"Wiederbelebung" einer halbfertigen Tön12 nach knapp 20 Jahren

  • Dann starte ich doch auch mal meinen ersten bescheidenen Baubericht hier im Forum. 8)


    Nach fast zwei Jahrzehnten Pause, möchte ich wieder in das Hobby Modellboote einsteigen. Den Anfang macht hier meine Tön12. Das Modell habe ich zu Grundschulzeiten zum Geburtstag bekommen. Damals fand ich die Tön12 nicht so dolle. Das lag nicht am Kutte selber, der gefiel mir damals schon sehr gut. Das Problem waren vielmehr die vielen Holzteile, die mich als Knirps viel Geduld kosteten. Und vor allem die 4 Schichten Schutzlack auf jedem Holzteil. Daher schritt der Bau nur sehr langsam voran. Fahrbereit war die Krabbe aber zum Glück schon ab einer sehr frühen Bauphase. So wurde Anfangs nur mit dem noch offenen und unlackierten Rumpf und provisorischen Trimmgewichten gefahren. :rolleyes:


    Im Laufe der Jahre waren aber irgendwann Rumpf und Decksaufbauten fertig gestellt. Dabei ist es allerdings auch geblieben, denn während Studium, Job, später Haus und Familie blieb keine Zeit mehr für das Hobby. Das soll sich nun ändern.


    Zunächst einmal habe ich mich mit der Technik befasst. Ich hatte noch im Kopf, dass der Fahrtregler nicht mehr funktionierte. Also einen neuen Akku besorgt, Batterien in die Fernbedienung und das System eingeschaltet. Tatsächlich lief der Motor sofort rückwärts. Daher habe ich einen neuen Fahrtregler gekauft und den angeschlossen. Der alte Regler wird auf ewig im Boot bleiben, da ich den damals beim Bau mit meinem Vater mit doppelseitigem Klebeband an den Rumpf geklebt habe. ort sitzt er nun bombenfest. Also bleibt er drin, das ist besser, als den Rumpf womöglich zu zerstören.


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    Allerdings war der Regler offenbar in Ordnung. Auch mit dem neuen Regler läuft der Motor sofort rückwärts. Dies lässt sich nur beheben, wenn ich die Trimmung an der Fernbedienung ganz an den Anschlag regle. Somit wird die alte 27MHz-Funke wohl in näherer Zukunft auch gegen ein aktuelles Gerät getauscht. Für die ersten Probefahrten im heimischen Pool reichte es allerdings noch. So hatte die Tön12 nun das erste Mal seit fast 20 Jahren wieder Wasser unter dem Kiel. :juhu:


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    Die Aufbauten konnte ich nicht montieren, da daran eine Ladebuchse montiert ist, die mit dem neuen, sehr großen Akku kollidierte. Daher werde ich wohl doch noch ein Racingpack kaufen und das eingesparte Gewicht stattdessen in Form von Bleikugeln im Kiel unterbringen.
    Ein paar technische Probleme sind mir bei den Probefahrten noch aufgefallen. So ist das Kardangelenk an einer Stelle angeknackst. Und auch der Motor läuft nicht mehr wirklich sauber, sondern extrem laut. Und viiiieeeel zu schnell mit dem neuen Akku. Auch die Beleuchtung funktioniert nicht mehr vollständig.


    Gaplant habe ich nun die Fertigstellung des Kutters. Und zwar genau so, wie ich ihn damals bauen wollte. Ich habe mich nach meiner Anmeldung hier im Forum ausgiebig durch die Treads gelesen, in denen viele Funktionen in kleinen Booten verbaut wurden. Anschließend habe ich eine ausführliche To-Do-Liste erstellt, welche dieser Funktioen in auch in der Tön12 haben möchte. Als Modellbahner in 1:87 schrecke ich vor dem geringen Platzangebot in der Tön nicht zurück.
    Allerdings genügt der Kutter meinen heutigen Ansprüchen nicht mehr. Die Lackierung würde ich heute besser machen, die Montage vieler Holzteile auch. Somit verbinde ich mit der Tön12 zwar viele schöne Erinnerungen, trotzdem wird sie aber kein perfektes Modell mehr werden. Also bleibt es bei einer einfachen 2-Kanal-Funke und einer Beleuchtung über einen einfachen Schalter. Was Zusatzfunktionen angeht, werde ich mich dann stattdessen an meinem nächsten Modell austoben.
    Somit wird die Tön12 "einfach" nur fertig gebaut, Mängel wie die gelöste Farbe am Bug werden ausgebessert und dann wird sie einfach nur regelmäßig gefahren. :)

  • Hallo Matthias,


    herzlichen Glückwunsch zun deinem ersten Baubericht.
    Die Tön 12 ist schon ein Stück Modellbaugeschichte. Ich finde es gut
    daß du sie nicht mit Gewalt ändern und verschönern möchtest.
    Ach daß der alte Regler drin bleibt. Das weckt Erinerungen.
    Wegen dem Rückwärtsfahren, vieleicht einfach mal umpolen.


    Bin mal auf dein zweites Projekt gespannnt.
    Viel spaß dabei.


    Grüße aus dem Schwarzwald
    Kurt

  • Hallo Matthias,


    der Mini-Controller hat zwei Potis. Eines ist für die maximale Drehzahl das andere für den Nullpunkt. Am Sender die Trimmung auf die Mitte einstellen und dann das Poti so einstellen, bis der Poti stillsteht.
    Bei falscher Drehrichtung des Motors diese entweder am Sender über Servo-Reverse umpolen oder die Leitungen am Motor tauschen. Niemals die Akkukabel!


    Weiterhin gutes Gelingen.


    Gruß
    Jörg

  • Danke für eure Antworten. Tatsächlich gefällt mir die Tön12 immer noch sehr gut. Nur halt meine damaligen Modellbaukünste nicht mehr so ganz. :saint:
    Vielleicht baue ich ja irgendwann mal eine zweite Tön nach meinen heutigen Ansprüchen.


    Beim Rückwärtslauf habe ich mich falsch ausgedrückt. Der Motor läuft richtig herum. Aber der Nullpunkt ist nicht dort wo er sein sollte. Das Problem tritt bei dem alten und auch bei dem neuen Fahrtregler, den man auf den Bildern leider kaum sieht, auf. Die genaue Bezeichnung des neuen Reglers müsste ich auch erst raus suchen. Ich habe einfach den genommen, den mir der Händler empfohlen hat. Bis jetzt waren seine Empfehlungen (im Modellbahn-Bereich) immer gut.


    Verwenden werde ich auf Dauer aber wohl den alten Regler, da er ja doch noch funktioniert und ich ihn sowieso nicht ausbauen kann ohne etwas zu zerstören.
    Der neu gekaufte wäre dann vermutlich über und könnte ins Boot meiner Frau. Dann käme das auch endlich mal zum Stapellauf. :rolleyes:

  • Hallo Peter,
    wenn der Schieber am Sender in der Mitte steht, läuft der Motor sofort an. Und zwar sowohl mit dem alten Regler, als auch mit dem neuen. Der neue ist übrigens der hier:
    https://www.modellbau-berlinsk…060-brushed-60a-fuer-1_10


    Da der Fehler mit beiden Reglern auftritt, wird es wohl an der Funke bzw. dem Empfänger liegen. Beides ist schon über 20 Jahre alt. Am neuen Regler kann ich nichts einstellen. Den alten von Robbe muss ich noch öffnen. Das ist leider nicht so einfach, da er damals mit doppelseitigem Klebeband befestigt wurde. Das ist mittlerweile extrem fest, so dass der Regler nicht vom Rumpf zu lösen ist. Es muss also alles mit meinen Pranken im Rumpf gewerkelt werden. :rolleyes:


    Was würdet ihr mir beim Akku empfehlen? Einen Bleiakku mit weniger Kapazität, oder ein Akkupack? Wichtig ist, dass er wartungsfrei ist, auch beim Laden. Denn die Luke bei der Tön12 ist wohl nicht auf die Schnelle abzunehmen, wenn die Takelage erst einmal dran ist. Zumindest interpretiere ich die Bauanleitung so. Schnellladefähig muss das Ganze auch nicht sein. Früher war ich immer mit 4,5V und weniger als 2Ah unterwegs. Normalerweise hat immer die Funke zuerst schlapp gemacht, nicht der Kutter. :thumbup:
    Grundsätzlich würde ich die Spannung auch gerne wieder reduzieren. Mit 4,5V fand ich die Tön12 damals schon zu schnell. Mit 6V ist es fürchterlich....


    Hier mal ein paar bewegte Bilder von der Testfahrt. Gar nicht so einfach, zu steuern und gleichzeitig zu filmen. :mattes:
    Am Schluss läuft sie mit voller Kraft. Da ist ganz klar zu sehen, warum ich sie viel zu schnell finde. Außerdem hört man sehr gut den extrem lauten Motor. Bevor ich den austausche, werde ich aber erst einmal Motor und Welle neu fetten.

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  • Hallo Matthias,


    der Regler von robbe sollte nur mit einem Streifen Tesa zugeklebt sein. An den Seiten sollten die Enden der Klebestreifen zu sehen sein. Diese einfach abpulen und den Deckel nach obe ziehen. Dann kannst Du die Platine rausziehen und die beiden Potis einstellen.


    Gruß
    Jörg

  • Jetzt ist schon wieder mehr als ein halbes Jahr vergangen ohne dass die Tön12 auf einem "richtigen" Gewässer war. Der Grund ist, dass ich der alten Fernsteuerung nicht mehr so recht vertraue. Die 27MHz sind halt doch recht störanfällig.
    Gestern war ich allerdings bei meinen Eltern und mein Vater hat sich vom Hobby Modellboote verabschiedet. Seine AB und die Vegesack sind schon länger verkauft. Aber er hat mir seine alte für die AB geplante Fernsteuerung überlassen: Eine Robbe Futaba F14 mit 40MHz. Das ist eigentlich schon sehr lange ein Wunsch-Sender, auch für das nächste Boot. Als Alternative hatte ich zwar noch eine Carson Reflex Stick Multi Pro im Sinn, aber die F14 halte ich trotz ihres Alters für zukunftssicherer, da sie erweitert werden kann.


    Jetzt aber zur eigentlichen heutigen Frage:
    Ich möchte die F14 gerne auf 2,4GHz umrüsten. Dafür scheint mir ein Jeti-Modul am sinnvollsten zu sein. Die bisherigen 40MHz werde ich nicht erhalten, da das meiner Meinung nach höchstens bei U-Booten Sinn macht. Wenn ich das originale HF-Modul also deaktiviere, spricht dann etwas dagegen, die Bestückung der Platine in dem Bereich zu entfernen um mehr Platz im Sender zu haben? Oder sogar die Platine zu verkleinern und das nicht mehr benötigte HF-Modul abzusägen? Wenn ich es richtig erkenne, ist die "Steuerung" auf der einen Seite der Platine mit dem HF-Modul auf der anderen Seite doch nur über GND und die zwei Kabelbrücken für Spannung und PPM verbunden?
    Der Hintergrund dieser Überlegungen ist, dass ich ggf. eine Jeti-Box Mini so verbauen möchte, dass sie am Einbauplatz für eines der Schaltermodule sitzt. Da brauche ich wohl dann etwas Tiefe dahinter.

  • Vielleicht liegt es auch an meiner betagten Futaba. Aber so richtig zuverlässig arbeitet die nicht mehr. Die Mittelpositionen sind teilweise völlig aus dem Rahmen. Und es gibt sehr viele "Zuckungen" im Betrieb.
    Da ich jetzt allerdings die F14 von meinem Vater bekommen habe, stellt sich die Frage nach 27MHz nicht mehr. Das war früher schon einer meiner Traum-Sender und ist es immer noch. 8)
    Und die kleine 2-Kanal mit 27MHz kann ich dann für meine Gartenbahn nutzen. ;)

  • Hi,
    ich habe eine Promars mit dem Jeti Modul umgebaut. Es gibt allerdings auch einige Nachteile. So hat das Modul keine Modellspeicherplätze. Meines (bescheidenen) Wissens nach, kannst du die Multiswitch Module nicht mit jedem Empfänger nutzen. Ich habe die Decoder von Lothar Löwer verbaut. Den Empfänger (ein R9) musste ich von der Firmware her downgraden. Mit der aktuellen Software geht das wohl nicht mehr.
    Die Jeti Empfänger sind auch nicht gerade günstg. Der R9 hat knappe 100 Euro gekostet.
    Je nachdem wieviele Kanäle du wirklich brauchst, ist vielleicht eine Flysky am Ende günstiger (kommt auf die Anzahl der Modelle und der Empfängeran)
    Ich hab mir jetzt mal eine für das Lotsenboot der Kinder bestellt. Empfänger bekommt man von 10 bis ?? Euro
    Bei dem Jetisystem wirst du ein paar Hundert Euro investieren müssen.
    Die Flysky haben hier schon viele und sind so wie ich es gelesen habe auch zufriden damit. Die kommt mit 10 Kanälen daher.
    Gruß Thomas

  • Am Wochenende war es endlich soweit: Meine Tön12 war nach über 20 Jahren das erste Mal wieder "richtig" im Wasser. :Ahoy:

    Wir waren im Kurzurlaub in Holland und ich habe die Tön12 mit in den Ferienpark genommen. Sie wird aktuell über eine Futaba F14 mit 40MHz gesteuert.


    Nachdem ich die Welle noch neu gefettet hatte, ging es am Samstag das erste Mal wieder auf einen See.

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    Etwa eine Stunde lang drehte die Tön12 ihre Runden, bis ich sie zur Dämmerung wieder aus dem Wasser geholt habe.


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    Am Sonntag ging es dann noch einmal auf den See:


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    Der zweite Fahrtag endete allerdings damit, dass die Tön12 ziemlich mittig auf dem See plötzlich nicht mehr fahren wollte. Irgendwann nach einer gefühlten Ewigkeit ist sie dann aber durch den Wind am gegenüberliegenden Ufer angekommen, wo wir schon warteten. Eine erste Diagnose ergab, dass der Motor keinen Mucks mehr tut. Es ist noch der selbe wie in dem Video aus dem letzten Jahr im heimischen Pool. Schon vor einem Jahr lief er sehr laut.


    Alles in allem bin ich aber sehr glücklich über die ersten richtigen Fahrten seit Jahren. Der Rumpf blieb innen absolut trocken. Und wenn ein defekter (30 Jahre alter Motor) der einzige Ausfall nach der langen Zeit ist, kann ich damit gut leben.


    Kann jemand einen Motor für die Tön12 empfehlen? Verbaut ist bisher ein Mabuchi 280. Ich würde gerne wieder einen Motor mit der selben Bauform verwenden, da eine Klemmhalterung für den Motor verbaut ist. Und er darf gerne deutlich langsamer laufen als der originale Motor. Sieser war damals mit dem 4,5V-Akku schon zu schnell. Jetzt auf 6V rennt die Tön12 wie ein Schnellboot....

  • Ich kämpfe aktuell noch mit dem neuen Motor der Krabbe, der ist doch größer als gedacht, so dass ich keine ordentliche Flucht von der Welle zum Stevenrohr hinbekomme. Der alte Motorträger im Modell ist im Weg, und ohne Gewalt bekomme ich ihn wohl nicht raus. Damit riskiere ich aber, den alten ABS-Rumpf zu beschädigen. Somit kommt eventuell doch etwas anderes als der im anderen Tread favorisierte Bühler rein.


    Parallel habe ich mich mit der Steuerung befasst und für meine F14 eine Wendelantenne ergattern können. Da ich erstmal bei 40MHz bleiben werde und so eine Antenne schon recht lange suche, freue ich mich darüber riesig. :fg:


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