Regler und Netzteil

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    • Regler und Netzteil

      Moin,

      habe gestern, wie schon des öfteren, einen Regler (diesmal Thor 5) mit der Betriebsspannung von einem Netzteil (Voltcraft Digi35) aus versorgt:
      Geht nicht, der Motor zuckt nur, sonst nichts.
      An einem Akku mit gleicher Spannung läuft alles bestens

      Wie ist das zu erklären? Ist der Gleichstrom aus dem Netzgerät trotz Gleichrichtung, Glättung usw. immer noch vom Wechselstrom "verseucht" und stört die Elektronik des Reglers?
      :dno:
      Grüße,
      Manfred
      :mattes:
      auf dem Helgen:
      S.M.S. "GOETZEN"
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      am Ausrüstungskai:
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      Hafenschlepper "NEPTUN" von robbe
    • Hallo Manfred,
      ich vermute, dass dein Netzteil in die Strombegrenzung geht, damit regelt es die Ausgangsspannung zurück gerade so, dass gerade der mit der Strombegrenzung eingestellte maximale Ausgangsstrom noch fließt. Dein Drehzahlsteller schaltet daraufhin den Motor aufgrund der gesunkenen Spannung ab. Das passiert sogar so schnell, dass du nur mehr ein Zucken merkst.

      Ich kenne dein Netzteil und dessen Daten nicht, vermute aber, dass der Ausgangsstrom selbst bei "voll aufgedrehter" Strombegrenzung nur wenige Ampere beträgt (3A, vielleicht auch 5A).
      Dein Akku ist dagegen in der Lage, größere Stromspitzen des Motors ohne merklichen Einbruch der Spannung zu liefern.

      Abhilfe: Probiere es an einem leistungsstärkeren Labornetzteil oder, falls du einige größere Elektrolytkondensatoren bei dir herumliegen hast (Kapazitäten von wenigstens mehreren 1000uF), schalte diese dem Netzteilausgang vor Anschluss des Drehzahlstellers und Motors parallel; im Prinzip kann dann der Kondensator Stromspitzen liefern, ohne dass das Netzteil dann in die Begrenzung regelt (vorausgesetzt der mittlere Strom des Motors ist nicht schon höher als der max,. Strom des Netzteils.
      viele Grüße
      Hermann
      (Allroundlaie)

      ...et kütt, wie et kütt, äwer et hätt noch immer jod jejange! (Rheinische Lebensweisheit)

      Situs vilate inis et avernit!
    • RE: Regler und Netzteil

      In der Anleitung meines Reglers stht auch drin, dass man selbst mit zwischengeschaltetem Akku nicht betrieben werden darf. Ladegeräte nutzen sogenannte Programme um Akkus zu laden.
      Alte Bleilader haben lediglich die 13,8 V geliefert und der Strom hat sich dann selber eingestellt. Moderne Lader nutzen diverse Techniken, um Rückschlüsse auf den Akkuzustand zu erhalten. Diese bringen aber den modernen Regler mit seinen Schaltungen durcheinander. Früher gab´s lediglich die Verschiebung des Puls- Pause Verhältnisses bei den 50 Hz, mit denen die Signale übertragen werden.
      Heutige Regler nutzen die Knüppelstellung auch noch für Puls- Pause, nur mit unterschiedlichen Frequenzen je nach Drehzahl, dazu kommen noch die Prüfung des Empfangssignals und die BEC Funktion. Das stellt eine höhere Anforderung an die Spannungsstabilität und Restwelligkeit.
      Schaltet der Regler durch (im Puls), fließt kurzzeitig viel Strom, die Spannung des Netzteils geht in die Knie, das dazu führt, dass das Netzteil nachregelt. Dann schaltet der Regler wieder ab und die Spannung am Netzteil steigt aprupt an. Dieses Auf und Ab ist gefährlich für dne Regler.
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    • ...kleine Ergänzung - ich habe mal nach dem Netzteil recherchiert:

      Der maximale Ausgangsstrom beträgt laut Datenblatt 2,55A, d.h. der Ausgangsstrom wird elektronisch auf diesen Wert begrenzt (auch bei Kurzschluss). Das geschieht dadurch, dass die Regelung die Ausgangsspannung gerade soweit herunterregelt, dass bei dem Widerstand des angeschlossenen Verbrauchers gerade nur der betreffende Strom fließt. Das Netzteil arbeitet dann nicht in der Konstantspannungregelung, sondern in der Konstantstromregelung.
      viele Grüße
      Hermann
      (Allroundlaie)

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    • ...noch eine Ergänzung:

      Je nachdem, um welchen Motor es sich bei dir handelt und um welchen Drehzahlsteller, kann es sein, dass die Stromaufnahme aus dem Netzteil große Spitzenwerte aufweist, besonders dann, wenn dein Drehzahlsteller mit niedriger Taktfrequenz (z.B. 50Hz oder auch nur wenigen Kilohertz) arbeitet (am Brummen oder Summen oder Pfeifen des Motors zu hören). Dann spricht die Strombegrenzung des Netzteils in jedem Fall an, selbst wenn du bei direkt an dem Netzteil angeschlossenen Motor mit dem Motorstrom noch unter 2,5A liegen solltest.
      viele Grüße
      Hermann
      (Allroundlaie)

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    • Vielen Dank, besonders an Hermann, für die detaillierte Auskunft!
      :d:
      Der Motor ist ein 280er, der zieht eigentlich nicht sooviel Strom, pfeifen tut er auch nicht. Wenn ich den Motor direkt am Netzteil betreibe ist die Stromaufnahme im Leerlauf bei 0,3 A. Erst wenn ich die Welle abbremse, klettert der Strom auf über 1 A.
      Im Zusammenspiel Netzteil und Thor-5-Regler werden wohl Vorgänge ablaufen, die man an der zu trägen Ampere-Anzeige überhaupt nicht mehr ablesen kann.
      Es gibt auch Hersteller, die davor warnen, den Regler an einem Netzteil zu betreiben.

      Mich wundert nur, daß ich mit anderen Reglern mehr Glück hatte.
      Grüße,
      Manfred
      :mattes:
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    • Naja Manfred,

      wie ich schon geschrieben habe : Andere Regler, andere Bauart, anderes Verhalten
      einen Uralt 50 Hz Regler wirst Du wahrscheinlich keine Effekte feststellen, die modernen Steller verhalten sich da eben anders.
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    • Original von FlyingFish
      ...Es gibt auch Hersteller, die davor warnen, den Regler an einem Netzteil zu betreiben.

      Mich wundert nur, daß ich mit anderen Reglern mehr Glück hatte.


      Hallo Manfred,

      die Warnung mancher Hersteller, ihre Drehzahlsteller nicht an Labornetzteilen zu betreiben, kommt daher, dass der Drehzahlsteller durch seinen getakteten Betrieb unter Umständen die Regelung des Netzteil instabil machen kann. Dabei kann das Netzteil möglicherweise Überspannungsspitzen erzeugen, die den Drehzahlsteller gefährden können.
      Man kann sich das so vorstellen - in dem Moment, wo der Drehzahlsteller einen Taktimpuls auf den Motor gibt, sinkt die Ausgangsspannung des Netzteils infolge der Belastung etwas ab. Die Regelung des Netzteil hält dagegen und schiebt Leistung nach. Wenn der Drehzahlsteller seinen Taktimpuls zum Motor beendet hat und die Netzteilregelung die Leistung nicht schnell genug, entsteht eine mehr oder weniger große Spannungsüberhöhung. Je nachdem wie Taktfrequenz und Regelverhalten des Netzteil zueinander stehen, kann sich das ganze zu höheren Spannungsspitzen aufschaukeln.

      Ein Betrieb an Labornetzteilen ist aber prinzipiell möglich, wenn das Netzteil genügend Stromreserven hat und dem Netzteilausgang genügend große Stützkondensatoren (viele 1000uF) parallelgeschaltet sind.
      Bei Drehzahlstellern mit niedriger Taktfrequenz (z.B. 50Hz) sind je nach Motor allerdings sehr große Stützkapazitäten nötig, weil der Motor bei kleinen Drehzahlen bei jedem Takt sehr große Pulsströme zieht.
      viele Grüße
      Hermann
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