Fabrikschiff für PKW Produktion

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    • Fabrikschiff für PKW Produktion

      Hallo liebe Forengemeinde,

      ich studiere Schiffs- und Meerestechnik und werde dies bald beenden :juhu:
      Nun stehe ich kurz davor mit meiner Abschlussarbeit zu beginnen mit dem Thema der Fabrikschiffe, genauer gesagt wie lässt sich das Konzept dieser beispielsweise auf die Automobilindustrie übertragen
      Bisher habe ich dazu folgende Gedanken "gesammelt":

      - Bei Fabrikschiffen fällt einem sofort das Fischereifabrikschiff als ein Vertreter ein, dieses Konzept soll versucht werden auf andere Branchen zu übertragen
      - Ein Beispiel wäre zum Beispiel der Neuwagentransport von Asien (Japan) nach Europa, wo die lange unproduktive Seereise in eine produktive umgewandelt werden soll
      -> ist es möglich, dass die Autos während der Seereise endausgestattet und
      an die Kundenwünsche kurzfristig angepasst werden?
      -> So könnte als zweites Argument die Wartezeit der Kunden auf ihren
      Neuwagen reduziert werden
      -> Wie sähe ein solches Schiff aus (Länge, Breite,…) bzw. welche
      Randbedingungen gib es und wie müsste es vll. ausgestattet sein
      (Fließband, …?)
      -> Welche Streckenlänge sind möglich / nötig für die Wirtschaftlichkeit?
      ->Welcher Wettbewerbsvorteil entsteht?
      -> Welche Arbeiten an Bord sind auf dem Schiff möglich?
      -> Wie sieht es mit der Unterbringung der Arbeiter aus?
      -> Was passiert auf der leeren Rückreise mit diesen Arbeitern?

      - Welche Produkte kämen in Frage (Elektronik, …)?
      - Was gibt es im Bereich der Fischereifabrikschiffe für Technik und welche könnte man für weitere Branchen übernehmen

      Das wären bisher meine Grundgedanken zu dem Thema. Ein weiterer Vorteil ist natürlich die Geschichte der Zollproblematik die man so umgehen könnte, da es ja möglich ist unter 2Flaggen zu fahren. Das lackieren ist meines erachtens nicht machbar auf einem solchen Schiff, da so eine Anlage sehr teuer ist und sicher nicht verbaut wird weiterhin läuft dies ja über Robotics ab, was dazu führt dass aufgrund des Seegangs ständig neu kalibriert werden muss und somit die Qualität leiden würde.
      Ich stelle mir die Frage, was die Besatzung auf der Rückreise machen könnte..dazu fällt mir lediglich ein die Wartung der Maschinen oder aber auch Produktion von anderen "Geräten" da eine leere Rückreise nur Geld kostet und diese jedoch ausgenutzt werden soll.

      Meine bitte bzw. Frage an euch, worauf könnte man denn noch eingehen?Was würde euch dazu einfallen? Es soll nicht so aussehen, dass ich hier meine Arbeit jemand anderen machen lassen will, ich bin lediglich auf der Suche nach weiteren Ideen um voran zu kommen.

      In diesem Sinne, vielen Dank!!!
    • Also, ich will dir ja nicht den Wind aus den Segeln nehmen aber,

      schau dir mal eine Montagelinie bei einem großen Automobilproduzenten an und unterhalte dich vor allem mit einem Logistiker.
      Danach kannst du im Prinzip jede deiner Fragen mit "nope" beantworten.

      Das passt einfach weder zur heutigen "flexiblen" Strategie mit Just in Time Lieferung der Komponenten (die entsprechenden Motoren... kommen teilweise nur 3h bevor das Fahrzeug endmontiert wird im Werk an) noch zu moderner Montagetechnik.
      Die Lackierung findet eh viel früher statt und ist eher eines der qualitativ unspannendsten Themen.

      Unterbringen würde man die Linie wohl schon, aber im Prinzip alles andere scheitert an der nicht möglichen Logistik, geschweige denn dass das auch nur ein MA aus der Automobilindustrie mitmachen würde (in China gehts vielleicht, für 1$ mehr verkaufen sich die Leute dort).
      Wo willst du denn die Teile für 84000 Fahrzeuge unterbringen? Die brauchen ein vielfaches an Platz wie ein endmontiertes Fahrzeug.
      Schneller gehts auch nicht, weil du musst ja schon alle Teile "projektbezogen passend" aufs Boot mitnehmen. Eine Montagelinie macht heute mehrere tausend Varianten nur eines Fahrzeugs.

      Dazu kommt vielleicht als letztes KO Kriterium.
      Der Seetransport ist im Vergleich zum restlichen Wertschöpfungsprozess extrem kostengünstig.
      Wir verschicken komplette Fertigungs-Linien nach China für < 100k€ bei einem Auftragswert von 50 Mio€.
      Also der Anteil ist minimal, bei den Fahrzeugen wird es sich ähnlich verhalten.

      Ich glaube du musst dir ein weniger komplexes Produkt aussuchen und selbst da wird es vermutlich aufgrund der deutlich höheren Kosten immer scheitern.
      Grüße

      Tobias
    • Erstmal danke für die Antwort, auch "negatives" ist willkommen, schließlich ist es ja nicht Sinn der arbeit alles schön und funktionell aussehen zu lassen.

      84000 Fahrzeuge wären schon eine große Hausnummer, ich gehe eher von 1000-2000 Fahrzeugen aus, welche auf einem umgebauten RoRo platzfinden würden. Das ganze sollte dann auch als SKD statt CKD Fertigung ablaufen. Das soll heissen die fertig lackierte Karosse wird auf das Schiff verladen und während der Fahrt werden die weiteren Komponenten montiert (ca. 400stk).
      Diese komplette Montage sollte auf See realisierbar sein. Vom Aufbau her sollte das ganze dann nach dem Prinzip der Werkstattfertigung ablaufen, sprich das ganze wird auf mehrere Ebenen verteilt. In diesen befinden sich dann 4 -6 Werkstattplätze und dort wird in Teams gearbeitet.
      Hier würde sicher schonmal ein logistisches Problem auftauchen aber Idee dazu wäre: eine passende Ein - und Auslagerlogistik, sprich die Container sollten so platziert werden, das wenig Rangieraufwand entsteht wenn die Teile an die Werkplätze und zum Endlager gebracht werden. Also befindet sich alles in Container was an Teilen mitkommt und am Ende kommen dann die fertigen Autos ebenfalls in Container.

      Aus meiner Sicht wird so die "unproduktive" Seereise in eine produktive umgewandelt, da dies mehr nutzen mit sich bringt im vergleich zu einer reinen Verschiffung.

      Gerade für die BRIC Staaten könnte dies interessant sein, z.B. eine Route von Brasilien nach Europa..auf dem einen Weg werden Autos produziert und auf dem Rückweg könnte man Zuliefereraufträge abwickeln etwa, dass fertigen von Autositzen aus dem Leder der brasilianischen Rinder.

      Andererseits könnte dies auch interessant sein für Nischenhersteller (OEM) oder aber auch für größere Hersteller die ein Nischenprodukt einführen wollen.

      So eine schwimmende "Fabrik" soll ein Gleichgewicht zwischen gesicherter Belieferung, Wirtschaftlichkeit und Qualität ermöglichen.

      Es geht bei dem ganzen um ein Konzept, wäre so etwas machbar, wenn ja wie ec.. Grundidee dahinter ist den nicht rentablen Seeweg in einen profitableren umzuwandeln.
    • Moin Larsemann!

      das Ganze scheitert schon an der Unterbringung und Verköstigung der von Dir sogenannten "Arbeiter".
      Das wären keine Arbeiter im herkömmlichen Sinn, sondern schlichtweg gut bezahlte Fachkräfte!
      Ob der Reeder nun unter zwei oder mehr Flaggen fahren will oder auch nicht: die Arbeitnehmer müssen nicht nur für ihre Leistung angemessen bezahlt werden, auch die monatelange Abwesenheit von der Heimat / vom Zuhause sollten anständig honoriert werden!
      Menschen für wenig oder keine Heuer, aus welchem Grund auch immer zu beschäftigen, ist Sklaverei.

      Grüße,
      Manfred
      Anmerkung: Bin selber jahrelang zur See gefahren.
      :bd:
      Grüße
      Manfred
    • Die Idee ist gut, aber egal wie wir es drehen oder wenden, es wird IMMER an der Wirtschaftlichkeit scheitern.
      Das sagt dir jemand der sich tagtäglich als Projektleiter für Fertigungsanlagen bei allen großen OEM mit solchen Wirtschaftlichkeitsthemen rumschlägt.

      EIn großer OEM fängt mit einer Produktion von 1000 Fahrzeugen in 4 Wochen nix an, die Wirtschaftlichkeit entsteht dort durch die "Massenfertigung" unter optimierten Bedingungen.
      Es gibt Montagelinien mit 30s Takt...da kannst du ausrechnen wie ich auf 84000 Fahrzeuge komme.
      Kleinserienhersteller brauchen sowas nicht, die haben solche Margen und Lieferzeiten, dass die über die Transportkosten bzw. möglichen Zeiteinsparungen nur müde lächeln.

      Du musst die Teile von Lieferanten mind. um die Überfahrtszeit früher bezahlen --> Geld sparen durch JIT funktioniert nicht mehr.

      Du musst höhere Gehälter zahlen, da See.

      Du kriegst weniger Fahrzeuge auf die gleiche Größe von Schiff, vielleicht 1/5.

      Qualität wird ein Riesenproblem

      Sorry aber ich seh keinen einzigen Vorteil, Wertchöpfung betreibt man da wo es sinnvoll ist und alle Ressourcen zur Verfügung stehen.
      Nicht wertschöpfende Anteile gilt es zu minimieren und möglichst kostengünstig zu gestalten, die aber in wertschöpfende Anteile sinnvoll umzuwandeln ist imho unmöglich.
      Das Automobil ist das falsche Produkt für solch eine Idee.
      Grüße

      Tobias

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Time Bandit ()

    • Die "Nebenprodukte"

      Um die Zeit effektiv zu nutzen bräuchte man Personal für mind. 2 besser 3 Schichten. Die müssen versorgt und die
      Verdauungsprodukte und der Müll entsorgt werden.
      Also als ganz grobe Hochrechnung: MS Allure of the Seas als Personalunterkunft und Versorgung und an den Seiten
      je einmal von der Größe der Triple E Klasse als Produktionsschiffe.
      Vielleicht kann ja jemand so was als Skizze mit FREEship / Delt oder so grob darstellen.

      Gruß Rüdiger
      Allways look on the bright side of life !!! Wer war Kilroy ? ? Klicken
    • Also das Problem der Unterbringung ist für mich auch ein Knackpunkt an der Sache, weshalb es an einer Realisierung scheitern würde. Für so ein Projekt benötigt man ja nicht gerade wenig Personal im Bereich der Fertigung. Einrichtungen für diese benötigen ja einen gewissen Platz (MS Allure find ich jetzt etwas übertrieben) und dazu brauch man ja ebenso den Raum für Fertigung und Lager (kommt Triple E schon nahe). Also ist hier schon mal ein schwer zu realisierender Aspekt.

      In Bezug auf die Wirtschaftlichkeit..ist es generell nicht wirtschaftlich so etwas aufzuziehen oder würde sich dies in Abhängigkeit von der Streckenlänge irgendwann doch auszahlen..

      Weshalb sollte Qualität hier ein Problem werden? Die Fertigung ist doch vom Prinzip her dieselbe wie im Werk, nur das diese auf dem Weg geschieht.

      Wie gesagt ich studiere Schiffstechnik, hier geht es also eher um das Konzept für so ein Schiff zum Großteil, wie dies beschaffen sein könnte, was wäre an Bord realisierbar und wie kann das ganze umgesetzt werden. Aus wirtschaftlicher Sicht ist das ganze so oder so eine gewagte Sache.

      Ein anderes Problem bei der Sache ist auch, was passiert wenn die Maschinen zur Fertigung während der Reise Probleme verursachen und vom Hersteller wieder instandgesetzt werden müssen. Dies wäre auch sehr katastrophal bzw. wirtschaftlicher Totalausfall..

      Wenn das Ganze aber so abwägig und unwirtschaftlich ist, frag ich mich warum die Uni bzw. das Institut solch ein Thema als Abschlussarbeit rausgibt :kratz:

      Hätte zwar noch ein Alternativ Thema zwecks der Arbeit, allerdings ist dies unspektakulärer.

      Gruß Lars
    • Vielleicht wollen die ja auch von Dir aufgezeigt bekommen, warum soetwas totaler Unsinn ist.
      Eine komplette Produktion von Fahrzeugen würde sich nie rentieren. Schau mal bei einem Fahrzeughersteller während einer Betriebsbesichtigung rein, was da alles zugehört um eine rentable Produktionslinie herzustellen.
      Die Belegschaft dieses schwimmenden Werkes währe der erste Knackpunkt, die Logistik der Urmaterialien, die Größe eines solchen Schiffes wäre unvorstellbar.
      Warum sollte ein Hersteller ein Auto auf See bauen? An Land kostet ihn das Fahrzeug vielleicht reiner Materialwert mit Arbeit 3-4 Tausend Euro. Der Transport ist so günstig.
      Eine Veredlung eines Produktes wie ein Auto, lohnt sich auch nicht. Da gibt es in Bremerhaven komplette Werkslinien, die Fahrzeug für Kunden umbauen. Ledersitze, Spoiler ; Soundanlagen. So ein Umbau dauert gerade mal 1 Stunde. Das ist also auch an Land so günstig, das eine Veredlung auf See rein wirtschaftlich auch keinen Sinn macht.
      Die Schweren Produktionsmaschinen immer wieder über die Weltmeere zu schippern, kostet doch mehr als 20 Seeleute für eine Woche plus Schiff zu bezahlen.
      Selbst die gewaltigen Energieverbräuche die da entstehen, würden mit Ölerzeugung doch so gewaltig kosten. Da müßte man schon einen Atomreaktor an Bord stellen.
      Bei einem Fangfabrikschiff war das ja alles noch tragbar, denn die haben den Fang an Bord mit relativ wenigen Seeleuten verarbeitet, gefroren und dadurch für den Transport klein gemacht, die Abfälle als Fischmehl in Bunker gepackt.
      So konnte man den Transportraum ausnutzen und hatte den Rohstoff aus dem Meer geholt.
      Bei Maschinen und Autos ist dies nicht möglich.
      Facebook, da gibt es immer mal wieder meine Neuzugänge zu sehen.









      Kann als ehemaliger Ostfriese nicht mehr alle Modelle zählen, aber über 200 sind es.
    • Versuch doch in deiner Arbeit genau das nachzuweisen. Es ist vielleicht technisch möglich aber nicht wirtschaftlich. Du musst doch letztlich nur die Punkte "Generelle technische Machbarkeit" und "kommerzielle Machbarkeit" beleuchten um zu einer Aussage zu kommen.
      Das Ergebnis ist doch irrelevant, es geht doch hoffentlich bis heute um die wissenschaftliche Ausarbeitung. Ich habe schon zig Diplomarbeiten betreut und da kam auch relativ selten Sinnvolles bei raus, vor allem wenn die Themen von der Uni vorgegeben waren. Dafür sorgt schon die universitäre Theorie gegenüber der betrieblichen Praxis.

      Versuch dir doch wirklich mal einen Überblick zu schaffen was da heute in der Endmontage so abläuft und ruf mal bei einem Automotive OEM bei dir in der Nähe an.
      Die bieten mittlerweile eigentlich alle Führungen durch die Fertigung an und sind potentiellen zukünftigen Mitarbeitern offen.
      Da gilt es dann natürlich möglichst viele Infos abzugreifen, du solltest dir also vorher Gedanken über eine mögliche (vereinfachte) Wirtschaftlichkeitsrechnung machen.


      Personalunterbringung und Instandhaltung seh ich gar nicht so als Problem an, wenn man sich anschaut wieviel Personal in einer europäischen Fertigungsanlage heute rumläuft.

      Qualitativ bin ich in der Endmontage um ehrlich zu sein auch nicht zu Hause, meine Welt ist die Motorenfertigung, wo es wahrscheinlich schon nochmal um ein vielfaches genauer zugeht (reine Vermutung von mir, ich kann da auch falsch liegen).
      Ich kann mir nur vorstellen, dass auch Montagemaschinen mit den gleichen Problemen kämpfen wie wir mit unseren Fertigungszentren. Da werden schonmal 5° Temperaturunterschied zum gewaltigen Problem. Geschweige denn dass ich jetzt mal nur ganz grob an folgende Themen denke:
      - Korrosion durch Salz in der Luft
      - Seegang

      Wie gesagt technische Knackpunkte bei der Machbarkeit seh ich eher in der Logistik.
      Grüße

      Tobias
    • Sehr kreative Idee, aber wäre die Zeit auf See derart kostbar, würden die Frachter wieder mit 30kn fahren. Im Moment lohnt es sich aber eher, mit 17 bis 20 zu fahren um Sprit zu sparen. Und die Zeit die du mit aufwendiger Technik und hochausgebildetem (teurem) Personal auf dem Schiff reinholst kostet in China fast nix.

      Max
    • Hi Lars

      Als Dipl.-Ing. Materialflusstechnik und Logistik und tätig in der Industrial Strategy des weltweit sechstgrößten Automobilzulieferers kann ich meinen Vorrednern in allen Punkten nur zustimmen.

      Du kannst zwar fast die ganzen Bestände auf Transportmittel auslagern, aber keine Fertigung. Die ganze Lieferkette ist auf JIT ausgelegt, wir habe beispielsweise bei uns ein JIT Fenster von 180 Minuten vom Signal bis Einbau ins Fahrzeug, in der Zeit müssen wir die Einzelteile für eine der zigtausend möglichen Varianten kommissionieren, das Produkt herstellen, es in der richtigen Reihenfolge sequenzieren, transportieren bis zum Einbaupunkt, und das auf die Minute genau. Du könntest auf dem Schiff wohl nur die highrunner produzieren und selbst für die müsstest du sämtliche Teile für eine 3 oder mehr Wochen Produktion da haben, und dann darf kein fehlerhaftes dabei sein.

      Das größte Problem ist aber, dass kein OEM dem zustimmen kann und wird. Da ist zum einen der extreme Qualitätsanspruch der OEMs. Wir müssen beispielsweise ein Produkt neu validieren, wenn wir eine Maschine im Werk nur 10 m verschieben, und du willst auf einem schwankenden Schiff produzieren. Zum anderen müsste das Schiff permanent ins tracking and tracing System des OEM eingebunden sein, da der OEM 100%ige Rückverfolgung haben will und muss, denk mal an Rückrufe, und du wirst ja auch S/R Teile verbauen. Und nicht zuletzt widerspricht das der Plattform Strategie der meisten OEM, mit der u.a. die Komplexität des Prozesses reduziert wird, es gibt viele Gründe, warum beispielsweise ein Golf die selben Sitzstrukturen hat wie ein Bentley. Du willst nun Karosserien nach dem Lack aus dem Prozess ausschleusen, Lieferanten bekommen andere Behälter, Lieferadressen und viel neue Sachnummern, was die Komplexität vervielfacht, und das kosten am Ende viel mehr, als du wahrscheinlich nicht mal theoretisch sparen kannst.

      Mach doch mal einen Termin bei der BLG, die betreiben das größte Autoverladeterminal Europas, und diskutiere das mal mit den Spezialisten.

      Gruß
      Wolfgang
    • Das kann natürlich auch sein. Also den Herrschaften aufzuzeigen die Idee ist vom Prinzip her ja schön und gut aber aufgrund der einzelnen Randbedingungen ist das einfach nicht machbar. Quasi habe ich einen wunderschönen Konzeptentwurf in der Schublade zu liegen, aber rentieren wird sich dieser nie.

      Allein der Vergleich von einem Fabrikschiff des Fischfangs mit so einem Gerät, dazwischen liegen schon Welten was die Technik betrifft, hier kommt dann auch die Geschichte des Energieverbrauchs zum tragen.

      Der Seegang ist natürlich ein weiterer negativ Faktor. Man wird natürlich ständig die Maschinen kalibrieren dürfen, das ist ja auch nicht das wahre.

      Einen Einblick über die Fertigung von Fahrzeugen habe ich schon live miterleben dürfen, als ich durch eines der Audiwerke gewandert bin, von daher bin ich damit schon vertraut wie die ganze Geschichte abläuft.

      Genau Time Bandit handelt sich noch immer um eine wissenschaftliche Aus - bzw. Bearbeitung des vorgegebenen Themas. Ich denke mal, dass es weniger um das Resultat an sich geht sondern viel mehr um das "wie".

      Da fällt mir ein in der Textilindustrie schippern ja auch einige Fabrikschiffe umher, aber auch hier wäre das eher wie Äpfel mit Birnen zu vergleichen.

      Bis hierhin erstmal vielen Dank, hilft mir schonmal ungemein :)
    • Original von Airbornesystem
      Nur als Idee fände ich schwimmende Raffenerie interessanter.

      Max


      Stand bei mir leider nicht zur Wahl aber sicherlich alles andere als langweilig.
      Alternative zu meinem momentanen Thema wäre noch die Plastikmüllgeschichte auf den Weltmeeren (schwimmender Recycler wäre vllt eine Idee)... aber ich dachte mir das so ein Konzeptprojekt für die Zukunft lohnender ist als die Umweltgeschichte ist aber Ansichtssache.
    • "Textilschiffe"

      @ Larsemann

      Da fällt mir ein in der Textilindustrie schippern ja auch einige Fabrikschiffe umher,


      Hättest du da ein paar Beispiele. Ich weiß dass die neuesten Wirkmaschinen mit extrem
      hoher Fadendichte mit mehr als 36 Nadeln je Zoll ziemlich perfekte äußere Umstände brauchen.

      DANKE
      Rüdiger
      Allways look on the bright side of life !!! Wer war Kilroy ? ? Klicken
    • in einem beitrag gab es mal den Wortlaut 1/5, dies brachte mich natürlich auf die Idee , das modellautos doch ein prima bereich wäre , in dem alles machbar ist.
      Lackieren und Zusammenbau, Test und einpacken, auch bräuchte man nicht so teure Spezialisten, denn ein gut eingespieltes Team kann das super schaffen.

      Und alle maßstäbe von 1/24 bis 1/5 sind auf einem Schiff gut zu händeln, eigentlich auch in einem Container?!
    • RE: "Textilschiffe"

      Original von education
      @ Larsemann

      Da fällt mir ein in der Textilindustrie schippern ja auch einige Fabrikschiffe umher,


      Hättest du da ein paar Beispiele. Ich weiß dass die neuesten Wirkmaschinen mit extrem
      hoher Fadendichte mit mehr als 36 Nadeln je Zoll ziemlich perfekte äußere Umstände brauchen.

      DANKE
      Rüdiger


      Die habe ich leider nicht. Das habe ich lediglich im Zusammenhang mit meiner Problemstellung gelesen, das diese existieren sollen,doch meine Suche dazu war nicht mit Erfolg gekrönt. Auch hier besteht dann wieder das grundlegende Qualitätsproblem hervorgerufen durch den Seegang.
    • Hallo Lars,

      in Anbetracht des geballten Sachverstands gestandener Logistiker und Ingenieure in leitender Praxis von höchst komplexen Produktionsanlagen

      (da fällt einem schier die Kinnlade runter, welch illustrer Personenkreis sich mit dem Schiffsmodellbau so beschäftigt;
      aber man ahnte es schon, wenn man sieht, was hier so getrieben und gezeigt wird)

      wollte ich mich eigentlich mit unqualifizierten Beiträgen, die in meinem Fall auf keinerlei Sachverstand basieren, zurückhalten.

      Aber selbst mein Lieschen-Müller-Weltbild liess mich beim Lesen Deiner Aufgabenstellung nur ungläubig den Kopf schütteln.

      Wer denkt sich nur solche Themen als Diplomarbeiten aus?
      Stammt das aus dem Fachgebiet Seeverkehr/Schiffsentwurf?
      Wer leitet bzw. betreut denn das jetzt am Salzufer?
      Die, die ich mal da kannte, sind vermutlch bereits unter der Erde, mindestens aber emeritiert.

      Aber Dein Alternativvorschlag eines Textilproduktionsschiffes erscheint mir gar nicht mal so abwegig.
      Insbesondere zu Zeiten, wo skrupellose Arbeitssklavenhalter wie im Falle des Rana Plaza Sweatshops westeuropäischen Textilkonsumenten ein schlechtes Gewissen bereiten.
      Da könnte man auf so einem Textilfabrikschiff bestimmt menschenwürdigere und sicherere Arbeitsbedingungen für die Näherinnen schaffen
      und das auch noch werbewirksam und einen entsprechenden Preisaufschlag rechtfertigend mit einer Art "Sea Sewing Stewardship" Siegel zur Gewissenserleichterung der Konsumenten ausschlachten.

      Gruß
      Ralph
    • Original von deadwood
      Hallo Lars,

      in Anbetracht des geballten Sachverstands gestandener Logistiker und Ingenieure in leitender Praxis von höchst komplexen Produktionsanlagen

      (da fällt einem schier die Kinnlade runter, welch illustrer Personenkreis sich mit dem Schiffsmodellbau so beschäftigt;
      aber man ahnte es schon, wenn man sieht, was hier so getrieben und gezeigt wird)

      wollte ich mich eigentlich mit unqualifizierten Beiträgen, die in meinem Fall auf keinerlei Sachverstand basieren, zurückhalten.

      Aber selbst mein Lieschen-Müller-Weltbild liess mich beim Lesen Deiner Aufgabenstellung nur ungläubig den Kopf schütteln.

      Wer denkt sich nur solche Themen als Diplomarbeiten aus?
      Stammt das aus dem Fachgebiet Seeverkehr/Schiffsentwurf?
      Wer leitet bzw. betreut denn das jetzt am Salzufer?
      Die, die ich mal da kannte, sind vermutlch bereits unter der Erde, mindestens aber emeritiert.

      Aber Dein Alternativvorschlag eines Textilproduktionsschiffes erscheint mir gar nicht mal so abwegig.
      Insbesondere zu Zeiten, wo skrupellose Arbeitssklavenhalter wie im Falle des Rana Plaza Sweatshops westeuropäischen Textilkonsumenten ein schlechtes Gewissen bereiten.
      Da könnte man auf so einem Textilfabrikschiff bestimmt menschenwürdigere und sicherere Arbeitsbedingungen für die Näherinnen schaffen
      und das auch noch werbewirksam und einen entsprechenden Preisaufschlag rechtfertigend mit einer Art "Sea Sewing Stewardship" Siegel zur Gewissenserleichterung der Konsumenten ausschlachten.

      Gruß
      Ralph


      Hallo Ralph,
      die Themen denken sich scheinbar die Leute an meinem Fachgebiet aus, wobei ich vllt sagen sollte, dass es sich hier um keine Diplomarbeit handelt sondern um eine Bachelorarbeit, was ja vom Prinzip her nur im Umfang unterscheidet.
      Das kommt alles vom Fachgebiet Entwurf und Betrieb maritimer Systeme, hatte ja die Wahl zwischen so einigen Themen u.a. die Zukunft des 85m Motorgüterschiffs oder auch ein Entwurf für ein Binnenschiff, welches Container sowie Eisenbahn aufnehmen kann.

      Geleitet wird das Fachgebiet von Prof. Holbach und dazu noch ein paar Assi´s. Prof. Linde ist auch noch da, aber der halt nur noch als Emeritus. Bei dem hätte ich auch schreiben können, allerdings quatscht der einen zu Tode, da kommt man selbst kaum zu Wort.

      Als Alternativthema hätte ich noch die Plastikmüllgeschichte auf den Weltmeeren, also wo kommt der her, wo kommt er vor, wie kommt er dorthin, wie kann man bergen usw...aber ich persönlich fand die bzw finde die Idee mit dem Fabrikschiff "spannender".

      Gruß Lars
    • Hallo Lars,

      ich vergaß, dass das bei Euch ja alles ganz anders und daher nicht mehr vergleichbar ist.
      Alle deutschen Unis haben ja ihre Ingenieur-Studiengänge völlig umgekrempelt und nach US-Vorbild in Bachelor und Master aufgeteilt,
      weil es scheinbar der Markt so verlangte.
      Die Fachhochschulen machen mittlerweile einen ähnlichen Quatsch und gieren nach "höheren akademischen Weihen" (Promotionsrecht u.ä.)
      und nennen sich inzwischen selber Unis ("University of Applied Schiences"),
      weil sie sich der Bezeichnung Fachhochschule (bzw. "Polytechnic" oder "Technical College") zu schämen scheinen,
      statt sich auf ihre Stärke eines besser an der Praxis ausgerichteten Studiums zu besinnen.

      Als ich mich nach dem Studium in der Branche bewerben wollte, war niemand an der Kenntnis von Differentialgleichungen und dergleichen Tand interessiert.

      Ich weiss nicht, ob dem Bildungsstandort D wirklich damit geholfen ist,
      wenn alle sich nur noch an Rankings abarbeiten und fragwürdigen Exzellenzinitiativen verschreiben?

      Vielleicht liegt ja mittlerweile tatsächlich der goldene Mittelweg in den dualen Studiengängen?

      Den Holbach kenne ich noch aus seiner Zeit als Assi bei Nowacki
      (Letzterer müsste inzwischen selber ein "Octogenarian" sein;
      als Anglophilem tue ich ihm damit sicher keinen Tort)

      Ja, in der Prüfung in Schiffsentwurf hatte Linde damals auch mehr gequatscht als ich der Prüfling. :lol:
      Aber ich dachte, dass man als Schiffbauer wenigstens Schiffsentwurf gemacht haben sollte,
      so dass ich den Dozenten in Kauf genommen hatte.
      Im Gegensatz zum Grundstudium hatten wir im Hauptstudium damals ja noch eine gewisse Wahlfreiheit der Fächer.

      Gruß
      Ralph

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