3D Drucker JGAurora A5 - ein Anfänger berichtet

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    • 3D Drucker JGAurora A5 - ein Anfänger berichtet

      Ich möchte hier in loser Folge über meine Erfahrungen beim Einstieg in den 3D Druck mit dem Drucker der Firma JGAurora berichten.
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      Einleitung
      Modellbau mache ich schon lange, Computergestützte Teilefertigung ist bis jetzt jedoch nicht so mein Ding. Natürlich habe ich schon öfters diverse Frästeile verarbeitet. Manches mal habe ich auch darüber nachgedacht mir eine Portalfräse anzuschaffen. Aber irgendwie hat mich immer irgendwas abgehalten das auch wirklich in die Tat umzusetzen. Nur ganz am Rande habe ich wahrgenommen das sich der 3D Druck so langsam in den Bastelkellern etabliert. Vor einiger Zeit habe ich dann mal intensiver geschaut was man im Heimbereich so alles mir einem 3D Drucker anstellen kann. Irgendwann habe ich mich dann entschieden.

      Warum dieser Drucker?
      Wenn man etwas auf das Geld achtet, bleibt man zwangsläufig bei den Chinadruckern hängen. In den letzten Monaten wird in diesem Bereich sehr viel von CR10, ANet und Anycubic berichtet. Alles Drucker mit ihrer eigenen Fangemeinde. Diese Drucker funktionieren alle ähnlich und sehen letztendlich auch ähnlich aus. Viele der Chinadrucker sind mehr oder weniger Bausätze. Ein Bausatz ist sicher toll, wenn man Lust hat sich seinen Drucker als Bastelprojekt selbst zu bauen. Ich wollte nach Möglichkeit jedoch ein weitestgehend fertiges Gerät kaufen. Beim Stöbern im Netz ist mir der JGAURORA A5 aufgefallen. Dieser Drucker sieht optisch mehr wie ein fertiges Gerät aus, und nicht wie selbst gebaut. Neugierig geworden habe ich mir die verfügbaren Tests angesehen. Besonders gefallen haben mir diese zwei Testvideos: JGAurora A5 Teil 1 und JGAurora A5 Teil 2
      Nach dem Klar war, das ich mindestens einen Bauraum von 30x30x30cm haben möchte, und das es in dieser Größe gar nicht so viele Alternativen gibt habe ich dann mehr aus dem Bauch heraus entschieden das es der A5 wird. Wie soll ich auch ohne echte eigene Erfahrung eine ernsthafte Bewertung der verschiedenen Drucker durchführen?


      Kaufen!
      Dann war es vor zwei Wochen soweit, bei Gearbest gab es den JGAURORA A5 für 280€. Bei europäischen Händlern kostet der Drucker gerne fast 500€. Also Drucker kurzentschlossen beim Chinesen bestellt. Angeblich könne man bei diesem Händler ja auch zollfrei kaufen liest man im Netz. Also gespannt gewartet ob das klappt. Beim Bestellvorgang kamen dann noch 30€ Versand dazu, OK. Nicht wenig aber immer noch als Gesamtpaket günstig. Dachte ich mir. Und, man glaubt es kaum. 10 Tage später brachte DHL ein schönes, unbeschädigtes Paket aus China - ohne Zollgebühren! :fg:


      Auspacken...

      In den diversen Test sieht man immer in Schaumstoff verpackte Druckerteile. Nicht so bei mir. Die neueste Version des Druckers wird in einer professionellen Styropoorverpackung in einen sehr stabilen Pappkarton geliefert. Alles ist gut befestigt und gesichert. Alles macht einen sehr guten Eindruck.


      Montage

      Ist Ruck zuck erledigt. 4 Schrauben, 3 Stecker fertig.


      Jetzt wird es langsam spannend......


      Vor dem ersten Druck

      Ich hatte mich vorher etwas schlau gemacht, was man vor der Inbetriebnahme alles machen muss.

      Zunächst einmal alle Schrauben nachziehen. Alle!

      Spannung checken - das Netzteil kann mit 230 oder 110 Volt betrieben werden. Unter dem Drucker kann man das chekcen
      Dann sollte man prüfen ob das Druckbett parallel zum unteren Gehäuse ausgerichtet ist. Das muss nicht mit der Schieblehre nachgemessen werden sollte aber zumindest im mm Bereich stimmen.

      Danach überprüfen ob der Waagerechte Druckbalken (Da wo "3D-Printer" draufsteht) parallel zum Grundgehäuse ist. Dies war bei mir nicht der Fall. Ich habe zur Abhilfe einfach von Hand an einer Wellenkupplung eins Motors gedreht und so den Druckbalken richtig positioniert. Das geht natürlich nur wenn man den Strom noch nicht eingeschaltet hat.

      Nun kann man das erste mal den Einschalter betätigen......

      Es gibt einen Menüpunkt auf dem Touchscreen mit dem man die "Home" Positionen der Achsen anfahren kann. Diesen "Home" Menüpunkt nun aufrufen und nacheinander die Endpunkte anfahren lassen

      Er bewegt sich.... wenn man noch etwas mehr spielen möchte, kann man in dem Punkt "Move" die Achsen per Tastendruck fahren. Habe ich gemacht, alles funktioniert.

      Nun kommt ein ganz wichtiger Punkt: das Druckbett leveln. Nun muß das Druckbett parallel zur Bewegungsrichtung des Druckkopfes justiert werden. Auch dafür gibt es einen Menüpunkt.







      Bilder und weiter Infos kommen Morgen, ich muss jetzt leider weg. :s: :)
      Grüße,
      Ike

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Ike ()

    • Klar, es geht weiter:
      Das Druckbett levelt man so wie in der kurzen Anleitung, welche auf dem beigelegten USB Stick ist, gezeigt. Das klappte leider nicht auf Anhieb. Der Druckkopf konnte gar nicht weit genug abgesenkt werden. Bzw. Das Druckbett konnte man nicht hoch genug schrauben. Hier musste ich zunächst den Endschalter des Druckbalkens etwas tiefer stellen. Der Endschalter ist ein Mikroschalter welcher mit zwei Schrauben befestigt ist und eine Höhenverstellung erlaubt.
      Also, Schalter nach Augenmaß und mit vorsichtigem Probieren neu eingestellt. Dabei natürlich darauf achten das man nun nicht zu tief mit der Druckdüse nach unten kommt und das Druckbett beschädigt.
      Danach mit dem Homebutton nochmal die Endstellungen angefahren. Dann das Bett neu leveln. Ich habe das Bett in kaltem Zustand zwei mal gelevelt. Ältere Versionen des Druckers sollten wohl bei warmen Druckbett gelevelt werden - am anfang war der Aufbau des Druckbettes jedoch anders. Wie gesagt, ich bin Anfänger und beschreibe hier nur meinen Weg das muss nicht zwingend alles richtig sein.

      Mittlerweile war es schon spät geworden, und ich wollte endlich was drucken.
      Also das beigelegte Filament eingeführt (geht ganz einfach, auch dafür gibts eine Anleitung auf dem Stick) und dann die Testdatei von dem Stick ausgewählt und gedruckt.

      P1040400.jpg
      Da kommt dann dieses Teil raus. Ist wohl nur irgendein Testobjekt um die Druckergenauigkeit zu testen. Auf jeden Fall hat es funktioniert. Es sieht alles rund und glatt und gleichmäßig aus. :yes3:
      Den Boden kann man ganz leicht abbrechen, das ist bestimmt auch so gewollt und sagt etwas über richtige Einstellungen aus. Vielleicht sollte ich mich da nochmal schlau machen....

      Testobjekte sind aber auf Dauer langweilig. Ich hatte irgendwo gesehen das man mit dem Drucker eine sogenannte Iris-Box drucken kann. Das sollte das erste Objekt werden. Für alle die es noch nicht kennen: thingiverse.com diese Community stellt unzählige druckbare Dateien zur Verfügung. Ich habe gefühlt schon Tage damit verbracht dort zu stöbern und zu sehen was andere so alles drucken. Faszinierend.
      P1040398.jpg

      Ich habe, vielleicht etwas naiv, einfach die Datei herunter geladen und in dem Programm JGCreat von dem Drucker-USB Stick geöffnet. Dieses Programm ist wohl die JGAurora Version des oft verwendeten CURA. Diese Programme berechnen aus den 3D Dareien irgendwie die Art und Weise wie der Drucker die digitalen Daten in ein echtes Objekt umwandelt.
      Ich weis das es einige Hauptparameter beim 3D Drucken zu beachten gibt. Besonders oft liest man von Nozzle-Temp, Bed-Temp Speed, retrakt.....
      Erstmal egal! Das Programm hat eine Voreinstellung für den Kunststoff PLA. Dieses Zeug liegt dem Drucker auch bei - also wird das schon irgendwie passen. Wie gesagt, Datei geöffnet und dann im Programm auf einen USB Stick gespeichert (der Button um dies zu tun ist rechts unten in dem Programmfenster). Dann den Stick in den Drucker - im Menüpunkt "Print" die Datei auswählen und los gehts.
      Nach ca. 5 Stunden war die Dose fertig. Und nach sehr kräftigem rucken und drehen funktioniert sie sogar. Nun hatte ich endlich die Familie auf meiner Seite - das komische Ding welches ich da gekauft hatte machte wirklich was funktionierendes zum anfassen. Direkt kam die Frage was kann man denn noch damit drucken. Jetzt am besten die nervenden Familienmitglieder auf Thingiverse schicken, dann haben die genug zu tun.
      Aber es dauerte nicht lange, dann kam die Frage: kannst Du da auch ausdrucken? Klar! Dann also einen Baby Groot (ist eine Filmfigur) in ca. 18 Stunden drucken lassen. Auch wieder einfach die Standarteinstellungen stehen gelassen.
      Das Ergebnis ist auch überzeugend:
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      P1040392.jpg

      So eine Eule sollte es dann auch noch sein:
      P1040396.jpg


      Dann brachte die Post neues Filament. Bestellt habe ich bei eins3D. Ich hoffe das ich bei einem deutschen Händler gleichbleibende Qualität bekomme, und so nicht ständig alle Druckparameter neu finden muß. Daher werde ich mich langfristig auf einen Hersteller/Händler beschränken. Ob das dieser Anbieter, oder ein Anderer Anbieter ist werden wir sehen.


      Da ich dem Drucker ein Schutzgehäuse verpassen möchte, habe ich dann gleich mal zwei Scharniere und andere Teile aus dem Material PETG ausgedruckt. Hier brauchte ich zwei Anläufe bis dieses Material auch auf dem Druckbett haftete und der Druck funktionierte.

      Hat aber ganz gut geklappt

      :P1040389.jpg


      Soweit die Einführung. Bitte fragt, wenn ihr noch irgendetwas genauer sehen oder wissen wollt.
      Grüße,
      Ike
    • Hallo Ike,

      ich hüpf hier einmal rüber,
      Hast Du schon einmal über ABS Filament nachgedacht , wenn Du so eine hohe Temparaturbeständigkeit haben möchtest?
      Hat so ähnliche Daten wie PTEG, ist aber günstiger.

      Einen schönen Drucker mit großem Bauraum und Plug and Play hast Du Dir da zugelegt, ich hab da doch 2-4 Fragen:
      ist an die Technik, wie Druckkopf oder andere bewegliche Teile heranzukommen ohne "alles" demontieren zu müssen?
      und hat der Druckkopf eine Bauteilkühlung , das ist leider auf dem Foto nicht zu erkennen.

      Früher oder später muss man Teile austauschen z.b. Düse, Filamentführung, Heizung , Temparatursensor oder man hat einfach einen Kabelbruch.
      Wie ist das überhaupt mit der Ersatzteil Versorgung?
      Die Kühlung ist wichtig um das warping zu vermeiden , vor allem wenn man größere Teile Drucken möchte und anderes Material einsetzt.

      viele Grüße
      Ralf
      viele Grüße :wink:
      Ralf
    • Hallo Ralf,
      Ja, sicher habe ich über ABS nachgedacht. Eine Rolle liegt hier auch schon. Ich hoffe jedoch, das PETG etwas umweltfreundlicher bzw. gesünder von den Ausdünstungen ist. Der Drucker steht im Arbeitszimmer bei uns im Haus...

      Zum JGAurora A5
      Die Zugänglichkeit zum Druckkopf ist OK. Da ist nur eine einfache Sichtblende mit zwei Schrauben zu lösen. Ich musste auch schon die Düse ausbauen, da dort leider eine Undichtigkeit war. Ist eben auch nur ganz normale Chinaware. Das Problem hatte ich recht schnell gelöst, und dann auch nachgeschaut wie die Heizung usw. verbaut sind. Alles ganz einfach zu lösen.
      Da ich sowieso schon am schrauben war, wollte ich mir gleich die Innereien des unteren Gehäuses anschauen. Z.B die Erdung checken, schauen ob die Kabel ordentlich verlegt sind usw. Hier liegt ja auch der Antrieb und die Führung des Druckbettes. An diese Teile kommt man nur mit Aufwand. Dazu muß man einige Kabel lösen, und diese wurden von den Chinesen reichlich mit Kabelbindern und Heißkleber gesichert. Ich habe das dann bleiben lassen und den Drucker so wieder in Betrieb genommen.


      Bauteilekühler
      Ja, er hat einen. Da ist ein kleiner Radiallüfter, der einen kleinen Luftauströmer auf einer Seite der Düse hat. Natürlich gibt es diverse Tuninglustverteiler auf Thingiverse.


      Ersatzteilversorgung?

      JGAurora hat einen eigenen Teileshop bei Alibaba soweit ich weiß. Aber die Teile, welche ich bis jetzt gesehen habe wie Düse (MK8 Gewinde) Heizung usw. sehen sehr nach Standardteilen aus. Die Führungen sind 8er oder 10er Wellen mit entsprechenden Lagern. Die Schrittmotoren sehen wie ganz normale Schrittmotoren aus. Und die Platinen sind auch keine Eigenkonstruktionen sondern die, wie heißen die die überall drin sind? MKS irgendwas?

      Da mache ich mir erst mal keine Sorgen.
      Grüße,
      Ike
    • Diesmal sollte die Überschrift lauten: "Never touch a running System"

      Was ist passiert?
      Der Drucker läuft im Grunde ganz gut, wie gesagt ich habe keine Vergleiche kann aber sagen das die gefertigten Teile meine Erwartungen erfüllen.
      Dann kam der Übermut, das geht noch besser dachte ich. Auf diversen Internetseiten wird berichtet das die originale Firmware des Druckers schlicht und ergreifend Müll ist. Selbstverständlich wird dann auch gleich auf irgendwelche verbesserten Firmwareversionen verlinkt. Tatsächlich gibt es auch Kleinigkeiten die mich an dem Drucker gestört haben. Es ist so, das der Kühler des Hotend unmittelbar nach dem Einschalten des Drucker anfängt zu laufen. Es ist ein kleiner 40mm Lüfter einfacher Bauart. Die getunte Firmware verspricht das man dann den Lüfter über die Platine geregelt fahren kann. Gute Idee. Außerdem soll die Firmware das Druckergebnis optimieren usw....
      Also war ich mutig und habe die neue Firmware auf die Steuerplatine aufgespielt. Damit nicht genug, für das Display gibt es auch noch was besseres, also her damit.

      Mit den neuen Firmwaren, Firmwars, wie auch immer die Mehrzahl heißen mag, lief nichts mehr so gut wie vorher. Mit den selben Einstellungen zog das Filament Fäden, haftete nicht mehr so gut auf dem Druckbett und der Drucker fuhr die Achsen immer gegen Endanschlag (hört sich zumindest so an) Und ja, das war die Firmware für diesen Drucker. Weiterhin war es so, daß der Drucker zweimal nach unterbrechen des Drucks wegen Filamentwechsels einfach komplett abgestürzt ist.

      Letztendlich habe ich Heute viel Zeit damit verbracht zunächst im Netz die originalen Firmwaredaten zu finden und anschließend auf dem Drucker zu installieren. Die ganze Prozedur ist nicht ganz einfach denn das Display lässt sich nur über den SD Kartenslot im Inneren des Drucker updaten. Und selbstverständlich war eine Version fehlerhaft so das ich die Prozedur mehrfach durchführen durfte.
      Nachdem alles wieder beim Alten war, habe ich mit meinen alten Druckparametern gleich einen neuen Druck angefangen. Dieser läuft jetzt seit 7 Stunden und sieht bis jetzt sehr gut aus.

      Was habe ich sonst noch in dieser Woche gelernt?

      Ich komme mit dem schwarzen PLA Filament der Firma eins3D nicht klar. Ich habe das gute verwendet, nicht die günstige Fun+ Version. Ich habe einiges ausprobiert, aber letztendlich war das neongrüne PLA welches beim Drucker dabei war immer besser.
      Also wenn Jemand die angebrochene Rolle haben möchte, dann bitte melden.

      Das günstige Fun+ PETG von eins3D macht keine Zicken, das werde ich behalten.

      Druckbettleveln ist wichtig. Lieber öfter, und genauer, dann klappts auch mit dem Drucken


      Beim Leveln habe ich wirklich auf den üblichen Chinapfusch geschimpft. Um die Druckbetthöhe einzustellen muß man die Höhe der Glasplatte über Kunststoffrändelschrauben verstellen. OK soweit so gut. Das die Rändelmuttern nicht besonders griffig sind ist schon blöd. Das sie ziemlich klein sind liegt in der Konstruktion begründet, also auch OK. Aber das die Gewinde der Muttern und der Schrauben so beschissen gefertigt sind, das die Muttern einfach von den Schrauben rutschen, das geht gar nicht! Die Muttern packen einfach nicht.

      Nimmt man einfache billige M3 Baumarktschrauben klappt das viel besser. Aber leider ist die Größe M3 x 40 Senkkopf nicht im Baumarkt zu bekommen. Ich habe jetzt provisorisch zwei der Kunststoffteile gegen normale Muttern ersetzt, und die zwei besten Originalmuttern behalten. So gehts erst mal.

      Der Vollständigkeit halber sei erwähnt das die Rändelmuttern tatsächlich auch ein Messinggewindeeinsatz besitzen sie könnten also funktionieren, wenn sie dann ordentlich gefertigt worden wären.


      Hier wird also demnächst Ersatz gebastelt werden.


      Soweit für Heute.


      Demnächst werde ich hier mal eine Liste mit meinen Druckersettings für das Programm Cura einstellen. Aber dafür werde ich erst noch ein paar weitere Drucke durchführen.

      Wenn irgendwer Tipps für ein PLA Filament hat dann her damit. Ich suche einen Hersteller der nicht zu teuer ist, und gleichbleibende Qualität liefert. Ich habe keine Lust immer wieder alle Druckparameter neu auszutüfteln. Wenn keine besseren Vorschläge kommen, dann werde ich als nächstes das PLA von "Material4Print" testen. Ist jetzt nicht so teuer und scheinbar ein deutscher Hersteller.
      Grüße,
      Ike
    • Hallo Ike,
      danke für deinen kleinen Erfahrungsbericht. Bin auch am überlegen mir solch einen Drucker in die Werkstatt zu stellen, bin aber noch etwas unschlüssig welcher es werden soll.
      Dieser JGAurora A5 ist schon allein wegen seines großen Bauraumes sehr interressant. Würdest du dieses Modell wieder kaufen?
      Gruß
      Jürgen
    • Hallo Jürgen,
      im Prinzip ja. ;)
      Im Ernst, ich habe wie gesagt 300 Euro dafür bezahlt. Ist nicht wenig Geld, aber für einen Drucker auch nicht viel. ICH, würde mir nochmal einen JGAurora kaufen. Wahrscheinlich würde ich, wenn ich einen Anicubic Mega, oder einen CR10 hätte mir genau diese Drucker auch erneut kaufen. Da weiß man was man bekommt. Da kennt man die Macken des Gerätes.

      Im Speziellen hat der JGAurora A5 auch seine Nachteile:
      Man kommt schlecht an alles ran. Dadurch das er diesen schönen Metallrahmen hat, und die Elektronik im Fuß untergebracht ist kann man eben nicht mal so zwischendurch checken ob die Wellenkupplungen fest sind. Oder ob die Kabelführung des Druckbettes irgendwo scheuert. Wenn alles läuft, kein Problem. Wenn man reparieren muß sicher ärgerlich. Aber, ich wollte ja einen Drucker der nicht aussieht wie aus Fischertechnik zusammengebastelt, daher habe ich diese Probleme in Kauf genommen.
      Bis jetzt läuft der Drucker ja auch weitestgehend Problemlos. Bis auf die weiter oben erwähnten Chinesen-Verarbeitungsqualität alles OK.

      Das Einzige was mich wirklich nervt ist der laute Hotend Kühllüfter. Dieser winzige 30mm Lüfter läuft immer Vollgas sobald der Netzschalter des Druckers eingeschaltet wird. Da werde ich auf jeden Fall zumindest einen leiseren Lüfter einbauen.

      Noch ein Nachteil des A5 ist die Größe. Ja das ist ein Nachteil. Er braucht in der Tiefe erwa 62cm Platz. Denn das Druckbett fährt weit über den Unteren Gehäuseteil hinaus. Das hatte ich so nicht erwartet und mir deswegen gedacht: "Der wird schon auf den IKEA Lack Tisch passen" (Diese werden ja von vielen als Druckerständer mißbraucht). Alles kein Problem, aber so wird das Geöuse, welches gerade für den Drucker gebaut wird schon eine ganz ordentliche Größe bekommen. (Höhe 80, Tiefe 70, Breite 55cm)

      Ich kann also in Ermangelung von Vergleichsmöglichkeiten nicht sagen ob der A5 besser als andere Drucker dieser Preisklasse ist, aber ich bereue den Kauf nicht und würde ihn wieder kaufen.
      Grüße,
      Ike
    • Hallo Ike,
      danke für deine ausführliche Antwort.
      Der benötigte Platz ist nicht zu unterschätzen, ich hatte nur den schönen großen Bauraum vor Augen.
      Meine Kellerwerkstatt ist zwar nicht die Kleinste, platzt aber inzwischen auch aus allen Nähten.
      Da muß ich erst einmal schauen wo ich noch einen 3D-Drucker unterbringe.
      Es gibt einiges was man nicht, oder nur mit enormen Aufwand fräsen kann womit so ein Drucker überhaupt kein Problem hat.
      Um so mehr man sich damit beschäftigt, um so stärker wird auch das haben wollen Gefühl.
      Allerdings ist der Markt sehr unübersichtlich und die Entscheidung wird einem nicht wirklich leicht gemacht.
      Habe mir heute recht viel zum originalen Prusa i3 MK3 durchgelesen und auch einige Videos dazu angesehn.
      Diesen könnte man dann später weiter aufrüsten, der Bauraum ist allerdings nur 210 X 210 X 250.
      Wenn ich mich entschieden habe, werde ich auch ein wenig berichten.
      Gruß
      Jürgen
    • Mit meiner bescheidenen Erfahrung kann ich sagen, das wohl meistens auch weniger Bauraum ausreicht. Dann muß man eben Teile die zu einem Set gehören nacheinander drucken. Die Frage ist, wann druckt man wirklich mal ein 30x30x30 Teil? Wenn es nur für Kleinteile, oder irgendwelche Halterungen ist dann reichen 20x20x20 sicher auch.
      Bei mir war die Entscheidung für die Größe der Idee geschuldet, das das Nächste Boot in vielen Teilen aus dem Drucker kommen soll. Es soll ein recht aufwändiges 3D Modell entstehen, da ich eine sehr ungewöhnliche Optik erzielen will. Es wird ein Fantasie U-Boot.
      Grüße,
      Ike
    • Mojn,
      das mit diesem Fantasie U-Boot interressiert mich, bin gerade dabei mein erstes U-Boot zu bauen (Forschungs U-Boot Delta).
      Warscheinlich werde ich mir diesen originalen Prusa i3 MK3 als Kit bestellen, das Teil finde ich sehr interressant und es gibt auch die Möglichkeit später den Bauraum zu vergrößern.
      Im CNC-Fräsen bin ich ziemlich fit, zwei CNC-Maschinen (Portal und Opti BF20 + Drehachse) stehn in meiner Werkstatt.
      Allerdings ist 3D-drucken völliges Neuland für mich, würde aber dann in meinen Möglichkeiten kaum noch Wünsche offen lassen.
      Ich hoffe du berichtest auch ein wenig über dein Fantasie U-Boot.
      Es wäre bestimmt auch möglich die Nautilus auf einem 3D-Drucker entstehn zu lassen.
      Gruß
      Jürgen

      bitte berichte weiter über deine Erfahrungen mit diesem Drucker.
    • :D erwischt. Klar wird es noch eine Nautilus, aber eine andere. Bericht kommt, sobald ich etwas vorzeigbares zustande gebracht habe. 3D Konstruktion ist noch Neuland für mich. Und Sohnemann muß da erst mal in Blender eine schöne Außenhülle designen.

      Neuigkeiten zum JGAuroa A5
      Ich habe wegen der für meinen Geschmack besseren Druckergebnisse bis jetzt hauptsächlich mit der Software JGCreat gearbeitet. Leider ist das Programm gerade eben abgestürzt und hat den ganzen Rechner still gelegt. Ich konnte den Rechner nur noch Hardwaremäßig stromlos machen und neu Starten. Doof! Habe ich bei Windows schon lange nicht mehr gehabt. Besonders ärgerlich ist, das dieses Programm es irgendwie geschafft hat, sämtliche abgespeicherten Material- und sonstige Profile zu killen.
      Gut, als Neuanfang mit CURA in der aktuellsten Version. Mal schauen ob ich die Parameter noch richtig im Kopf habe....


      Eine kleine Optimierung des G-Codes habe ich mir zusammengesucht
      Mich störte, das der Drucker nach dem Druck das Bett immer ganz nach Hinten fährt. Das habe ich mit ein paar gefunden Zeilen im End G-Code verändert
      In Cura kann man das in der Druckerverwaltung eingeben der komplette Code sieht dann so aus:

      M104 S0
      M140 S0
      ;Retract the filament
      G92 E1
      G1 E-1 F300
      G28 X0
      G91 //relative Koordinaten
      G1 Z5 //Nozzle 5 mm anheben
      G90 //absolute Koordinaten
      G1 X0 Y250
      M84

      Damit fährt der Drucker nach dem Druck das Bett 250mm nach Vorne. Ganz nach Vorne ist blöd, dann ist es über dem Touchscreen.
      Grüße,
      Ike
    • Guten Morgen zusammen,

      erst einmal vielen Dank für den Erfahrungsbericht ... Ich hoffe wir lesen bald mehr ...

      3D-Druck ist ein spannendenes Feld welches aber auf Zeitgründen im Moment an mir vorbei gehen muss :cry:

      Ich hoffe, dass wir bald, gerade für den Schiffsmodellbau, in unserer Database den eine oder andere Datei sammeln können

      Also wenn Ihr Pionere ein paar interessante Dateien habt würde ich mich freuen wenn ihr diese hoch ladet :fr:
      Viele Grüße

      AStreety

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      :welcome: save the date --> Forentreffen 2019 vom 30.08. - 31.08.19 :welcome:


      Hier auch meine Facebook Seite wo ich Infos streuen werde --> facebook.com/rc.modellbau.schiffe
    • AStreety schrieb:

      Ich hoffe, dass wir bald, gerade für den Schiffsmodellbau, in unserer Database den eine oder andere Datei sammeln können

      Also wenn Ihr Pionere ein paar interessante Dateien habt würde ich mich freuen wenn ihr diese hoch ladet
      Hi,
      Sobald ich was brauchbares Produziere wird das auch hochgeladen, ich finde diese Idee einer Datenbank für möglichst viele Teile mit Bezug auf Schiffsmodellbau sehr gut. Da geht so viel, vom Servo und Motorhalter über Ausrüstungsdetails usw. Das wird schon :thumbsup:
      Grüße,
      Ike
    • Ja, ich bin noch da. ;)
      @MarcoG danke für den Tip. das Programm kannte ich noch nicht. Werde ich mir demnächst noch anschauen. Die einfachen Teile die ich bis jetzt gemacht habe gingen mit Tinkercad sehr gut von der Hand. Aber wenn es komplexer wird, dann brauche ich eine "richtige" Software.

      Neue Erkenntnisse im 3D Druck (zumindest neu für mich)

      Da kauft man sich einen 3D Drucker und liest natürlich überall Netz wie man dieses und jenes an dem Drucker und der Software tunen kann. Das hat mich ziemlich in eine Sackgasse geführt. Weiter oben habe ich ja geschrieben das mir die mitgelieferte Software JGcreat abgestürzt ist. Dies nahm ich zum Anlaß andere Slicer Software zu testen. Dieser Weg war kein leichter....
      Cura ist auch abgestürzzt. Da JGCreat auf Cura basiert im Grunde kein Wunder.
      Dann habe ich Craftware ausprobiert. Läuft, aber mit den ganzen Parametern komme ich persönlich nicht zurecht.
      Manche empfehlen als eine Art Geheimtipp die Software ideaMaker. Tolles Programm, hat neben der Silcer Funktion den G-Code für den Drucker zu erzeugen auch die Möglichkeit Schnitte in den Modellen zu erzeugen, oder Supportstrukturen manuell zusetzten. Das kann Craftware auch, sogar noch etwas besser.

      Letztendlich wurden die Ausdrucke aber immer schlechter je mehr ich in den verschiedenen Programmen rum gespielt habe. Wenn man nicht genau weiß was man da alles so einstellt, dann macht man scheinbar doch ganz schön viel falsch.
      Gestern habe ich dann zwei identische Testobjekte ausgedruckt. Und zwar einmal mit dem von der Bedienung her sympatischsten Programm ideaMaker, und einmal als Referenz mit dem JGcreat.
      Das Ergebnis war überraschend: JGcreat hat gewonnen. Natürlich habe ich soweit wie möglich die Druckparameter bei beiden Programmen gleich eingestellt. Dennoch ist der Ausdruck von JGCreat sauberer. Und das ohne die Expertenfunktionen auch nur ansatzweise angepasst zu haben.
      Also, Anfängertipp vom Anfänger: nehmt das Programm was der Hersteller vorgebt und nicht zu viel mit den Einstellungen herumspielen.


      Ganz ähnliche Erfahrungen habe ich mit mechanischen Verbesserungen machen können. Überall im Netzt wird die original Kühldüse für den Druck bemängelt. Man findet auch ziemlich schnell alternative Düsen zum selber ausdrucken. Die erste Düse die ich alternativ genutzt habe ist mir geschmolzen.... (nein ich habe kein PLA sondern PETG zum herstellen der Düse genutzt). Die zweite Düse habe ich aus ABS gedruckt. Eine ringförmige Düse mit sehr edler Optik. Hat leider den Nachteil das sich bei einem Fehldruck wenn sich mal ein Druckobjekt vom Bett löst, dieses sehr leicht in der Düse verhaken kann. Das Ergebnis war ein ziemlich wüster, festgescholzener Platikklumpen, der den Druckkopf fest mit der Düse verschmolzen hat.

      Letztendlich habe ich die Originaldüse wieder eingebaut. Ich werde mir jetzt eine Ersatzdüse drucken, welche vom Hersteller verteilt worden ist. Man weiß ja nie wenn man wieder eine neue braucht.


      Hatte ich erwähnt das mir der andere Kühllüfter des Druckers zu laut ist? Also nicht der, der das gerade geruckte Kühlt, sondern der Lüfter der das Hotend über der Düse kühlt. Hier hat JGAurora einen absolut billigen 30mm Lüfter verbaut, der ununterbrochen läuft sobald man den Drucker einschaltet, auch wenn er gar nicht druckt. Hier habe ich mittels eines ausgedruckten Adapters einen besseren 40mm Lüfter eingebaut. Das war eine gute Entscheidung.




      Weiterhin bin ich auf der Suche nach dem optimalen Druckmaterial.
      Ich habe das ABS-Next der Firma ein3D mit einem Teil getestet. Das hat überraschend gut funktioniert. Es hat auch nicht extrem nach geschmolzenem Kunststoff beim drucken gerochen. Ich hatte die Einstellungen wie beim PLA gelassen. Lediglich die Drucktemperatur auf 240 und die Betttemperatur auf 100 Grad eingestellt. Die 240 waren wohl etwas zu viel, hier würde ich das nächste mal auf 230 Grad reduzieren.
      PETG habe ich auch von der Firma eins3D getestet. Läuft absolut problemlos. Gedruckt habe ich mit 245 Grad und 85 Grad Druckbett Temperatur. Ich habe hier den Flow auf 96% reduziert. Ob das richtig oder nötig ist, keine Ahnung. Das hatte ich irgendwo so gelesen.
      Interessanterweise habe ich mit PLA mehr Probleme. Die Testrolle ist einfach genial mit den unveränderten Einstellungen von JGcreat gelaufen. Das PLA Material von eins3D hat viel mehr rumgezickt. Mal hat es nicht gehaftet, dann hat es Fäden gezogen. Dann hatte ich sogar wrapping (Das Teil hat sich von dem Druckbett beim drucken nach oben gewölbt.) Letztendlich habe ich das Kilo irgendwie weggedruckt und dann was neues gekauft. Aktuell nutze ich schwarzes PLA von Geeetech - läuft :2: und als zweites nutze ich weißes PLA von Material4Print (M4P) läuft mit den selben Einstellungen nicht ganz so gut und zieht Fäden.
      Um mir so langsam mal einen sinnvollen Überblick zu verschaffen habe ich die verwendeten Einstellungen für die Testdrucke habe in einer Excel-Tabelle zusammen gefasst.
      Die Einstellwerte teile ich gerne mit:



      MaterialPLAPLAPLA
      schwarzschwarzweiß
      HerstellerGeetechGeetechM4P
      Profilname des SlicersPLA BenchyPLA langsamerPLA Benchy
      Düse mm0,40,40,4
      Layer Height mm0,20,20,2
      Wanddicke mm1,23 Layer (3x0,4)1,2
      Infil %202020
      Dicke erster Layer mm0,3
      Drucktemp210210210
      Heizbett Temp555555
      Flow %100100100
      Retraction Distance mm6,576,5
      Retraction Speed mm/s608060
      Druckgeschwindigkeit mm/s404040
      Travelspeed mm/s908090
      Kühlungjajaja
      Form der Kühldüseoriginaloriginaloriginal
      HaftungSkirtSkirtBrim
      SlicerJGCreatideaMakerJGCreat
      Druckdauer berechnet01:41:0001:41:0001:41:00
      Druckdauer real02:01:0001:54:0002:03:00



      Wie gesagt, das M4P PLA ist so nicht optimal, evtl. etwas weniger Temperatur.
      Hier noch die Bilder des Testobjektes. Lustigerweise ist es gerade ein Boot, welches die 3D Druckercommunity als häufigstes Testobjekt druckt.
      Ein Boot ist etwa 6cm lang. Durch den Blitz beim Fotografieren werden die Ungenauigkeiten besonders betont.
      Man kann z.B. beim Heck sehr gut erkennen, das der Obere Rand des Fensters eine Problemzone ist
      Alles in Allem, bin ich jedoch sehr zufrieden

      benchy1.jpgbench2.jpgbench3.jpg


      Und wie geht es weiter?
      Ich hoffe das meine "Spielphase" so langsam vorbei ist, und ich den Drucker sinnvoll als Werkzeug nutzen kann. Natürlich habe ich auch schon so einiges an Scharnieren und anderen Bauteilen ausgedruckt. Jetzt soll es aber so langsam mit dem Modellbau losgehen. Gerade als ich diesen Beitrag verfasse druckt der Drucker das Erste Teil für ein gedrucktes U-Boot. Ich habe das Teil auf Thingiverse gefunden und werde es versuchen nach zubauen.
      Es handelt sich um ein RC Modell der K141 Kursk - der Konstrukteur hat versucht ein Modell zu entwickeln welches zum grösten Teil aus selbst ausgedruckten Bauteilen besteht.

      Auf dem Bild unten wird die Bugsektion gedruckt. Fertig wird die Kursk eine Länge von 48cm haben.

      In der Mitte ist ein sogenannter Support zu sehen. Diese Stütze dient dazu, das die Bugnase beim drucken nicht in sich zusammen fällt. Der untere Rand um das Bauteil dient lediglich zur besseren Haftung des Bauteiles auf dem Druckbett. Er nennt sich "Brim" und wird wie der Support nach dem Druck entfernt.
      U-Boot.jpg

      Fortsetzung folgt in einem eigenen Thema....
      Grüße,
      Ike