Meine Gallia

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Meine Gallia

      Hallo!

      Nun tue ich es also doch!
      Da ja ein allgemeines Interesse vorhanden zu sein scheint, mache ich hier nun doch einen Baubericht über den Bau meiner Gallia. Da es im Netz auch so gut wie keinen Baubericht über dieses schöne Schiff gibt ist es für mich nun doch Grund genug darüber zu schreiben. Zeit habe ich ja nun reichlich.

      Vor drei Jahren habe ich mit dem Bau dieses Modells angefangen. Irgendwie bin ich damals auf dieses schöne Schiff gestoßen. Den Plan dazu habe ich für 27,50€ bei VTH erhalten. Zwei Jahre lang lag es im Keller rum und es passierte nichts mehr daran. Ich war auf Grund meiner Erkrankung einfach nicht mehr interessiert und andere Dinge waren eben wichtiger. Ich hoffe, dass ich noch einige Bilder vom Anfang des Baus hier reinstellen kann. Ansonsten muss ich mich an den aktuellen Stand und die jetzigen Bilder halten.

      Der Bauplan ist eigentlich recht brauchbar. Er ist im Maßstab 1:50. Die Zeichnung vom Schaufelrad ist 1:25. Im Maßstab 1:25 hätte das Modell eine Länge von 252 cm! Das ist mir eindeutig zu lang. Also habe ich den Plan so wie er ist genutzt und komme so auf 126cm. Das wird dann auch gut in meinen Kofferraum passen. Dadurch sind natürlich viele Dinge recht klein anzufertigen aber da muss ich durch.

      Vor dem ersten Weltkrieg bestand die Flotte der Dampfgesellschaft des Vierwaldstättersees aus 20 Raddampfern, einem Schraubendampfer, fünf Benzinmotorbooten und einem Dieselmotorschiff mit insgesamt 13.390 Plätzen.
      Wenngleich seit 1930 eine ganze Reihe von Motorschiffen mit Propellerantrieben hinzukam, sind noch die vier großen Raddampfer "Uri", "Schiller", "Gallia" und "Stadt Luzern" in Betrieb. Ein weiteres, das 1908 in Betrieb genommene Dampfschiff "Wilhelm Tell" dient seit 1972 am Schweizerhofquai in Luzern als schwimmendes Restaurant.
      Von den verbliebenen Dampfschiffen gilt der 1913 in Dienst gestellte und 1979 generalüberholte Salon-Raddampfer "Gallia" mit einer Probefahrt- Geschwindigkeit von 31 km/h auch heute noch als schnellstes europäisches Binnensee- Dampfschiff.

      Da auch meine Möglichkeiten begrenzt sind musste ich einige Kompromisse beim Bau der "Gallia" eingehen.
      Eine Dampfmaschine in diesem Maßstab zu bauen liegt nicht in meinen Fähigkeiten. Also wird ein Elektroantrieb herhalten müssen.
      Genauso schwierig wäre es die Schaufelräder originalgetreu herzustellen. Da musste ich auch etwas vereinfachen. Letztendlich sind die Schaufelräder auch kaum zu sehen. Etwa 50% sind im Wasser und der Rest im Radkasten.
      Den Rumpf habe ich natürlich wieder klassisch in Spantenbauweise erstellt. Zuerst wurden wieder Schablonen von den Spanten angefertigt und anschließend wurden die Spanten ausgeschnitten. Ebenso mit dem Kiel. Beplankt habe ich mit Kiefernleisten. Anschließend wurde von innen alles laminiert mit Epoxi und Glasfaser. Aussen habe ich nur ein Epoxi-Anstrich vorgenommen. Na ja, das übliche halt. Über den Rumpfbau auf diese Art wurde ja hier im Forum schon oft genug berichtet.
      Heute Abend werde ich mal sehen, dass ich einige Bilder hier reinstellen kann. Bilder sagen mehr als tausend Worte.
      Scheint die Sonne auf Kiel und Schwert, macht der Segler was verkehrt.
    • Hey, die "Gallia"!!!!
      Wie schön!
      Diese Dampfer aus der Schweiz sind einfach herrlich!

      Ich bin gespannt, wie es bei Dir weitergeht und wünsche Dir ganz viel Erfolg!

      Uwe
      Im Wasser: Hafendienstboot ARGUS, MS Helgoland, Verkehrsboot der Kriegsmarine, Reededampfer ALTE LIEBE, 15er Jollenkreuzer
      Auf der Helling: SS Bohuslän, Kanonenboot Suriya Monthon
    • Gratuliere, gute Wahl, die Gallia ist ein schönes Schiff und fährt praktischerweise fast vor meiner Haustüre rum. Selber war ich auch schon mehrmals als Passagier mit an Bord. Und beim Segeln auf dem schönsten See der Schweiz sind unsere schönen Raddampfer ja auch nicht zu übersehen.

      Selbst wenn der Rumpf steht, Arbeit bleibt dir da noch genug, wenn du alle Aufbauten, Sitzbänke, Markisen und was sich sonst noch auf Deck tummelt nachbauen willst. Die nächsten paar Wochen wird dir nicht langweilig werden :D :bild: In 1:50 wird das nicht ganz ohne, nix für Grobmotoriker.

      Die "Schreinerei" bei der ich arbeite, war übrigens vor über hundert Jahren am Innenausbau in der 1. Klasse der Gallia beteiligt, wie auch an der Stadt Luzern. Irgendwo im Keller liegen noch kolorierte Zeichnungen der Einrichtung aus der Offertphase, eine davon habe ich vor Jahren mal gesehen. Nun zählt die Werft, welche die Gallia wartet, zu meinen Kunden.

      Grüsse vom Vierwaldstättersee
      Martin
    • DSCI2083.JPG
      So sieht die dazu passende Helling aus.

      DSCI2084.JPG
      Hier wird an den Linien, die mit der Hilfslehre angezeichnet wurden, ausgeschnitten. Somit entstehen also keine Vollspanten.

      DSCI2085.JPG
      Und auf der Helling befestigt.

      Von den Beplankungsarbeiten fehlen nun einige Bilder. Aber das muss man ja auch nicht unbedingt erklären.

      DSCI2116.JPG
      So sieht dann der geschlossene, beplankte Rumpf aus. Die Decksverbreiterung ist auch schon angebracht. Etwas nervig waren diese Verstärkungen anzufertigen und anzubringen. Jedes hatte nämlich ein anderes Maß.

      DSCI2117.JPGDSCI2119.JPG

      Die Bullaugen sind mit Epoxi aufgeklebt. Sie sind eigentlich nur Fitschenringe. Also Unterlegscheiben für Fensterflügel.
      Später, wenn alles lackiert ist, werde ich sie mit schwarz gefärbten Epoxi ausfüllen. Somit sollte es dann wie Glas aussehen.
      Scheint die Sonne auf Kiel und Schwert, macht der Segler was verkehrt.
    • DSCI2118.JPG
      Hier sieht man das bereits eingeklebte Bronzelager für die 4mm Stahlwelle.

      DSCI2120.JPG
      Beplankung und Spanten sind hier nochmal gut zu erkennen. Epoxi mit Glasfasergewebe ist auch schon drauf.

      DSCI2134.JPG
      Die vereinfachten Schaufelräder. Sie liegen schon eine Ewigkeit rum. Die Dunkelroten sind aus Polystyrol hergestellt. Polysterol kann man wunderbar mit Nitroverdünnung verschweissen. Mit einem Pinsel einen Tropfen Nitro in dei Fuge und es verschweisst sich von selbst. Es sieht sauberer aus als mit Sekundenkleber.
      Irgendwann erschien mir das aber nicht stabil genug und ich habe sie dann nochmal aus Kupferblech angefertigt. Das sind die hellroten. Allerdings benötigt diese Arbeit einen 140-Watt-Lötkolben. Diese Räder sind richtig stabil aber auch schwerer. Erheblich schwerer. Da das ganze Modell insgesamt nicht schwerer als drei Kilo werden darf, werde ich wohl später doch die Schaufelräder aus Polysterol benutzen. Notfalls habe ich ja die aus Kupfer immer noch als Reserve.

      DSCI2135.JPGDSCI2136.JPG
      Auf der Welle werden die Räder mit einer Inbusschraube gehalten. Diese lager gibt es unter anderem bei Conrad.

      DSCI2121.JPG
      Sehr schwierig war diese Rundung am Heck zu fertigen. Ich habe sie aus Balsa gemacht und anschließend gespachtelt und mit Epoxi versiegelt. Ist dann anschließend knallhart.

      DSCI2124.JPG
      Ach ja, die Decksbeplankung und ihre Kalfaterung! Dazu habe ich diese vorgefertigten Plankenbretter von Krick genommen. 3mm Plankenbreite. Anschließend mit schwarz eingefärbtem Polyesterspachtel zugespachtelt. Nach reichlicher Aushärtung über Nacht wird dann geschliffen. Eine ziemliche Sauerei. Leider geht auch vieles in die Poren des Holzes. Aber irgendwie hat es etwas. Es wirkt älter und gebraucht.

      So, für heute erst mal genug.

      MfG Siggi
      Scheint die Sonne auf Kiel und Schwert, macht der Segler was verkehrt.
    • Und ich bin auch schon da! Sowas lass ich mir nicht entgehen!

      LG Gerhard
      AUF DER WERFT
      Schlepper Bison im Endausbau
      NORDIC 1:50
      Hafenschlepper Neuhaus-Hans Weiterbau 1:20
      Schaufelradschlepper Eppleton Hall Echtdampf Status Wartet
      IM HAFEN

      Schnellboot Tiger
      Panzerschnellboot Reichskriegsmarine
      Ausflugsboot Taifun
      Springer Tug
      AUSGELAGERT
      Verkehrsboot Reichskriegsmarine
      2-Master ELBE

      Was nicht raucht hat keinen Dampf
    • Hallo zusammen,

      Ist ein tolles Bauprojekt so ne Raddampfer.
      Mein Bruder der @Schiggy096 arbeitet in der Roßlauer Schiffswerft. Die haben z.b einige Raddampfer gebaut oder ihre konisch Laufendes Schaufelrad hergestellt. Die Stadt Luzern ist z.b so einer oder die Weiße Flotte von Dresden. In Pirna liegt so ein Raddampfer meines Wissen als Museums Schiff und auch die Württemberg in Magdeburg ist so Raddampfer mit konische laufenden Schaufelrad.

      Gruß Benny
    • Hey Martin!

      Ein schönes Modell was du mir da präsentierst. Ist es deine Gallia?
      Ich hoffe, dass meine ähnlich schön wird.
      So wie dort die Bänke gemacht wurden wäre für mich auch eine gute Lösung.
      Übrigens muss ich hier mal drauf hinweisen, dass ich weder eine CNC-Fräse oder 3D-Drucker besitze. Meine wichtigsten Maschinen sind die Dekupiersäge und die Ständerbohrmaschine.
      Ich habe auch schon rausgefunden, dass das Holzdeck grau ist. Ich vermute, dass es sich hier um vergrautes Eichenholz handelt. Na ja, bei mir eben etwas anders.
      Ich bin schon ständig im Netz auf die Suche nach passende Drucklüfter. Selber bauen? Das bekomme ich wohl kaum hin.
      Scheint die Sonne auf Kiel und Schwert, macht der Segler was verkehrt.
    • DSCI2121.JPG
      Übrigens die von mir zusätzliche eingearbeitete Decksluke habe ich gemacht, damit ich besser an die Ruderanlenkung komme.

      DSCI2122.JPG
      Das Schanzkleid habe ich um Gewicht zu sparen ebenfalls aus Balsa gemacht. Durch das Epoxi ist es dann sehr hart geworden.

      DSCI2125.JPG
      Hier ist die erste Decksetage mit dem Radkästen zu sehen. Ausser die Beplankung ist alles aus Polystyrolplatten gefertigt. Die Radkästen sind nur grau, weil ich die schon mal versuchsweise mit Primer eingesprüht habe. Ursprünglich wollte ich die Radkästen am Rumpf befestigen. Habe mir das denn anders überlegt und doch mit den Decksaufbauten fest verbunden. So komme ich später leichter an die Schaufelräder ran.

      DSCI2126.JPG
      Wie man sieht, man kann bei den Polystyrolplatten auch schön die Kanten verschleifen und abrunden.

      DSCI2127.JPG DSCI2128.JPG
      Die Fensterverglasungen will ich erst machen, wenn ich mit dem Anstrich fertig bin. Deshalb sind auch die Decksaufbauten noch nicht fest miteinander verbunden.
      Die Beplankung habe ich mit dem Polystyrol durch dünnes doppelseitiges Klebeband verbunden. Das hält wunderbar.

      DSCI2129.JPG
      Dann kam die nächste Etage mit dem grossen Schornstein drauf. Den habe ich aus Druckerpapier mit Holzleim gewickelt. Das war eine ziemliche Fummelei. Vor allem diese Manschetten haben Nerven gekostet.
      Scheint die Sonne auf Kiel und Schwert, macht der Segler was verkehrt.
    • DSCI2130.JPG
      Hier nochmal aus einer anderen Perspektive.
      Die Aussichtskanzeln sind im Plan weiter hinten. Im Original sind sie jetzt weiter vorne. So habe ich es jetzt gemacht.

      DSCI2138.JPG
      Um die Laufstege darzustellen habe ich mich im Netz nach Riffelplatten oder Rautenplatten umgesehen. Insgesamt waren die mir aber zu teuer. Kurzerhand habe ich mir dann einfach welche selber hergestellt.

      DSCI2131.JPG DSCI2132.JPG
      Ich glaube so kann ich das lassen. Das Führerhaus ist auch schon so weit fertig aber noch nicht befestigt.

      DSCI2137.JPG
      Das Ruder ist ebenfalls schon fertig laminiert. Hier bin ich von der Originalform bewusst abgewichen. Ich habe es etwas vergrößert. Wie ich von anderen Seitenraddampfer-Besitzern gehört habe, sollen sich diese Schiffe schlecht lenken lassen. Also sie haben wohl einen recht großen Wendekreis. Deshalb die Vergrößerung. Habe das bisher bei allen meinen Booten so gemacht und bin dabei recht gut gefahren. Diese "Haifischflossenform" (wie ich sie nenne) hat sich dabei am besten bewährt.

      DSCI2139.JPG DSCI2141.JPG
      vor einigen Tagen habe ich dann schon mal diese Aussichtskanzeln angefertigt und montiert.
      Jetzt sind sie auch noch etwas besser verschliffen worden von mir.

      DSCI2133.JPG
      So sieht nun der aktuelle Baustand bei mir aus.
      Momentan bin ich dabei diese kleinen Umrandungen/ Sockelleisten am Oberdeck zu montieren.
      Wenn jetzt ein paar schöne Vorschläge kämen wie ich die Bänke oder auch die Drucklüfter selber fertigen kann, wäre ich euch dankbar. Oder wo man sowas passend kaufen könnte.
      Aber die Bänke muss ich wohl unbedingt selber anfertigen. Es gibt da nämlich keinen vernünftigen Anbieter. Und bei der Vielzahl könnte das auch recht teuer werden.

      MfG Siggi
      Scheint die Sonne auf Kiel und Schwert, macht der Segler was verkehrt.
    • Übrigens großartige Sonderfunktionen habe ich bei der Gallia nicht geplant.
      Sie soll aber eine Beleuchtung bekommen und einen stark qualmenden Rauchgenerator habe ich vor zu bauen. Das wärs auch. Vielleicht noch, wenn es das Gewicht zulässt, ein Nebelhorn. Mal sehen?
      Scheint die Sonne auf Kiel und Schwert, macht der Segler was verkehrt.