Fairmount Alpine in Fusion 360 - Die Konstruktion

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    • Fairmount Alpine in Fusion 360 - Die Konstruktion

      FAIRMOUNT ALPINE IN FUSION 360 - FOLGE 1 (Post 1)


      Etappenziel: “Einrichtung der Baustelle”


      Hallo liebe Mitleser!

      Jetzt geht es also los mit der Konstruktion der Fairmount Alpine bzw. einem der baugleichen Schwesterschiffe in Fusion 360.
      Ich werde in 1:50 konstruieren und schlage vor, dass Ihr das auch erst einmal so macht. Mithilfe von zwei Klicks lässt sich das gesamte Modell, inklusive vieler Einzeldateien problemlos jederzeit in einen anderen Wunsch-Maßstab vergrößern oder verkleinern. Gerade am Anfang, und im Falle dessen das Fragen aufkommen halte ich es aber jedoch für extrem vorteilhaft, wenn wir mit denselben Massen arbeiten.

      Zunächst einmal eine Auflistung der Dinge die wir zur Konstruktion brauchen (werden), sowie nachfolgend ein paar Erklärungen dazu:

      ERFORDERLICH:

      • -Computer mit Fusion 360 installiert
      • -Bauanleitung Fairmount Alpine von Billing Boats im PDF Format (von Website)
      • -BOSKALIS Datenblatt der Fairmount Alpine im PDF Format (von Website)

        EMPFOHLEN
      • -Notizblock
      • -Kugelschreiber
      • -Taschenrechner
      • -Ggf. ein einfaches, kostenloses Screenshot Tool fuer den Computer




      Da der Linien –bzw. Spantenriss eines modernen Arbeitsschiffs wie der Fairmount Alpine nicht öffentlich verfügbar sein wird, nutzen wir die Linien des Billing-Boats Bausatzes in der Annahme, dass diese dem Original relativ nahe kommen.
      Technische Daten, Seitenansicht und Decksplaene veröffentlicht Boskalis zu diesen Schiffen aber durchaus, also wäre es geradezu sträflich nicht auf diese zurückzugreifen. Somit können wir unser Schiff später deutlich detaillierter ausrüsten als Billing Boats das vorsieht und zudem mal überprüfen, wie gut der Bausatz eigentlich ist…

      Beim Konstruieren ergeben sich erfahrungsgemäß immer mal wieder Momente, in denen man teilweise recht krumme Zahlen kurz im Kopf behalten muss – da hat es sich für mich bewährt, einen Block und einen Stift greifbar zu haben; Natürlich kann man das auch im Editor am Computer hinterlegen, ich finde es so praktischer.

      Ich arbeite an einem Mac – der bietet von Haus aus die Funktion, mittels Shift-Command-4 einen Screenshot einer per Maus definierten Bildschirmansicht zu machen die dann automatisch auf dem Desktop gespeichert wird. Diese Funktion ist extrem praktisch, da ich mithilfe davon die einzelnen Spanten aus der Billing-Boats Anleitung erstellen werde. Ich weiss dass es auf Windows Rechnern auch moeglich ist Screenshots zu machen, moeglicherweise ist die Handhabung dort aber etwas umstaendlicher. In dem Fall wuerde ich empfehlen eines der zahlreichen im Netz frei verfuegbaren Tools dafuer herunterzuladen. Es geht ganz einfach darum, möglichst flott und unkompliziert Bildausschnitte aus PDF-Dateien als Bilddatei abzuspeichern.

      Nun kann es also losgehen!

      Als erstes richte ich mir auf dem Desktop einen neuen Ordner an, mit zahlreichen Unterordnern. Ich bin eigentlich wirklich kein Ordnungsfetischist oder Spießer – im Gegenteil – aber eine gewisse Ordnung ist beim Konstruieren absolut notwendig, da man mit so vielen Dateien hantiert und sonst sehr schnell keinen Überblick mehr hat. Zum Vergleich: Mein UT722 hat mittlerweile weit mehr als 500 Einzelskizzen, und mit den Details habe ich noch gar nicht angefangen…
      Ich empfehle zudem zwischendurch immer mal wieder per Google Bildersuche mithilfe der Schiffsnamen nach Originalfotos mit großer Auflösung der Schiffe dieser Baureihe zu suchen, und diese in einem der Ordner abzuspeichern. Es wird später immer wieder Momente geben, in denen Detailansichten aus bestimmten Blickwinkeln gesucht werden, um zu überprüfen wie bestimmte Stellen aussehen, die aus den Plänen allein nicht ersichtlich sind.

      Zu allererst öffnen wir Fusion 360. Es öffnet sich von allein eine frische Datei – zuerst kreieren wir jedoch einen Ordner in dem wir in Zukunft alle Dateien zu diesem Projekt abspeichern.
      Dazu links oben auf das Symbol mit den vielen Vierecken klicken, neues Projekt auswählen, einen Namen eingeben, ENTER drücken. Per Doppelklick „arbeiten wir“ ab sofort in diesem Ordner. Wenn wir unser neues, noch leeres Arbeitsblatt nun abspeichern, wird es in diesem Ordner gespeichert.
      Man sollte in Regelmäßigen Abständen speichern, Fusion 360 stürzt schon gern mal ab; bisher hat es bei mir immer einen Wiederherstellungspunkt gesetzt, verlassen würde ich mich darauf aber nicht.
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      - Einstellungen -

      Zu allererst ein paar wenige Einstellungen: Ich habe mein Programm nun schon seit gut zwei Jahren installiert, aus dem Kopf heraus sind das erst einmal die einzigen Einstellungen die mir einfallen die gemacht werden müssen; schlimmstenfalls, sollte sich herausstellen, dass ich etwas vergessen habe, dann holen wir das nach.
      Zuerst stellen wir sicher dass wir Alle in mm arbeiten. Dazu klicken wir in der Browserleiste auf der linken Seite direkt unter dem Dateiname auf den Pfeil des ersten Reiters „Dokumenteinstellungen“ – dort legen wir mm fest, falls hier etwas anderes eingestellt ist.
      Jetzt gibt es noch zwei Einstellungen auf die ich kurz eingehen möchte; im Prinzip kann man sie nach Belieben einstellen, es sieht dann nur anders aus, was fuer Verwirrungen sorgen koennte, und es ist sehr gut zu wissen was hier eingestellt wird.
      Unten mittig in eurer Arbeitsflaeche findet Ihr eine Reihe von Symbolen; im zweiten von rechts, „Raster und Objektfaenge“ habe ich wie im Bild gezeigt sowohl das Raster als auch die Sperre aktiviert. Das Raster ist zwar vielleicht am Anfang etwas verwirrend, ich finde es jedoch unglaublich hilfreich beim Konstruieren.
      Beim zweiten Punkt klickt Ihr den Kamerawuerfel in der rechten oberen Bildecke mit der rechten Maustaste an. Ich habe hier die Orthogonale Einstellung an – diese Einstellung hat mich schon einmal fast in den Wahnsinn getrieben, ich erklaere gleich worum es geht. Hier muss man sich vorstellen, der Wuerfel ist euer Objekt. Um den Betrachtungswinkel zu aendern, koennt Ihr entweder in der unteren Symbolleiste ganz links das Orbit Symbol anklicken und dann frei mit der Maus zoomen, oder aber Ihr klickt auf dem Wuerfel oben rechts eine der voreingestellten Ansichten an. In der orthogonalen Ansicht gibt es keinerlei Perspektive. Wenn man mit Vorlagen arbeitet, die vor eurem Objekt liegen, und deren Linien abzeichnet ist das extrem wichtig. Stellt Euch zwei Wuerfel vor, die hinter einander auf gleicher Hoehe auf eurer Arbeitsflaeche liegen. Mit perspektivischer Ansicht wuerde der hintere Wuerfel kleiner erscheinen (durch die Fluchtperspektive), bei orthogonaler Ansicht nicht, da werden gleichgrosse Objekte auch gleich gross dargestellt, egal wo sie liegen, ohne Perspektive. Da wir zwar Körper erschaffen, aber anhand von 2D Skizzen, und anhand von Vorlagen, die oftmals darüber liegen, ist es wichtig dass wir keine Perspektiven eingestellt haben.
      Ich kannte diese Einstellung zu anfangs nicht, und muss sie einmal durch das unbeabsichtigte Druecken einer Tastenkombination verstellt haben. Ploetzlich sahen all meine Zeichnungen vor den Vorlagen zu klein oder zu gross aus. Falls zu einem spaeteren Zeitpunkt einmal euer „Gebilde“ ploetzlich nicht mehr zu den Vorlagen passt, dann checkt mal diese Einstellung…
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    • Folge 1 - (POST 3)

      – Einmessen und Basics -

      Der erste echte Konstruktionsschritt bei mir: Das Festlegen oder „Einmessen“ der Dimensionen zum Skalieren unserer Vorlagen. Dafür benutzen wir das PDF von Boskalis; die Länge über Alles ist hier mit 75,05m angegeben. Da wir in Fusion mit mm arbeiten, rechnen wir gleich mit dem Faktor 0,02 <1:50 = 0,02> in Millimeter um. Das ergibt 1.501mm, die spaetere Laenge des Modells in 1:50.

      In der Browserleiste links sollte vor dem reiter „Ursprung“ das Auge aktiviert sein. Die Browserleiste links ist hierarchisch aufgebaut;
      Der Reiter „Ursprung“ beschreibt den Konstruktionsmittelpunkt eurer Arbeitsflaeche. Der reiter „Ansichtsbereiche“ enthaelt eure Vorlagen. Der reiter „Skizzen“ ebenjene, spaeter findet Ihr hier auch noch „Koerper“ sobald wir welche erstellt haben.
      Durch jeweiliges Klicken auf den Pfeil davor klappen alle Elemente des jeweiligen Reiters aus. Man kann Elemente unter einem Reiter spaeter noch gruppieren fuer eine bessere Uebersicht. Mit dem Auge koennen einzelne Elemente sichtbar oder unsichtbar gemacht werden, oder mit dem Auge vor dem Reiter alle Elemente sichtbar bzw. unsichtbar gemacht werden.
      Wir erstellen jetzt unsere allererste Skizze. Dazu klicken wir also oben im Wuerfel auf die rechte oder linke Seite, sodass wir exakt die Seitenansicht haben. Jetzt klicken wir mit einem Linksklick auf das orangene Quadrat in der Mitte, sodass es grau-blau leuchtet.
      Nun klicken wir oben in der Symbolleiste auf erstellen, und waehlen in der Dropdown-Liste den zweiten Punkt „Skizze erstellen“ aus. Jetzt sind wir im Skizziermodus. Viele Funktionen die sonst gehen gehen jetzt nicht, sondern erst dann wieder, wenn wir aus diesem Modus wieder draussen sind. Sobald wir im Skizzirmodus sind geht rechts automatisch eine neue Dialogbox auf – wenn wir mit unserer Skizze fertig sind, klicken wir unten in der Box auf „Skizze beenden“. Skizzen koennen spaeter ohne Probleme wieder geoeffnet und bearbeitet werden.

      Im Skizziermodus klickt Ihr jetzt oben wieder auf Erstellen; hier findet Ihr jetzt die verschiedensten Konstruktionselemente zum Skizzieren. Wir waehlen gleich die allererste Option aus, die gute alte Linie… Ihr seht dahinter ein „L“ stehen, das ist die Kurzwahl.. das heisst, anstatt Erstellen -> Linie auszuwahlen koennt Ihr auch einfach „L“ druecken. Das gilt fuer die anderen Optionen gleichermassen, koennt Ihr dann im Laufe unserer Konstruktion mal ausprobieren…
      Jetzt habt Ihr die Linie ausgewaehlt, und fahrt mal ueber den Punkt rechts unterhalb des orangenen Quadrats rueber – Das Zentrum. Ihr stellt fest dass das ein „Greifbarer Punkt“ ist. Das ist das Zentrum unserer Konstruktion; wir wollen den zum Mittelpunkt des Schiffs machen;
      Kommen wir nun zurueck zu unseren ermittelten Massen: Wenn das also der Mittelpunkt ist, dann bedeutet das, dass das Schiff von hier jeweils 1.501mm / 2, also jeweils 750,5mm nach vorn und nach hinten geht. Und genau das zeichnen wir jetzt ein.
      Also, einmal ins Zentrum klicken, mit der Maus nach rechts fahren; Ihr stellt fest, die 0 Grad waagerechte „greift“ er von sich aus, Ihr koennt sie aber auch in das Dialogfeld eingeben, dann mit Tab Taste die Laenge, also 750,5 eingeben und mit „Enter“ bestaetigen. Da ist eure Linie! Das ganze machen wir jetzt nochmal nach achtern, also vom Zentrum nach links. Also nochmal L druecken, Zentrum anklicken, 0 Grad nach links und 750,5 eingeben, Enter und fertig.

      Um gleich den Boskalis Seitenriss moeglichst genau platzieren zu koennen, machen wir es uns noch etwas leichter und zeichnen noch zwei Hilfslinien. Wir druecken also nochmal L, fahren mit dem Mauszeiger ueber den Endpunkt unserer Linie achtern, aber ohne die Linie zu starten. Jetzt bewegen wir den Mauszeiger von dort aus nach oben, Ihr solltet jetzt eine gestrichelte Linie eingeblendet bekommen, solange Ihr Euch in der Flucht bewegt. Ohne eine bestimmte Laenge – schaut Euch mal das Foto unten an – geht Ihr jetzt ein gutes Stueck nach Oben, startet die Linie und zieht sie senkecht nach unten, sodass Sie den Endpunkt achtern schneidet. Das selbe macht Ihr vorne auch nochmal; hier „peilt“ Ihr per gestrichelter Linie nicht nur den Endpunkt der Laengslinie vorne an, sondern auch noch den unserer Hilfslinie links, sodass beide gleich hoch sind.

      Jetzt sollte unsere Skizze aus VIER Linien bestehen, und eine Art „H“ darstellen, und so aussehen wie auf dem beigefuegtem Foto. Wenn das bei Euch auch in etwa so aussieht, dann koennt Ihr die Skizze beenden.

      In der Browserleiste Links sollte jetzt unter dem Reiter Skizzen ausgeklappt Skizze 1 erscheinen, die Ihr mit dem „Auge“ Symbol sichtbar und unsichtbar machen könnt.
      Jetzt noch Skizze 1 umbenennen, dazu markieren und noch einmal klicken oder rechts anklicken „Umbennenen“ -> Ich schlage mal „Laengsraster“ oder „Bemessung_Seitenriss“ oder so als Name vor.

      Das war jetzt sehr ausführlich, aber es soll ja wirklich fuer jeden und ohne Vorkenntnisse sein. Daher versuche ich auch ein bisschen die Basics drumherum zu erklären.
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