Sicherheit geht vor - Brandmalerei für ein Warnschild vor der Werkstatt

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    • Sicherheit geht vor - Brandmalerei für ein Warnschild vor der Werkstatt

      Schon vor langer Zeit haben aufmerksame Ingenieure erkannt: die meisten Arbeitsunfälle passieren nicht bei der Arbeit, sondern auf dem Weg dorthin.
      Im Grunde ist das auch bei uns so. Wer in unserer Werkstatt steht, genießt die schöne Aussicht, während er sich den schmerzenden Schädel reibt.

      Der Übeltäter:
      Treppe von unten.jpg
      OK, nicht nur dass die Treppe ins Dachgeschoss schmal und steil ist und man 3 Meter lange Hölzer aus dem Baumarkt nur durch Zauberei nach oben bekommt - da ist auch noch dieser Balken. Wer genau hinsieht, bemerkt auch den abgeplatzten Lack.
      Was also tun? Helmpflicht? Schaumstoff? "Achtung Kopf"-Warnschild? Schild klingt gut, oder?

      Es folgt nun ein kleiner Baubericht über etwas, das nur bedingt mit Modellbau zu tun hat.
      Viel Vergnügen!
      In Fahrt: Dulcibella "Paddy", Robbe Double Dragon, Robbe Atlantis "Mistral" ----- In Pflege: die Küken der BrushlessEnte
      Weisheiten des Dekans: "Der Tiefgang sollte generell nicht größer sein als die Seitenhöhe."
      Google-Map Modellgewässer

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Dieselalge ()

    • Ein Schild, das einerseits eindeutig auf die Gefahr von oben hinweist, andererseits optisch in das hübsche alte Treppenhaus passt. Das Gebäude dürfte über 100 Jahre alt sein, liebevoll gepflegt, da hängt man keinen Punk an die Wand.

      Aus Zeiten da ich noch in der Mittelalterszene mitgelaufen bin habe ich noch ein sehr gutes Brandmalgerät. Also, Lötkolben zum kokeln auf Holz, in ordentlich. Das wäre doch geeignet, einen Schriftzug in rustikalem Stil auf Holz zu bringen. Eventuell noch ein bisschen drumherum lackieren oder kolorieren, joa, das könnte doch gefallen.

      Das Format ist schnell und einfach gefunden. A3 kriegt man überall gedruckt (die Vorlage), außerdem gibt es Holzbretter in angenehmen Maßen wie 18x300x800 zu kaufen. Laubholz ist zu bevorzugen, Nadelholz enthält oft zu viel und zu unregelmäßig Harz. Eine Minute Zollstock, Winkel und Bleistift, eine Minute Stichsäge, eine Minute Schleifpapier, fertig.

      Den Schriftzug mit nicht allzu sinnfreien Motiven zu umrahmen hat ein paar Stunden gedauert. Eine Unmenge von Bildern und Icons wurden via Google gesucht, gefunden, verglichen, verworfen, heruntergeladen, mit Inkscape bereinigt, kopiert und dann doch wieder verworfen. Einen Zwischenstand aus Inkscape, der sicherlich keine ausreichende Schöpfungshöhe hat, erspare ich euch. Das Ergebnis ist nun ein zweiteiliger Schriftzug in einer einfachen Frakturschriftart, Weinreben, Hopfen und Gerste. Hat... alkoholische... Bewandnis...

      Das fertige Design habe ich dann auf A3 ausgedruckt und mit Kohlepapier auf die Buchenholzplatte übertragen. Dann habe ich einen Eimer Wasser in die Werkstatt hinein- und den Rauchmelder aus der Werkstatt hinausgetragen.
      *Hust* Sicherheit und so... *Hust*

      So sah das heute Nachmittag aus:
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    • Holz hat viele interessante Eigenschaften, die auch beim Brandmalen zum tragen kommen. das leichtere, weiche Sommerholz lässt sich deutlich leichter schwarz kokeln als das dunklere Winterholz. Kern- und Splintholz verhalten sich ebenfalls unterschiedlich. Zwischendurch mit der Temperatur der Brennschleife spielen ist notwendig.
      Ein lustiger Effekt ergibt sich, wenn Rauch durch die Holzfasern dringt. Brennt man einen Buchstaben tief ein und setzt dann am zweiten Buchstaben ebenso tief an, so tritt auch am ersten Buchstaben noch einmal Rauch aus.

      Das bringt mich kurz zurück zum Nadelholz. Douglasienrauch duftet hervorragend, aber das im Holz enthaltene Harz lässt durchaus nicht alle Motive und Strichbreiten zu. Kleine Stichflamme, ordentliche Brandspur. Ebenso kann Sperrholz recht unerwartet reagieren (Leim). Am besten ist unbehandeltes, massives Laubholz.


      Wenn das Motiv fertig gebrannt ist, zumindest bei den schwarz-weiß gebrannten Motiven, kann man mit feinem Schleifpapier überschleifen. Dadurch entfernt man kokelige Ränder und die Reste der Kohlepapier-Markierungen.
      Hier habe ich "Achtung" fertig gebrannt, "Kopf!" geschliffen. Unweigerlich geht dabei auch etwas schwarze Füllung verloren, die ich anschließend noch einmal nachbrennen werde.

      IMG_20200927_162631.jpg IMG_20200927_163413.jpg

      Bei den ganzen Ranken wird es eventuell etwas kniffliger. Gute Brandmaler (es gibt einen wirklich guten Professionellen hier in der Gegend) können mit niedrigeren Temperaturen an der Brennschleife auch hellbraun, dunkelbraun und eben auch schwarz aufs Holz brennen. Das kann man dann aber schlecht bis gar nicht nachschleifen.

      Ich werde morgen mal schauen und überlegen, wie ich da weiter verfahre. Einen Test auf Restholz werde ich auf jeden Fall machen.
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    • Der Rauchmelder hängt wieder an seinem Platz. Der Wassereimer ist zur Sicherheit noch da.
      Ich hatte ein paar Tage auf Wind gehofft, dumm nur dass die Hauptwindrichtung in die Werkstatt hineinführt und nicht anders herum.
      Auf der Suche nach halbwegs brauchbaren Lösungen bin ich über Nikos Airbrush-Absaugung gestolpert. Dazu gehört ein Schlauch (vielmehr flexibles Rohr), der aber bei unserer Werkbankhöhe nicht über die Fensterbank verlegt werden kann. In einer anderen Kiste liegt noch eine Rolle Folienschlauch, eigentlich Laminierschlauch, aber wenn es funktioniert...

      Ein paar Zentimeter Panzertape später läuft alles wie gewünscht. Das Ding ist laut, aber dafür stinkt nicht das halbe Treppenhaus.
      IMG_20201004_145125.jpg

      Seither ist die Kontur der Gerste fertig, und der Hopfen sieht auch schon gut aus.
      IMG_20201004_144924.jpg IMG_20201004_144930.jpg

      Jetzt geht es dem Wein an die Blätter.
      IMG_20201004_144936.jpg

      Bevor aber die Innenflächen leich angetoastet werden, muss erst der Rahmen gebrannt werden. Dann kann ich alles überschleifen, um die Reste vom Kohlepapier zu entfernen.
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    • Es war etwas ruhig hier, die Finanzierung meiner Brötchen erfordert aktuell wieder mehr Zeit, und das auch noch im Schichtbetrieb. Seit aber die große Seuche immer näher rückt, darf auch ich mit einem Laptop ins Homeoffice entfliehen. Es bleibt also wieder mehr Zeit für Bastelarbeiten.

      Also:
      Der Rahmen ist fertig gebrannt. Die Kontur vom großen Weinstock ist ebenfalls fertig. Das ganze Brett ist mit 240er Papier übergeschliffen: überhitzte ausgefranste Konturen, Kohlepapier- und Bleistiftreste sind entfernt.

      Ein kurzer Test mit den verschiedenen Brennspitzen (Schleife, Spitze, Plättchen) auf allerniedrigster Temperatur zeigt: Schattierungen sind kein Hexenwerk. Man muss nur schnell malen, und in die richtige Richtung ^^ klassisches Schraffieren hat übrigens nicht so gut ausgesehen.
      Nach ein paar Strichen und Flächen auf Restholz hatte ich dann raus, dass ich die warme Schleife möglichst sanft aufsetzen und dann sofort zu meiner Hand hin ziehen muss, und dann mitten in der Bewegung wieder abheben. Einen kleinen dunklen Punkt kann ich beim Aufsetzen kaum vermeiden, wohl aber beim Absetzen.

      Erstmal ganz vorsichtig anfangen mit dem Getreide...
      IMG_20201024_192433.jpg

      ...dann die Weintrauben abrunden und den Stock, anschließend vorsichtig an die Blätter wagen.
      IMG_20201024_192459.jpg IMG_20201024_192538.jpg


      Danach mit wachsender Routine an den Hopfen:

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    • ... und jetzt da ich die ersten Fotos gemacht habe:
      Bei der Gerste war ich doch etwas zu zögerlich. Da müsste ich wohl noch einmal dran.
      Nun ja, aber besser als umgekehrt :fg:

      IMG_20201024_192408.jpg

      Bevor das Getreide aber nachgemalt wird, kommen noch schnell Klappösen auf die Rückseite.
      IMG_20201024_193955.jpg

      Es steht jetzt noch die Frage im Raum, ob das ganze nun noch lackiert werden soll. Da das Holz unbehandelt ist, besteht die Gefahr, dass es nach dem ersten Anstrich geschliffen werden müsste. Aber genau das würde die Schattierungen wieder vernichten. Was meint ihr?
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    • Moin Vera,
      ich lese hier ab und zu mit, weil es eine spannende Technik ist, ich sie aber natürlich mit einem Laser machen täte. Das ist dann aber keine Kunst mehr wie bei Dir, sondern lediglich die Suche nach passenden Fotos/Dxfs/ oder passenden Fonts... oder der Unterschrift im Personalausweis meiner Mutter, die ich kurzerhand elektrisch gepimpt hatte um ihr daraus ihren Namen auf den Grabstein im Orginal im vergrößerten Maßstab in Stein zu "meisseln".

      Bei Deinen Schriften vermute ich, dass jeder Anschliff etwas Kontrast bzw. Strichstärke wegnimmt, da ja Material abgetragen wird.
      Daher würde ich kurzerhand an einem anderen Stück üben um den Einfluss von Anschliff und Lack/Öl(!)/Lasur/etc. zu testen und danach das Dir Zusagende wählen.
      Geölt kann ich mir aber auch vorstellen, dass die Schrift stärker dunkelt als das unbeschriebene Holz. Reine These ohne Beleg.

      Bitte berichte weiter.

      Herzliche Grüße
      Georg
      Fast Crew Supplier
      VSP RAVE Tug
      Anti-Rolling

      Viele Laser
      Happy Hunter 1982,
      Neptun I 2016 (für den Nachwuchs)
      Neptun II 2017 (für die Badewanne)
    • Das sieht sehr gut aus und passt wirklich gut zum Stil eines alten Hauses.
      Interessant finde ich die Warnung "Achtung Kopf" ;) , mit der du vor dem Balken warnst.
      Als Finish würde ich auch eher Öl als Lack verwenden, wobei Leinöl natürlich der Klassiker ist. Aber niemals den Lappen einfach so in den Mülleimer werfen, da er sich selbst entzünden kann. Dann brauchst du mehr als einen Eimer Wasser.
      Gruß
      Jürgen
    • Beam schrieb:

      Bei Deinen Schriften vermute ich, dass jeder Anschliff etwas Kontrast bzw. Strichstärke wegnimmt, da ja Material abgetragen wird.
      Das ist/war der gewünschte Effekt beim ersten Schleifen. Wie bei anderen Heißarbeiten auch (Löten, Schweißen) gibt es rund um den eigentlichen Einsatzort eine Wärmeeinflusszone. Hier war also neben jedem Punkt und Strich an der Oberfläche eine dunkle, nach außen schwächer werdende Zone zu sehen. Im ersten Schleifgang nach dem Brennen habe ich eben diese abgetragen, die tiefer eingebrannten Konturen bleiben stehen, werden optisch schmaler und feiner.

      Die Schattierung ist jetzt "nur" noch oberflächlich angetoastet. Jegliches Nachschleifen trägt diese hellen Striche direkt komplett ab. Das habe ich sogar gemacht mit kleinen Dremelwerkzeugen (per Hand natürlich), wenn mir die Weintrauben zu dunkel wurden.

      Majue schrieb:

      Interessant finde ich die Warnung "Achtung Kopf" ;) , mit der du vor dem Balken warnst.
      Wenn ich drauf schreibe "Achtung Balken" fragen alle "Welcher Balken?" - BONG - ach der da... autsch. :pf:
      Bei "Achtung Kopf" ziehen sie den Kopf ein und schauen sich dann um :thumbup: Ist doch logisch.

      taucher RALPH schrieb:

      Ich glaube die Warnung vor dem Balken ist sekundär. Die " Piktogramme" Gerste, Hopfen und Wein, warnen eindeutig vor Alkohol :pr:
      Also, ähm, ja, nein, öh... :lol:
      Ich sag mal, wenn wir Gäste in der (Gästezimmer-)Werkstatt unterbringen und die sich so volllaufen lassen dass sie das Schild nicht mehr lesen können oder einfach ignorieren, ist das höhere Gewalt, und Kopfweh haben die hinterher sowieso.
      Für alle anderen habe ich ja jetzt das Schild.

      Öl ist eine gute Idee, vielleicht habe ich noch Arbeitsplattenöl da. Das muss ich mal suchen, bzw neues kaufen. Das trifft sich gut, weil mein neuestes Flottenmitglied ein geöltes Deck hat.

      Heute wird auf jeden Fall das Getreide geröstet.
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    • Moin alle zusammen,
      ich bin jetzt schlauer. Und ein bisschen ölig. Mein lieber Mann hat gestern vom Baumarkt eine Flasche Leinölfirnis und Verdünner mitgebracht, und dann haben wir beschlossen, einfach mal mutig zu sein.
      Das Öl ist hell aber nicht ganz farblos, riecht seltsam, zieht schön ein ohne das Holz großartig aufzurauhen. Auf der Rückseite ist eine kleine Stelle etwas rauh geworden, aber nur in einer Wischrichtung (wohl Änderung der Faserrichtung in der Nähe eines Astlochs). Die Vorderseite ist weitgehend glatt geblieben. Wie zu erwarten ist das Holz jetzt auch dunkler als vorher:
      (die zweite Lage Öl zieht ein, kurz vor dem abreiben - Buche mit Leinöl vs Buche unbehandelt)
      IMG_20201027_190557.jpg IMG_20201027_181013.jpg


      Beam schrieb:

      Geölt kann ich mir aber auch vorstellen, dass die Schrift stärker dunkelt als das unbeschriebene Holz.
      Nein, es ist umgekehrt. Die Schrift (d.h. der Schriftzug und die Konturen) sind bereits dunkelbraun/schwarz und durch das Brennen auch "imprägniert", die Fasern sind verkokelt und mit Teer verklebt. Da wird nicht mehr so viel Öl aufgenommen, und das macht farblich auch nicht viel aus. Das unbehandelte Holz saugt viel Öl auf und wird dadurch dunkler.

      Das Problem - die hellbraun getoasteten Flächen dunkeln auch nicht großartig nach. Auf den hellen Flächen verlieren sie an Kontrast.

      Auf einer kleinen geölten Ecke auf dem Restholz kam ich dann zu folgender Erkenntnis:
      • Man kann auch auf einigermaßen frisch geöltem Holz nachbrennen.
      • GANZ vorsichtig.
      • Wenn man in Kauf nimmt, dass man dabei dann nicht so sehr das Holz brennt, sondern das Öl färbt.
      Es sieht ein klein wenig anders aus, aber man kann damit arbeiten. Hier zu sehen an einigen Blättern:
      IMG_20201027_175101.jpg IMG_20201027_200943.jpg


      Wir lüften dann jetzt mal. Nicht nur weil es ja gut gegen die große Seuche sein soll - in der Werkstatt riecht es jetzt nicht mehr nach frischem Parkett, sondern deutlich nach totem Fisch.
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    • Hoi, moin,

      so schön man mit Leinölfirnis auch arbeiten kann, aber bitte unbedingt beachten (Quelle Wikipedia):


      Selbstentzündung
      Mit Leinölfirnis benetzte Materialien wie Stofftücher, Papier, Staub oder Stahlwolle sollten gewässert oder unter Luftabschluss aufbewahrt werden, da die Gefahr von Selbstentzündung besteht. Große Gefahr besteht vor allem bei zusammengeknüllten Lappen, weil hier die Reaktionswärme schlecht abgeführt werden kann.



      Gruss Michael
      Lieber 'ne schneidíge Havarie als ein lahmes Ausweichmanöver !

      Mitglied im MBC Moormerland e.V.
    • Ganz richtig, man kann es kaum oft genug sagen.
      Niemals die eigene Werkstatt anzünden mit solchen "harmlosen" Sachen wie Leinöl.
      Leinöl trocknet nicht, es reagiert mit Luftsauerstoff und härtet dadurch aus. Das geschieht exotherm, d.h. es wird Wärme freigesetzt. In einem geknüllten Lappen ist genug Sauerstoff vorhanden, jedoch kann die Wärme nicht entweichen, das Öl im Lappen wird immer heißer bis es sich entzündet. Besonders gefährlich ist Leinöl verdünnt mit Terpentin: Das Leinöl liefert die Wärme, das Terpentin entzündet sich schon bei niedrigen Temperaturen.

      Die Lösung hier:
      Papiertuch nach Kontakt mit Leinöl komplett ausgebreitet hinlegen und aushärten lassen.
      Baumwolltuch gründlich in Wasser tränken (hier auch über Nacht)
      und später ausgebreitet wieder trocknen lassen (hängt jetzt auf einer kleinen Leine über dem Wassereimer und tropft vor sich hin. Im Eimer schwimmen die ersten aushärtenden Öltropfen wie kleine trübe Linsen).

      MINDESTENS gut belüften.
      Wenn möglich, im Freien durchhärten lassen.
      NICHT zusammenfalten. NIEMALS zusammenknüllen.
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    • Soooo, das Öl ist jetzt so fest dass wir das Brett ohne Fettfinger anfassen können. Zeit ein paar Nägel in die Wand zu schlagen! :yes3:

      Da Niko größer ist, legt er die Höhe fest und ich zeichne den ersten Nagel an. Das Schild wird einseitig aufgehängt, mit der Wasserwaage wird der zweite Nagel angezeichnet. Ein paar Klopfzeichen später hängt das Schild an seinem Platz:
      IMG_20201031_184242.jpg

      Auf der Rückseite klemmt (zur Sicherheit) noch ein Küchentuch als Abstandhalter, damit die Tapete auch bloß kein Öl abbekommt. Auch wenn das eher unwahrscheinlich ist, aber sicher ist sicher.

      Mehr Bilder könnt ihr bei Bedarf morgen bekommen, jetzt ist es zu dunkel.
      Ansonsten ist die Werkbank wieder frei für Nikos Red Eagle.
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