Arkai Hurrican 1000

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    • Arkai Hurrican 1000

      Hallo zusammen,

      ich wollte kurz mal über ein neues Boot auf dem Markt, eine kleine Revision verfassen.
      Ein Modellbaukollege hat letztens ein günstiges Zweitboot gesucht und ist auf die Hurrican 1000 von Arkai gestoßen.
      Modell sah gut aus und für knapp unter 200 Eurone auch genau passend.
      Also Boot bestellt, Lieferung kam schnell und es ging los.

      Hiebei muß ich einwenden, das ich beim Aufbau des Segelbootes aus Zeitgründen nicht dabei sein konnte, ich durfte nur nach seinem Hilferuf zwei Tage später helfen, die Fehler zu korrigieren.
      Ich schreibe aber in der rückblickenden Form in der er mir den Aufbau geschildert hat. Die Eindrücke betreffs Material und Fehlerbehebung kommen von mir, von 2 Tage später.

      Aus der Box heraus erstmal alles gut.
      Der Rumpf ist materialtechnisch dünn, kein GFK, aber auch nicht schlechter als der meiner Seawind oder anderer Boote dieser Klasse und somit völlig okay.
      Das Schwert scheint Alu zu sein und somit schön steif, die "Bleibombe" ist elegant ausgeführt und alles ist sehr paßgenau, erinnert irgend wie an die Dragonforce bzw. an deren Baugleiche Compass von Arkai.
      Und da wir schon mal bei der Compass von Arkai sind, einem Boot der 65cm Klasse, der mitgelieferte Ständer ist definitiv von der Compass und somit viel zu KLEIN!!!

      Das Aufriggen geht durch die vorkofektionierten Leinen und hier hat Arkai nicht zuviel versprochen, sehr zügig.
      Da die Schoten alle einstellbar sind und die Schotdurchführung sehr nahe an den Anschlagpunkten der beiden Bäume liegt, lassen sich die Segel sehr gut trimmen.
      Alles in allem ist der Zusammenbau sehr einfach und geht schnell von der Hand.
      Die Decksöffnung ist zwar nicht so gewaltig groß aber vollkommen ausreichend.
      Diese liegt auch so hoch auf dem Boot, sodas ein Wassereindringen nicht statt findet, wie das spätere Testsegel auch bestätigte.
      Die Öffnung über dem Ruderkoker wird durch eine Folie abgeklebt und ist somit dicht.
      Auch existiert ein Wasserauslaßloch hinten mit einem Gummipfrofen ähnlich bei der Dragonforce.
      Die Segel sind aus einfacher Folie ohne Profil aber bei dem Preis ist das auch nicht anders zu erwarten.
      Der Fernsteuersender macht nicht gerade einen hochwertigen Eindruck aber sie funktioniert, also was will man mehr.
      Der Empfänger im Boot, der mitgelieferte Akku incl. USB Ladegerät sehen gut aus.
      Im Boot sind eine Segelwinde und ein Ruderservo verbaut, soweit okay.
      Die Segelwinde führt eine Umlaufschot, welche sich durch mehrere Ösen an Deck schlängelt und ist somit gegen Bildung einer Wuling gesichert. Einfach ist manches mal einfach gut.

      Also die Funktionen getestet.
      Das Ruder.
      Beim Rudertest kam die große Enttäuschung und somit auch meiner einer somit 2 Tage später mit ins Boot (passende Redewendung).
      Der Servoarm des Ruderservos war viel zu kurz und somit hatte das Boot nur einen Ruderausschlag der eher an die Feintrimmung erinnerte.
      Auch entspricht die Länge des Servoarms nicht den Bilder von Arkai.
      Auf Nachfrage beim Verkäufer hieß es, das sei so Original aber man schicke aus Kulanz einen neuen Servoarm incl. Servo. (Das nenne ich mal gut.)
      Bei der Installation eines Servoarms aus meinen eigenem Vorrat erkannte ich dann auch den wahrscheinlichen Grund für den kurzen Arm.
      Bei einer Ruderbewegung nach rechts stieß mein längerer Servorarm an die davor liegende Segelwinde!
      Also deshalb wahrscheinlich der kurze Arm, welcher aber leider den Ruderausschlag zu stark begrenzte.
      Kurzerhand den nun normallangen Servoarm auf die andere Seite also um 180° gedreht und an der Fernsteuerung den Ruderweg invertiert und die Kiste lief. So einfach kann es gehen.
      Das leichte Scheuern des Rudergestänges an der Decksdurchführung zum Ruderkoker kann man in Kauf nehmen.
      Entweder etwas nacharbeiten oder es schleift sich schon ein.

      Beim nun neuen Rudertest mit gedrehten Arm fiel auf, daß das Ruder sich nach dem Ruderausschlag nicht in die Mittelstellung zurück bewegt.
      Grund dafür ist der Ruderarm, der aus zu weichem Plastik ist, welcher auf der Ruderwelle steckt.
      Die Montage des Ruders war zwar sehr einfach und meine Meinug auch elegant gelöst.
      Man muß nur das Ruder durch den Koker und den Ruderarm dann auf die Welle stecken.
      Beides ist durch eine Einkerbung in der Welle und Ruderarm formschlüssig verbunden und wird durch den mitgelieferten Sicherungsstift durch das bereits vorgebohrte Loch gesichert.
      Der Ruderarm hat zwar eigentlich kein Spiel auf der Welle, aber wir wissen ja alle, eigentlich ist kein Hauptwort.
      Das Plastik des Ruderarms ist so weich, das das Ruder sich in jeder Stellung mit der Hand um mehrere Grad bewegen läßt, ohne das es sich auf den Ruderservo überträgt.
      Also mußte ich auch noch einen neuen Ruderarm, diesmal mit einer Schraube als Sicherung und Arretierung, verbauen.
      Nach dem Kürzen des Rudergestänges, welche jetzt leider durch den neuen Winkel zum Servo an der Außenseite anschlug, waren alle Probleme am Ruder gelöst.

      Die Segelwinde.
      Die Winde mit der Umlausschot fünktionierte gut auch wenn sie sehr, sehr, sehr laaaaaaaannnnnggggggssssssaaaaammmmm ist.

      Also zum See.
      Windstärke zwischen 2 - 3 mit einpaar krätigeren Böen geschätzt 4, dabei Sonnenschein und von oben keine Nässe.
      Ideales Wetter zum segeln.
      Mit an Board (ich meine auf dem See), zwei Tenrater, eine Marblehead und ich mit meiner getunten Seawind (höherer Karbonmast und größere Segel von X-sails).
      An der Kreuz war die Hurrican durchaus auf Höhe meiner Seawind, verblüffend flott.
      Auch vor dem Wind hatte ich keine Möglichkeit mit meinem Tuning zu punkten (gggrrrrhhhh!)
      Dieses Billigteil, sorry Günstigteil scheint wirklich gut zu laufen.
      Klar mit den Tenreter und der Marblehead als Wettbewerbsboote kann die Hurrican nicht mithalten, aber was passiert dann????
      Beim Vorwindsegeln mit einer kräftigen Böe von achtern kann die Hurrican sowohl mit den Tenratern als auch mit der Marblehead mithalten.
      Es sieht sogar fast so aus, als wäre die Hurrican kurz vor der Gleitfahrt.
      Nur ich mit meiner Seawind verliere dabei immer mehr an Boden.
      So kann ich leidernur sagen, sie läuft einfach gut.

      Aber es ist nicht alles gut.
      Irgend wann holt der Kollege seine Hurrican aus dem Wasser, etwas ist komisch.
      Der Lümmelbeschlag am Mast ist gerissen, zu viel Wind geht anscheinend nicht.
      Das Ganze mit ein paar Leinen notdürftig geflickt und es geht weiter.

      Mein Resüme:
      Ein Boot, welches verblüffent gut segelt, aber materialtechnisch nicht umbedingt punkten kann.
      Und in mehreren Details, wie der Ruderanlage und der doch zu langsamen Segelwind noch dringends Verbesserung benötigt.
      Also, wer ein wenig Hilfe hat oder bastelltechnisch nicht unbedarft ist, erhält nach ein paar Nachbesserungen ein flottes, leicht zu segelndes Boot der 1 Meterklasse.

      Soweit so gut.
      Gruß aus Braunschweig
      Laaatz