(Holz-)Sichtflächen von Booten mit Fiberglas beschichten

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    • (Holz-)Sichtflächen von Booten mit Fiberglas beschichten

      Hallo,

      ich baue derzeit eine Aeronaut Classic und habe auch das Buch von Patrick Matthews gelesen. Er empfiehlt eine Beschichtung der Außenflächen mit ca. 200 - 300 g/m2 Glasfasergewebe. Ich will mit der Außenbeschichtung gemäß Patrick erreichen, dass das Boot einen Verschleißschutz bekommt, wasserdicht wird und das Holz mit der Zeit nicht arbeiten und sich lösen kann.

      Ich will hier keine Grundsatz-Diskussion über das Laminieren oder Nicht-Laminieren lostreten. Ich will beim Laminieren des gesamten Boots für meine Boote bleiben!

      Ich hatte mir zunächst ein relativ grobes Material besorgt (200 g/m2), da ich bisher nicht wusste, dass es hier erhebliche Unterschiede gibt. Die Maschen haben ca. eine Größe von 2 mm und wenn man es mit der Schere beschneiden möchte, fliegen einem gleich die ganzen Fasern entgegen. Positiv an dem Material ist, dass es sich gut verlegen lässt. Bei Youtube gibt es ja Videos, die entgegen den Ratschlägen in Patrick`s Buch Modellbauer zeigen, die den ganzen Rumpf auf einmal und nicht abschnittsweise beschichten. Das ist mit diesem Material auch möglich. Nun zu den Nachteilen. Erstens ist das Material sehr grob, so dass man viele Harzschichten zum Glätten benötigt und zweitens: das Schlimmste! Man sieht ab und zu noch graue bzw. weiße Strukturen der Fasern - das Material wird zumindest nicht an allen Stellen perfekt durchsichtig! Auch wenn man mit dem Pinsel hintupft. Das ist ein No-Go!!!!
      Deshalb habe ich ein 200 g/m2 Köper-Filamentgewebe mit geschätzt 0,5 mm Maschen gekauft. Der Vorteil: das Material ist sehr fein, bzw. glatt und man kann es gut mit der Schere schneiden. Ich wollte heute die linke Bodenbeplankung der Classic noch einmal beschichten - dann der Schock: das Material hebt schon nach oben vor Erreichen des Kiels tangential vom Rumpf ab!!!!
      Ich habe mich hier im Forum schon eingelesen: manche laminieren mit 2 verschiedenen Geweben (zuerst schwer dann leicht). Ich habe auch auf der HP von R&G nachgesehen und bin nicht schlau aus deren Produkten geworden.
      Mir wäre damit geholfen, einen Glasgewebe-Typ mit Lieferanten genannt zu bekommen, dessen Produkt unsichtbar wird und sich abschnittsweise auf dem Bootskörper verlegen lässt, ohne davon abzuheben. Ich wäre auch bereit, 2 Schichten Gewebe aufzutragen.

      P.S.: die Classic wird natürlich fertig zusammen gebaut. Auch wenn man das Gewebe an ein paar Stellen noch sieht. Es soll eine Studie sein. Ich will sie auch nicht oberhalb der Wasserlinie farbig lackieren. Die nächsten Boote sollen halt besser werden.

      Grüße und vielen Dank im Voraus!

      Richard
    • Schade Richard, dass es nicht so geklappt hat.

      Ich beschichte immer meine Holzboote mit 48g/m² Glasseide und bin noch nie damit eingegangen. Lediglich scharfe Kanten können damit auch nicht einfach überzogen werden. Da hebt sich das Material immer ab. Ich gehe da mit der Glasseide bis zum Rand (mit Überlappung) und trenne den Rand mit einem Skalpell, wenn das Harz gut angeliert ist. Mit gleichmäßigem Harzauftrag verschwindet auch die Struktur des Gewebes. Hilfreich ist auch ein Erstauftrag mit Eposeal 300, weil fast wasserdünn. Oder Normales Epoxy mit etwa 10% Spritus verdünnen. Dieses trocknet schnell weg, macht aber das Harz so dünnflüssig, dass sich die Masse gleichmäßig mit der Glasseide verbindet.
      MfG, Ernst
      (Moderator)

      Das Vorteilhafte an Standmodellen ist, dass sie selten absaufen...

      IG-Yachtmodellbau seit 1996

      Under Construction: Wider 32 in 1:10 - diverse Sunseeker-Yachten - :bd:

      MFC Ikarus Kempten - Modellfliegen auf 895,2m Starthöhe :)
    • Moin Richard,

      geb R&G ne zweite Chance, schreib Sie kurz an, welches Gewebe sie für diese
      Bausituation empfehlen - hab ich auch gemacht - und Du wirst gute Empfehlungen
      bekommen, die haben einen bemühten Support, den man dann auch anrufen kann.

      Bei einem Boot der Größe wie die Aeronaut Classic wäre mir ein Gewebe mit mehr
      als 80 g/m² schon deutlichst zu dick, dann lieber hauchdünn, weniger Probleme
      beim Anlegen und die Möglichkeit großzügig zu überlappen.

      Einen Rumpf "in eins durchzulaminieren" erfordert etwas Übung und Erfahrung mit
      dem Harz und evtl trotzdem eine dritte und vierte Hand, denn man arbeitet letztendlich
      gegen die Zeit an. Laminieren ist nicht wie lackieren.
      Um als finish die Bootsglatte Oberfläche zu bekommen muß man dann meistens noch
      weiteres Harz auftragen und schleifen, und Bootslack in mehreren Schichten, die dann
      auch immer ausreichend (bis zu mehrere Wochen) ablüften müssen und jedesmal
      Zwischenschliffe bekommen und am Ende dann bis zur Politur geschliffen werden.
      mit besten Grüßen aus einer kleinen ostfriesischen Werft

      Projekte: 15er Schärenkreuzer, Riva Aquarama special 1:5, und vieles mehr
      Fahrbereit: WSP "Bremen 9", Arbeitsboot "Klaus Eugen" aus Paula 3, Tonnenleger "Ditzum", Barkasse "St.Pauli" 1:15, Mooring Tug V, . . . .
      Fernes Ziel: Frachter "MS Odin" in 1:50
    • Hallo Odin,

      vielen Dank für Deine Antwort! Ich möchte noch einmal klarstellen, dass ich keines meiner beiden Glasgewebe von R&G bezogen habe, sondern von anderen Anbietern. Dort mal nachzufragen ist einfach genial - manches Mal denke ich zu kompliziert.
      Es tut mir sehr Leid, dass man aus meiner Frage falsche Schlüsse ziehen konnte. Das war nicht beabsichtigt!!!

      Das werde ich machen! Das mit den weiteren Harz- und danach Lackschichten mit Zwischentrocknen ist schon klar.

      Grüsse

      Richard
    • Hallo promocean,

      auch Dir vielen Dank für Deine Antwort! Du meinst Glasfasermatten, oder? Also die ohne Gewebe?
      Ich hab mir den Mahagoni-Verschnitt aufgehoben und werde mich einerseits bei R&G beraten lassen und andererseits auch mal mit Matten experimentieren, bevor ich mit meinen Booten weitermache..

      Grüsse

      Richard
    • Ich baue seit 1973 ferngesteuerte Modelle und hatte natürlich auch schon einige Holzmodelle. So stammt u.a. die immer wieder auftauchende Dodge Watercar von mir.

      Im Laufe der Jahre habe ich auch viele Baufehler gemacht und bin irgendwann bei den dünnen Geweben wie 25g/m² und 48g/m² angekommen, die aufgrund ihrer Feinheit auch Glasseide genannt werden. Offiziell ist aber der Begriff "Gewebe" richtig, bzw. wird technisch so bezeichnet.
      Diese schützen die Oberfläche und verschwinden im Harz, sind also meist nach dem Trocknen kaum noch sichtbar. Dabei kommt es aber immer auf den Lichteinfall an.
      Mal schnell vorbei gefahren oder auch im Vorübergehen betrachtet sieht man das Gewebe eigentlich kaum oder garnicht :)

      Am Besten machst Du dir ein Probe-Holzteil, das auch Rundungen und Kanten enthält. Darauf kann man schön üben, ohne gleich das gut gebaute Modell zu versauen.
      MfG, Ernst
      (Moderator)

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    • Hallo Zusammen,

      ich habe mittlerweile bei r&g sowie bei HP-Textiles angefragt und sofort Rückmeldungen erhalten. HP empfiehlt Köper Finisch mit 163g oder weniger. Ich habe mich für das leichteste mit 72g entschieden. R&G empfiehlt ebenfalls Köper Finisch mit 80g. Sollte beides (auf Rollen) zum WE eintreffen. Dann teste ich das Zeug gleich mal und melde mich wieder.

      Grüsse

      Richard
    • Moin Richard
      Ich habe den Rumpf meiner 15er Schäre mit 80g körpergewebe laminiert
      habe das zum ersten mal gemacht und ich bin vollzufrieden und man sieht
      nichts mehr von dem Gewebe und das Holz kommt wieder gut heraus.
      Dateien
      Gruß Michael

      schweigend im Gespräch vertieft :pr:
      Mitglied im http://www.mbc-moormerland.de

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      Saphir

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      mit Motor : Najade
    • Moin,
      das material habe ich bei R+G gekauft
      20190503_160253.jpg20190503_160336.jpg
      Mit dem 40 Minuten Harz hast du genug zeit um das Gewebe aufzubringen

      Ich habe erst den Kiel laminiert so das das Gewebe ungefähr ein bis zwei zentimeter auf den Rumpf auf lag nach dem
      Trocknen habe ich den Rand etwas bei geschliffen und dann den Rumpf laminiert.

      20181216_190357.jpg20181216_194733.jpg20181216_194739.jpg
      Gruß Michael

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