Motoryacht Albatros – Restaurierung und Vervollständigung eines 50-jährigen Schiffsmodells

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    • Beleuchtung

      Die Albatros hat nun eine ferngesteuert schaltbare Innen- und Navigationsbeleuchtung. Als Leuchtmittel dienen die bereits verdrahteten SMD-LEDs von Conrad Elektronik.

      Zunächst wurde eine Lochplatine mit entsprechenden Widerständen für die LEDs bestückt. Die Platine dient gleichzeitig als Verteilung für die Kabel der Beleuchtung und ist in der Achterkajüte verschraubt.
      Anschließend wurden gelbe LEDs (zwei in der Hauptkajüte, eine im Fahrstand und eine in der Achterkajüte) als Innenbeleuchtung an die Decken geklebt. Auch in der offenen, aber überdachten Plicht kamen zwei gelbe LEDs als Deckenleuchten zum Einsatz. Warum gelb? Die weißen LEDs werden einer „gemütlichen“ und warmen Innenbeleuchtung nicht gerecht.
      Für die zwei LEDs in der Plicht baute ich Messinglampen. Als Sockel dienen aus Messingblech ausgesägte Scheiben und Ringe, die von einem Messingrohr abgesägt wurde. Die Schutzbügel bestehen aus Messingdraht und die Verglasungen sind Kunststoff-Blister einer Verpackung von Mini-Magneten.

      Zwei weitere Lampen in anderer Form wurden aus einem halbierten Stück Messingrohr als Lampenkörper, Messingdraht als Halterungen und Stücken einer leeren Kugelschreibermine als Verglasungen gefertigt. Diese beiden Lampen wurden mit je einer weißen LED bestückt und sind außen an den Längsseiten des Fahrstandes ungefähr mittschiffs angebracht. Warum genau dort und welche Aufgabe diese zwei Lampen haben werden, wird in einem späteren Bericht erläutert :)

      Die original Gehäuse der Positionslampen waren nur noch teilweise vorhanden, sodass ich sie nicht verwendet habe. Statt dessen fand ich in einer meiner Grabbelschubladen Messingrohlinge, die sich sehr gut als Gehäuse für Navigationslampen im korrekten Maßstab eigneten. Für die Seitenlichter fertigte ich hölzerne Lampenborde, die auf dem Dach des Fahrstandes angeklebt wurden. Das Hecklicht fand Platz auf dem hinteren Ende der Achterkajüte und das Toplicht wurde mittels einer kleinen Plattform aus Messingblech am zuvor gesetzten Mast befestigt. Das Kabel des Toplichtes wird durch eine Decksdurchführung aus einem Messingrohr und einem Stück Schrumpfschlauch in das Deckshaus geführt. Die Decksdurchführung ist mit Ticky Glue Kleber gegen Wassereintritt abgedichtet.

      Laut des Bauplanes von Robbe sollen alle vier Navigationslichter auf dem Dach des Fahrstandes montiert werden. Diese Anordnung gefällt mir nicht, sodass ich die Lampen an den oben beschriebenen Positionen angebracht habe.

      Der letzte Arbeitsschritt bestand darin, einen einfachen ferngesteuerten Ein-Aus-Schalter zwischen Empfänger und Verteilerplatine zu setzen. Die Stromversorgung erfolgt direkt über den BEC aus dem Empfänger.

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      Gruß Ruben
      Aus Fehlern wird man klug, drum ist einer nicht genug!

      Fahrbereit: MS Neptun (Stückgutfrachter 1:100), MS Toro (Assistenzschlepper 1:100), CMS Bremen Express (Containerschiff 1:700)

      In der Werft: MY Albatros (Motoryacht 1:20) zur Restaurierung
    • Moin Gerrit,
      danke für den Link. Hatte ich vor einer Weile schon mal gesehen.
      Ich glaube bei der Albatros II ist einfach nur das Vorschiff etwas weniger schlank.

      Gruß Ruben
      Aus Fehlern wird man klug, drum ist einer nicht genug!

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      In der Werft: MY Albatros (Motoryacht 1:20) zur Restaurierung
    • Sound

      Ursprünglich wollte ich lediglich den Sound eines Signalhorns verwirklichen.
      Vor kurzem hörte ich jedoch im USCG-Rettungsboot eines Modellbaukollegen das Motorsoundmodul OnRoad-Fahrzeug von Reely. Dieses Modul erzeugt den Sound eines großen V8-Benzinmotors. Dies ist ein authentisches Geräusch für eine Motoryacht aus einem Zeitalter, in dem anstatt Dieselmotoren häufig große Benziner verbaut wurden. Da das Modul bei Conrad gerade stark reduziert war, musste ich nicht lange überlegen.
      Das Modul wurde nach Anleitung angeschlossen und möglichst hoch im Boot positioniert, damit der Sound möglichst ungedämpft durch das Deckshaus nach außen dringen kann. Mehr war nicht zu tun, da sogar ein Lautsprecher bereits im Gehäuse des Moduls integriert ist. Die Stromversorgung erfolgt direkt über den Fahrakku.
      Das Modul bewährt sich gut. Bei kurzem Antippen des Steuerknüppels für Vorwärtsfahrt hört man ein paar Umdrehungen des Anlassers, bevor dann der V8 blubbernd erwacht und im Standgas läuft. Gibt man Gas, so passt sich das Geräusch automatisch an die jeweilige Drehzahl an.
      Da es sich eigentlich um ein Soundmodul für Straßenmodelle handelt, hört man bei schnellem Beschleunigen Getriebeschaltgeräusche. Dies ist bei einem Boot natürlich nicht erwünscht und kann einfach vermieden werden, indem man langsam beschleunigt.

      Das Soundmodul für das Horn ist ebenfalls von Conrad. Es handelt sich um eine kleine Platine ohne Gehäuse. Hier musste noch ein ferngesteuerter Ein-Aus-Schalter und ein Lautsprecher angelötet werden. Ursprünglich setzte ich den Lautsprecher (10 Watt, 4 Ohm) nur in einen Holzrahmen, da ich annahm, dass der Holzrumpf des Bootes ein geeigneter Resonanzkörper sei. Der Einfachheit halber speiste ich das Horn über den Empfänger (BEC).
      Es stellte sich jedoch heraus, dass der Sound etwas krächzend und zu leise war. Darum fertigte ich aus acht Millimeter starkem Multiplex ein Lautsprechergehäuse und schloss den Ein-Aus-Schalter des Horns direkt an den Fahrakku an. Das Gehäuse dient als Resonanzkörper und die höhere Spannung des Fahrakkus vermeidet eine Unterversorgung. Nun sind Lautstärke und Klang deutlich besser.
      Betätigt wird das Horn über den rechten Steuerknüppel in Vorausrichtung. Ich stellte die Neutralstellung des entsprechenden Kanals im Programmiermenü des Senders so ein, dass das Horn nur bei nach vorne gedrücktem Hebel ertönt. Lässt man den Hebel los und wird er über die Rückstellfeder in Mittelstellung gebracht, so stoppt der Sound des Horns automatisch.

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      Gruß Ruben
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      In der Werft: MY Albatros (Motoryacht 1:20) zur Restaurierung
    • Radar

      Eine von Beginn an eingeplante Funktion für die Albatros war ein Radargerät mit drehendem Radarbalken.
      Nun stand die Frage im Raum, ob ein altes Radar aus den 60er Jahren oder ein modernes Gerät (der heutige Eigner der Yacht könnte ja ein modernes Radar auf der klassischen Yacht nachgerüstet haben) gebaut werden sollte.
      Ich entschied mich für ein altes Radar, das bereits in den 60er Jahren so existiert haben könnte. Zwar waren zu der Zeit Radargeräte in der Marine und z.T. auch schon in der Berufsschifffahrt verbreitet, in der Sportschifffahrt aber vermutlich eher nicht. Deshalb war nun etwas Phantasie gefragt.
      Beim Recherchieren im Internet stieß ich auf ein 1963 von Phillips entwickeltes 9mm-Radar für die Binnenschifffahrt. Das Aussehen gefiel mir auf Anhieb und die Abmessungen des Binnenschiff-Radars eignete sich schon fast für Sportboote. Damit das Radar auf der Albatros die Optik nicht zu sehr dominiert, habe ich es allerdings mit dem Recht der künstlerischen Freiheit noch etwas „schrumpfen“ lassen. Auch beim weiteren Aussehen des Radars hielt ich mich eher grob an das Vorbild. Das Ziel war es, ein Radar zu bauen, das so in den 60er Jahren auf Yachten hätte eingesetzt werden können.

      Der Korpus des Gerätes besteht aus einem auf Maß geschliffenem Stück Kiefernleiste, die Kühlrippen werden durch ein aufgeklebtes Stück zehnadriges Flachbandkabel dargestellt. Der Radarbalken besteht aus Messingblech, die Teile wurden mit der Laubsäge ausgesägt, gefeilt und mit Sekundenkleber zusammengesetzt. Die Antriebsachse des Balkens und die Durchführung bestehen aus Messingdraht und einem Stück Schrumpfschlauf. Der „Bügel“, der um den Balken herumführt, wurde ebenfalls aus Messingdraht hergestellt. Nach dem Zusammenbau wurde das Gerät matt weiß lackiert. Das Kabel, das durch das Dach des Steuerhauses zum Radargerät führt hat keine Funktion, es dient lediglich der Optik.

      Der Antrieb wurde aus einem Micro-Servo hergestellt. Das Servo wurde geöffnet und zerlegt. Das Poti wurde abgelötet und durch zwei Widerstände ersetzt, die in der Summe dem Widerstand des Potis in Neutralstellung entsprechen. Außerdem wurde der mechanische Anschlag an einem Zahnrad entfernt. Das Servo wurde wieder zusammengesetzt und war nun in der Lage, als Getriebemotor zu wirken und konnte 360 Grad drehen.
      Der so hergestellte Antrieb wurde von innen unter das Dach des Steuerhauses geklebt und per Schrumpfschlauch mit der Antriebsachse des Radargerätes verbunden.
      Da ein Servo zum Schalten direkt an den Empfänger angeschlossen wird, ist kein zusätzlicher Ein-Aus-Schalter nötig. Nach dem Verlegen des Kabels zum Empfänger kann das Radargerät nun ferngesteuert ein- und ausgeschaltet werden.

      Das komplette Radar inklusive Antrieb wurde aus Gegenständen gefertigt, die in der Werkstatt vorhanden waren. Nichts wurde extra gekauft.

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      Gruß Ruben
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    • Messingschilder

      Im Thread „Beleuchtung“ wurden bereits die beiden länglichen Deckslampen an den Außenseiten des Steuerhauses erwähnt.
      Zweck dieser Lampen ist es, die beiden nun angebrachten Namensschilder zu beleuchten. Die Schilder wurden per Laubsäge aus Messingblech gesägt, gefeilt und gebohrt. Nach dem Gravieren und einer Oberflächenbehandlung zur langfristigen Vermeidung von Grünspahn und sonstigen Witterungserscheinungen wurden sie mit Sekundenkleber aufgeklebt und zusätzlich mit jeweils zwei Kupfernägeln gesichert.

      Später folgen natürlich noch die obligatorischen Beschriftungen des Schiffsnamens beidseitig am Bug und Name nebst Heimathafen am Heck. Die Messingschilder sind nur ein schönes zusätzliches Detail.

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      Gruß Ruben
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    • Mal wieder Bauunterbrechung

      Urlaub ist wieder einmal zuende und es geht zurück auf See.
      Großes Schiff fahren, anstatt an kleinem Schiff zu bauen.
      Darum Bauunterbrechung bis Anfang 2019.

      Gruß Ruben
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    • Moin Moin Ruben,
      Wirklich sehr schön bis hier hin, vor allem dein Ideenreichtum und deine Recherche zum Thema Radar. Obwohl ich glaube zu dieser Zeit hatten wirklich nur sehr wenige ein Radar auf einen privaten Boot.
      Ansonsten wünsche ich dir für deinen nächsten Törn alles Gute.

      Grüße aus Cottbus
      Piet
      Cousteau

      Der mit der lustigen roten Mütze :pf:

      Im Heimathafen: Calypso
      Ausrüstungskai: Kutter Elke
      Vom Stappel gelaufen: Fischereihilfsschiff Robert Koch
      Im Karton: HMS Hood
    • Damals hatte niemand ein Radar, selbst heute in den wenigsten Fällen. Heute hat man AIS , das mir den Schiffsverkehr mit Kursen und Geschwindigkeiten, sowie Schiffsnamen und Zielhafen auf der Karte darstellt.
      aber nettes Gimmik!

      PS: Es ist deutlich zu klein! Das sind auch heute noch ziemliche Brocken!

      svb.de/de/raymarine-hd-digitale-schlitzantenne-ra1048hd.html

      Man beachte die maße!

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von AxelF ()

    • Jawohl, ihr habt beide Recht Trotzdem wollte ich ein Radar haben :juhu:

      Danke für die guten Wünsche Piet!
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