Spantgerüst für Styrodur-Urrumpf durch und durch wasserfest bekommen?

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    • Spantgerüst für Styrodur-Urrumpf durch und durch wasserfest bekommen?

      Hallo zusammen,

      ich hoffe ich schneide hier kein Thema an, das schon ausführlich behandelt wurde.

      Mein Problem ist folgendes:

      Ich möchte in Kürze einen größeren Schiffsrumpf beginnen und würde gerne wieder die Methode "vom letzten Mal" verwenden. Allerdings trat hier damals ein Problem auf.

      Wir bauten damals ein ganz normales Spantgerüst für einen Schaufelraddampfer aus ganz normalem Sperrholz ohne spezielle Vorbehandlung (und hier liegt bestimmt das Problem).
      In die Zwischenräume wurde Styrodur ("Roofmate", hellblau) geklebt, das Ganze wurde anschließend gespachtelt, verschliffen, gefüllert und war am Schluss Spiegelblank - so haben das vermutlich viele Leute schon getan.

      Nun kommt das Blöde: nach einigen Tagen bildete sich die Spantenform hauchfein durch die fertige Oberfläche hindurch, ohne sie zu verletzen - sprich die Oberfläche war weiterhin intakt und schön glatt, nur waren die Spanten hauchfein (wenige Zehntel mm) erhaben zu sehen. Vermutlich haben die unbehandelten Spanten vom Spachteln her Feuchtigkeit gezogen und haben sich danach leicht ausgedehnt.

      Wie kann ich dies vermeiden? - besser gesagt wie muss ich das Sperrholz behandeln, dass dieses bin in die Tiefe wasserfest wird und keine Spanten mehr durchschauen?
      Oder ist die Problematik eine ganz andere?
      Muss ich für die Spanten etwa ein anderes Material als Holz nehmen? Oder ein spezielles Sperrholz?

      Grüße
      Christian
      "Bridge Main Control - Engineering Department ready to answer all Bells"
    • Die Antwort ist gut und richtig!

      Da ist mir Stiwwel zuvor gekommen :)
      MfG, Ernst
      (Moderator)

      Das Vorteilhafte an Standmodellen ist, dass sie selten absaufen...

      IG-Yachtmodellbau seit 1996

      Under Construction: Wider 32 in 1:10 - diverse Sunseeker-Yachten - und das Dauerthema bei mir: Riva Aquariva 33' Variationen :bd:

      MFC Ikarus Kempten - Modellfliegen auf 895,2m Starthöhe :)
    • Hallo Christian,
      hab deine Frage erst Heute gelesen. Vermutlich ist es auch schon zu spät zum Antworten. Ich baue meine Urmodelle zwar über Spannten, lass sie aber beim zusammenbau des Urmodells nicht zwischen den Styrodurblöcken. Sie werden sich immer abdrücken, auch wenn du das Urmodell mit GFK überziehst.
      Ich spanne zwischen zwei Spannten (reicht aus Pappe, deren Stirnseite gut geschliffen wurde) einen entsprechend dicken (Spanntabstand) Styrodurklotz. Dieser wird dann mit einem Heißen Draht ausgeschnitten und die Blöcke (am besten mit Styroporkleber und nicht bis ganz an den Rand damit gehen) zusammen. Danach schleifen und überspachteln (Gips hat sich da ganz gut erwiesen, läst sich leicht schleifen und spachteln ist zudem noch billig und weicher als das Styro).
      Danach das ganze mit GFK überziehen (je nach größe des Schiffes reichen 2 - 3 Lagen 180er Gewebe). Danach wieder spachteln und schleifen. Sprühspachtel aus der Dose hat sich als nicht so gut erwiesen, da er "In der Form" hängen bleibt (löst sich vermutlich mit dem Gelcoat an und haftet dann an dessen Oberfläche). Am besten hat sich 2 K Spritzspachtel bewährt. Bekommst du am besten bei einem Lackierer. Mancher macht das Urmodell mal so mit, wenn er ein Auto behandelt (ich meine damit, es kostet meistens nicht oder nicht viel).
      Meiner Erfahrung nach drücken sich die Spannten (egal welches Materials auch immer) immer wieder ab. Manchmal auch erst in der Form selbst. Wenn du also über Spannten bauen möchtest und darauf beim Urmodellbau nicht verzichten möchtes, dann am besten vor dem Überzug des Urmodells mit GFK die Spannten einige zentel Millimeter herunterschleifen (Dremel-Rundschleifwerkzeug o.ä.) und dann überspachteln (wie o.a. mit Gips oder Leichtspachtel).

      Viele Grüße

      Stefan
    • luju68 schrieb:

      Hallo Christian,

      Am besten hat sich 2 K Spritzspachtel bewährt. Bekommst du am besten bei einem Lackierer. Mancher macht das Urmodell mal so mit, wenn er ein Auto behandelt (ich meine damit, es kostet meistens nicht oder nicht viel). Gibt es z.B. bei Ebay 1,5kg unter 10 Euro >>> Spritzspachtel

      Meiner Erfahrung nach drücken sich die Spannten (egal welches Materials auch immer) immer wieder ab. Manchmal auch erst in der Form selbst. Wenn du also über Spannten bauen möchtest und darauf beim Urmodellbau nicht verzichten möchtes, dann am besten vor dem Überzug des Urmodells mit GFK die Spannten einige zentel Millimeter herunterschleifen (Dremel-Rundschleifwerkzeug o.ä.) und dann überspachteln (wie o.a. mit Gips oder Leichtspachtel). Besser 3-5mm rausfräsen und dann aufspachteln. Als Beispiel Fotos meiner SHAMAL 70. Rumpf aus Depronspanten 6mm mit Schaum Zwischenräumen. Dann wurden die Spanten weggefräst und angespachtelt. Jetzt passt die Oberfläche


      Viele Grüße

      Stefan
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      MfG, Ernst
      (Moderator)

      Das Vorteilhafte an Standmodellen ist, dass sie selten absaufen...

      IG-Yachtmodellbau seit 1996

      Under Construction: Wider 32 in 1:10 - diverse Sunseeker-Yachten - und das Dauerthema bei mir: Riva Aquariva 33' Variationen :bd:

      MFC Ikarus Kempten - Modellfliegen auf 895,2m Starthöhe :)
    • Nehmt einfach einen geeigneten Spachtel, und kein Moltofill oder solch einen Käse. Gips ist da die völlig falsche Empfehlung.
      Epoxy- Leichtspachtel ist da das Mittel der Wahl, da schrumpft nichts, und da muss auch nichts wasserfest gemacht werden.
      Oder habt ihr schonmal gehört, dass der Autolackierer vor dem Spachteln einige Ze(h)ntel von der Karosserie wegfräst?

      Spanten nur mit einem "N".
    • Ich habe geschrieben, daß man das Styrodur am besten mit Gips spachtelt, BEVOR man eine oder mehrere Lagen GFK aufbringt. Das spart sehr viel spachtelarbeit NACH aufbringen des GFK mit Autospachtel (Feinspachtel)
      Ein spachteln der fertigen Form nach GFK überzug mit Gips ist reiner schwachsinn und entbehrt jeder Grundlage, da sich Gips mit Wasser wieder auflöst und sich nicht Nass schleifen läst.
      Wenn du mit Autospachtel (Polyesterspachtel) direkt auf das Styro gehst hast du nicht mehr viel davon übrig, was zum abformen herhält. Außerdem ist der viel, viel härter als das Grundmaterial und schleift sich wesentlich schlechter ab, als dieses. Egal ob du Balsa oder Styro.. hernimmst (falls davon überhaupt etwas übrig bleibt) Epoxy-Leichtspachtel ist übrigens auch viel härter als Styrodur/por und somit schleifst du alles um die Spachtelstelle herum wesentlich leichter und schneller weg, als die gespachelte Stelle. Du brauchst also eine Spachtelmasse, die leichter und weicher als das Grundmaterial ist und davon gibt es nicht viel. Es gibt noch Leichtspachtel aus dem Modellflugbaubereich, der weicher und leichter als Balsa ist. Aber wesentlich teuerer als Gips.

      "Oder habt ihr schonmal gehört, dass der Autolackierer vor dem Spachteln einige Ze(h)ntel von der Karosserie wegfräst?"


      Das Wegfräsen ist auch bei einem Auto nicht notwendig. Erstens formst du nach dem Schleifen/Lackieren die Karosserie nicht ab und zweitens hast du bei einem Auto keine Spannten aus Holz oder anderem Material, das sie in der Form abdrückt. Daher schleifen die auch nichts explizip weg.

      Jede Spannte, egal ob aus Holz, Pappe oder sonstigem Material, auch wenn es mit einer dünnen lage Styropor überdeckt wird, zeichnet sich in der Form später ab. Auch wenn es auf dem Urmodell vor dem Abformen nicht mehr sichtbar ist.

      Grüße Stefan