Bugsier Schlepper "Mittelklasse": Titan, Simson, Wotan, Atlantic

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    • Bugsier Schlepper "Mittelklasse": Titan, Simson, Wotan, Atlantic

      Hallo Schlepperfans,

      da es rund um diverse Oceanic- threads immer wieder zu Verwirrungen kommt, möchte ich hier mal die "etewas kleineren" Bergungsschlepper der Bugsier abhandeln.

      Was heißt "etwas kleiner"?
      Reinhard H. Schnake; Geschichte der Schleppschiffahrt; Band 2: Bugsier- Reederei und Bergungs Gesellschaft m.b.H. ISBN 3-7822-0558-8; verlegt 1992 nennt:

      Die Daten der "Viererbande":
      allen gemein:

      Bauwerft : Schichau - Unterweser A.G.
      Maschinenleistung: 8800 PSe
      2 Verstellpropeller (4- Blatt)
      Geschwindigkeit: 18,2 kn
      Pfahlzug: 125 t (135 t nach Anbau der Kort- Düsen zwischen 1976 und 1979)

      der Reihe nach:

      Name: WOTAN
      Baunummer 1756
      Stapellauf: 30.11.1971
      Ablieferung: 17.8.1972
      Vermessung: 1599,36 BRT
      Länge: 77,53 m
      Breite: 13,2 m
      Seitenhöhe: 5,58 m
      Verbleib: gesunken 1990, nach Hebung abgewrackt

      Name: SIMSON
      Baunummer 1757
      Stapellauf: Okt. 1972
      Ablieferung: 30.4.1973
      Vermessung: 1599,76 BRT
      Länge: 77,73 m
      Breite: 13,2 m
      Seitenhöhe: 5,82 m
      Verbleib: ca. 1993 Umbau zur Yacht SIMSON S, auf Dockbildern 1995 sind die Kortdüsen nicht mehr vorhanden

      Name: TITAN
      Baunummer 2253
      Stapellauf: 5.1.1974
      Ablieferung: 19.7.1974
      Vermessung: 1599,76 BRT
      Länge: 77,73 m
      Breite: 13,2 m
      Seitenhöhe: 5,82 m
      Verbleib: Dezember 1992 verkauft nach Vietnam

      Name: ATLANTIC
      Baunummer 2254
      Stapellauf: 10.9.1974 (unter dem Namen VULCAN)
      Ablieferung: 28.3.1975 (als ATLANTIC)
      Vermessung: 1599,28 BRT
      Länge: 77,54 m
      Breite: 13,22 m
      Seitenhöhe: 5,10 m
      Verbleib: 1995 verkauft, Umbau zum Begleitschiff Khozam (Griechische Marine)

      Gruß Gerrit
      Oft ist es in der Werkstatt einfach produktiver als hier am "Daddelkasten" :pf: :wink:

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    • Ein Dockbild aus 1973 (Quelle Schnake s.o, der Bildtext ist allerdings falsch).

      ! Die Zeichnung oben zeigt bereits die Kortdüsen, die auf dem Bild natürlich noch nicht angebaut waren.
      Offenbar war die bugsier- Reederei in Antriebsfragen eher konservativ.
      so fuhr erst seit 1969 ein Seeschlepper (Baltic) mit Düse, während die Holländer schon seit etwa 1964 diese Zugkraftverstärker auch für Bergungsschlepper nutzten.
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    • Simson:

      Modell von Karl Möller, Standort
      Baubericht in Modellwerft 1987, Ausgabe 4
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    • RE: Bugsier Schlepper "Mittelklasse": Titan, Simson, Wotan, Atlantic

      Hallo Gerrit,

      vielen Dank für die Zusammenstellug all der Daten und Bilder zu den Bugsier-Bergungsschleppern der Mittelklasse.

      Vor dem wunderschönen Modell der SIMSON habe ich auch schon mindestens eine Viertelstunde im IMM gestanden und hatte mich dabei in diesen Schlepper verguckt.

      Abgesehen von diesem und hunderten weiteren sehr sehenswerten Modellen, kann man im IMM auch die meisterlichen Modelle der S.A. VAN DER STEL, der SYDNEY EXPRESS sowie der STAHLECK von H.J. Mottschall im IMM bewundern.
      Der Besuch dort lohnt sich also für jeden Schiffsmodellbauer bzw. -liebhaber.

      Dein Archiv scheint ja, zumindest was Schlepper angeht, bestens bestückt zu sein.

      Du hast nicht zufällig auch einen Spantenriss von dieser Klasse?
      Z.B. aus der SchiffsModell, aus der auch die Ansichten, die Du gepostet hast stammen?

      Ich kann ja mal versuchen, meinen frei nachempfundenen OCEANIC Riss auf die Hauptabmessungen dieser Klasse zu skalieren und ein bisschen anzupassen,
      was z.B. die Aufkimmung und Gestaltung des Vorschiffs betrifft.
      Letzteres scheint mir leicht von dem der OCEANIC abzuweichen.
      So kann ich keinen Knick unterhalb der oberen Wallschiene bis über die Oberkante der Ankertaschen bei diesen Schleppern erkennen.
      Sehe ich das richtig, dass die diesen Knick nicht hatten.
      Auch scheint die Deckslinie der Back ein wenig spitzer zuzulaufen.
      Hingegen scheinen diese Schlepper auch einen Balkenkiel wie die OCEANIC zu haben.

      Gruß
      Ralph
    • Hallo Ralph,

      Danke für die Blumen und ich nehme Dein Angebot gerne an (hast Post diesbezüglich).

      Einen Spantenriss habe ich leider nicht (und das trotz Bergen von "Schlepperpapierchen").

      Hier noch die "Rückseite" des Museumsmodells (aus mw 4/1987)

      Gruß Gerrit
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      Oft ist es in der Werkstatt einfach produktiver als hier am "Daddelkasten" :pf: :wink:
    • Hallo Gerrit,

      ich habe mal einen Linienriss der WOTAN anhand Deines GA Plans gezeichnet.

      Ich habe Deinen Plan als den der WOTAN aufgrund der darauf genannten Bau-Nr. identifiziert.
      Zumindest legt diese Webseite zur WOTAN diesen Zusammenhang nahe.

      Leider habe ich kaum (brauchbare) Fotos von SIMSON, WOTAN oder ATLANTIC im Netz gefunden.
      Daher bin ich mir nicht sicher, ob der Spantausfall im Vorschiff (Flare) bei meinem Riss stimmt.
      Zumindest sehen die WLn verglichen mit den wiedergegbenen Decks okay aus.

      Falls Du noch ein paar Fotos hast, könnte ich das leicht korrigieren.

      Gruß
      Ralph
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    • Original von tug_baer
      Hier noch die "Rückseite" des Museumsmodells (aus mw 4/1987)


      Ich habe auf einer Auktionsplatform eben diese ModellWerft-Ausgabe sowie die 5/87 gefunden,
      worin die beiden Teile des Artikels über das Möllersche SIMSON-Modell enthalten sind.
      Jedes Heft ist inkl. Porto per Sofortkauf dort für 7 € erhältlich.
      Zwar könnte ich die 14 € noch aufbringen, aber eigentlich bin ich ausschliesslich an dem Artikel über die SIMSON und nicht an den übrigen Inhalten interessiert.
      Meinst Du, Du könntest mir die paar Seiten aus Deinen Heften kopieren oder scannen?
    • Hallo Gerrit,

      ich habe meinem Spantenriss der WOTAN noch etwas mehr Aufkimmung verpasst.

      Leider sind Aufkimmung und Kimmradius die beiden Unbekannten, die auch ein noch so guter Generalplan selten verrät.
      Es sei denn, in dem findet sich auch eine Queransicht von vorn oder achtern.
      Das weisen aber leider nur wenige Generalpläne auf.
      Wenn man dann noch keine Dockfotos hat, die auch extrem selten zu finden sind,
      ist hier ein wenig Intuition und Kenntnis der Konstruktionsmerkmale verschiedener Schiffstypen und Epochen bzw. "Schiffbaumoden" angesagt.

      Danke für Deine PN.
      Ich wollte nicht drängeln. Lass Dir soviel Zeit, wie Du brauchst.


      Übrigens, weils auch irgendwie in diesen Schlepper-Thread passt,
      hast Du schon meine Interpretation der französichen Bourbonen-Imme gesehen?

      Ich wusste bisher gar nicht, dass fast sämtliche Offshore AHTS und Tug Entwürfe für Ulstein von Rolls Royce stammen.
      Bisher hatte ich die immer nur mit Nobelautos und Flugzeugtriebwerken in Verbindung gebracht.


      Gruß
      Ralph
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    • Danke für das Foto.

      Zwar ist der interessante Bereich ziemlich verschattet, aber wenn ich das so sehe,
      denke ich, dass der Kimmradius doch noch etwas grösser ausfallen könnte.

      Ich bin jetzt bei einer Völligkeit von 0.565 und einem Deplacemt bei T=5.6m von etwas unter 3000 t.
      Ist in Deinen Unterlagen zufällig irgendwo das Deplacement genannt?

      Laufen eigentlich die Wasserlinien bei meinem Vordersteven zu spitz zu?

      Ich kann es schlecht erkennen, aber glaube, dass das Vorschiff evtl. noch etwas fülliger ist.
      In dem Spantenriss auf Blatt 3 des IG Lloyd Plans,
      den wir ja allerdings auch für nicht ganz originalgetreu befunden haben,
      ist der Bugbereich oberhalb der KWL auch bauchiger.

      Übrigens kann man auf dem Dockfoto erahnen, dass solche Schiffe mit Kastenkiel, Kielfall und grosser Aufkimmung evtl. nicht so ganz unproblematisch zu docken sind.
      Die müssen die Schiffsseiten zusätzlich mit Balken abstützen, damit der Kahn nicht umkippt.
      Soll schon in einigen Reparaturwerften vorgekommen sein.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von deadwood ()

    • Hallo Ralph,

      ja das Vorschiff muss noch etwas anders modelliert werden (z.B. volle Breite im Backdeck erst etwa ab Vorderkante Aufbau), warte dazu mal die CD ab, da siehst Du auf einzelnen Fotos mehr, und die Scans aus den beiden MW - Heften werden auch drauf sein.

      Gruß Gerrit
      Oft ist es in der Werkstatt einfach produktiver als hier am "Daddelkasten" :pf: :wink:

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    • Original von deadwood

      Übrigens kann man auf dem Dockfoto erahnen, dass solche Schiffe mit Kastenkiel, Kielfall und grosser Aufkimmung evtl. nicht so ganz unproblematisch zu docken sind.
      Die müssen die Schiffsseiten zusätzlich mit Balken abstützen, damit der Kahn nicht umkippt.
      Soll schon in einigen Reparaturwerften vorgekommen sein.


      Das "abbaumen" hat durchaus Tradition und gerade bei der Erneuerung des Unterwasseranstriches seine Berechtigung, weniger Pallen = weniger Nacharbeit an unzugänglichen Stellen. Und die Lastverteilung in der Struktur ist auch wesentlich günstiger.
      Allein bei "plattbödigen" Frachten kann es entfallen.

      Gruß Gerrit
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    • Original von deadwood
      ...
      Ich bin jetzt bei einer Völligkeit von 0.565 und einem Deplacemt bei T=5.6m von etwas unter 3000 t.
      Ist in Deinen Unterlagen zufällig irgendwo das Deplacement genannt?

      .


      Hallo Ralph,

      im Bergebericht zum Wotan - Untergang ist ein Gewicht von 2500 t angegeben, also kannst Du noch etwas "schlanker" werden im Schiffsriss.

      Auch entwickelt sich wie bereits geschrieben die volle Decksbreite erst ungefähr auf Höhe Vorderkante Aufbau. das wird sicher die Gegenbögen der Spanten am Bug deutlich reduzieren.

      Gruß Gerrit
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      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von tug_baer ()

    • Hallo,

      nachdem ich dankenswerterweise von Gerrit noch mit zahlreichen Fotos, Zeitungsartikeln, bebilderten Bauberichten von Modellen usw. versorgt worden bin,
      habe ich an meinen Riss der WOTAN nochmal Hand angelegt.

      D.h. die Aufkimmung etwas erhöht und den Kimmradius vergrössert, den Spantausfall im Vorschiff von der Tulpe mehr hin zum V modifiziert und den Strak des des Backdecks nachgezogen,
      so dass er besser mit dem GA Plan übereinstimmt.

      Durch diese Maßnahmen bin ich nun bei einem Deplacement von 2976 also round about 3000 t angelangt.
      Aus dem Baubericht des Museumsmodells der SIMSON im IMM habe ich die Aussage des Erbauers aufgeschnappt,
      dass er die Angabe von 3135 t hatte und folglich für sein 1:70 Modell eine Modellverdrängung von ca. 9 kg errechnet hatte.

      Somit sollte sich schon eine ganz gute Annäherung ergeben.

      Vielleicht hat Gerrit ja nochmal die Gelegenheit, das Modell der SIMSON im IMM einer näheren Untersuchung zu unterziehen und ein paar Fotos zu aus Perspektiven schiessen,
      die noch ein wenig mehr von der Rumpfgeometrie verraten.

      Genial wäre ja, wenn sich die Möglichkeit zur Abnahme von Aufmaßen böte.
      Darauf wird sich aber der Kurator des Museums aber wohl kaum einlassen.
      Ich habe schon vor mich hingesponnen, ob man wohl etwas mit diesen Laser-Hand-Raummessern, wie man sie in Baumärkten bekommt, ausrichten kann.
      Aber vermutlich ist die Ungenauigkeit dieser Dinger und dann auch noch aus der Hüfte gemessen wohl doch zu groß.
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