Ruderkoker - richtig bauen

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Hallo Bjoern,

      ich finde das Thema sehr interessant, da ich zur Zeit die Titanic baue und jetzt auch vor dem Problem mit der Ruderanlage stehe. Es ist überhaupt mein erstes Modell und ich habe bisher keine Erfahrung mit Wellen - und Ruderanlagen. Was versteht man im Modellbau, speziell bei Ruderanlagen, eigentlich unter „ einpressen“? Eine passende Hülse besorgen und einfach rein damit ins Rohr?

      Gruß, Markus
    • Hallo Markus,
      mit "einpressen" ist speziell beim Eigenbau von Ruderkokern oder Stevenrohren der Einbauvorgang der Lager gemeint. Dazu muß der Innendurchmesser des Kokers /Stevenrohrs und der Außenduchmesser der einzubringenden Gleit- oder Kugellager zueinander passen - im wahrsten Sinne des Wortes, s. Fachwissen zu Passungen hier.
      Der feste und auch dichte Sitz der Lager im Rohr wird dabei durch die sog,. Flächenpresskraft bewirkt, die zwischen dem jew. Innen-/Außendurchmesser allseitig radial wirkt
      Beim Ruderkoker kann man den Einpressvorgang durchaus im Schraubstock bewerkstelligen (bitte Backenschutz aus Holz oder Kunststof nicht vergessen, damit die Rohrenden nich leiden), bei Stevenrohren ist derjenige fein raus, der das in einer Drehbank machen kann. Mit ruhiger Hand und gutem Auge kriegt man das aber auch rein manuell hin.
      Kreative Grüße
      Hermann


      Aedifico ergo sum

      fahrbereit:
      Playmobil-FK, Expeditionsfloß, SBY, Vegesack, Silver Surferine

      In Arbeit: Bermpohl, Anna2
    • Macht's nicht zu kompliziert, Leute. Eine ausgefuchste Lagerung braucht man überhaupt nicht im Ruderbereich. Das würde selbst ungeschmiert in 100 Jahren nicht verschleißen. Ein eingeklebtes Messingrohr als einigermaßen spielfreie Führung für die Ruderwelle reicht vollkommen aus. Was als Abdichtung gut funktioniert, ist Folgendes: Man nimmt einen Silikonschlauch, der ca 0.5mm weniger Innendurchmesser hat als die Ruderwelle Aussendurchmesser hat. Man schneidet ein 10-15mm langes Stück ab, und schiebt es oben auf das Führungsröhrchen drauf. Dabei steht es ein paar mm über nach oben, so dass sich der ungedehnte Durchmesser wieder einstellt. Dann schiebt man von unten einfach das Ruder mit eingefetteter Ruderwelle nach oben durch. Man merkt direkt, dass man ein wenig mehr schieben muss, sobald die Ruderwelle durch den Silikonschlauch gedrückt wird. Eine perfekte Dichtung. Nun oben eine Unterlegsscheibe und einen Stellring, oder direkt den Ruderhebel auf die Ruderwelle schieben, damit sie nicht nach unten zurückrutscht. Fertig ist die 100% dichte, leichtgängige, billige, stabile und einfachst herzustellende Ruderanlage.
    • Ruderanlagen von Robbe hatten normalerweise ein Messingrohr, welches an einem Ende etwas aufgebördelt war.
      Dazu gehörte auch ein kleiner O-Ring, welcher beim Zusammenbau etwas gequetscht wurde und die Sache war dicht.

      Gibts teilweise noch von Krick und sieht so aus: Klick (Bild anklicken, dann ist es gut zu erkennen)

      Einfach und effektiv, so muß das sein. Natürlich sollten die Ruderwelle und der O-Ring gefettet sein.
      Gruß
      Hermann
    • Hallo.

      Wusste gar nicht, dass man bei so einer einfachen Sache so viel bedenken muss. :resp: Ich bin da voll auf der Linie von AxelF. Ein Messingrohr (andere Materialien gehen natürlich auch), oben und unten einen Stellring (Innendurchmesser 3mm) eingeklebt, mit Fett gefüllt und fertig ist ein simples und dichtes (oder dichter?) Ruderkoker. Manchmal muss man mit einer Rundfeile etwas Material im (Messing)rohr abtragen, aber das ist nur minimal. Alles kein Hexenwerk und mit Hausmittel ohne Probleme machbar. An das Messingrohr kann man auch schön einen Schmiernippel anlöten, wenn man sein Gewissen beruhigen möchte. :thumbsup: Und mit der Klebefläche gibt es unter Garantie keine Festigkeitsprobleme :wink: Zeitaufwand? Mit Tee kochen und Eis zum Nachtisch 15-20 Minuten :D ohne 10min ;)
      Gruß
      Olli


      Olli, also ich, ist nur verantwortlich für den Inhalt SEINER Gedanken. Sollten sich ob des geschriebenen, irgendwelcher Bilder im Kopf des Lesers bilden, so lehnt Olli, also ich, jegliche Verantwortung ab.

      Und übrigens: Wenn man weiß wo man ist, kann man sein wo man will !