MS "LOFOTEN" im Maßstab 1:100 - Baubericht

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    • MS "LOFOTEN" im Maßstab 1:100 - Baubericht

      Hallo miteinander,
      wie die Überschrift verrät, möchte ich hier über den Bau meines Modells der "LOFOTEN berichten. Falls es jemand gibt, der nicht weiß, worum es sich handelt, hier mal zwei Fotos des Originals.

      001_Original_Bb.JPG 002_Original_Stb.JPG


      Zur Vorgeschichte.
      Als junger Seemann fuhr ich mehrmals längs der norwegischen Küste um aus Murmansk Apatit bzw. aus Archangelsk Schnittholz zu holen. Aber eben nur aussen lang. Nach einem tragischen Schiffsuntergang im Sturm in der Nähe der Lofoten gab es Order, zukünftig bei solchem Wetter innen lang zu fahren. Leider (gottseidank) habe ich solches Wetter dort nie erleben müssen. So musste ich bis zum Ende meiner Seefahrtszeit warten um die Hurtigrute zu befahren. Damals auf der POLARLYS. Die LOFOTEN war zu der Zeit nicht im Liniendienst.
      Dann sah ich bei DMAX als eines der seltenen Highlights (für mich) dieser Sendereihe den Beitrag über den Bau der LOFOTEN.
      Für 2018 beschlossen wir, mal wieder die Hurtigruten zu befahren. Da die LOFOTEN inzwischen Museumsstatus erreicht hatte, und wieder Linie fuhr, war sie das "Schiff der Wahl".
      Bei den Vorbereitungen auf diese Reise stieß ich dann auch auf den Bausatz der LOFOTEN der als Kleinserienmodell angeboten wurde. Sofort wurde mit dem Bau des Modells geliebäugelt. Mit dem Kauf aber bis nach der Reise gewartet. Wäre meiner Frau die Reise auf diesem kleinen Schiff nicht bekommen, hätte ich mit dem Bau des Modells gar nicht erst beginnen brauchen. Zum Glück war es auch für sie ein echtes Erlebnis. Und so konnte ich beruhigt zur Bestellung schreiten. Fotos hatte ich während der Reise natürlich jede Menge gemacht. Das half sehr beim Bau. Allerdings musste ich auch feststellen, dass doch das eine oder andere Detail nicht auf der Speicherkarte gelandet war.

      Bei einer ersten Besichtigung des Bausatzes musste ich feststellen, dass einige Teile fehlten. Das kommt ja aber auch bei anderen Anbietern regelmässig vor. Gefehlt haben aber nur die Bodenbretter der Rettungsboote wirklich. Diese wurden natürlich umgehend nachgeliefert. Die anderen "Fehlteile" hatten früher einmal zum Bausatz gehört. Aus der Beschreibung war aber nicht zu ersehen, dass sie nicht mehr zum Lieferumfang gehören. Die Teile wurden kulanterweise nachgeliefert und die Dokumentation zum Bausatz entsprechend geändert.
      Der Bausatz enthielt einen bereits grundierten GFK-Rumpf, diverse Frästeile für die Aufbauten, Tiefziehteile, zugekaufte Kleinteile und etwas Kleinmaterial in Form von Profilen, Platten und Ständerteilen. Der Ständer war ausdrücklich als nur für den Bau deklariert. Diente aber auch als Schablone für den richtigen Ständer.
      So kam der Rumpf aus dem Karton.
      003_Rumpf_Bb.JPG

      Der Rumpf von oben. In dem kleinen Karton finden sich diverse Kleinteile
      004_Rumpf_innen.JPG

      Die Frästeile für die Decks und Aufbauten.
      005_Fraesteile1.JPG 006_Fraesteile2.JPG 007_Fraesteile3.JPG

      008_Fraesteile_Klarsicht.JPG 009_Fraesteile_Tueren.JPG

      Interessant vor allem die gefrästen Teile für die Verglasung von Bullaugen, Fenstern, Türen und Überdachungen.

      Da ich nicht parallel zum Bau berichte, sondern das Modell fast fertig ist, gibt es die Fortsetzung in Kürze.

      Dieter

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Chief EB ()

    • Hallo Dieter,

      Schiffe der Hurtigruten sind schon faszinierend.
      Leider funktionieren, zumindes bei mir, Deine o.a. Links zu den Bildern nicht. Kannst Du hier bitte nachbessern? Danke.
      Von welchem Hersteller hast Du den Bausatz (ggf. wo erworben)?

      Gutes Gelingen beim Bau.

      Gruß

      Holger
      In der Werft:
      Barkasse Felix (Krick)
      Fischkutter Antje (Krick)
      Hafenschlepper Jonny (aeronaut)
    • Hallo Holger,
      diese links habe ich drin, seit ich vor dem Hochladen des Beitrages auf "Vorschau" gedrückt habe. Es fehlen aber keine Bilder. Wenn ich die links löschen will, verschwinden aber auch die vorhandenen Bilder.
      Vielleich kann ein Moderator da helfen. Wäre nett.
      Ich habe mit der Seefahrt angefangen, als Schiffe noch wie Schiffe aussahen. Und nicht wie schwimmende Schuhkartons mit Fenstern. Deswegen bin ich absoluter Fan von "schönen" Schiffen.
      Der Bausatz stammt von hier:
      rex-schiffsmodelle.de/

      Da gibt es auch noch viele andere "schöne" Schiffe.

      Gruß
      Dieter
    • Moin,
      da die Anzahl der hochladbaren Bilder begrenzt ist, hier gleich die Fortsetzung zum Bausatzinhalt.
      Ruder, und Masten waren schon vorgefertigt. Bei den hölzernen Treppen hat der Liferant leider in den falschen Vorratskarton gegriffen. Die waren bestimmt für ein Modell in anderem Maßstab gedacht. Kann ich sicherlich anderweitig verwenden. Bei meinen vielen Baustellen. In der kleinen Tüte gab es noch jede Menge Türen aus Resin. In linker und rechter Ausführung. Anker musste ich auch einen nachbestellen, da das Original einen Reserveanker auf der Back liegen hat. Was aus dem Bauplan aber nicht ersichtlich ist.
      009_Diverse_Kleinteile (FILEminimizer).JPG
      Dann waren da noch verschiedene Profile, Platten, Rundhölzer und gefräste Ständerteile im Paket.
      010_Material (FILEminimizer).JPG

      Zusammen mit den Böden der Rettunsboote, die ebenfalls aus PS gefräst sind und fehlten (liegen normalerweise einzeln in der kleinen Box und sind nicht in den großen Platten) kamen Relingstützen, Draht und Stevenrohr mit Welle.
      011_Reling_Welle (FILEminimizer).JPG

      Die Relingstützen sind erste Sahne - super Ätzteile. Leider nichts mehr für meine Feinmotorik. Ich habe daher die Reling nachbestellt, die auch beim Mustermodell zur Anwendung kam.

      012_Reling_zugekauft (FILEminimizer).JPG

      Ebenso wurde ein Propeller geordert. Und eine Kupplung. Einen Speed 400 Motor hatte ich noch in der Vorratskiste.

      013_Propeller (FILEminimizer).JPG 014_Kupplung_Glocke (FILEminimizer).JPG 015_Antriebsstrang (FILEminimizer).JPG


      Zum Lieferumfang des Bausatzes gehörten auch zwei großformatige Zeichnungen. Diese sind aber eher informativ, da sie nicht wirklich die LOFOTEN zeigen. Entweder stammen sie von einem recht ähnlichen Schwesterschiff oder, was ich vermute, es handelt sich um Zeichnungen eines früheren Projekstadiums die so nicht zur Ausführung gekommen sind. Immerhin ist danach der Bausatz wohl entstanden so dass man gegebenenfalls Maße daraus entnehmen kann.

      Durch die vielen Frästeile und die ausführliche, bebilderte, Bauanleitung braucht man aber nur selten die Zeichnung zu Rate ziehen.

      Dabei fällt mir ein, dass auch noch etliche Bilder vom Original zum Lieferumfang gehören. Davon kann man ja nie genug haben.

      Gruß
      Dieter
    • Hallo,
      nachdem alle wichtigen Teile auf dem Tisch lagen, konnte zum Bau geschritten werden.
      Dabei gab es eine kleine Enttäuschung. Der Rumpf war von aussen grundiert. Öffnungen für Bullaugen und Speigatten waren bereits eingearbeitet. Für Haupt- und Backdeck waren bereits Auflageleisten eingeklebt. Leider fielen beide Decks glatt durch. Etwa in Rumpfmitte war eineDecksbalken eingeklebt. Dieser war leider zu lang. Die Rumpfbreite passte absolut nicht zur Breite der Decks.
      016_Vormontierte_Querstrebe_im_Rumpf_zu_lang (FILEminimizer).JPG 017_Bachdeck zu_schmal (FILEminimizer).JPG

      Die Lösung des Problems war nicht sonderlich schwierig. Aus dem Decksbalken, dieser besteht aus einem Vierkanthohlprofil, wurde einfach ein passendes Stück herausgeschnitten. Ein anderes, kleineres Stück Profil wurde mit Klebsoff in das vorhandene Profil eingesetzt. Ein Streifen Kunststoff, mit einer Länge entsprechend der Decksbreite, wurde als "Abstandshalter" auf den Decksbalken gelegt. Das ganze bis zum Trochnen des Klebers mit ein paar Gummis fixiert. Und schon passte das Deck hinterher nahtlos in den Rumpf.
      018_Lehre_für_Deckbreite (FILEminimizer).JPG019_gekürzte_Querstrebe (FILEminimizer).JPG

      Nachdem der Rumpf so vorbereitet war, ging es an die Einbauten, Das mache ich gern, wenn noch alles ungehindert zugänglich ist. Stevenrohr und vorgefertigte Ruderhacke wurden mit Epoxy eingeklebt. Ebenso der Motor mit seinem Fundament. Zu diesem Zweck wurde die Kupplung zwischen Motor und Welle durch ein starres Provisorium ersetzt. Das garantiert eine gute Flucht beider Wellen.
      020_Antrieb_eingebaut (FILEminimizer).JPG 021_Propeller_Ruderhacke (FILEminimizer).JPG

      Als nächster Schritt folgte der Einbau des Ruderservos und des Ruderkokers. Dieser wurde oben mit einer Querstrebe stabilisiert.
      Ausserdem wurden Wannen für Fahrakku und Empfängerakku angefertigt und in den Rumpf geklebt. Wenn Platzangebot und Gewicht es erlauben, baue ich immer separate Empfängerakkus ein. Damit möchte ich vermeiden, dass bei einem Spannungseinbruch des Fahrakkus das BEC den Empfänger nicht mehr ausreichend versorgt, er dann abschaltet und das Modell unkontrollierbar wird. Auch wenn die Stromversorgung wiederkommt.
      022_Ruderservo (FILEminimizer).JPG 023_Akkuschalten_Podeste_Elektronik (FILEminimizer).JPG

      Zum vorläufigen Abschluß des Innenausbaus wurden noch Fundamente für Empfänger und Drehzahlsteller eingebaut. Wie die Akkuschalen leicht erhöht, damit bei geringfügigem Wassereinbruch die Elektrik trocken bleibt.

      Wegen der Optik und Aufhellung des Innenraumes wurde dann der Rumpf von innen hell lackiert. Gelb, weil diese Farbe von einem anderen Projekt übrig war.
      024_Einbauten_Probemontage (FILEminimizer).JPG
      Nun konnte die Elektrik schon mal "Probeliegen".


      Gruß
      Dieter

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von Chief EB ()

    • Hallo,
      und weiter geht's.
      Im Bausatz enthalten war, wie schon erwähnt, ein vorgefertigtes Ruder. Dieses war absolut o.k. und hätte bedenkenlos verwendet werden können. Nun ist es eine Marotte von mir, Ruder so zu bauen, dass sie auch jederzeit wieder demontiert werden können. Das war beim gelieferten Ruder nicht möglich. Nach einigem Überlegen entschloß ich mich, trotz der Mehrarbeit, meinem Prinzip treu zu bleiben und ein neues Ruderblatt anzufertigen. Das vorhandene Ruderblatt wurde vom Schaft gelöst und durch eine Eigenkonstruktion ersetzt. An ein Stück MS-Rohr entsprechender Länge, und im Innendurchmesser passend zu Schaft, wurden zwei MS-Plättchen angelötet. Der Hohlraum zwischen beiden Plättchen wurde mit Epoxy ausgegossen. Anschließend wurde alles rundherum geglättet. Der Ruderschaft bekam am unteren Ende eine kleine Bohrung mit Gewinde spendiert. Das Ruderblatt wird mit einem kleinen Schräubchen am Schaft befestigt und kann so jederzeit wieder demontiert werden, indem die Schraube gelöst und der Schaft nach oben gezogen wird.

      025_Neues_Ruderblatt (FILEminimizer).JPG 027_Neues_Ruder_Teile (FILEminimizer).JPG

      028_Befestigung_Ruder (FILEminimizer).JPG 029_Montiertes_Ruder (FILEminimizer).JPG

      Nachdem das Ruder fertig war, konnte es eingebaut und die Anlenkung zum Servo angefertigt werden.

      030_Ruderanlenkung (FILEminimizer).JPG

      Der Innenausbau des Rumpfes war somit vorerst fertig.
    • Hallo Lars,
      die Bauchschmerzen vergehen, wenn das Schiff mit Dir unterwegs ist und Du die wunderschöne Landschaft betrachten kannst.

      Nun aber weiter mit meinem Bericht. Bilder gibt es zu dem Abschnitt nicht. War eher unspektakulär. Aber notwendig. Zuerst wurde das Rumpfoberteil schwarz lackiert. Und dann die Bullaugen eingeklebt. Die lagen ja als Frästeile vor. Die Zwischenräume in der Platte mit den Klarsichtteilen waren auf etwa halbe Plattenstärke abgefräst. Wenn man die Bullaugen rausgetrennt hat, hatten sie somit einen Bund der das Einkleben sehr erleichterte. Bullauge in die Öffnung im Rumpf drücken, mit etwas Klebstoff fixieren. Fertig. Handwerklich kein Problem. Aber wegen der großen Anzahl der Bullaugen ein langwieriger Job der wenig Begeisterung aufkommen ließ. Sicherheitshalber wurden alle eingesetzten Bullaugen später noch einmal mit klar aushärtendem Kleber komplett überzugen. Das Einkleben der doch recht kleinen Bullaugen veranlaßte mich zu meiner Brille für "Nahdistanzen" zu greifen. Mit dieser Brille auf der Nase fiel mir dann auf, dass die Oberfläche des Rumpfes, trotz der Grundierung im Lieferzustand, nicht so perfekt war. Notgedrungen mußte ich doch ein paar pinholes nachträglich zuspachteln. Das war natürlich sehr ärgerlich, da der Bereich mit den Bullaugen ja schon lackiert war. Es blieb mir nichts anderes übrig als den Anstrich mit dem Pinsel auszubessern. Hätte ich mir den Rumpf doch nur vorher mit entsprechenden optischen Hilfsmitteln genauer betrachtet.

      Gruß
      Dieter
    • Hallo Niels,
      Dein Segler kann sich aber auch sehen lassen. Und bei knapp 90cm Länge findet die LOFOTEN immer noch ein Plätzchen. Ich kenne das mit den vielen unfertigen Projekten nämlich auch.

      Aber jetzt weiter mit dem Bericht. Eigentlich wollte ich erst weitermachen, wenn das Verschwinden der Bilder aus dem ersten Beitrag geklärt ist. Habe keine Ahnung, warum die plötzlich nicht mehr angezeigt werden. Habe beim Moderator angefragt. Mal sehen, was bei rauskommt.

      Mit dem Einkleben der Bullaugen in den Rumpf war der Bau so weit fortgeschritten, dass ich mich an die Verarbeitung der hunderte von Frästeilen für die Aufbauten machen konnte. Als Testobjekte nahm ich mir das kleine Deckshaus auf der Back und die Rückwand der Bar vor. Zuvor hatte ich die Decks schon mal grün lackiert.

      031_Aufbauteile (FILEminimizer).JPG 032_Lackiertes_Hauptdeck (FILEminimizer).JPG 033_Lackierte_Aufbaudecks (FILEminimizer).JPG

      Beim Deckshaus habe ich mich gewundert, da mir das Dach in Länge und Breite zu knapp bemessen schien. Eventuell ist das aber auch Absicht, da somit einige Schleifarbeit gespart wird. Die Oberkanten des Deckshauses sind nämlich großzügig abgerundet.
      Das Hauptdeck wurde auf die Auflageleisten im Rumpf geklebt. Um zu vermeiden, dass dabei eventuell Klebstoff auf das lackierte Deck gelangt, wurde die Oberseite ringsum mit Klebestreifen abgeklebt. Als der Kleber getrocknet war, wurde der Klebestreifen wieder abgezogen. Dabei erlebte ich eine böse Überraschung. Die meiste grüne Farbe hing am Klebestreifen. So etwas hatte ich mit den Molotow Farben auf Polistyrol - oder ABS Teilen noch nie erlebt. Die restliche Farbe wurde also auch noch entfernt. Der größte Teil nach der gleichen Methode. Klebestreifen drauf und abziehen. An einigen Stellen war es etwas mühseliger. Aber Schleifgeräte aus dem Hause Proxxon halfen dabei.
      Die noch nicht verarbeiteten Decks wurden ebenfalls von der Farbe befreit, nass geschliffen und mit allerlei Chemie, inklusive Silikonentferner, behandelt. Trotzdem hielt auch die neue Lackierung nicht. Es blieb nur, später mit dem Pinsel zu arbeiten. Abkleben wollte ich nicht mehr.
      Nun stand die Aufgabe an, die Seitenwände der Aufbauten auf dem Haupdeck aufzustellen. Zum besseren Verständnis des Prinzips hier mal ein link zur Bauanleitung.

      manualslib.de/manual/120971/Re…ofoten.html?page=5#manual

      Die Frästeile für die Aufbautenwände sind sinnvoll miteinander verzahnt. Wenn man der Anleitung gefolgt ist, und alle Teile mit den Nummern versehen hat, kann man kaum etwas verkehrt machen. Die Platten mit den Frästeilen sind von einer Seite angeschliffen. Sehr gut zu erkennen daran, dass die eine Seite glänzt während die andere Seite matt schimmert. Auf der matten Seite läßt sich mit einem Bleistift leicht die Teilnummer vermerken. Die Verzahnung ist so ausgeführt, dass oben und unten unterschiedlich lange Stege stehen bleiben. Das garantiert, dass die Teile richtig herum zusammengeklebt werden. Einige Teile haben ja Fensteröffnungen. Bei denen ist absolut klar, wie herum sie auf das Deck gehören. Der Rest ergibt sich dann durch die Verzahnung. Man sollte ausserdem dem Prinzip folgen, die Beschriftungen nach innen zeigen zu lassen. Dann kann gar nichts schief gehen.

      034_Aufbau_Hauptdeck_achtern.JPG 035_Aufbau_Hauptdeck_vorn.JPG 036_Aufbauten_Hauptdeck_von-achtern.JPG


      Gewünscht hätte ich mir hier, dass auch zwischen Seitenwänden und Deck (wenigstens bei den längeren Teilen) so eine Verzahnung vorhanden gewesen wäre. Das hätte die Montage viel einfacher gemacht. Läßt sich vielleicht bei der Nachfertigung von Bausätzen berücksichtigen. Ich habe mir geholfen, indem ich kleine Profile als Verstärkung in einige Kanten geklebt habe. Wie auf den Fotos zu sehen ist, wurden ausserdem im hinteren Bereich noch zwei Decksbalken zur Stabilisierung eingeklebt.

      Gruß
      Dieter
    • Wie auf einigen Fotos unschwer zu erkennen ist, wurden parallel zum Hauptdeckaufbau auch schon andere Teile der Aufbauten gebaut. Diese Arbeitsweise bot sich an, da dadurch die Trocknungszeit des Kleber an anderen Stellen gut überbrückt werden konnte. Nachdem die Aufbauten auf dem Hauptdeck komplett waren, ergab sich folgendes Bild.
      037_Aufbauten_Hauptdeck_gesamt.JPG
      Als nächster Schritt konnte nun der Einbau des Backdecks erfolgen. Da der vordere Teil der Aufbauten vom Backdeck überlappt wird, war das vorher nicht angeraten. Gut zu sehen, dass das Backdeck nach dem Lackieren wieder angeschliffen wurde um lose Farbe zu entfernen. Ich weiß nicht, ob eine Grundierung an dieser Stelle geholfen hätte. Das Problem kannte ich, wie schon mal erwähnt, beim Lackieren von Polystyrol - und ABS-Teilen mit Molotow Spraydosen bislang nicht. Und Grundierung lasse ich gerne weg um den Farbauftrag zu minimieren und Details nicht "zuzumalen". Zumal bei den Plastikteilen ja kein dicker Farbauftrag zur Herstellung der Wasserfestigkeit erforderlich ist.
      038_Backdeck_eingeklebt.JPG

      Beim Bau der Aufbauten wurden jetzt häufiger die Fotos zu Rate gezogen. Dabei fiel mir auf, dass das Schiff früher offenbar mal eine eigene Gangway hatte. Heute kommt die in jedem Hafen sofort nach dem Festmachen mit einem Gabelstapler. Immerhin ist die Tasche für die Gangway noch deutlich zu erkennen. Am gelieferten Rumpf war ihre Lage nur durch ein paar Kerben im Schanzkleid erkennbar. Kurz entschlossen wurde hier ein Stück Schanzkleid entfernt und die entstandene Lücke mit einem Reststück Polystyrol verschlossen. Sehr tief ist diese Tasche auch beim Original nicht.
      039_Gangwaytasche.JPG
      Die auf dem Bild zu sehenden Türen liegen dem Bausatz in linker und rechter Ausführung bei. Sie werden nach Plan und Anleitung an den entsprechenden Stellen angebracht.
    • Chief EB schrieb:

      Gut zu sehen, dass das Backdeck nach dem Lackieren wieder angeschliffen wurde um lose Farbe zu entfernen. Ich weiß nicht, ob eine Grundierung an dieser Stelle geholfen hätte.
      Hallo Dieter ..... Antwort; auf jeden Fall. Anschleifen, säubern mit Silikonreiniger und
      anschließendem grundierten, hatte ich diesbezüglich noch nie Probleme. Was deine
      Bedenken betrifft dass Details verschwinden, kann ich dich beruhigen, eine Grundierung
      wenn auch in mehreren Durchgängen aufgetragen, ist im Bereich von
      Grundierung ca.15-20 µ
      Füller. ca.40 - 45 µ
      Basislack ca.15 µ
      Klarlack ca.45 -50 µ
      Auch wenn das Angaben aus dem Autolackierbereich sind, sind die die nicht soviel
      unterschiedlicher Natur zu unseren Lackierungen, sei denn man lackt da natürlich
      übermäßig drauf. Und wie du selbst erfahren musstest ist es auch wesentlich mehr
      Arbeit, nicht haftende Lack wieder zu entfernen, alles bei zu schleifen, wenn man
      überhaupt noch richtig bei kommt und dann neu zu lackieren.

      Zim Modell selbst.....tolle Wahl mit Seltenheitsfaktor und wenn dann alle Decks eine
      Beleuchtung bekommen.....sensationell :2:
      Gruß Jens
    • Hallo Jens,
      danke für die Info. Da ich mehrfach ABS-Rümpfe verarbeitet, und Aufbauten aus ABS und Polystyrol gebaut habe, und keine Probleme mit dem Lackieren hatte, habe ich es auch hier nicht erwartet.
      Das komische ist ja beispielsweise, dass die Farbe nur am Rand des Backdecks nicht hielt. In der Mitte war ja alles o.k. Ich habe immer angenommen, dass die Molotow-Lacke auf Grund ihres Lösungsmittels eine gute Verbindung mit Plastik eingehen. Jetzt bin ich schlauer.
      Die Decks sind beleuchtet. Allerdings nur von innen. Die filigrane Aussenbeleuchtung habe ich mir nicht zugetraut.
      Und ja, die LOFOTEN ist ein schönes Schiff. Ich mag sie und Ihresgleichen sehr. Ganz im Gegensatz zum Hintergrund auf diesem Foto. Diese Kisten kann ich nicht so gut leiden.
      Norwegen_2018__08780.JPG
    • Als ich die neue QE das etste mal sah, wollte ich die gelb anmalen und YTONG raufschablonieren!

      Toller Baufortschritt!

      Ich habe schon so viel Ärger mit Farbe gehabt...Anschleifen, sauber machen, Silikonentferner...guter Haftgrund oder Primer...Geduld und gut trocknen lassen...

      Halte mich aber selbst auch nicht immer dran!
      magnificus in minisculum
    • genug zum Thema Farbe. Es ist passiert. Ich bin schlauer und werde es in Zukunft anders machen. Auch wenn es vorher immer funktioniert hat.

      Sowohl in der Bauanleitung als auch im DMAX-Video wird darauf hingewiesen, dass sich die Oberkante der Brückenvorderfront schwer bauen läßt. Grund ist die starke Wölbung um zwei Achsen. Es wird deshalb in beiden Quellen gezeigt, wie dieser Teil aus schmalen Streifen aufgebaut wird. Das von aussen zu verschleifen mag ja noch angehen. Aber auf der Peildeckseite ist das ein echtes Problem. Ich hatte mir deshalb von Anfang an überlegt, das Problem durch ein Tiefziehteil zu lösen. Das wäre auf beiden Seiten ohne Schleifarbeit glatt.
      Aus geeignetem Sperrholz wurde also ein Stempel mit der Form der Brückenvorderkante ausgesägt. Als Schablone diente das gefräste Deck. Dann wurde die Wölbung mittels Schleifpapier unterschiedlicher Körnung hergestellt. Hier dienten die Brückenseitenwände als Schablone. Die Sperrholzschichten lassen sehr gut erkennen ob die Form stimmt. Deshalb würde ich für derartige Arbeiten nie anderes Holz verwenden. Aus einem weiteren Stück Holz wurde ein "Gesenk" gefräst. Dann wurden Polystyrolstreifen verschiedener Stärke erwärmt, auf das Gesenk gelegt und der Stempel hineingedrückt. Zugegeben - die Vorrichtung war etwas primitiv. Hat aber wunderbar funktioniert.
      041_Diverse_Tiefziehteile.JPG
      Die Ränder wurden abgeschnitten und dann ausprobiert, in welcher Materialstärke das Teil am besten passt. Zu diesem Zweck hatte ich die Brückenteile schon mal zusammengeklebt. Die "Anprobe" zeigte, dass das Ergebnis wesentlich besser sein würde als die Streifenvariante.
      043_Tiefgezugen_Brueckenvorderkante.JPG

      Bei uns an Bord hieß es immer, der Schornstein sei das Aushängeschild des Schiffes. Deswegen baue ich bei meinen Modellen den Schornstein (wenn sie einen haben) immer schon recht zeitig. So auch hier. Der Schornstein wurde als Tiefziehteil geliefert. Mit einem tropfenförmigen Frästeil als Zwischenboden. Das Tiefziehteil wurde oben in Tropfenform ausgeschnitten und der Zwischenboden eingeklebt. Ein paar kurze Stücke Rohr unterschiedlichen Durchmessers wurden als Abgasrohratrappen oben auf den Zwischenboden geklebt. Und das ganze schwarz lackiert.
      042_Brücke_Funnel.JPG

      Nach Bauanleitung wurden diverse Frästeile zu den Aufbauten auf dem Bootsdeck zusammengefügt und mit Türen sowie Verstärkungen für die Bootsdavits bestückt. Die Kommandobrücke bekam ihre Holztüren spendiert.
      044_Bruecke_Bootsdeck.JPG

      Nebenbei wurde auch immer mal wieder etwas am Schiffsrumpf gemacht. Hier zum Beispiel wurden die Kettenklüsen für die Ankerketten eingebaut. Wie zu sehen ist, habe ich mich dabei erst einmal vermessen und die entsprechenden Löcher zu weit vorn gebohrt. Also falsche Löcher zukleben und verspachteln. Neue Löcher bohren und die Rohre einkleben.
      040_Backdeck_mit_Ankerkluesen.JPG
    • Moin Dieter!

      Ich hätte da noch ein paar Fragen zu Stempel/Gesenk...

      Das Positiv herstellen ist klar. (guter Hinweis Schichtholz lässt sich besser kontrollieren!).

      Hast Du Stempel/Gesenk behandelt oder beschichtet, damit es keine ungewollten Abrücke gibt?

      Normalerweise sind doch die Formen positiv/negativ identisch, abzüglich Dicke des Werkstücks.

      Oder ist es analog tiefziehen...also nur durch Druck. Dann braucht man kein formgerechtes Gegenstück?

      Hast Du beim Stempel die Materialstärke des PS berücksichtigt?

      Danke!
      magnificus in minisculum
    • Neu

      Hallo Lars,
      wie schon erwähnt, war die Vorrichtung recht simpel. Der Stempel war nur mit feinem Sandpapier glatt geschliffen. Mußte ja nicht so perfekt sein, da die von ihm berührte Fläche später kaum einzusehen ist. Das Gesenk hat mit der Form des Teiles auch nichts zu tun. Ist praktisch nur die Auflage für die Plastikplatten mit entsprechendem Hohlraum nach unten. So sehr wird das Plastikmaterial ja auch nicht verformt. Das zieht sich auch so genügend um den Stempel herum. Bei einem Versuch hatte ich aber in der Tat etwas stark zugedrückt. Da hat die Platte den Boden des Gesenks erreicht und ich hatte das Muster des Holzes drin.
      Eigentlich war das ganze ja nur eine geringfügige dreidimensionale Verformung. Für richtiges Tiefziehen hätte man wohl mehr Aufwand treiben müssen.

      Gruß
      Dieter