Programmierwerte beim Fräsen von Polystyrol

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    • Programmierwerte beim Fräsen von Polystyrol

      Hallo zusammen,

      könnt Ihr mir mal bitte behilflich sein und mir bitte sagen, welche Werte Ihr beim Fräsen von Polystyrolplatten anwendet?
      Ich habe heute versucht einen Spant zu fräsen, wobei die Fräser immer zugeschmiert sind.

      Meine Werte waren:

      Material: Polystyrolplatte weiß
      Materialstärke: 3,0mm
      Fräser: D= 1,0 / 2,5mm beides Einschneider
      Vorschub 1000-1500mm/min.
      Drehzahl: 18000 1/min.
      Zustellung Z: 1,0-1,5mm

      Ich denke das die Drehzahl zu hoch war und die Zustellung in Z bei max. 0,75mm pro Schnitt liegen sollte.
      Ich will nicht noch mehr Material verheizen und habe gedacht ich frag mal vor dem nächsten Versuch die Community.

      Danke und Gruß
      Gerd
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      In der Werft: Aeronaut Pilot im Maßstab 1:25
      In der Planungsphase: DGzRS Ernst Meier Hedde im Maßstab 1:20
      Im Werftmuseum: Graupner B-24
    • So arg falsch sehen die Schnittwerte doch gar nicht aus.
      Ich fahre mit Einschneidern einen Vorschub von ca. 0,05-0,1m/Umdrehung, allerdings mit weniger Drehzahl (1mm auch 15k 1/min, bei 2,5mm eher nur die Hälfte)
      Weniger als 0,03 Vorschub pro Zahn dürfen es meiner Erfahrung nach auf keinen Fall sein, sonst macht man keine Späne mehr sondern Staub und der schmiert zwangsläufig irgendwann.
      Zustellung mach ich immer max. 1x Durchmesser des Fräsers.

      Sind die kleinen Löcher auf dem Bild gefräst oder gebohrt?
      Sonst hätte ich das Gefühl, dass deine Fräse einfach den Vorschub aufgrund der Achsbeschleunigung gar nicht packt und es halt irgendwo an einem Innenradius anfängt zu schmieren.
      Druckluft zum wegblasen der Späne vorhanden? Das hilft sicher auch.
      Grüße

      Tobias
    • Hallo Gerd,

      Deine Fragen kann ich Dir nicht direkt beantworten, da ich einen Fräsmotor 800 W mit manueller Drehzahlregelung in meiner Portalfräse für den Modellbau benutze.

      Wenn ich Polystyrol fräse so sind es Platten 1 mm oder 2 mm und ich habe Fräser von 1 mm oder 2,4 mm mit jeweils einer Flanke eingespannt, je nach Bedarf. Als Unterlage benutze ich dann Pappelsperrholz und steche in dieses maximal 0,5 mm ein. Immer dann, wenn ich nach einer Pause mit dem Fräsen von Polystyrol neu beginne, versuche ich an einem Reststück die beste Einstellung der Fräse zu finden. Meine Erfahrungen sagen mir, die wesentlichste Maßnahme beim Fräsen von Polystyrol muß das Vermeiden von Wärme sein, durch Reibung der Fräser, die dann verkleben. Erhöhte Reibung entsteht, wenn der Vorschub zu groß, die Drehzahl zu hoch ist, zusätzliche Wärme entsteht, weil eine harte Unterlage benutzt wird und da Kühlung fehlt.

      Meine Empfehlung, experimentiere zunächst mit einer Platte von 1 mm Stärke, Fräser 1 mm, eine Flanke, wesentlich geringerer Drehzahl und geringem Vorschub und einer weichen Unterlage (Pappelholz). Wenn Deine Beleuchtung nur wenig Wärme abgibt kannst Du auf Kühlung verzichten.

      Mir hilft ein starker Staubsauger, bei dem ich das Saugrohr sehr verengt habe und den Saugstrahl auf den Fräser richte.

      Beispiele:

      Aufbauten.jpg Davits.jpg cracker box.jpg
      Mit einem Gruß, Wolf

      - alle sagten: „Das geht nicht!“, bis der kam der es machte.
    • Hallo zusammen,

      ich habe heute mal mit den von Euch vorgeschlagenen Werten, einen neuen Fräsversuch gewagt.
      Meine Ergebnisse waren sehr zufriedenstellend.

      Ich habe mit folgenden Werten gefräst:
      EZ Fräser / Durchmesser 1,5mm / 15000 1/min. und 1500mm / min. Vorschub / Z Zustellung 0,75mm
      EZ Fräser / Durchmesser 2,5mm / 13000 1/min. und 1300mm / min. Vorschub / Z Zustellung 0,75mm

      Danke und Gruß
      Gerd
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    • @DeMaster

      Hi Gerd,
      - freut mich, daß es weitergeht.

      @peterth

      Hallo Peter,

      zunächst solltest Du dir die Fragen beantworten, was willst Du fräsen, wozu benötigst Du eine Portalfräse?

      Im Schiffsmodellbau bis M = 1 : 50 werden die von Dir zu fräsenden Werkstücken selten größer als 30 cm in der größten Ausdehnung sein. Damit ist der „abfahrbare Bereich“, also der Bereich den das Fräswerkzeug erreichen kann mit 40 cm in der größten Ausdehnung definiert. D. h. die Fräse wird dann etwa 50 cm x 40 cm in Länge und Breite sein, da der Fräser bauartbedingt NICHT die gesamte Arbeitsfläche abfahren kann.

      Wenn Du Dich für die Größe Deiner Fräse entschieden hast, solltest Du entscheiden was Du fräsen willst, denn damit entscheidet sich ob Du einen guten Fräsmotor oder eine teure Frässpindel (mit Wasserkühlung) und Frequenzumrichter benötigen wirst.

      An dieser Stelle solltest Du dich über die Unterschiede zwischen Fräsmotor und Frässpindel informiert haben.

      Ein guter Fräsmotor hat KEINE Gleitlager, sondern ausschließlich Kugellager und einen Anschluß für die programmgeregelte Drehzahl.

      Die Mechanik der gesamten Fräse muß sehr stabil sein und alle Laufschienen für das Portal sollten aus gehärtetem, poliertem Stahl bestehen. Die Aufbauten (Wagen) sollten von den Schrittmotoren (stepper motors) über (spielfreie) Trapezspindeln bewegt werden.

      Dann benötigst Du noch die Elektrik/Elektronik für die Fräse. Gewöhnlich sind das Netzteil, der Controller und die Motortreiben in einem Gehäuse integriert und unter der Fräse montiert. Die Aufgabe eines Netzteils ist selbsterklärend. Der Controller speichert das Betriesprogramm der Fräse und steuert aufgrund des Fräsprogramms die Motoren. Die Motortreiber isolieren einerseits den Controller von den Schrittmotoren und liefern andererseits die Motorströme.

      Damit ist in groben Zügen eine Portalfräse für den Modellbau beschrieben. Das Angebot an Fräsen für den Hobbybereich ist sehr umfangreich, es reicht vom Komplettpaket bis über Bausätze zu den Bauteilen.

      Bevor ein Werkstück auf der Fräse gefertigt werden kann ist es gezeichnet worden. Die Zeichnung muß dann der sogenannten Radiuskorrektur unterzogen werden. D. h. würde man auf der gezeichneten Linie fräsen so wäre das Werkstück zu klein, um das Maß des Radius des Fräsers. Die Radiuskorrektur berücksichtigt diese Tatsache und stellt damit sicher, daß das Werkstück der Zeichnung entspricht. Außerdem berücksichtigt die Radiuskorrektur ob die Frässpur rechts oder links von der Zeichenlinie liegen muß, beispielsweise bei innenliegenden Aussparrungen (Fensteröffnungen). Sind diese Vorgänge abgeschlossen dann liegt das Fräsprogramm vor.

      Was noch fehlt ist das Betriebsprogramm für die Fräse, das mit den Informationen des Fräsprogrammes die Fräse steuert. Welche der vorstehend einzeln genannten Programme mit der Fräse, für die Fräse beschafft werden müssen, ist abhängig von der Beschaffung selbst. Bei dem Kauf eines Komplettpaketes wird grundsätzlich nur das Zeichenprogramm gesondert benötigt. Bei der Beschaffung eines Bausatzes könnte man eine Software kaufen/ mit kaufen, die alle Aufgaben zusammen faßt. Die heute verfügbaren Programme für die CNC-Fräsen verfügen bereits über eine integrierte Radiuskorrektur.

      Ich empfehle vor dem Kauf Deiner Fräse eine gründliche Analyse dessen wozu Du die Fräse benötigst und wenn Du auf Empfehlungen, einschließlich (Fach-)Verkäufer, hörst so frag: Was würdest Du heute anders machen? bzw.: Hat die von Ihnen empfohlene Fräse Schwächen, welche?
      Mit einem Gruß, Wolf

      - alle sagten: „Das geht nicht!“, bis der kam der es machte.
    • Sehr aufschlussreiche Antwort ?(
      Der Ersteller dieses Threads wird sich vorher schon Gedanken gemacht haben und sucht wohl eine Lösung für sein Problem.

      @Gerd: Ich fräse eher mit konservativen Werten wie 150 mm Vorschub und max. Zustellung 75% des Fräserduchmessers.
      Zweischneider mit 1mm ist mein Werkzeug der Wahl meistens.
      Meine Spindel leistet leider nur 200 Watt mit 6000 U/min.
      Für die Heimanwendung reicht das aber völlig für Kunststoff.
      Metalle gehen auch, nur halt langsamer und mit weniger Zustellung.
      Beim fräsen halte ich den Staubsauger dran. Kühlt und die Späne sind weg.
      So eine Maschine ist halt keine Fireandforgetsache.....
      Als Autodidakt musste ich mich selber an die Sache rantasten und habe mein Lehrgeld bezahlt.
      Aber das geht den Meisten so. Lerning by Doing.
      Jede Maschine ist anders und erfordert ein gewisses...nennen wir es Feeling...für das DING.

      Martin
      Lieber 60 Jahre gelebt als 80 nur da gewesen sein 8)
    • Dispatcher schrieb:

      Sehr aufschlussreiche Antwort ?(
      Der Ersteller dieses Threads wird sich vorher schon Gedanken gemacht haben und sucht wohl eine Lösung für sein Problem.

      @Gerd: Ich fräse eher mit konservativen Werten wie 150 mm Vorschub und max. Zustellung 75% des Fräserduchmessers.
      Zweischneider mit 1mm ist mein Werkzeug der Wahl meistens.
      Meine Spindel leistet leider nur 200 Watt mit 6000 U/min.
      Für die Heimanwendung reicht das aber völlig für Kunststoff.
      Metalle gehen auch, nur halt langsamer und mit weniger Zustellung.
      Beim fräsen halte ich den Staubsauger dran. Kühlt und die Späne sind weg.
      So eine Maschine ist halt keine Fireandforgetsache.....
      Als Autodidakt musste ich mich selber an die Sache rantasten und habe mein Lehrgeld bezahlt.
      Aber das geht den Meisten so. Lerning by Doing.
      Jede Maschine ist anders und erfordert ein gewisses...nennen wir es Feeling...für das DING.

      Martin
      Hallo Martin,

      normalerweise fräse ich von Berufswegen mit einer Portalfräse im Luftfahrtbereich. Hier wird eigentlich ausschließlich Aluminium bearbeitet. Die Fräsmaschinen an denen ich arbeiten kann haben eine Bettgröße von 3000x1500mm. Maximal bearbeitbare Dicke 12mm. Die Spindel hat 6,5KW bei 30000 1/Umin / Vorschub bei zwischen 4500-6000mm pro Minute.

      Da ich aber keine Erfahrungswerte beim fräsen von Polystyrol hatte, war der erste Test mit meinen voreingestellten Drehzahlen / Vorschüben der Alubearbeitung voreingestellt. Nach der Reduzierung der Drehzahl und des Vorschubs waren die Ergebnisse sehr zufriedenstellend.

      Vielleicht werde ich irgendwann einmal auch für Zuhause eine Fräse in den Keller stellen. Aktuell brauche ich dies aber nicht, da ich jederzeit auf der Arbeit was machen darf.

      Danke und Gruß
      Gerd
      Dateien
      In der Werft: Aeronaut Pilot im Maßstab 1:25
      In der Planungsphase: DGzRS Ernst Meier Hedde im Maßstab 1:20
      Im Werftmuseum: Graupner B-24
    • Hallo zusammen, speziell Woldig
      Besten Dank für die ausführliche Antwort.
      Für mich sind Spanten, Motorenbefestigung und Aufbauten welche ich mit so einer Fräse machen möchte
      Materialien Sperrholz bis ca 6 - 8 mm und PVC Platten bis 5 mm
      Hatte da schon auf ali kleine Fräsen gesehen....weiss aber nicht was ich davon halten soll..
      Gruss
      Peter