Hegi #511 "Orkan" für MICH nicht mehr zu retten!

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    • Hegi #511 "Orkan" für MICH nicht mehr zu retten!

      Hallo Zusammen,

      inspiriert von Itsaw's (Gottfrieds) Thread "Orkan von Hegi/Schuco wird restauriert" habe ich meine Orkan genauer unter die Lupe genommen. Und für mich steht fest, dass ICH die Orkan nicht retten kann! Für eine aufwändige Restauration fehlt mir die Zeit.

      Obwohl die Orkan wirklich selten ist und als Baukasten ein kleines Vermögen kostet, werde ich das Projekt nicht angehen. Wie es der Zufall will, wird im Moment in Italien ein Baukasten einer Orkan angeboten. Siehe hier:
      ebay.de/itm/ORKAN-HEGI-511-SHU…e1442b:g:5ngAAOSw~RVaJGnS
      Ich werde mir den Baukasten ganz bestimmt nicht kaufen. Aber man sollte sich vielleicht die Bilder zu Auktion Speichern, um den Inhalt des Baukastens zu kennen. Alle Bauteile sind denkbar einfach nachzubauen. Siehe auch die Pläne in Gottfrieds Thread.

      Der Zustand des Rumpfes macht mir gar nicht so viel Sorgen. Diesen könnte man mit GFK stabilieisren. Aber die Holzarbeiten müssten komplett erneuert werden. Was nicht lose ist, ist verzogen, und was nicht lose oder verzogen ist, hat das Öl des Verbrenners aufgeweigt. Siehe Bilder.

      Das ist meine Einschätzung. Was denkt Ihr? Auf den Basteltisch damit, oder ab damit in die Mülltonne?

      Gruß
      Markus
      Dateien
      :bd:
    • Hallo Markus,

      also ich würde das Teil (weil es so selten ist) neu aufbauen, also:
      - Rumpf mit GfK verstärken bzw. abformen
      - Holzteile nach Muster neu anfertigen
      - Tiefziehteil Aufbau abformen


      Es ist eine Menge Arbeit, aber ich meine es lohnt.

      So weit meine unmaßgeblichen 5 Cent dazu.

      Gruß Gerrit
      Oft ist es in der Werkstatt einfach produktiver als hier am "Daddelkasten" :pf: :wink:
    • Hallo Gerrit,

      Du hast alles korrekt beschrieben. Und ja, die Orkan ist sehr selten. Aber was bleibt davon noch übrig? Das Holz muss restlos alles ersetzt werden. Ruderanlage und Welle ist erst gar nicht vorhanden und die Kabine müsste man ne anfertigen, ob nun aus Holz oder neues Tiefziehteil (was ich ohnehin nicht kann). Es bleibt also nur noch der original Rumpf, der erheblich aus-/nachgebessert werden muss. Beim Rumpf wäre es sinnvoller, man würde ihn herrichten und abformen. Das täte dem Boot ohnehin ganz gut, weil der Rumpf sehr schwer ist.

      Unterm Strich kann man sagen: Vom seltenen Original bleibt nichts mehr übrig. Man hätte dann aber immerhin einen seltenen Nachbau.

      Gruß
      Markus
      :bd:
    • :moin: Markus,
      da gibt es zwei Ansätze:
      1.) Der seltene Bausatz soll im Sinne einer möglichst originalgetreuen Restauration erhalten werden. Dann gibt es nur die Möglichkeit, das Modell vorsichtig (!) zu zerlegen und so gut es geht mit den Originalmaterialien wieder aufzubauen: Holzteile wo Holzteile verwendet wurden, eventuell vorhandene Teile sogar aufzuarbeiten oder aus gleichem Holz neu aufbauen. Den Rumpf ggf. verstärken, den Aufbau ggf. sogar auf selbst erstellter Form tiefziehen lassen oder als Laminat herstellen und so weiter. Das Ergebnis ist dann ein "restauriertes Original" mit entsprechendem Wert. Die Aufgabe ist sehr anspruchsvoll, aber nicht ohne Reiz. (Sagt der ehemalige Eigner einer selbst restaurierten Holzjolle in 1:1 ) Ich kann aber sehr gut verstehen, wenn das zu weit geht . . . :kratz:

      2.) Das Model einer HEGI Orkan soll neu gebaut werden, die Idee quasi neu erstehen. Dann kann man in der Tat das Modell unter Verwendung des "Schrott" als Maßvorlagen aus neuen Materialien aufbauen. Aber es ist kein Original im Sinne eines Sammlers.

      Übrigens: Die Wellen- und Ruderanlage ist tatsächlich das kleinste Problem, kann man heutzutage alles als Fertigware bzw. zum selbstfrickeln zusammenkaufen.

      @ Jens: Klar, das denkt man unwillkürlich zuerst. Aber ich habe bei meinen Hobbys noch nie nach dem tieferen Sinn gefragt. Es soll einfach Spaß machen. :nick: Die Jolle sollte auch eigentlich in den Ofen . . .

      Grüße Rudolf
      Mast- und Schotbruch, den Kiel immer eine Handbreit unter Wasser! :mattes:
      Baubericht Emile Robin 1:50
      Arun Class 54-04 Tony Vandervell 1:20
      Motorschlepper Danzig
    • @Rudolf

      klar lässt sich Ruderanlage und Welle problemlos ersetzen. Diese wären sogar sehr viel besser (bspw. Kugel gelagert) und könnte auf den neuen Antrieb optimal angepasst werden. Aber das entfernt mich ja nur umso weiter vom Original und stellt den Wiederaufbau erst recht in Frage. Dann doch eher einen Nachbau der sehr nahe (optisch) an das Original angelehnt wird. Für den Nachbau hilft der original Rumpf und die Kajüte natürlich sehr. Der Rest kann auch nur mit Plan und dem Abfall rekonstruiert werden.

      Gruß
      Markus
      :bd:
    • Da ist soviel hinüber. Alles was an Altmaterial übrig bleibt Und wiederverwendet wird, wäre eine Schwachstelle fürs neue Boot. Ab in die Feuerschale. Da gibt wenigstens noch etwas Wärme ab.
      :mattes:
      Modelle: S-38 Schaffer
      Adolph Bermpohl mit Vegesack
      Pegasus 3 Fahrbereit mit Sonderfunktionen
      Zerstörer Schleswig Holstein ( Standmodell) komplett Eigenbau nach Werftplan 1:100
      Zerstörer Schleswig Holstein ( Standmodell )Bausatz Udos Modellwerft mit korrigierter Brücke 1:100
      Im Bau EGV Frankfurt am Main 1:100
      Für später: Fregatte Schleswig-Holstein, Fregatte Braunschweig
    • Moin,

      wenn was emotionales drannhängt, dann restauriert man alles, aber original bleibt es nicht.

      Meinen ersten Flieger hatte ich irgendwann geschrottet, alle Teile in einer Kiste immer
      wieder von links nach rechts geschoben, irgendwann war ich soweit, hatte Abstand
      und hab den Scherott endlich entsorgt. Mittlerweile trenne ich mich etwas schneller ...
      mit besten Grüßen aus einer kleinen ostfriesischen Werft

      ich zeichne noch mit Bleistift auf Papier, kann kein CAD, fräse nicht CNC,
      sondern habe Handwerkzeug wie Laubsäge und Feile in Gebrauch ....
    • @all

      Die Bandbreite wird größer:

      Basteltisch,
      Mülltonne,
      Feuerschale und
      eBay (welche Rubrik?) :resp:

      Ich befürchte, dass der Rumpf endgültig zerbröselt, wenn man versucht das Deck vom Rumpf zu lösen. Man könnte ihn von außen herrichten und abformen. Ob überhaupt ein ganzes Stück Holz übrig bleibt, wenn man anfängt den Rumpf zu zerlegen, wage ich zu bezweifeln. Das vorhandene Holz taugt meiner Meinung nach nur als Vorlage für einen Nachbau. Einiges an Innereien ist schon nicht mehr vorhanden oder nicht original.

      Ich habe die Orkan gar nicht lange erst bei eBay ersteigert (bitte fragt nicht für wie viel :bw: ). Ich frage mich, was ich da vor dem Kauf gesehen habe. Alles Mögliche, aber ganz sicher nicht den wirklichen Zustand. Tja, manchmal da setzt einfach das Hirn aus.

      Gruß
      Markus
      :bd:
    • also ehrlich um was geht's jetzt ...
      - Geld sparen .... weil ein Baukasten teurer ist, vergiss den Gedanken, was da rein
      hängen musst wird auch nicht billig und wenn's blöd läuft, zerbröselt das Ding dir
      zwichen den Fingern
      - sentimentales ... gillt gleiches wie oben drüber

      und dann ... sag mir mal, welches Teil denn überhaupt noch zu gebrauchen ist?
      Aber das ist nur meine pers. Meinung, hast ja aber auch gefragt :lol:
      Gruß Jens
    • @ Jens
      Du hast ja Recht. Jeder muss für sich entscheiden, ob er sich die Mühe macht. Ich habe mich entschieden mir die Mühe NICHT zu machen.

      @all
      Das ist jedenfalls nicht mehr mein Problem. Die Orkan hat den Besitzer gewechselt. Ich nehme an, dass der neue Besitzer die Hosen runter lässt und sich als Orkanier outet.

      Gruß
      Markus
      :bd:
    • Hätte man im Original den hinteren Teil des Hardtops in den vorderen einschieben können, wie beim Modell angedeutet, wäre evtl. ein Zustieg möglich gewesen. Aber das ist sehr hypothetisch. Ich glaube nicht, dass die Orkan ein reales Vorbild hat. Beworben wurde das Boot "Nach dem Europa-Siegermodel 1960 der Geschwindigkeitsklasse. Konstruiert von Kurt Emilius". Empfohlen wurde dazu ein 3,5 cm³ "Bully"Webra Modelldiesel mit 0,37 PS. Ich kann mich noch an Kurt Emilius erinnern und seine erfolgreichen Boote sahen anders aus.
      Die "Orkan"wurde von der Firma Schuco/Hegi eindeutig für ein breiteres Publikum hergestellt. Dabei ist ein Zwitter entstanden der vielleicht an eine RIVA oder an ein venezianisches Taxiboot erinnern und zugleich ein Rennboot sein sollte. Ein feines detailliertes Interieur konnte man aber mit dem Dieselmotor nicht vereinbaren und hat deshalb das ganze mit einem Hardtop abgedeckt.
      Aber was solls. Das Bötchen hat mich jetzt fast 60 Jahre lang begleitet. Es sind die Erinnerungen, die wichtig sind.
    • Wassertaxi klingt plausibel.
      Obwohl sich das widerspricht mit Siegermodell in der Geschwindigkeitsklasse.
      Und wie hat der 1959 das Dach gebaut? Sicherlich nicht aus Lexan oder was für ein Material im Baukasten dabei ist.
      Der Rumpf war sicherlich aus Holz oder Balsa. Das erkennt man am Baukasten, weil das Deck noch ein ebenes Blinddeck darunter hat.
      Die Wölbung wird auf separaten Spanten geformt.
    • Moin Jungs,

      ein paar Worte zu den Baukastenteilen der ORKAN:
      - Rumpf: Tiefziehteil aus Polystyrol (da war Hegi seinerzeit vorne an, auch CATALINA und FAIRPLAY V hatten solche Rümpfe)
      - Deck und zusätzliche Spanten: Sperrholzteile
      - Frontscheibe / Hardtop: Tiefziehteil aus einem transparenten Kunststoff, ob das 1961 schon LEXAN hieß ???
      - Haube auf dem Vordeck: Tiefziehteil aus Polystyrol

      So weit 5 Cent von mir dazu (muss mal schauen ob ich noch Baukastenbilder finde).

      Gruß Gerrit
      Oft ist es in der Werkstatt einfach produktiver als hier am "Daddelkasten" :pf: :wink: