Die "Zeta" - Pinasse ~1620 (Papegojan)

  • Die "Zeta" - 8. TAKELAGE (21)


    Das letzte Segel, das Besansegel, ist ebenfalls fertig. Wie immer hat das Buch von Mondfeld bei den Details der Montage (Fall, Rack, usw.) geholfen.

    Takelage_408.jpg


    Hier die Bilder vom gehissten Segel:

    Takelage_401.jpg Takelage_403.jpg


    Und hier vom gerefften:

    Takelage_406.jpg Takelage_407.jpg


    Zu bemerken ist das Gewicht, welches ich am oberen Ende der Besanrute montiert habe, damit die Leine zum Großstengentopp (mit ihrer Auffächerung) halbwegs gespannt bleibt.

    Außerdem habe ich bei der Planung eine Leinenansteuerung für das vordere Schothorn und/oder das vordere Ende der Besanrute vergessen - deshalb habe ich eine Leine gespannt, welche das vordere Schothorn niederhält. Über einen am Schothorn montierten Block kann beim Brassen des Besansegels das Schothorn entsprechend nach Back- oder Steuerbord gleiten:

    Takelage_405.jpg Takelage_402.jpg


    Und hier noch ein Actionfoto von mir (meine Frau war Paparazzi) - die Stirnlampe hilft mir Abends, jaja, das Alter :-))

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  • Die "Zeta" - 8. TAKELAGE (22)


    Und nachdem die Takelage (bis auf die Fahnen) fertig ist, hier ein Fotoshooting zur Feier des Umstands!


    Hier mit gehissten Segeln....

    Takelage_399.jpg Takelage_400.jpg Takelage_420.jpg


    ...und hier mit gerefften:

    Takelage_409.jpg Takelage_414.jpg Takelage_415.jpg Takelage_417.jpg


    Nun geht es mit dem Ausmessen der Seilwege für die Brasswinden weiter.
    Bald mehr!

  • Hahaha, ja, hab Urlaub (meine Familie aber nicht), da geht was weiter :D

    Als nächstes werden wir alle Seilwege für das Brassen/Reffen genau ausmessen, um die Übersetzungs- und Brasswinden-Trommeln korrekt zu dimensionieren.

    Die müssen dann natürlich gebaut werden - wenn die fertig sind, wird alles gewogen, und dann der Bleibalast gegossen und verbaut.


    Und dann gibt's noch einen großen Brocken, die Kanonensteuerung. Mal sehen, ob wir uns das wirklich antun - anderseits ist schon soviel dafür vorbereitet. Also das ferngesteuerte Ein- und Ausfahren der Kanonen. Und die Arduino-Software zum Abfeuern muss auch noch programmiert werden.


    Also wird schon noch eine ganze Weile brauchen :D

  • Eine Frage an die Modellbauexperten:


    Alle Segel der Zeta werden wie im historischen Original angesteuert.

    Derzeit sind wir daran, die entsprechenden Brasswinden zu dimensionieren.


    Was mich interessiert, wie soll das Besansegel basierend auf der Stellung der Rahsegel gefiert sein?

    Ich bin selbst nie mit einem vergleichbaren Schiff gesegelt, ich könnte nur raten :)


    Konkret: Wenn die Marssegel 0°, 10°, 20°, ..., 60° gebrasst sind, wie soll die Besanrute jeweils stehen, und wie weit soll das Schothorn aufgefiert sein?


    Kann mir hier jemand helfen? Vielen Dank im Voraus.

  • Nach dieser Beschreibung steht das Besansegel ähnlich wie die übrigen…

    Das geht vermutlich gar nicht wegen den Wanten


    Rund ums Segeln
    Hier könnt Ihr sehen, wie das früher auf einem Segelschiff war! Christian Schütte, ein Graphik-Designer, hat in einem ganz tollen Buch gezeichnet und…
    www.aes-langen.de


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  • Konkret: Wenn die Marssegel 0°, 10°, 20°, ..., 60° gebrasst sind, wie soll die Besanrute jeweils stehen,

    Hallo Roman,


    als interessierter aber ahnungsloser Laie zu dem Thema Rahsegeln:

    Rahsegel 60° brassen - klappt das überhaupt oder kollidiert da die Rah nicht schon vorher an Wanten und Pardunen?

    "Hoch am Wind" segeln war bei den modernsten Rahseglern also 300 Jahre später immer noch ein Krampf, also lt. Wikipedia bestens 60° mit Abdrift um 10 bis 15° bleibt 15 bis 20° übrig. Ich erinnere mich an ein Buch mit einer Zeichnung des "idealen Kurses" nach West um Kap Hoorn bei garantiertem Gegenwind: mehr pendeln zwischen Antarktis und Feuerland als vorankommen.

    Ob man Anfang des 17. Jahrhunderts überhaupt kreuzen konnte mit so einer Pinasse? Oder hieß das "warten auf besserem Wind"?

    Mein Buch von Orazio Curti beschreibt zwar jedes Detail im Aufbau aber verliert kein Wort, wie damals gesegelt wurde.


    Aber zurück zum Besan: Das Lateinersegel als Urahn aller Schratsegel wurde vielleicht ähnlich geführt wie moderne Schratsegel: in erster Näherung Winkelhalbierende zum scheinbaren Wind.

    Das Rahsegel, das mehr über Staudruck arbeitet und kaum Tragfächeneffekt hat dagegen maximal senkrecht zum Wind um größte Fläche in den Wind zu stellen, so lange es raumer Wind ist.

    die von Iring gepostete Zeichnung zeigt aber auch die winkelhalbierende für Rahsegel?! Die dort gezeichneten Winkel halte ich für kaum möglich wie oben beschrieben.

    Das Lateinersegel am 3. Mast kam wohl dazu, weil sich Zweimaster nur mit Rahsegeln bescheiden auf Kurs halten ließen - es diente also mehr zum lenken.


    Vielleicht hältst du den Besan daher separat zu trimmen, um den Steuer-Effekt nutzen zu können?

    Stefan


    Modelle (Auswahl): Fomo Segler Tarana in 1:10, T22, S130 (robbe), Bugsier 1 , Örjan (14cm Schlepper), Griech. Fischerboot, Sea Scout
    Baustellen: Rocket, RS1 Colin Archer in 1:40

  • Hallo Stefan, Iring, vielen Dank für Eure Mühe!


    Zur Klärung, jede Leine jedes Segel der Zeta wird mit einer eigenen Brasswinde bedient. Das bedeutet, der Gesamtweg eines Servos wird in eine Segelstellung von -60° bis +60° "übersetzt".

    Das bedeutet also, dass jedes Segel separat (durch die Ausführung der jeweiligen Brasswinden) getrimmt werden kann.


    Mechanisch erreichen wir die nötige Drehfreiheit der Rahen, in dem der Drehpunkt der jeweiligen Rah nicht fix ist, sondern sich vom Mast entfernen kann - sonst würde sie in der Tat nicht an den Wanten, Pardunen vorbeikommen.

    Ich habe das weiter oben im Detail beschrieben (Die "Zeta" - 7. TAKELAGE (16)) , hier nochmal zwei Fotos, welche das gut illustrieren:

    Takelage_365.jpg Takelage_366.jpg


    (Andere verwenden eine Konstruktion, wo die Rah fix auf einem Bügel montiert ist, der ein paar Zentimeter vom Mast wegsteht, um genügen Drehfreiheit zu erreichen. Das kam für uns nicht in Frage, weil wir für das Reffen die Marsrahen herablassen.)


    Ein Segelwinkel von 60° ist vermutlich nicht historisch, aber für die einfachere Steuerbarkeit des Modells am Wasser eine angenehme Sache :)

    Wie man am Bespiel der Prins Willem im Video sehen kann!

    (Besonders gut steuerbar wird das Modell mit einem Zusatzkiel samt Bleibombe - etwas, auf das wir verzichtet haben, und viele Zweifler am Anfang dieses Bauchberichts auf den Plan gerufen hat - es bleibt abzuwarten, wie gut die Zeta segeln wird!)


    Soweit ich gelesen habe, war der Hauptzweck des Besansegels das Trimmen des Schiffes in Bezug auf Luvgierigkeit, und um genügend Druck auf das Ruder zu bekommen. Der zusätzliche Vortrieb dieses Segels war nebensächlich.

    So gesehen wäre es denkbar, denke ich mir dass es nicht auf die Winkelhalbierende zum scheinbaren Wind gestellt wurde, sondern evtl. dichter geholt (mehr Druck...)....?

  • Nach Rücksprache mit historischen Experten auf modelshipworld.com wurde mir empfohlen, das Besansegel so auszurichten, wie es "gut aussieht".


    Nachdem, wie bereits oben erwähnt, Besan- und Sprietsegel zum Trimmen der Luvgierigkeit und des Ruderdrucks des Schiffes benutzt - die jeweilige Segelstellen war daher von den aktuellen Gegebenheiten des Kurses, der Windstärke, der Besegelung, Beladung des Schiffes, und der Strömung abhängig.

    Daher gibt es hier keine Faustregel für die Segelstellung.

  • Die "Zeta" - 8. TAKELAGE (23)


    So, ein weiteres Detail ist fertig - die Beflaggung! Unsere Flaggen habe ich bei http://www.schiffsmodellflaggen.de bestellt - der Inhaber antwortet zwar nicht auf mails, verschickt aber verlässlich seine Flaggen.


    Eine Anleitung zur Verarbeitung, Montage liegt bei - nach längerem habe ich mal wieder eine Bügeleisen in der Hand gehabt :)

    Mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden, auch wenn nicht alle Flaggen die gewünschte Größe haben - es gibt bei schiffsmodellflaggen.de zwar eine große Auswahl an Größen, diese orientiert sich aber vermutlich an gängigen Maßstäben, mit unseren 1:26,66 liegen wir da natürlich nicht ideal.


    Der Druck ist jedenfalls gut, die Flaggen wasserfest, der Stoff sehr dünn, und die Flaggen richten sich auch beim Pusten bereits schön aus!

    Takelage_425.jpg Takelage_424.jpg

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