitentakeln (für die nicht Eingeweihten: Wurden wie ein Kran zum Bewegen und Heben von Lasten am Schiff benutzt). Auf größeren Schiffen wurden die, pro Schiffsseite, immer paarweise geführt. Bei kleineren, wie der Zeta, nur einfach. Aus diesem Grund haben wir beim Besanmast, der drei Wanten, also eine ungerade Zahl, hat, dennoch auf jeder Seite zwei Wantenspanne montiert - aus diesen vier Seilen wird dann ein Seitentakel und drei Wanten. Uns hat es die Arbeit erleichtert, weil die Herstellung der einfachen Wanten aufwendiger ist. Im Mondfeld steht dazu nichts, aber ich könnten mir vorstellen, dass man dies historisch auch so gemacht haben könnte.

      Bei den Webleinen hatten wir Glück. Für diese haben wir, passend zum Maßstab geflochtene Angelschnur, 0,6 mm Deltex Expert dunkelbraun genommen. Diese ist aus Dyneema, und gut brenn- und schmelzbar, im Gegensatz zu der anderen Angelschnur, welche wir für die Zurrings etc. benutzt haben (die ist unter anderem aus Teflon).
      Ich hatte mir schon den Kopf zerbrochen, wie wir die Enden der Webleinen an den äußeren Wanten befestigen sollen, so dass es gut aussieht und trotzdem nicht aufgeht (Stopperknoten? Verkleben?). Mit dem Feuerzeug war das einfach!

      Zur Montage der Webleinen haben wir, Mondfeld's Empfehlung folgend, Papierschablonen benutzt. Den Webleinenstek beherrschen wir nun nach 424 Stück im Schlaf :)

      Takelage_272.JPG Takelage_276.JPG

      Und hier ein paar Bilder der fertigen Untermasten! :)

      Takelage_281.jpg Takelage_282.jpg Takelage_285.JPG

      Und noch ein paar Detailaufnahmen:

      Takelage_293.JPG Takelage_294.JPG Takelage_290.JPG
      Dateien
      • Takelage_280.jpg

        (167,13 kB, 10 mal heruntergeladen, zuletzt: )
      Grüße aus Wien!
      -Roman

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Metaspace ()

    • Hallo nach Wien,

      Da habt Ihr Beiden wieder richtig gezaubert....
      Klasse :clap:
      .stehe da mehr auf: Steingrau ; Mausgrau, Betongrau, Stahlgrau, Hellgrau; Dunkelgrau; Blaugrau; und auch "nicht ganz so grau"

      ...es gibt keine Modellpolizei......und jeder so wie er kann......das ist mein Motto...
      "ein Modell hat immer eine Betrachtungs Winkel (oder einen gewissen abstand) um es war zunehmen"
      Ein Zitat von einem guten Freund
      "fifty shades of grey naval ships"
    • Dankeschön!

      Ach, und noch ein Nachtrag zu den Jungfern. Wir hatten uns doch so Klammern gebastelt, um die Jungfern an den Wanten immer im richtigen Abstand zu denen an der Rüste zu haben, wie schon erwähnt, waren sie keine große Hilfe - im Gegenteil.

      Denn später mussten wir die Wanten deutlich stärker spannen als anfangs, damit die Takelage straff genug wird. Zwischen Rüsten- und Wantjungfer war danach teilweise nicht mehr genug Platz. In einige Wanten mussten wir Knoten machen (Verkürzung einfacher Konten: 1 cm; Stopperstek: 1,5cm) um wieder Platz zu gewinnen. Nicht ganz so schön, durch die Webleinen wird dies immerhin ein wenig kaschiert.

      Die bessere Methode war, die Junger an den Want zu halten, fest hinunterzuspannen (Mast beginnt sich zu biegen), und so die korrekte Position der Jungfer zu finden. Dann diese Position mittels Superkleber fixieren, und letztendlich die Jungfer fertig einbinden.
      Grüße aus Wien!
      -Roman