Brauche Hilfe beim Verständnis für Induktionen, total OT

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Brauche Hilfe beim Verständnis für Induktionen, total OT

      Hallo,

      ich beschäftige mich seit einiger Zeit gezwungenermaßen mit Induktionen und habe leider total wenig Ahnung von dem Thema.

      Kann man Induktionen, die nur während der Entladung eines Kondensators entstehen, irgendwie messen? Und die Messung aufzeichnen?
      Wie verändert sich die Induktion im Verhältnis zur Spulengröße (Anzahl der Wicklungen und Durchmesser)?

      Es geht um folgendes: der lokale Tierschutzverein hat ein Tier aus schlechter Haltung befreit - das ist rechtlich sauber abgelaufen, also kein Diebstahl oder so. Der frühere Besitzer weigert sich aber, die Freigabe für die Um-Registrierung des RFID Chips im Körper des Tieres zu erteilen. So kann das Tier nicht vermittelt werden. Bis das juristisch aufgearbeitet wäre, wäre der Verein pleite, das Tier gestorben oder was weiß ich. Jemand hatte gehört, dass man aus einer Einwegkamera mit Blitz ein Gerät bauen kann um den Chip zu löschen. Da kam ich ins Spiel, mit dem Auftrag so ein Gerät zu bauen.

      Ich habe mir so eine Kamera besorgt, nach der Anleitung im Internet den Blitz durch eine Spule ersetzt, einen Taster bis 16A installiert und das Ganze in ein Gehäuse verpflanzt. Um jegliche Gefahr für das Tier zu vermeiden, habe ich mir ein paar "Testchips" besorgt und losgelegt. Leider schafft es das Gerät nur, den Chip für etwa 30 Sekunden zu "betäuben". Danach ist er wieder lesbar. Ich suche nun nach einem Weg, die Leistung des "Induktionsblitzes" zu messen und zu lernen, welche Parameter ich verändern muss, um sie zu erhöhen. Evtl. ist es ja auch der Taster, der zu viel Energie "schluckt". Beim ersten Auslösen (noch ohne Chip), gab es einem Knall - danach nicht mehr.

      Ein RFID Chip enthält keine eigene Stromversorgung. Um ihn zu aktivieren, wird vom Lesegerät eine Induktion erzeugt, die den Chip seine einzigartige Nummer senden lässt. Sobald die induzierte Energie verbraucht ist, sendet der Chip nicht mehr. Mein Ziel ist es, die Induktion so stark auszulegen, dass der Chip sie nicht "verkraftet" und ein Bauteil durchbrennt. Dann kann er nicht mehr senden und das Tier kann neu gechipt und registriert werden. Dabei sollte der Glaszylinder, in dem die Elektronik steckt, intakt bleiben, denn er verbleibt ja im Körper. Darum auch meine "Testchips". Eine operative Entfernung des Chips scheidet aus.

      Hier sind so viele Elektronik-Spezies, dass ich hoffe, etwas weiter zu kommen. Die gewonnene Zeit investiere ich auch bestimmt in Modellbau - versprochen :)

      Viele Grüße
      Tim
    • Moin Tim,
      Hat Dein "Knall" evtl. auch ein bißchen gerochen?
      Habe den bösen Verdacht das Du den Kondensator im Blitz "geschlachtet" hast und daher für die nachfolgenden Tests nicht mehr genug "Saft" (= Ladung) reinging.
      Wenn Du dran kommst, dann auslöten und Kapazität messen.
      Grundsätzlich ist die Messung solcher "Impulsereignisse" nur mit einem Speicheroszilloskop möglich also aus meiner Sicht nicht mit "normalen" Hausmitteln, aber ich bin nicht der "Elektronikcrack".

      Gruß Gerrit
      Oft ist es in der Werkstatt einfach produktiver als hier am "Daddelkasten" :pf: :wink:
    • Dein "Induktionsblitz" ist nichts anderes als ein Magnetfeld, dass in die Spule im Chip einen Strom induziert, wodurch er aktiviert wird. Wenn du also durch ein zu starkes Magnetfeld eine höhere Spannung im Chip produzieren willst, um den Chip zu zerstören, brauchst du nicht nur eine hohe Spannung, sondern auch eine Spule mit bestimmter Windungszahl. Errechnet wird das über die Formel: U1 : U2 = N1 : N2
      Man könnte auch einen größeren Kondensator nehmen, ist wahrscheinlich die einfachste Methode.
      Allerdings sollte man daran denken, dass der Chip u.U, platzen könnte, wenn die Spannung zu hoch ist. Die Katze soll es ja auch überlegen. Vielleicht ist es einfacher, den alten Chip von einem Arzt entfernen zu lassen.
      In Arbeit: "Bismarck" in 1:200
      Geplant:
      " Prinz Eugen"
      "Admiral Graf Spee"
    • Hallo,

      vielen Dank für Eure Antworten. Es handelt sich nicht um eine Katze. Es gibt einen unterschriebenen Überlassungsvertrag für das Tier, die registrierende Stelle benötigt aber für die Umregistrierung eine zusätzliche Einwilligung des früheren Besitzers. Der ist unkooperativ. Das Tier würde die Vollnarkose einer OP vermutlich nicht überleben, bzw. ist das Risiko zu hoch. Dazu ist der Chip seit Jahren im Körper und entsprechend verwachsen. Das ist also keine Option.

      Damit der Glaskörper im Körper eben nicht durch zu hohe Energie platzt, habe ich zehn Chips zum Testen gekauft.

      Der Kondensator hat nach dem Laden etwa 330V. Das würde einen Defekt ausschließen, oder? Dazu kommt, dass der Chip sich ja "betäuben" lässt - die Funktion ist also gegeben, reicht aber nicht aus. Ich habe eher den Taster im Verdacht. Es ist der Stärkste (16A), den ich bekommen bzw. bezahlen konnte. Evtl verbrennen ja bei ersten Versuch schon die Kontakte und haben bei den weiteren Versuchen dann zu viel Widerstand? In den Tutorials werden immer irgendwelche Drähte, Schrauben oder Blechteile verbunden um den Stromkreis zu schließen. Da werden aber auch "tote" Gegenstände bearbeitet. Wenn ich an einem sich bewegenden Tier hantiere, sollten alle stromführenden Teile isoliert sein, finde ich. Ich könnte es aber mit den losen Chips auch mit offenen Kontakten versuchen und mich dann da ran tasten (im Wortsinn, haha).

      @ Scouter, Ralph: Der Kondensator hat 330WV und 80 µF. Die Spule aus 1mm Lackdraht hat 5 Windungen und ca. 5 cm Durchmesser. Der Chip arbeitet normalerweise mit einer Frequenz von 134.2 KHz +- 3KHz

      Was davon passt wo in Deine Formel?

      Viel Grüße
      Tim
    • Das mit der Formel vergess ruhig wieder, in dem Fall nicht unbedingt aussagekräftig. Was du da fabrizierst ist nichts anderes als ein EMP, also ein elektromagnetischer Puls. Um die Leistung zu erhöhen, kannst du die Spule entweder eng um einen Metallkern (Stahlrohr, dicker Nagel etc.) wickeln, die Windungszahl erhöhen, oder ebend größere Kondensatoren benutzen.
      So kannst du dich langsam an die benötigte Energie herantasten.

      PS.: Achso, lass besser nicht das Handy oder andere elektronische Geräte in der Nähe liegen, mögen die gar nicht. ;)
      In Arbeit: "Bismarck" in 1:200
      Geplant:
      " Prinz Eugen"
      "Admiral Graf Spee"
    • Zum Einschalten würde ich einen LeistungsFET verwenden. Die können im Pulsverfahren ettliche Amps, aber bei der Spannung musst du schauen.
      Der IRF4905PbF z.B.: könnte 260A schalten, kann aber nur 75V. Einfacher Pullup Widerstand und ein Schalter gegen Masse reichen zum Beschalten
      Hier geht´s zu meiner Werftseite
      zu Martin´s Werft

      Voith-Schneiderschlepper ISAR
      Baubericht

      im Hafen liegt
      - Löschkreuzer Elbe
      - Schlepper Homer