Vorüberlegungen zum Bau eines griechischen Fischerbootes

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    • Vorüberlegungen zum Bau eines griechischen Fischerbootes

      Hallo Freunde der traditionellen Fischerboote,
      hallo Griechenland-Fans

      Da ich seit vielen Jahren regelmäßig in Griechenland Urlaub mache, habe ich schon länger die Idee im Kopf, ein traditionelles Fischerboot nachzubauen, das natürlich dann auch im dortigen Hafen die Runden dreht.
      Jetzt möchte ich endlich mal konkreter werden und mit einer Planung beginnen.

      Ich möchte ein typisches Boot mit Spitzgatt bauen, also nahezu symmetrischer Rumpf. Der Typ heißt wohl generell "Trechantiri" (auch "Trehandiri" transskribiert), in der kleinsten Ausprägung so gut 5m lang ist das dann ein "Gaïta" oder nach anderer Quelle "Botis".
      die Namen variieren wohl je nach Insel oder Region. Typisch ist das Verhältnis 9 : 3 : 1 für Länge : Breite : Seitenhöhe.
      Ein paar Fotos:
      IMGP3459a.jpgIMGP4227a.JPGIMGP4230.JPG


      Der Maßstab sollte etwa 1:10 betragen, damit erging das ein kleines Modell 50 bis 60cm Länge, das auch noch gut neben all dem Urlaubsgepäck in den Kofferraum passt und zum Hafen getragen werden kann.

      Die Bauweise soll sich an der traditionellen Holzbauweise der Vorbilder orientieren, zumindest was sichtbar ist.


      Das bedeutet erkennbare Holzbeplankung, filigrane sichtbare Spanten oberhalb Deck, Kiel und Steven aus massiven Bohlen, Ruder aus Holz...

      Unter Deck, also unsichtbar, würde ich Spanten aus Sperrholz aussägen und oben mit Vollholz anstückeln für das Schanzkleid.


      Damit stellt sich mir die Frage nach der Holzart für die Planken, die maßstäblich 2mm stark werden sollten.

      für Kiel etc. hätte ich noch Reste von alten "Oregon Pine" (Douglasie) Dielen, 90 Jahre abgelagert und z.T. extrem feine Jahresringe.

      Die sind aber für die stark gebogenen Planken vermutlich zu wenig flexibel, außerdem die Leisten selbst auf der Bandsäge schneiden ist recht langwierig.



      Soweit erst mal der Start. für Ideen und Hinweise wäre ich dankbar.

      Stefan
      Stefan

      Modelle fahrbereit: T22, S130 (robbe), Bugsier 1 (2x)
      Baustellen: Weselmann-Kümo, Minensucher 1943, Tor Anglia
    • nietlogger schrieb:

      Schau dir mal ein Google Maps Bild von so einem Hafen an. Da kannst du die Boote von oben sehen. Irgendwas stimmt nicht mit deiner Decksform.
      Die Decksform folgt einer kleinen Zeichnung eines leider verschwundenen Angebots für Baupläne solcher Boote. Aus rechtlichen Gründen kann ich die hier nicht posten, Quelle finde ich nicht mehr. Aber ich schaue morgen mal in Maps.
      Leider sind in den letzten Jahren viele solcher Boote mit dem Bagger platt gemacht worden. Die Fotos oben habe ich vor 10 Jahren aufgenommen. Das erste Boot z.B. existiert nicht mehr.
      Stefan

      Modelle fahrbereit: T22, S130 (robbe), Bugsier 1 (2x)
      Baustellen: Weselmann-Kümo, Minensucher 1943, Tor Anglia
    • Moin,

      Holzart? Das Boot wird sehr klein, da gehe ich mal von Leichtbau aus,
      da die Boote alle gepönt sind, als würde Farbe nichts kosten, weiß ich
      nicht, ob ein dünn laminierter Rumpf da nicht besser wäre.
      Anyway, wenn es Holz werden soll, kommt es etwas auf Deine
      Verarbeitungstechniken an.
      Leicht: Balsa oder Abachi
      etwas stabiler: Mahagoni, Teak, Birne, Ahorn
      Kiel und Steven würde ich Formverleimt aus 7x1 oder 8x1 mm Leisten
      herstellen, die Planken evtl eher aus 1,5 anstatt 2 mm wobei ich die
      Planken deutlich stärker als 20 mm auf den Fotos wähne.
      Auch die Längen der Boote sehe ich bei den Fotos eher bei 9 anstatt
      6 m, aber da steckst Du in Deinen Recherchen tiefer in der Materie drin.

      Wenn nicht in Negativ-Form laminiert, dann
      würde ich auf Mallen gebaut außen laminieren, anschließend innen
      die Spanten formverleimt schichtweise einbauen und alles innen
      versiegeln. Mit Abachi oder Balsa wirst Du da am leichtesten ans Ziel
      kommen.
      mit besten Grüßen aus einer kleinen ostfriesischen Werft

      ich zeichne noch mit Bleistift auf Papier, kann kein CAD, fräse nicht CNC,
      sondern habe Handwerkzeug wie Laubsäge und Feile in Gebrauch ....
    • Mahagoni, Teak oder Abachi würde ich nicht empfehlen, da es leicht splittert. Mit 50 cm solltest du 1 kg Verdrängung haben.
      Balsa ist auch das schlechteste zum Beplanken. 1,5 mm sind ok.
      Den Kiel/Steven (vorne rund, hinten gerade) nicht aus schwerem Sperrholz sondern aus leichtem billigen Sperrholz dreilagig.
      Anstelle zu laminieren kannst du auch alles mit Sekundenkleber tränken. Wird bombenhart.
    • So, jetzt habe ich mir einige bekannte Bootshäfen angesehen: ja, es dominieren inzwischen Boote mit Heckspiegel. Der von mir geplante Typ ist selten geworden, aber es gibt Exemplare, die sogar unter 5m lang sind. Und da passt auch meine Decksform ganz gut, soweit man es in der höchsten Zoom-Stufe noch sehen kann.
      1kg Verdrängung kommt auch gut hin.
      Ich denke gerade an Planken aus Kiefernleisten 2mm dick. Das wäre etwas mehr als am Vorbild, aber 1,5mm Kiefer habe ich noch nicht gesehen.
      Laminieren möchte ich in diesem Fall nicht, Balsa scheidet hier aus.
      Stefan

      Modelle fahrbereit: T22, S130 (robbe), Bugsier 1 (2x)
      Baustellen: Weselmann-Kümo, Minensucher 1943, Tor Anglia
    • Moin,
      Rumpf beplanken kann man auch mit Erle. Leicht, biegsam, trotzdem hart, wenig anfällig für Schimmel. Hab meine "Seeschwalbe" - gleiche Gewichtsklasse wie dein Projekt - , 53cm lang, 1300g Verdrängung, damit beplankt (Größe 20x2mm). Hab kein Glasfaser überlaminiert sondern den fertigen Rumpf außen mit Epoxydharz, verdünnt mit Spiritus, gestrichen. Das Harz zieht in das Erlenholz ein und härtes es ausreichend. Die Seeschwalbe hat schon viele Rempeleien schadlos überstanden. Nach 2 Wochen Trocknung hab ich den Rumpf dann innen 2x lackiert.


      Grüße au EF
      Jürgen
      ... und es geht doch!
      -----------------------------
      "Nichts auf der Welt ist so gerecht verteilt wie der Verstand, jedermann ist überzeugt daß er genug davon habe." (Rene Descartes, 1596-1650)
    • Hallo Jürgen,

      ein schönes Modell hast du da und auch sehr gekonnt in Szene gesetzt!
      Kannst Du Dich noch erinnern, wie schwer dein Rumpf geworden ist?

      An Erle habe ich noch gar nicht gedacht und es gibt die Leisten tatsächlich fertig zu kaufen.

      Hier mal ein Link zu einem Fischerhafen, in dem noch ein paar Vorbilder liegen
      Google Maps: Hafen von Koroni
      Da sind natürlich auch noch größere Exemplare dabei und "modernere" Rumpfformen.

      Viele Grüße
      Stefan
      Stefan

      Modelle fahrbereit: T22, S130 (robbe), Bugsier 1 (2x)
      Baustellen: Weselmann-Kümo, Minensucher 1943, Tor Anglia
    • Hallo Stefan,
      beim Fahren auf der Ostsee gibts immer gute Bilder. Den Rumpf hab ich im Rohbau nicht gewogen. Es sind 400g Ballast im Rumpf um auf KWL zu kommen. Knapp 300g kommen auf Motor, Akku, Servo, Regler, Empfänger.

      Gruesse aus EF
      Jürgen
      ... und es geht doch!
      -----------------------------
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    • StefanK schrieb:

      Da ich seit vielen Jahren regelmäßig in Griechenland Urlaub mache, habe ich schon länger die Idee im Kopf, ein traditionelles Fischerboot nachzubauen, das natürlich dann auch im dortigen Hafen die Runden dreht.
      Jetzt möchte ich endlich mal konkreter werden und mit einer Planung beginnen.
      da setze ich mich gleich dazu, ich habe mir dieses Jahr (in Griechenland) genau die gleichen Gedanken gemacht. Und Fotos...die poste ich einfach mal...

      Ich schau erst mal zu, da meine Werkstatt grad von nem Wasserschaden getrocknet wird (Wasser kam von oben, nicht von mir). Daher kann ich eigentlich erst ab November wieder basteln. Ist aber mein geplantes Echtholzwinterprojekt.

      Viel Erfolg.
      Dateien
      in der Werft:
      Thunfischfänger Trevignon II 1:87
      Forenmodell Fast Crew Supplier 1:87
      Shrimp Boat (Lindberg-Bausatz) 1:60

      einsatzbereit:
      Graupner Lotse (als Polizeiboot), griechisches Fischerboot, Springer Tug (im Tim & Struppi Design), Frachtschiff Santa Teresa, Bugsier 18 Kuhwerder, LEGO Frachter City 7994, Hansajolle, Motoryacht Mistral, Seenotrettungskreuzer Theodor-Heuss
    • Hier auch ein paar Detailfotos von einem schon länger verwahrlosten Boot.
      Allerdings kann man da sehr gut die Details am Holz studieren, was sonst von Unmengen Farbe überdeckt ist.
      Die Fotos sind von 2018. Inzwischen hat das Boot einen Anstrich erhalten und soll wohl irgendwie erhalten bleiben, da Fischereirechte daran hängen.
      IMG15027a.JPGIMG15033a.JPGIMG15034a.JPG

      IMG15030a.JPGIMG15037a.JPG
      Stefan

      Modelle fahrbereit: T22, S130 (robbe), Bugsier 1 (2x)
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    • Plankelassen sich super aus Brettchen mit einer Minikreissäge schneiden.
      Damit habe ich die Planken für meine Riva geschnitten

      Ich habe mir zuerst Brettchen aus Mahagonie in der Tischlerei besorgt mit 10 mm Stärke und diese dann auf der Tischkreissähe zu Planken zerschnitten.
      Moin zusammen,

      ich bin der Neue und absoluter Tiller Fan

      Derzeit fahrbar
      der Schoner Hamburg
      ein Optimist
      die Optimist von Graupner
      Ariane von Schaffer
      Schnellboot Dachs von Graupner (Bj. 1971)


      In der Werft
      Riva Aquarama Spezial