Platinen ätzen, leicht gemacht.

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    • Platinen ätzen, leicht gemacht.

      Hallo zusammen und einen Gruß in die Runde.

      Hier möchte ich gerne einen kleines Tutorial zum Thema Platinen (PCB) ätzen nieder schreiben. Neben der in meinen Augen einfachsten Methode bis zur Fotopositiv-Platine. Mit letzterer Variante lassen sich auch Ätzteile herstellen. Ich weiß, es gibt Lochrasterplatten, mit denen man das auch alles machen kann, finde ich aber eine eher unschöne Variante.
      Meine Platinen selber zu ätzen habe ich begonnen, als mich vor vielen Jahren der Lautsprecher-Selbstbau in ihren Bann gezogen hat. Da Frequenzweichen zur damaligen Zeit recht teuer waren und sie meistens nicht meinen Bedürfnissen erfüllten, hab ich sie kurze Hand selber gebaut. Die Warenregale bei den einschlägig bekannten Elektronikmärkten waren ausreichend mit passendem Material gefüllt. Da Frequenzweichen u.U. einiges an Leistung aushalten müssen, waren die Leiterbahnen entsprechend Groß und die Gesammtgröße der fertigen Weichen war auch zweitrangig, so dass ich hier einfach mit einem Edding die gewünschten Leiterbahnen auf das Basismaterial auftragen musste. Rein ins Ätzbad und nach rd. 20 min. ist alles fertig.
      Im Modellbau sieht das ja nun etwas anders aus was den Platz betrifft. Dieser ist normalerweise Begrennzt und legt so andere Ansprüche an die Platine. Auch hohe Ströme werden in den meisten Fällen eher nicht benötigt, so dass sowohl Platine, als auch die einzelnen Leiterbahnen um ein vielfaches kleiner sein können/müssen.
      Vorweg noch kleiner Hinweis.
      Eine Platine hat nunmal zwei Seiten ( Ja, ja. Für die Klugscheisser, es sind natürlich sechs, wir benutzen aber nur zwei). Die Seite, auf der die Bauteile sind (Bestückungsseite) und die Seite auf der die Leiterbahnen sind. Beide Seiten sind spiegelverkehrt zueinander, so dass die Leiterbahnen immer spiegelverkehrt zu zeichenen sind. Schwierig wird es bei zweiseitig kaschierten Platinen, dazu aber später mehr.


      Methode 1.
      Wie schon oben angedeutet, ist es die einfachste Methode um sich einseitige Platinen selber zu ätzen. Hierfür werden auch nicht sehr viele Werkzeuge benötigt.

      Benötigt wird:
      Platinenbasismaterial einseitig
      Edding 400 schwarz
      Ätzmittel
      Schleifpapier 600er Körnung
      Aceton
      Kunststoffschale
      Kunststoffpinzette
      Schutzhandschuhe

      Als Basismaterial habe ich, je nach benötigten Strömen, Hartpapier (Pertinax) Platinen mit 35 oder 70µm Kupferauflage genommen, die man über bekannte Quellen (Conrad, Reichelt, Völkner usw.) beziehen kann. Als Ätzflüssigkeit benutze ich am liebsten eine fertige 40%ige Eisen-III Chlorid Lösung. Das kann eine ziemliche Sauerei werden, allerdings braucht man das Eisen-III Chlorid zum ätzen weder anrühren, noch erwärmen. Andere Ätzflüssigkeiten wären z.B. Natriumpersulfat, das man meistens als Pulver bekommt. Als Ätzschale hebe ich mir immer die Schalen von abgepackten Fleischwaren auf, die sich dafür ohne Probleme nutzen lassen.
      Fangen wir also an. Als erstes wird ein Schaltplan benötigt, aus dem man sich das Platinenlayout erstellt. Bei kleineren Sachen lässt sich das mit Bleistift auf Papier bringen und so auf die Platine mit dem Edding frei Hand übertragen. Wichtig sind die Abstände der Lötpunkte der einzelnen Bauteile. Ich habe mir das Layout auf Papier erstellt und an den Lötpunkten kleine Löcher ins Papier gestochen. Wenn man die so erstellte Schablone auf die vorbereitete Platine legt, kann man die Lötpunkte mit dem Edding durch die Löcher auf die Platine übertragen. Hierfür das Papier mit Tesa oder Kreppband an der Platine fixieren Daran denken, das das Platinenleyout spiegelverkehrt zur Bestückungsseite ist. Anhand unserer Schablone kann nun das Basismaterial zugeschnitten werden. Um die Platine ins und auch wieder aus dem Ätzbad zu bekommen, bohre ich mir in eine ungenutzte Ecke ein kleines Loch um ein Stück Bindedraht durch zuziehen. So bekommt die Platine ihren "Henkel".
      Bei größeren bzw. komplizierten Layouts lässt sich das alles am Computer erledigen. Hierfür gibt es eine Handvoll brauchbare kostenlose Computerprogramme. Ich nutze KiCad. Damit lässt sich sowohl der Schaltplan erstellen, als auch daraus das Platinenleyout. Das Leyout lässt sich dann ausdrucken, das man wiederum als Schablone benutzen kann.

      Das Basismaterial muss vor dem übertragen des Layouts noch vorbehandelt werden, dass der Edding vernünftig auf dem Kupfer haftet und sich nicht beim ätzen lösen kann. Dafür wird die Kupferseite mit dem Schleifpapier erst leicht angeschliffen bis das Kupfer blank ist und hinterher mit Aceton abgerieben um alle Verunreinigungen zu entfernen. Ab jetzt die Platine nicht mehr mit den blanken Fingern anfassen, da sonst das Kupfer an diesen Stellen wieder anläuft. Einweghandschuhe aus Nitril oder Latex (Puderfrei) sind nun unablässlich. Wenn die gesammten Leiterbahnen auf die Platine übertragen sind, kommt ein Stück Bindedraht durchs Loch und die Platine ins Ätzbad.

      Die Lösungen wirken stark korrosiv gegenüber fast allen Metallen, somit bitte extrem vorsichtig beim Umgang damit und die nötigen Sicherheitsvorschriften einhalten. Schutzbrille und Schutzhandschuhe sind ein Minimum. Bitte auch beachten, das gebrauchte Ätzlösungen wegen dem Kupfergehalt als Sondermüll zu behandeln sind. Normal werden die Gebrauchten Lösungen von den komunalen Entsorgungsunternehmen kostenfrei entgegengenommen.

      Je nach Stärke der Kupferauflage und Sättigung der Ätzlösung benötigt der Ätzvorgang ca. 15 - 30 min. ab und zu sollte die Platine im Ätzbad etwas bewegt werden, um den Vorgang zu beschleunigen. Wenn sich das gesammte Kupfer, das nicht benötigt wird, aufgelöst hat, kann die Platine aus dem Ätzbad entnommen und unter fliessendem Wasser abgespült werden. Die restliche Ätzlösung kann entweder in einem geeignetem Gefäß zum späteren wiedergebrauch aufgehoben, oder der Entsorgung zugeführt werden. (Was für ein blöder Satz)
      Den Edding kann man mit Aceton entfernen. Es fehlen nur noch die Bohrungen für die Bauteile, in der Regel reichen 0,8 mm. Bevor die Bauteile aufgelötet werden, überprüfen wir nochmal die Leiterbahnen auf Unterbrechung und Kurzschluss, hierfür einfach alle Bahnen mit einem Ohmmeter durchmessen. Beim Einlöten der Bauteile darauf achten, dass von Klein nach Groß gearbeitet wird.
      Zum Abschluß sollte man noch die Leiterbahnenseite mit einem Schutzlack versehen, um anlaufen und korrosion durch Feuchtigkeit etc. zu vermeiden. Hierfür gibt es einige brauchbare Lacke im Handel.

      Ich hoffe, dass ich es, auch ohne Fotos, ausreichend gut beschrieben habe, weiter Tipps und Vorschläge sind natürlich gern gesehen. Methode 2 werde ich in nächster Zeit beschreiben und auch mit Fotos.
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    • Nun ja die Leiterplatte mit einem Edding zu zeichnen haben wir vor 40 Jahren einmal gemacht weil man nichts anderes zur Verfügung hatte.
      Aber heute im Zeitalter des PCs nimmt man CAD Programme die auch zum Teil kostenlos sind wie z.b. Kicad oder Eagle (kann nur halbe Europa Karte)
      Einen Drucker hat auch jeder .
      Nur mit dem Foto Material bracht es etwas erfahrung.
      Da warten wir natürlich auf den zweiten Bericht.
      Das Aceton ist nicht unbedingt notwendig es reicht einfacher Alkohol oder Isopropanol aus das ist auch für die Lunge besser und kostet weniger.
      Zum Leiterplatte reinigen kann man auch Ata oder Fiss nehmen auch feine Stahlwolle geht.
      Ich habe einmal ein Schleuder Ätzgerät entwickelt das ich noch bauen muss für alle die so etwas einmal bauen wollen hier ein paar Bilder zur Anregung.
      Es passen zwei Euro Karten hinein
      Eurokarte 100x160 mm
      Auch einen Schäferkasten kann man nehmen mit einem Sprudelstein und einer Luftpumpe versehen und schon braucht man das ganze nicht mehr schaukeln.
      Ätzgerät.JPGÄtzgerät-1.JPGDas ganze kann man aus Kunststoff oder wie ich aus Plexiglas bauen und verkleben. das Rechte Loch unten ist für die Heizung (Aquarium Heizung) denn auch hier gild warmes eisen 3 Clorid ätzt schneller auf Natriumpersulfat sollte man ganz verzichten einmal benutzt und schon ist das Zeug nicht mehr zu gebrauchen.
      DiEisen 3 Clorid kann man Jahre lang Lagern und auch noch benutzen.
      Auch kann man mit der Methode Feinätzteile für die Modelle herstellen z.b Lüftungsgitter usw.
      Ich hoffe Ralfs Bericht nichts vorweg genommen zu haben.
      Gruß Peter

      In Bau F123 Fregatte Bayern 1:100
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    • Modellteile schrieb:

      Nun ja die Leiterplatte mit einem Edding zu zeichnen haben wir vor 40 Jahren einmal gemacht weil man nichts anderes zur Verfügung hatte.
      Aber heute im Zeitalter des PCs nimmt man CAD Programme die auch zum Teil kostenlos sind wie z.b. Kicad oder Eagle (kann nur halbe Europa Karte)
      Die Aussage finde ich etwas unfair. Da könnte man auch schreiben, warum man im Zeitalter von CNC und 3D Druck noch eine Laubsäge besitzt.

      Hier geht es doch eher um das Vermitteln von klassischen Vorgehensweisen bei der Herstellung von Leiterbahnen.
    • Hi .
      Modellbau entwickelt sich ja immer weiter und die Techniken auch. Weiß noch das mein Schwiegervater seine Platinen, für seine Modelleisenbahn auch noch auf die alte Methode ätzt. Hatte bisher noch keinen Bedarf. Aber langsam interessiertmich das Thema schon. Also macht weiter. Für Anfänger in dem Bereich sehr nützlich. Schönen Sonntag.
      1. Mfg Steffen :d:
      :pr: Ahoi :mtr:
    • Danke dir für die Anregungen. Und nein, du nimmst nichts vorweg, von konstruktiven Beiträgen lebt ein solcher Bericht ja.
      Das die Methode mit dem Edding schon etwas angestaubt ist, stimmt schon. Nur, sie funktioniert nach wie vor recht gut, so lange die Layouts nicht zu komplex sind und man braucht sich nicht in die Programme einarbeiten. Nicht alle haben das gleiche Verständnis für Elektrik und Elektronik. Wobei auch Fotopositivplatten schon seid über 30 Jahren auf dem Markt erhältlich sind, habe damit schon in der Oberschule gearbeitet.
      Methoden 2 wird sich genau damit befassen und zwar relativ einfach, also mit so wenig spezielle Apperaturen wie möglich.

      Kommen wir zum Werkzeug im weitesten Sinne:

      Fotopositiv-Platine
      Entwickler
      Inkjet-Overheadfolie
      2x Plexiglasscheiben (etwas größer als die Platine)
      Rotlicht
      Belichtungsgerät
      Ätzmittel
      Kunststoffschale
      Kunststoffpinzette
      Reinigungsmittel
      Einweghandschuhe
      Schutzbrille

      Fotopositiv-Platinen sind auch ohne weiteres im Handel erhältlich und kosten nur wenige Cents mehr als einfaches Basismaterial. Alternativ kann man sich den Fotolack auch als Sprühlack kaufen und sich seine Platinen selber beschichten. Interessant ist der Lack vorallem, wenn man sich selber Ätzteile herstellen will. Allerdings kostet die 200 ml Dose zwischen 15,- und 20,-€. Der Entwickler ist normal als Pulver erhältlich und muss entsprechend angerührt werden und kann nicht mehrmals verwendet werden. Die Kosten betragen, je nach Hersteller, zwischen 1,50€ und 2,-€/ Beutel.
      Die Overhead-Folie ist mit die teuerste Anschaffung an der ganzen Sache und schlägt mit 10,- bis 15,-€ pro 10 Blatt zu Buche. Da wir aber eher selten DIN A4 große Schaltungen bauen, passt da ja einiges drauf.
      Die beiden Plexiglasscheiben benötigt man, um das ausgedruckte Layout auf der Platine für die Belichtung zu fixieren und anzupressen, um ein unterleuchten des Layouts zu vermeiden.
      Ob Rotlicht bei der Handhabung mit den Fotoplatinen wirklich wichtig ist, ist wohl ein Streitthema. Da es für mich aber relativ einfach ist, da meine kleine Bastelecke keine Fenster hat und ich meine Lampe mit einem Stück roten Seidenpapier und zwei Haushaltsgummis zur Rotlichtlampe umfunktionieren kann, mache ich es auch so.
      Belichtungsgerät hört sich erstmal kompeziert an, ist es aber nicht. Auf vielen Kleinanzeigen-Plattformen findet man UV-Geräte zur Belichtung für um die 10,-€. Die stammen meistens aus Nagelstudios und normal passen dort Europlatinen (100x160mm) ohne Probleme rein
      Über das Ätzmittel brauche ich ja nichts mehr schreiben, wurde ja schon ausreichend besprochen.
      Die Fotoplatinen müssen wir hier nicht vorbehandeln, da sie fix und fertig zum Gebrauch sind. Nach dem ätzen ist eine Reinigung evtl. noch sinnvoll.
      Natürlich kommen auch hier wie oben Schutzbrille und -handschuhe zum Einsatz.

      Fortsetzung folgt.
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    • Da das Thema gerade diskutiert wird, hier ein Beispiel, was mit der Edding-Methode möglich ist.
      CIMG6759.JPG

      Leider habe ich kein Bild von der Rückseite, hier aber noch das Layout auf Papier in Originalgröße (100x140mm).
      CIMG6911.JPG

      Wie zu sehen ist, handelt es sich in diesen Fall sogar um eine zweiseitige Platine mit einigen Durchkontaktierungen. Hergestellt ist sie nach obiger Anleitung, nur ebend zweiseitig.
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    • Noch ein kleinen Tip zur Belichtung von Leiterplatten.
      Zur Belichtung kann man eine Höhensonne nehmen , ich benutze diese schon seit 40 Jahren, da hat man je nach Material, eine Belichtungszeit von 3 bis 5 Minuten.
      Ob man so ein Teil heute noch bekommt weis ich nicht. Auch kann man eine Nitrivot-S Lampe zum Belichten benutzen.
      Auch ein Eprom Löschgerät kann man nehmen wenn dieses groß genug ist.
      Wichtig beim Belichten ist das die Lichtquelle einen hohen UV Anteil hat je höher des do besser.

      Auch kann man sich ein Gerät selber bauen mit den entsprecheneden Röhren, die man auch schon für kleines Geld bekommt.
      Wichtig beim selbstbau ist die Einhaltung der VDE 0100 Vorschrift.



      Zu den Folien:
      Für Laserdrucker kann man z.b. 3M Folie benutzen, dabei muss man auf die richtige Seite achten, beim einlegen in den Druckerschacht.
      Nicht jede Folie kann man verwenden denn die werden sehr Heiß.
      Früher haben wir auch Butterbrot Papier genommen das geht auch, auch für die Edding Anwendung.
      Für Tintenstrahldrucher gibt es Folien z.b. von HP und 3M CG3420 , auch hier muss auf die richtige Seite beim einlegen geachtet werden, nicht weil diese Heiß werden sondern weil die eine Seite speziell
      aufgeraut ist.
      Hier ist auf die Trockenzeit zu achten, da kann es vorkommen das man den Druck einen Tag liegen lassen muss damit er Trocken ist je nach Folie oder Papier.
      Eine andere Methode ist das normal aus zu drucken und dann das ganze mit Haarlack oder mit Klarlack einzusprühen das geht auch.
      Bei den Verfahren mit nicht klarem Papieren verlängert sich natürlich die Belichtungszeit, diese bekommt man nach einigen Fehlversuchen leicht raus.
      Das kostet halt Lehrgeld.

      Es gibt naturlich auch die Möglichkeit seine Leiterplatte die man mit dem PC gezeichnet hat anfertigen zu lassen, ja das kostet ein paar Euro aber wenn man sich die ganzen Ätzteile kaufen muss ist das für ein bis 10 STück die billiger Lösung und die macht keinen Dreck und Flecken auf der Kleidung.

      Wie der Ralph schon geschrieben hat den Entwickler in Pulver Form geht nur einmal.
      Da kann man den als Plätzchen in der 100 Gramm Dose bekommen, davon werden ein paar in eine Schale gelegt und dann mit Wasser aufgefüllt.
      Alle Plätzchen sollten sich aufgelöst haben bevor man die Leiterplatte hineinlegt auch hier gild warmes Wasser geht schneller.
      Diese Lösung hällt im dunklen Behälter einige Zeit ich hatte schon welchen der noch nach einem Jahr noch ging.
      Zur Dosierung kann man nur sagen nach Gefühl, ich habe festgestellt, wenn sich der Entwickler wie Seife anfühlt,ist dieser Gebrauchsfertig. So mache ich das ,was jeder für sich entscheiden muss, da es sich hier ja um Chemie handelt und nicht ungefährlich ist.

      Bei der ganzen Leiterplatten "matscherei" immer daran denken Eigenschutz zur Gesundheit geht vor.
      Wir Alten Hasen sind da etwas schmerzfreier aber immer vorsichtig mit den Chemikalien.

      Aber hier geht es ja um das selber machen.
      Gruß Peter

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    • Da so wie ich, die meisten einen Tintenstrahldrucker ihr Eigen nennen, gehe ich auch speziell auf diesen ein. Mit einem Laserdrucker kann man sich mit einer weiteren Methode, der Toner-Transfer-Methode, den Umweg über Folien sparen. Aber zurück zum Thema.

      Wie auch bei Methode 1 benötigen wir ein Platinenlayout. Bei Methode 2 werden allerdings einige Kentnisse im Elektronikbereich sowie beim Umgang der CAD-Programme von Nöten sein. Aus gegebenen Anlass habe ich für mich ein neues Layout für meine Steuerplatine erstellt.
      Hier der Schaltplan dazu:

      Schaltplan Verteiler 2.jpg

      Das gute Stück dient mir der Steuerung von Licht und Dampfgenerator. Das Herzstück bildet ein Arduino Nano, der die Steuerung übernimmt und insgesammt vier RC-Kanäle überwacht. Der Arduino schaltet über eine Darlingten Transistorbrücke insgesammt acht Relais. Insgesammt lassen sich so 81 Schaltzustände erreichen.
      Das daraus erstellte Platinenlayout wird auf der Overheadfolie doppelt ausgedruckt. Als Druckereinstellung nutze ich nicht den Foliendruck, sondern den Fotodruck, da ich hier eine feinere Auflösung zur Verfügung habe Mit etwas Glück sieht es dann so aus:

      CIMG6912.JPG

      Die Linien unten rechts auf dem Bild werden noch zur bestimmung der Belichtungszeit benötigt. Die Linien sind unterschiedlich dicke Leiterbahnen mit unterschiedlichen Abständen.

      CIMG6913.JPG

      Um eine ausreichende Lichtdichtheit zu erreichen, wird das Layout doppelt ausgedruckt und aufeinander gelegt. Hierbei ist auf exakte Ausrichtung zu achten, um auch ein sauberes Ergebnis zu erzielen. Ich habe mir angewöhnt, die ausgedruckten Folien über Nacht trocknen zu lassen, um ein verwischen zu verhindern.

      Als erstes kommen jetzt die Streifen zum Einsatz, da wir erstmal die optimale Belichtungszeit herausfinden müssen. Wir schneiden die Streifen aus und ein passendes Stück der Fotoplatine. Unter Rotlich ziehen wir die Schutzfolie von der Platine und fixieren die Folie mit den Straifen auf der Platine. Nun Kleben wir mit schwarzen Isolierband quer zu den Strichen auf der Folie das ganze ab, so dass wir insgesammt acht Bereiche haben, wobei der achte kein Isolierband bekommt. Zwischendurch rühren wir uns in einer Kunststoffschale den Entwickler an, dann kommt die UV-Lampe und euer Smartphone zum Einsatz. Auf dem Smartphone wird der Timer mit 20 sec. Laufzeit vorbereitet und der Platinenstreifen kommt unter die noch ausgeschaltete UV-Lampe. Nun schaltert ihr die Lampe an und gleichzeitig lässt ihr den Timer ablaufen. Nach den eingestellten 20 sec. macht ihr die Lampe wieder aus, entfernt den ersten Klebestreifen und wiederholt diesen Vorgang bis alle abgeklebten Bereiche belichtet wurden. So entsteht eine Platine, deren Bereiche unterschiedlich lange belichtet wurde, und zwar mit 20, 40, 60, 80 sec. usw.
      Entfernt die Folie mit dem Platinenlayout und legt die belichtete Platine mit der Kupferseite nach oben in den Entwickler, leichtes schwenken der Schale hilft beim Entwickeln. Handschuhe nicht vergessen. Schon relativ schnell sollte sich ein leichter Farbumschlag auf der Platine zeigen der die Striche wiedergibt. Die Entwicklungszeit beträgt je nach Entwickler ca. 1 min. Danach die Platine mit kaltem Wasser abspühlen und vorsichtig trocken tupfen. Nun ist die Platine fertig zum ätzen. Auch diese Platine nicht mehr mit blanken Fingern berühren. Der Ätzvorgang selber ist der Gleiche wie bei Methode 1.
      Nun kann man die Belichtungszeit anhand des Ergebnisses ableiten. An der Stelle, wo noch am meisten Kupfer zu sehen ist, wurde die Platine nur 20 sec. belichtet. Die einzelnen Stufen sollten gut zu erkennen sein. Nun zählen wir die einzelnen Stufen vom schlechtesten Ergebnis (noch sehr viel Kupfer vorhanden) bis zum optimalen Ergebnis und multiplizieren die Zahl mit 20 sec. So haben wir die passende Belichtungszeit.

      So bald vorhanden, werde ich noch ein paar Bilder einbinden. Angenehme Nachtruhe.
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    • So, weiter gehts.
      Nach dem ich gemerkt habe, dass mein Layout aus irgend einen Grund etwas zu Groß geworden ist, musste ich es nochmal bearbeiten. Bevor ich das auf Folie ausdrucke, mache ich immer einen Probedruck auf normalen Papier, um eventuelle Fehler besser zu sehen.
      Beim Ausdruck darauf achten, das ein Layout spiegelverkehrt ausgedruckt wird und beim zusammenkleben die bedruckten Seiten aussen liegen. So ist man sich sicher, dass immer die Farbschicht direkt auf der Platine aufliegt und so Unterleuchten vermindert wird.
      Schneidet die Layouts so aus der Folie aus, dass ihr einen Rand von 1 bzw 1,5 cm habt, legt sie exakt aufeinander (die kleinere Folie nach oben) und klebt sie mit Tesafilm so aufeiander, dass das Tesa nicht die Leiterbahnen bedeckt. Wichtig ist, dass die beiden Folien sauber und exakt deckungsgleich aufeinander liegen.
      Für eine einseitige Platine wäre die Folie dann auch soweit fertig.
      Bei einer zweiseitigen Platine, wie in meinem Fall, werden die beiden Seiten wie beschrieben vorbereitet. Die beiden Seiten werden wiederum aufeinander geklebt, wobei eine Seite, vorzugsweise eine lange Seite, offen bleibt und so ein Art Tasche entsteht, in die man die Platine einstecken kann.

      CIMG6935.JPG

      CIMG6936.JPG

      Bei einseitigen Platinen reicht es die Folie mit etwas Tesa zu fixieren. Um ein abheben der Folie zu vermeiden, legt man beim Belichten einfach ein passendes Stück Plexiglas auf die Folie. Für meine zweiseitige Platine, habe ich mir aus zwei Plaxiglasscheiben eine kleine Vorrichtung gebaut, zwischen die ich die Platine einklemmen kann und so die Folie ohne Zwischenräume auf der Platine aufliegt.

      CIMG6934.JPG


      Die Schrauben sollte man nicht zu fest anziehen, da sich sonst das Plexiglas wölbt und nicht mehr sauber aufliegt.

      Bevor es los geht, sollte man sich das Entwickler- und Ätzbad parat stellen. Bitte an Schutzhandschuhe und -brille denken. Wenn alles soweit vorbereitet ist, kann man mit dem Belichten und entwickeln beginnen.
      Unser Teststreifen hat uns gezeigt, dass wir eine Belichtugnszeit von 120 sec. brauchen, da rechnen wir noch ein bischen Sicherheit mit ein und legen weitere 20 sec. drauf und belichten mit 140 sec. Keine Angst, es ist weitaus unproblematischer, wenn länger belichtet wird als zu kurz. Wenn die Platine zu kurz belichtet wird, lässt sie sich schlecht, oder sogar gar nicht ätzen.
      Um mit dem Fotoplatinen umzugehen, sollte Rotlicht genutzt werden, gut gedämpfte Beleuchtung geht aber zur Not auch. Nun werden die Schutzfolie von der Platine entfernt, bei einseitigen wird die Folie mit dem Layout auf der Platine fixiert (Tesa) und mit dem Stück Plexiglas abgedeckt. Bei zweiseitigen Platine wird diese in die Folientasche gesteckt, gerade ausgerichtet und zwischen zwei Plexiglasscheiben fixiert. Das Ganze kommt nun unter die UV-Lampe und wird, wie getestet, mit 140 sec. belichtet. Die zweisitige Platine natürlich von beiden Seiten jeweils 140 sec. belichten. Die Timer-Funktion im Smartphone ist auch hier wieder hilfreich.
      Nach dem Belichten wird die Folie entfernt, bzw. die Platine aus der Folientasche entnommen und ins Entwicklerbad gelegt. Die Leiterbahnen sollten schon nach ein paar Sekunden zu erkennen sein und der nicht benötigte Fotolack löst sich mit einem bräunlichen Schleier von der Platine. Insgesammt bleibt die Platine rd. 1 min. im Entwicklerbad.


      CIMG6939.JPG

      Anschließend wird die Platine mit sauberem Wasser abgespült und ins Ätzbad gelegt.

      Hier noch zwei Bilder von meiner zweiseitigen.


      CIMG6940.JPG


      CIMG6941.JPG


      Wie auf dem unteren Bild zu sehen ist, sind noch ein paar Macken an eingen Leiterbahnen, bzw sind die Abstände zu gering. Hier werde ich wohl die Belichtungszeit noch etwas erhöhen müssen und/oder die Platine nach halber Belichtungszeit vertikal um 180° drehen. Ansonsten
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    • Neu

      Beim "Entwickler" handelt es sich Natriumhydroxid (=Ätznatron), aufgelöst nennt es sich dann Natronlauge.
      Unbedingt beim Hantieren Schutzbrille tragen! Kommt davon ein Körnchen ins Auge, wird die Hornhaut sofort trüb.
      Ist es erst einmal aufgelöst, ist die Konzentration natürlich viel kleiner, dann ist die Gefahr auch nicht mehr so groß.
    • Neu

      Die Plexiglasscheiben sind ungeeignet dafür siehe dein Ergebnis.
      Man nimmt Glasscheiben dafür.
      Plexiglas verkratzt schnell und mag keine Wärme die ja beim Belichten entsteht.
      Gruß Peter

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      Scouter schrieb:

      Danke für den Tipp, muss mir mal ein paar Reste von Glaser besorgen und den passenden Bohrer.
      Hallo Ralph,

      ich nehme die Glasplatte vom "rahmenlosen" Bilderrahmen, bekommt man fast an jeder Ecke.
      Schöne Grüße

      Stephan
      :2:


      Meine Flotte:
      - Bugsier 3 (ausser Dienst)
      - Bugsier Junior 1:35 (fahrbereit)
      - Arbeitsboot Martina (ex.Marina)
      - MFP 1:35 (fahrbereit in Bau)
      - S38 1:35 (Bau ruht)
      - KFK 1:35 (Bau ruht)
      - Schlepper Neuwerk 1:35 (in Bau/Planung)
      - Damen FastCrewSupplier 1:35 (Kiellegung erfolgt)
      - PSV Havila Fanø 1:35 (in Planung)
      - AHTS Balder Viking 1:35 (Traum)
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      Nett von dir, Danke. Ich hab mal im Baumarkt geguckt, kostet doch lächerliche 99ct ein Bilderhalter (13x18cm).
      Die werde ich wohl gerade noch erübrigen können, schwer wird es eher beim passenden Bohrer.
      :iro2:
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