Tobi´s Aeronaut Diva - ein kleiner Baubericht

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    • Tobi´s Aeronaut Diva - ein kleiner Baubericht

      Nachdem ich grad leider mit kaputtem Fuß zuhause sitze, dachte ich mir, das ist die ideale Gelegenheit, den Bausatz meiner Diva aus dem Regal zu holen.
      Um Technik und Hardware mach ich mir später Gedanken, erstmal geht es um das Vorankommen beim Rumpf. Da ich schon immer einen Favel für klassische Holzboote hatte ist dies ja nun die Gelegenheit, in Ruhe mich diesem Projekt als Einstig zu widmen.

      Da ich als Fahrzeuglackierermeister und Fachlehrer in diesem Bereich vom Fach bin, werde ich vor allem in diesem Bereich detailiert berichten.

      Was mich sehr positiv überrascht, ist der doch so hohe Vorfertigunsgrad, also die schon lasergeschnittenen Holzteile. Auch die wirklich tolle Anleitung ist wirklich sehr anfängerfreundlich.
      Jetzt, nach dem 3. Bautag muss ich aber zugeben, dass ich es mir aufwändiger Vorgestellt habe. Durch die Trockenzeiten sind immer nur kleine Bausektionen möglich, was die Feierabendbastelei eigentlich sehr begünstigt.

      Für Anfänger hier unter uns, wichtig ist, dass für die ersten Bauschritte genügend Klammern zum Fixieren und wasserfester Holzkleber vorhanden ist. Da ich bisher damit immer gute Erfahrungen gemacht habe, bleibe ich bei Ponal. Auch ein vernünftiger Schleifklotz sollte nicht fehlen.

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      Von Anfang an war ich sehr überrascht, wie schnell doch die Fortschritte sind. Die Helling aus Depron ist auch schon vorgestanzt, was die Anfänge zu einem 3D-Puzzle macht und so unkomplizert nach Kürze das Grundgerüst steht.

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      Schon in der Anleitung ist der Hinweis, dass die Mahagoni-Oberflächen vor der Verwendung vorbehandelt werden sollen, damit keine Klebereste sichtbare spuren hinterlassen. Nachdem ich mich bei einigen Berichten eingelesen habe und auch im Internet recherchiert habe, beschloss ich, das ganze doch etwas anders anzugehen.
      So habe ich mich entschlossen, die Edelhölzer mit 2K-Klarlack einzustreichen, bevor die ersten am nächsten Tag verwendet werden.
      Da ich erst vor kurzem einen Klarlack zum Testen zugesendet bekommen habe, wurde er gleich mal hergenommen.
      Wie auf den Bildern zu sehen ist, ist es ein Produkt der Marke Mipa. Die Qualität der genannten Marke ist OK, auch im normalen Fahrzeugbereich, also mehr als ausreichend für unsere Bedürfnisse. Ansonsten kann ich auch sehr die Produkte von Carsystem empfehlen, ohne Werbung zu machen. Der Klarlack mit der Bezeichnung 420 ist absolut top, sehr günstig und neigt nicht zu Kochern (kleinste Bläschenbildung beim Trocknen bei hoher Schichtdicken) und verträgt hohe Schichtdicken ohne dass es zu Fehlern kommt.
      Vorteil von normalen Klarlacken aus dem Fahrzeuglackierbereich ist, dass wir mit höheren Schichtstärken arbeiten können, als dies bei allen Spraydosen-Varianten möglich ist. Wenn man die Kosten vergleicht, ist es natürlich auch noch unterm Strich viel günstiger.
      Der Vorteil an der Schichtstärke moderner VOC Klarlacken, welche mit den alten HS- und MS-Klarlacken nichts mehr zu tun haben, ist, dass wir zum einen bei 2 Spritzgängen eine tolle Oberfläche haben und was in diesem Bereich ja wichtig ist, somit auch eine gute Tiefenwirkung.
      Der nächste absolut empfehlenswerte Vorteil ist, dass ein Naßschliff nicht unbedingt nötig ist, sondern auch für Zwischenschliffe ein Trockenschliff möglich ist. Geeignete Körnungen von guten Schleifmitteln sind 320-500. Vorteil ist, dass man immer den Schleifstand vor Auge hat, ohne erst wieder alles zu trocknen.
      Ich würde empfehlen, bei einer Fahrzeuglackiererei ein paar Schleifscheiben für den Excenterschleifer in den o.g. Körnungen mitzunehmen. Bei den meisten Betrieben ist es durchaus möglich, mal die eine oder andere Kleine Menge an Material, darunter auch Basislack für einen fairen Preis zu bekommen.
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      Der hier gezeigte Klarlack hat das Mischungsverhältnis 2:1, heißt also 2 Teile Klarlack, 1 Teil Härter - oder wer es noch immer nicht verstanden hat, z. B. 20g Klarlack - 10g Härter. Für die Mahagoni-Teile hab ich 70g angemischt, was die perfekte Menge für 2 Aufträge waren. Da er zum Streichen angemacht wurde, wird auf eine Zugabe von Verdünnung verzichtet, ansonsten eine Zugabe von 10%.
      Aufgetragen wurden 2 Gänge mit dem Pinsel, mit 15 min Ablüftzeit zwischen dem 1. und dem 2. Anstrich. Trocknung dann über Nacht.
      Was ihr auf den Bildern seht, ist das Ergebnis zum Weiterbauen nach einem Anschliff mit dem Excenterschleifer mit P400. Sollten nach dem Herausnehmen der Bauteile noch kleinere Schleifarbeiten nötig sein, wird eine gebrauchte Schleifscheibe in der Mitte gefaltet und mit der Hand nachgeschliffen.
      Wichtig ist natürlich nach dem Herausnehmen dann ein Schleifen der Kanten, um eine ordentliche Klebekante zu gewährleisten.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von hondatobi ()

    • Weiter geht es nun wieder mit dem Beplanken. Meiner Meinung nach ist die eigentlich gute Variante zur Fixierung der Hölzer bei den aus dem Bausatz relativ harten Hölzern eher ungeeignet. Daher habe ich mich auf das Fixieren mit Klammern und Tape begnügt.

      Bevor die jeweiligen Planken verklebt werden, unbedingt nochmal die Spanten auf Klebereste überprüfen und diese eventuell verschleifen. Auch nochmal auf die Passung achten, ggf. auch hier nochmal korrigieren. Beim Bau kann sollte man schon darauf achten, dass die Leisten quer zu den Spanten nicht ganz eingedrückt werden, sondern nach oben schön abschließen.
      Bei den beiden unteren Beplankungen des Rumpfes darauf achten, dass im vorderen Bereich die Planke aufliegt, nach hinten aber nur anliegt, also auf Stoß sitzt. Ist nicht so eindeutig auf der Bebilderung oder dem Text der Beschreibung zu entnehmen...

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    • Bin zwar kein " Crack " ( zumindest halte ich mich nicht dafür ) aber ich favorisiere ebenfalls bei Edelholzbooten den Ponal. Hab die Victoria und die Queen von Aeronaut gebaut ....Sekundenkleber wäre da so gar nicht meine Wahl. Aber jeder nach seiner Fasson :nick: Ist wohl eine Erfahrungs - und Glaubensfrage. Zurück zum BB, ein schönes kleines Schiffchen baust du da......meine Queen ist ja praktisch nur die grosse Schwester

      Gruss
      Micha
      Fahrbereit :
      ASW - Zerstörer USS " Ingersoll " DD990
      Krabbenkutter Graupner Tön 12 " Maus "
      Mahagoni - Yacht Aeronaut Queen " Aurora Borealis "
      Mahagoni - Yacht " Uisge Beatha "
      Segler Graupner Collie 1 " Susannchen "

      In der Werft:
      Schärenkreuzer Typ 30
      Lenkwaffenzerstörer USS " Bainbridge " , DDG 96
      Trumpeter Schlachtschiff " Bismarck "

      Auf Lager :
      AHTS " Walhalla "
      Seenotkreuzer Hermann Helms
      Schlachtschiff USS Arizona
    • Danke für das Feedback.
      Ich habe den ersten Post jetzt nochmal bearbeitet und die Bilder neu geladen. Ich hoffe, jetzt funktioniert es :kratz:

      Habe noch eine kleine Änderung gemacht. Habe die Beplankung des Rumpfbodens nochmal neu positioniert und sie komplett aufliegen lassen auf der Seitenbeplankung. Finde es so für das weitere Arbeiten praktischer. Der dadurch entstehende Spalt in der Rumpfmitte wird später bearbeitet. :whistling:
    • Blueeye schrieb:

      war nur ein gut gemeinter Rat ;) alle Cracks bauen hier kpl. mit Sekundenkleber und verzichten auf Ponal.
      Vielleicht bin ich für Crack-Status noch nicht qualifiziert - aber ich würde/werde weiterhin das Spantengerüst, die Stringer, und die Unterbeplankung (so vorhanden) mit Holzleim verkleben, zumindest bei grösseren Booten. Fragt mich nicht wieso; ich sag' auch nicht, dass es andersrum falsch wäre.
      (Alles, was Sichtholz ist und bleibt, also klarzulackierende Oberbeplankung und so, keine Frage: immer Sekundenkleber. Nicht dass ihr mich falsch versteht. Aber fürs Gerüst halt nicht zwingend. Holzleim hält super, füllt recht gut, und ist ökonomisch interessant.)
      Ich hab' auch keine Ahnung, ich tu nur so.