Angepinnt Akkustecker

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Warum sollen bei den MPX-Steckern auf einmal Kontakte nicht mehr greifen? Problemkind? Ich hoffe, du hast deine Erkenntnisse schon der Firma Multiplex mitgeteilt. Die liefern nämlich seit Jahrzehnten jährlich viele tausend Modelle mit MPX-Steckern aus. Wenn du also ein Problem entdeckt hast, wäre das wichtig zu wissen. Wie sieht denn deine Testreihe aus, bei der du die Probleme bemerkt hast? Kann ich mal Bilder von den Steckern sehen, bei denen Einzelkontakte ausgefallen sind?
      Ich wundere mich gerade, denn in meinem Verein und insbesondere von mir persönlich werden MPX-Stecker seit über 20 Jahren mit 100% Zuverlässigkeitsrate eingesetzt. Ich bin stets bestrebt, meine Elektrik zu optimieren, und da bin ich sehr an harten Daten bezüglich der Zuverlässigkeit interessiert, und freue mich daher, das du sowas hast und uns bestimmt zur Verfügung stellen wirst.

      Bezüglich der Dauerschwingfestigkeit habe ich mal einen Versuch gemacht, wo eine normale Lötstelle und eine korrekt verarbeiteten Crimpung mit einer Aderendhülse gegenübergestellt werden.
      Hier kannst du sehen, wer gewonnen hat:

      youtube.com/watch?v=fpWp_fXIOAI

      Dieses Experiment zeigt also, dass eine Verbindung durch eine Lüsterklemme, korrekt verarbeitete Aderendhülsen vorausgesetzt, sogar bessere Widerstandsfähigkeit gegen Schwingbelastung hat als eine Verbindung durch gelötete Stecker.
      Derartige Daten sind wichtig, denn alles andere sind nur persönliche und subjektive Meinungen.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Julez ()

    • Naja, das ist nicht wirklich vergleichbar.
      In der Haustechnik bewegt sich nichts, und es sind hohe Spannungen bei wenig Ampere.

      Das Kabel zwischen Schalter und 100W-Glühbirne kann ich damit verbinden, das sind ja nur 430mA oder so. Da reichen die Klemmkontakte natürlich. Frag mal den Gelernten, wie man den nötigen Kabelquerschnitt errechnet. Und welchen Querschnitt die Kontaktstelle in der Klemme dann hat.

      Was die Stecker angeht -
      Ich hatte im Rahmen meiner Gutachterträtigkeit (Modellflug-Schadensfälle) bisher nur zwei nachweisliche Gründe für Abstürze: Pilotenfehler, und Stecker, im Verhältnis 9:21.
      Losvibriert, heiß geworden (zu hoher Strom) und getrennt, Leistungsverlust durch Übergangswiderstände im einstelligen Ohmbereich.

      Hey - jeder soll da gerne verbauen, was er mag. Und wenn es um 7,2V und 1-2A geht, ist es fast egal, was man nimmt.
      Manche mache aber die Not zur Tugend und erklären die Lüsterklemme zur Ideallösung - einfach weil sie nicht löten können.
      Klar ist das jedem überlassen. Aber den Verkäufer verklagen, wenn der 9.000€-Kopter den Maulwurf spielt, wenn man 25A Dauerstrom und 80A Spitze durch einen Kfz-Schnellklemmerbinder schickt - kann ma machen - ist aber blöd.
      Thomas ...viel zu viel im Regal, und noch mehr Baustellen.
    • Original von taucher RALPH
      Hat schon mal jemand einen gelernten Elektriker Kabel anlöten sehen ? Machen die nicht.
      Ralph


      Das mag für Installationen auf dem Bau zutreffen. Ich habe sehr wohl gelötet. Armdicke Unterwasserkabel mit Hunderten von Adern (Meßleitungen). Oder Stecker für den Maschinenbau. Nicht einfach alles auf den Bau beschränken.

      Im Übrigen krieg ich immer etwas Angst, wenn ich die Modellbaustecker sehe. Mit 60A kann man schweißen. Schaut euch mal die CEE-Stecker mit 63 A an, was die für Kontakte haben. Da kann ich über eine MTX_Hochstrom-Stecker nur müde lächeln (und ihn keinesfalls verwenden) Die Dinger sind gut für Flächenverbindungen in Flugzeugen, Aber keinesfalls für leistungsfähige Akkus.

      Viele Grüße
      Bernhard (gelernter Energieanlagenelektroniker)
      Signatur - muß ich mal drüber nachdenken.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Taylorpicker ()

    • Ich bin immer noch etwas verwundert darüber, dass hier zwar viele Meinungen, aber keine Daten und keine Fakten präsentiert werden.
      Deswegen nochmal meine Frage:
      Gibt es hier irgendjemanden, der konkrete Beispiele nennen kann für den Ausfall von MPX-Steckern bei Nennbelastung?
      Gibt es hier jemanden, der anhand von elektrischen Parametern darlegen kann, warum MPX-Stecker für Anwendungen bis 50A ungeeignet sind?

      Mit 60A kann man schweißen.

      Diese Aussage ist doch absolut nichtssagend. Auch mit 5A kann man schweißen, und ich hab auch schon mit 2500A geschweißt. Die Leistung ist entscheidend, und die hängt nicht nur vom Strom, sondern auch vom Widerstand ab.

      MPX-Doppelkontaktstecker haben einen Übergangswiderstand von 0.0005 Ohm. Bei 50A Belastung macht das 2,5W Verlustleistung im Stecker. Sowas ist doch absolut im Rahmen.
      Diese Stecker sind zu tausenden im Einsatz in genau diesem Anwendungsfall. Warum regnet es nicht jedes Wochenende abstürzende Modellflugzeuge, meine Herren?
      Wo sind eure Fakten? Wo sind eure konkreten Beispiele, wo eure Anschauunungsfälle, wo die unwiderlegbaren oder zumindest überzeugenden Tatsachen, warum man eurer Meinung folgen sollte?

      Bis jetzt lese ich nur sinngemäß folgendes: "Öhm, MPX Stecker sind für hohe Ströme ungeeignet, weil ich sage, dass sie für hohe Ströme ungeeignet sind, und öhm, außerdem soll man sie nur für Flächenverbindungen nehmen, jawoll."

      Ich bitte euch, da muss doch etwas mehr dahinterstecken.

      Nächstes Beispiel:

      []Naja, das ist nicht wirklich vergleichbar. In der Haustechnik bewegt sich nichts, und es sind hohe Spannungen bei wenig Ampere. Das Kabel zwischen Schalter und 100W-Glühbirne kann ich damit verbinden, das sind ja nur 430mA oder so. Da reichen die Klemmkontakte natürlich.[]

      Leider nein, leider gar nicht. Wieder falsch. Wago Klemmen sind durchaus mit hohen Strömen bis 30A problemlos belastbar.
      Auch hier wieder Fakten und Versuche:

      youtube.com/watch?v=n8DS0r9gRaQ

      youtube.com/watch?v=eg6VPucscxI

      youtube.com/watch?v=UsJffbx_l7E


      Grüße,

      Julian

      (stattlich geprüfter Techniker)

      Dieser Beitrag wurde bereits 11 mal editiert, zuletzt von Julez ()

    • @ Julez

      gut argumentiert!

      MPX Stecker mit ihren vergoldeten Kontakten sind nun wirklich 100.000 fach bewährt, ich tue mir auch sehr schwer da bei Nennbelastung unter modellbautypischen Bedingungen überhaupt an Ausfälle zu glauben.
      Mein Problem waren bei den MPX Steckern bisher immer die Lötstellen hinten, weil Schrumpfschläuche gern abrutschen und dann mit der Zeit die Lietzen brechen (ein Problem, das natürlich nicht nur MPX Stecker betrifft). Inzwischen gieße ich die Kabel nach dem Anlöten mit Heisskleber ein. Dadurch kann ich sie besser greifen (zum trennen) und die Lötstelle wird nicht mehr belastet. Bisher mache ich das Freihand, vielleicht mache ich mir mal auch eine passende Form dazu.

      Für kleine Modelle verwende ich JST BEC Stecker (die kleinen roten), mit denen bin ich bis 5 Ampere vollkommen zufrieden. Für besonders dünne Kabel habe ich eine Zange um sie selber zu crimpen.

      Bei Tamya Steckern sieht es bei mir dagegen ganz anders aus, die sind bei mir immer korrodiert, und/oder haben sich aufgeweitet. Die greife ich - wenn überhaupt - nur noch mit Widerwillen an. Auch mit Dean T-Steckern bin ich nicht warm geworden.

      viele Grüße,

      Maximilian
      Dateien
      Verschiebe nicht auf morgen, was auch bis übermorgen Zeit hat. (Mark Twain)
    • @Julez

      Hallo Julian

      Ich denke das ist hier genauso wie bei der Diskussion über Pb-Akkus.
      Jeder verteufelt die "ollen" nicht Leistungs fähigen Bleiklumpen. Doch wenn man am Teich steht und darauf achtet was in den Modellen für Akkus gefahren werden...
      Im Grunde läuft hier gerade die gleiche Diskussionsrunde.
      Nur mit anderem Thema. "Pausenfüller" mehr nicht!

      Gruss
      Mikel
      Wenige wissen vieles,Niemand weiss alles... :pf:
    • Mein Problem waren bei den MPX Steckern bisher immer die Lötstellen hinten, weil Schrumpfschläuche gern abrutschen und dann mit der Zeit die Lietzen brechen (ein Problem, das natürlich nicht nur MPX Stecker betrifft)


      Ich mache immer einen Tropfen Kleber auf die Kontakte, und schrumpfe diese dann ein, so dass sich der noch flüssige Kleber unter dem Schrumpfschlauch verteilt. Das funktioniert hervorragend. Eine Form brauchst du nicht bauen, die kannst du kaufen:
      steckerform.de/steckerformen/m…stecker-form-neues-design

      []Ich denke das ist hier genauso wie bei der Diskussion über Pb-Akkus. [] Nur mit anderem Thema. "Pausenfüller" mehr nicht![]


      Wenn das so wäre, kein Problem.
      Hier aber wird in einem Sticky-Thread, in dem Leute mit Recht erwarten, an richtige Informationen mit einwandfreiem Wahrheitsgehalt zu gelangen, die persönliche Meinung von Leuten als Tatsache präsentiert. Nicht nur ist bis jetzt diese Meinung nicht mit Fakten untermauert, nein, leider weisen alle bisher verfügbaren Fakten, Berechnungen und Erfahrungen darauf hin, dass die hier dargestellten Meinungen falsch sind.
      Der Rahmen, in dem diese Meinungen als Tatsachen präsentiert werden, stört mich.
      Schließlich sollte ein Forum dazu dienen, Wissen zu vergrößeren und nicht Desinformation zu verbreiten.

      Original von Bogomir67
      []
      Was die Stecker angeht -
      Ich hatte im Rahmen meiner Gutachterträtigkeit (Modellflug-Schadensfälle) []

      Gutachter ist sowas wie Sachverständiger, oder? Auf Wikipedia lese ich u.a.:

      [][Der Sachverständige] besitzt ebenfalls die Fähigkeit, die Beurteilung dieses Sachverhaltes in Wort und Schrift nachvollziehbar darzustellen.[]
      Sachverständige wirken[], indem sie aus bereits aktenkundigen oder von ihnen erst zu erhebenden Tatsachen auf Grund ihres besonderen Fachwissens Schlüsse auf das Vorliegen oder Nichtvorliegen von Umständen ziehen[]
      Dies bedeutet, [] dass sie in der Lage sind, fachliche Sachverhalte so in eine Alltagssprache zu übersetzen, dass die Zusammenhänge[] nachvollzogen werden können.


      Sehr gut, dann mal los. Ich bin von Natur aus neugierig und deswegen sehr gespannt auf die Tatsachen und Zusammenhänge, durch welche sich nachvollziehbar erklären lässt, dass MPX-Stecker nur "Etwa bis 10A" geeignet sind.

      Grüße,

      Julian

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von Julez ()

    • Hallo Julez,

      Original von Julez
      Nicht nur ist bis jetzt diese Meinung nicht mit Fakten untermauert, nein, leider weisen alle bisher verfügbaren Fakten, Berechnungen und Erfahrungen darauf hin, dass die hier dargestellten Meinungen falsch sind.
      Der Rahmen, in dem diese Meinungen als Tatsachen präsentiert werden, stört mich.
      Schließlich sollte ein Forum dazu dienen, Wissen zu vergrößeren und nicht Desinformation zu verbreiten.

      Ein Forum ist nicht da, um unumstößliche Tatsachen zu positionieren, sondern es dient dem freien Meinungsaustausch. Wenn du dabei etwas lernen kannst, ist das zwar prima, aber es ist nicht der Hauptzweck.

      Ich habe nicht vor, eine wissenschaftlich haltbare Abhandlung über Akkustecker zu schreiben. Wenn du nicht meiner Meinung bist, ist das dein gutes Recht. Meine Meinung bleibt jedoch wie sie ist. Ich blicke da auf jahrzehntelange Erfahrung zurück und möchte meine Modelle nicht wegen ein paar ct auf's Spiel setzen. Schau mal in ein paar Boote und suche mal die Sicherungen nach dem Akku. Du wirst keine finden. Und das, obwohl da Akkus verbaut sind, die mehrere Hundert A liefern können. Würdest du in ein Haus einziehen, daß keine elektrischen Sicherungen hat? Ich sage nicht, daß meine Meinung die allein selig machende ist, nur wenn du einmal gesehen hast, welchen Schaden elektrischer Strom anrichten kann, denkst du vielleicht anders darüber.

      Viele Grüße
      Taylorpicker
      Signatur - muß ich mal drüber nachdenken.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Taylorpicker ()

    • Hallo Taylorpicker.

      Ein Forum ist nicht da, um unumstößliche Tatsachen zu positionieren, sondern es dient dem freien Meinungsaustausch.


      Ich würde noch einen Schritt weitergehen und sagen, dass ein Forum vor allem dem Austausch von Wissen und Argumenten dient.
      Meinungen sind wie Nasen, eine zu haben ist keine Kunst. Wer aber nun behauptet, seine Nase sei die beste, sollte besser begründen können, warum dies so ist.
      Leute! Das kann doch nicht wahr sein! Seit Tagen bemühe ich mich um das kleinste, sachlich begründete Argument gegen MPX-Stecker, und es kommt einfach gar nichts! Es kann doch nicht der Anspruch dieses Forums sein, unwahre Tatsachenbehauptungen unters Volk zu bringen.

      Wenn ich es jetzt als Tatsache in einem ganz oben angepinnten Thread präsentieren würde, dass Messing als Stevenrohrmaterial ungeeignet sei, und man viel besser z.B. Makkaroni nehmen sollte (Begründung: Ich bin Gutachter für italienische Küche), würde mich dann irgendjemand für besonders fachlich qualifiziert oder verantwortungsbewusst halten?

      Erstaunte Grüße,

      Julian

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von Julez ()

    • Hallo Julian,

      Ich habe keine Lust mehr, mich mit dir herumzuschlagen, denn du bringst auch keine Argumente, außer daß MPX tausendfach verwendet wird (Beweis?). Meinen Hinweis mit dem Querschnitt hast du übergangen.

      Von mir aus nimm Klingeldraht , dreh ihn zusammen und jag 100 A drüber. Wenn es funktioniert, kannst du ja posten, daß alle blöd sind, weil sie ihr Geld für teure Silikonleitungen rausschmeißen. Du darfst gerne MPX-Stecker für Akkus verwenden und auch Makkaroni als Stevenrohr. Dazu würde gut eine Spaghetti als Welle passen. Mir ist das schnuppe. Nur erwarte nicht, daß ich das gut heiße. Mir erscheint alles fachlich qualifiziert und über jeden Zweifel erhaben, was du schreibst. Und denk beim Böötchen fahren daran, daß die Erde eine Scheibe ist. Beweis? Beweise mir das Gegenteil.

      Dies Ist mein letzter Post zu dem Thema.

      Taylorpicker
      Signatur - muß ich mal drüber nachdenken.
    • Multiplex verkauft jede Menge ARTR Schaumwaffeln (Flugzeuge aus Kunststoffschaum), die alle mit diesen Steckern am Hauptakku fliegen. Mein MPX Flieger stammte z.B. aus dem Jahr 2003 (2014 ist er bei einem der zahlreichen Flüge meines Bruders verschollen, keine Ahnung wie das geht). Willst Du jetzt Umsatzzahlen von Multiplex haben, damit Du an eine Stückzahl von über 100 pro Jahr glauben kannst? Hast Du eine persönliche Rechnung mit diesen Steckern offen, oder worum geht es Dir da?
      Die haben pro Steckkontakt zwei vergoldete, relaltiv starke Federklammern (also wird pro Pin an 4 Seiten eine leitende Verbindung hergestellt, insgesamt 12 Verbindungsflächen pro Polarität - also für mich ist das klar dass die recht betriebssicher sind.

      Und ja, ich hab auch schon in einem meiner ersten Schiffsmodelle über gequetschte Fast on Stecker 5 Ampere drübergelassen. Wird im Betrieb recht warm, an der Stecker und an der Kabelseite. Und? Ist halt der Akku früher leer.
      Die Sache mit der Sicherung zwischen Akku und Regler finde ich im übrigen auch sehr empfehlenswert, ganz besonders bei den modernen Hochleistungsakkus!

      viele Grüße,

      Maximilian
      Verschiebe nicht auf morgen, was auch bis übermorgen Zeit hat. (Mark Twain)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von genius ()

    • Hallo Kollegen,
      der Vorschlag, hier erst einmal Dampf abzulassen, ist völlig berechtigt!
      Dieses Thema sollte wirklich nicht emotional, sondern sachlich diskutiert werden, und wenn wir uns auf die physikalische Tatsachen konzentrieren, dann werden wir uns vermutlich auch einig werden und wieder vertragen.
      Zunächst einmal die Frage, was verstehen wir unter einem "Hochstromstecker"? Hier gibt es sicherlich unterschiedliche Interpretationen und für den einen mögen 10A schon Hochstrom sein, für den anderen zählen womöglich 50A und mehr erst zu Hochstrom. Vielleicht sollten wir hier im Modellbaubereich pragmatisch sein und Ströme, wie sie bei den Antriebsmotoren von Modellen mittlerer Größe an aufwärts vorkommen (also Dauerströme von 10A an aufwärts), einfach als Hochstrom ansehen. "Hochstromstecker" wären demnach Stecker, die beliebig lang 10A und mehr übertragen können. Danach wäre auch der Multiplex-Stecker ein Hochstromstecker.
      Was sind nun die Anforderungen an einen Hochstromstecker? Abgesehen von den rein mechanischen Anforderungen wie Verpolungssicherheit, Zugentlastung, Lötbarkeit, Steckkräfte, Elastizität der Kontaktfedern (mitentscheidend für einen gleichbleibenden Übergangswiderstand!) usw. sind es für die elektrische Belastbarkeit hauptsächlich:
      1. Kontakt-Übergangswiderstand
      2. Temperaturfestigkeit des Isolierkörpers
      Die Grenze der Belastbarkeit ist erreicht, wenn die Erwärmung des Isolierkörpers (häufig auch ein thermoplastischer Kunststoff) durch die Verlustwärme des Kontakts so stark wird, dass der Isolierkörper schmilzt oder sich thermisch zersetzt oder verkohlt. Dies setzt eine gewisse Aufheizzeit voraus, deshalb ist die Kurzzeitbelastbarkeit von Steckern durchweg höher als die Belastbarkeit mit Dauerströmen (ich habe zum Beispiel im Labor bei Versuchen schon Impulsströme von über 5kA über Steckkontakte fließen lassen, die nur 25A Dauerstrombelastbarkeit haben).
      Entscheidend für die Erwärmung des Kontakts ist dessen Übergangswiderstand sowie die Wärmeableitung über die angeschlossenen Leitungen; der Isolierkörper des Steckers spielt meist keine nennenswerte Rolle bei der Wärmeableitung.
      Nehmen wir als Beispiel den Multiplex-Stecker: Mit einem Kontaktwiderstand von 0,5 Milliohm pro Polarität (in der Buchsenausführung mit Doppelzunge) erhalten wir bei einem Strom von 60A pro Pol eine Verlustleistung von 60A^2 x 0,5 mOhm = 1,8W , also für Hin- und Rückleiter zusammen 3,6W. Das ist schon sehr viel und wird vom Stecker nur kurzzeitig (nach Angaben von Multiplex für max. 30s) ohne Schäden auszuhalten sein. Bei 35A ergeben sich insgesamt 1,2W Verlustleistung, die laut Multiplex dauernd verkraftet werden können.
      Was will ich damit ausdrücken? Ob und wofür und für wieviel ein Stecker geeignet ist, hängt entscheidend von der Belastungssituation ab. Wenn es um kurzzeitige Stromspitzen bis 60A geht, dann wird der Multiplex-Stecker durchaus geeignet sein, bei 60A Dauerstrombelastung sicher nicht, sofern man nicht Zusatzmaßnahmen zur Wärmeableitung an den Kontakten unternimmt (man könnte dann aber auch gleich einen belastbareren Stecker nehmen).

      Und noch etwas: Beherzigt unbedingt den Hinweis von Bernhard auf Sicherungen! Ich selbst habe auch schon mehrfach darauf hingewiesen, dass das Weglassen von Sicherungen in der Stromversorgung an grober Fahrlässigkeit grenzt! Argumente, dass eine Sicherung unabsichtlich auslöst und damit das Modell unzuverlässiger macht, zählen nicht. Eine richtig dimensionierte Sicherung wird nur dann auslösen, wenn es auch erforderlich ist, und dann vor schlimmeren Folgen schützen. Ein Kabelbrand in einem Modell mag noch harmlos sein, wenn aber mit dem Modell ein ganzes Auto oder gar der Bastelkeller und dann das Haus in Flammen aufgeht, dann wird der Brandsachverständige ganz gewiss grobe Fahrlässigkeit als Brandursache zu recht vorwerfen.
      viele Grüße
      Hermann
      (Allroundlaie)

      ...et kütt, wie et kütt, äwer et hätt noch immer jod jejange! (Rheinische Lebensweisheit)

      Situs vilate inis et avernit!
    • Taylorpicker schrieb:

      Hallo Julian,

      Ich habe keine Lust mehr, mich mit dir herumzuschlagen, denn du bringst auch keine Argumente, außer daß MPX tausendfach verwendet wird []

      Abgesehen davon, dass ich sehrwohl Argumente, z.B. Verweise auf Fakten messtechnischer Natur bringe, ist natürlich auch die Empirie ein schlagkräftiges Argument.
      Ich erklär es dir: Der Sinn aller Theorien und Modellvorstellungen ist es, die Zukunft vorhersagen zu können. So kann ein ausreichend gebildeter Mensch z.B. vorhersagen, dass die kolportierten Klingeldrähte für modellbautypische Antriebsströme ungeeignet, und Defekte bei deren Verwendung wahscheinlich sind. Er muss es nicht extra überprüfen. Ebenso lässt sich vorhersagen, dass ein Stück Styropor im Wasser schwimmen wird, ein Bleiklumpen aber nicht. Die Theorie stimmt mit der Empirie überein.
      Wenn ich jetzt eine Theorie aufstelle, welche die Vorhersage macht, dass MPX-Stecker bei Belastungen über 10A eine hohe Wahrscheinlichkeit zu versagen haben, worin sich ja das "ungeeignet sein" manifestieren würde, dann sollte die Praxis diese Theorie besser auch bestätigen.
      Aber das tut sie in diesem Fall nicht. Überhaupt gar nicht. MPX-Stecker funktionieren bis 40A Dauerstrom ganz hervorragend, und das bei sehr vielen Leuten. Bei Modellbooten kommt man bei technischen Defekten in aller Regel gut weg, ausgefallene Elektrik bedeutet nicht Untergang oder Totalverlust. Dies ist bei den Modellfliegern anders, da liegt die Totalschadensquote bei Stromausfall bei 90%. Daher werden untaugliche Komponenten sehr schnell erkannt und verschwinden vom Markt, weil sie keiner mehr kauft.
      Da also die MPX-Stecker weiterhin am Markt sind und weit bei der Bestromung von Antriebskomponenten verbreitet sind, ohne dass man jemals von einer hohen Ausfallquote im bestimmungsgemäßen Anwendungsgebiet gehört hätte, bleibt als einzige Schlussfolgerung übrig, dass die Behauptung, MPX-Stecker wären für Ströme über 10A ungeeignet, einfach nicht stimmt.
      Wie sonst soll man erklären, dass sie die Stecker so standhaft weigern, auszufallen?
      Die Realität kannst du nicht ändern, die bleibt so wie sie ist. Wenn also Realität und Theorie nicht übereinstimmen, dann muss man die Theorie an die Realität anpassen. Das wird natürlich nicht gerade leichter, wenn man sich erst mal richtig verrannt hat, bleibt aber trotzdem der einzig gangbare Weg.
      Grüße,
      Julian
    • CEE Stecker , ich weiß gar nicht wer hier die Normen fest setzt!!??
      Ist doch gerade wieder eine neue Norm raus gekommen, aus Italien kommen die Vorstellungen, was Strom ist, sicher nicht.
      Ich belaste die XT 60 Stecker mit 80 Ampere auf Dauer, seit Jahren, kurzzeitig sogar mit über 150A, ohne dass irgendeine Veränderung nennenswert wäre, das ganze bei 6qmm.