Aus Fehlern lernen... große und kleine Unglücke von Anfängern und Profis

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      Hab da mal was zum Bootsbau ansich.
      Ein guter Kumpel fragte mich ob es möglich ist ein Futterboot selber zu bauen. Meine Antwort, natürlich ist es das! Dazu sei gesagt das er keinerlei Erfahrungen Modellbau und der dazugehörigen Technik hat. Einige Tage später bekam ich dann erste Zeichnungen seines Futterbootes. Ein Paar kleinere Fehler in der Konstruktion wurden noch verbessert und er fing mit dem Bau aus Pappelsperrholz an.
      Dann ging es ans Impregnieren und Laminieren. Zum Impregnieren empfahl ich ihm damals G4. Mit der Anmerkung, auf gar keinen Fall, anschließend mit Polyesterharz zu laminieren sondern Epoxy zu nehmen.
      Naja es kam wie es kommen musste! Polyesterharz bekommt man halt im Baumarkt, Praktischer weise auch gleich mit Glasfasermatte. Epoxy hätte man bestellen müssen. (Hätte drei bis vier Tage länger gedauert)
      Ich weiß auch nicht wieso. Aber das PU Harz wird nicht Hart wenn man vorher sein Boot mit G4 behandelt hat.
      Den Effekt erlebte nun auch mein Kumpel. Er konnte seinen Rumpf wegschmeißen und ein zweites mal bauen. Und das nur weil er nicht auf das Epoxy warten wollte.
      Lerneffekt: Man sollte auch mal warten können! Sonst bezahlt man am Ende doppelt. :P
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      Der Thread gefällt mir! Kann man sich auch mal einen Sontagmorgen gemütlich reinlesen, und feststellen, dass man nicht nur selbst die einzige A...Karte gezogen hat ;)

      Mein erstes Modellschiff war der Versorger HOLSTENTOR. Damals noch 27 MHz-Funke, alles teuer erkauft vom Taschengeld. Eine der ersten Fahrten an einem Badesee, auch mit anderen Skippern. Man kannte sich, und eigentlich wurden die Frequenzen untereinander abgesprochen. Nu ja, vielleicht nicht immer :(
      Jedenfalls ging mein Kahn dann auf voll rückwärts Kreiselfahrt, was bei einem Versorger schon ziemlich Wasser auf Deck bringt. Ich war ein guter Schwimmer, aber bis Klamotten runter sind, Schuhe aus, Brille runter - Ich habe ihn nicht mehr erreicht bevor er abgesoffen ist.
      Mein Vater hat dann (wie auch oben schon mal so erwähnt) einen großen Rechen zusammengeschweisst.
      2 Tage mit dem Schlauchboot gesucht und dann auch eingehakt. Bei der trüben Brühe konnten wir selbst aber nichts erreichen. Vater war derzeit bei der DLRG und konnte einen befreundeten Taucher für uns gewinnen. Modell gerettet, nach Reinigung und Trocknung (auch der Elektronik) hat alles wieder funktioniert.

      Dann kam eine Zeit mit Auto (Elektro-Renner)
      Die waren eigentlich für Indoor gedacht, wir sind aber Outdor auf einem großen Parkplatz gefahren.
      Das Auto habe ich dann mal volle Lotte auf eine Begrenzungswand gedonnert, und dann war Schluss.
      Ursache war wohl ein defektes Servo-Kabel, das nicht sicher befestigt war, und auf dem Asphalt durchgescheuert ist.

      Flugzeuge
      Den Bausatz der TAXI konnte ich mir damals nich leisten - also Eigenbau.
      Tragflächenprofile und Baupläne irgendwo gefunden.
      Teuerstes Zubehör war der 6,5 ccm Verbrenner.
      Alles fertig gebaut. Dann finde ich den Hinweis, eine leichte V-Stellung der Tragflächen würde das Flugverhalten bessern und für Einsteiger leichter sein. Ohne Rücksicht auf Stabilität etc. habe ich die Tragfäche in der Mitte getrennt und mit etwas Winkel wieder verklebt.
      Beim Erstflug hat das Modell ein erfahrener Modell-Pilot geflogen. Ging ne Weile gut, bei der ersten engen Kehre knickt aber eine Seite der Tragfläche ab- das Ende :(
      Das "Flugobjekt" hat sich dann aus mehrern Hektar Grünfläche ausgerechnet den Feldweg ausgesucht und ist frontal aufgekracht. Die Kurbelwelle hat sich nach hinten durch das Gehäuse verabschiedet- das wars....

      Es gibt immer wieder Rückschläge, aber davon lernen wir. Desshalb finde ich diese Beiträge hier so spannend.
      Peter
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      Die Gründe für Unfälle sind vielschichtig.

      Es war einmal im Mai 2014....
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      grüner Rumpf, grauer Aufbau, auf ca 20 - 30m Entfernung nur schwer auszumachen, wenn das Modell nicht fährt

      Der Kontrahend

      288.JPG

      Es kam, wie es kommen musste. Der Aufbau wurde mit dem Bugspriet vom Rumpf gestoßen. Anfangs schwamm er noch, bis der Schaufelradler versuchte zu bremsen (menschliche Reaktion) und dabei den Aufbau flutete und der versank.
      Die Unglücksstelle war nicht weit vom Ufer entfernt, der Grund fällt aber steil ab, sodass man nicht näher hinlaufen konnte. Mit einer Angelrute und Besenstiel haben wir versucht den Aufbau zu bergen, leider vergebens.

      DSC06322.JPG

      Der Eigner entkernte dann den Rumpf und hat ihn dann entsorgt.

      zu früh???

      3 Jahre später hatten sich Taucher auf die Suche nach einem U-Boot gemacht und was soll ich euch sagen, den Aufbau gehoben.

      IMG_0757.JPG

      Die Backbordseite steckte im schlammigen Untergrund und ist recht gut erhalten geblieben, aber die Steuerbordseite schaut einfach genial aus.

      IMG_0755.JPG

      Wir planen evtl ein Diorama daraus zu bauen.

      Was lernen wir daraus :
      1.) Immer ganz genau aufpassen, wo man hinfährt und auch die anderen Schiffe im Blick behalten.
      2.) Modell nie unbeaufsichtigt auf dem Wasser parken, das macht man im Hafen.
      3.) Aufbau mit dem Rumpf fest verbinden. Oft reicht da schon die Steckkraft eines Sub-D Steckers.
      Hier geht´s zu meiner Werftseite
      zu Martin´s Werft

      Voith-Schneiderschlepper ISAR
      Baubericht

      im Hafen liegt
      - Löschkreuzer Elbe
      - Schlepper Homer
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      In den Anfängen der 70er bekamen wir in unserer Stadt einen Modellhafen,
      der auch dann sehr intensiv besucht wurde,
      aus der ganzen Umgebung kamen die "Experten" mit ihren Modellen um sie vorzuführen,
      nach kurzer Zeit wurden auch die ersten privaten Rennen gefahren,
      Einsatz war ein "Heiermann" (5 DM), The Winner Takes It All war die Devise,
      die Gewinner waren immer die Rennboote,
      ich lernte zu diesem Zeitpunkt den Entwicklungs-Ingenieur einer Batterie-Firma kennen,
      ich hatte zu dem Zeitpunkt nur eine Adolph Bermpohl,
      na ja, nicht gerade der Brüller,
      aber ich bekam von einem anderen Bekannten 3 Geist-Motore und tauschte sie gegen die Graupner aus,
      dazu sogenannte Silber-Zink-Akkus des Ingenieurs,,
      der nächste Termin der Rennboot-Aspiranten war da und auch meine umgerüstete A.B.,
      5 Boote und meine A.B. starteten,
      Tja 30 DM wuirden mein Eigentum,
      Leider wollte anschließend keiner mehr gegen mich antreten,

      Schade.........
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      Da habe ich auch nochmal was
      Meine ABEILLE im Rohbau, die Löschmonitore sollten im Gartenteich getestet werden.
      WOW! funktioniert super! Plötzlich macht es KLONK! Der Rumpf sitzt auf dem Boden des Beckens auf - hab ich jetzt schon soviel Wasser aus dem Becken gesaugt?
      Nee.. die Hälfte von dem Wasser hab ich mir wohl IN den Rumpf reingeblasen :(
      Die Verbindung Pumpe-Aufbauten besteht aus einer Gardena-Kupplung. Aber im stürmischen Übereifer habe ich wohl nicht auf das notwendige "Klick" geachtet...
      Kaputtgegangen ist eigentlich nix, Rumpf ist GFK, die Pumpe und die eingebauten Bühlers haben das auch weggesteckt obwohl alles zu 3/4 geflutet war.
      Peter
    • Neu

      Hallo,

      Thema mechanische Fahrtregler:

      nach langer "Kinderpause" hatte ich meinen ersten Neubau "FELIX" Hafenbarkasse von Krick
      am Küchentisch fertiggestellt .
      Verbaut war aus Kostengründen ( Familienvater mit Windelpupsern) ein mechanischer Fahrtregler, elektronische waren damals teurer als das
      ganze Modell.
      Kurz und gut die Tests am Küchentisch und in der Badewanne verliefen erfolgreich.
      Am einem Samstag im Herbst ( 5 Grad Celsius) zum Maschsee in Hannover an die Löwenbastion zur Jungfernfahrt gefahren, es war
      ziemlich windig Wellenhöhe ca. 10 cm Boot ins Wasser und los, funktionierte auch aber dann
      fiel bei halbgas die Funke oder der Empfänger aus und die Barkasse fing an Runden zu drehen (Kreisfahrten) ungefähr
      60 m vom Ufer.
      Es ging nichts mehr und das Boot fuhr und fuhr, leider kam es dabei auch quer zu den Wellen und es schwappte
      Wasser über die Bordwand in das Heck., aber es fuhr weiter und es kam immer mehr Wasser in das Boot
      bis es schließlich mit drehenden Propeller über das Heck im Maschsee gesunken ist. Das ganze hat 10 Minuten gedauert. :sh:
      Ich habe es nie wiedergefunden, ist warscheinlich mittlerweile ein Habitat für Jungfische von den Maschsee Karpfen.
      Ich war auch drauf und dran die Funke (27MHz) hinterher zu werfen. :bad:
      Und das alles wegen eines Fahrtreglers der nicht abschaltet, wäre der Motor ausgegangen hätte das Boot die Chance gehabt
      an das Ufer zu treiben.

      Aber aufgeben gilt nicht , also später noch einen FELIX besorgt gebaut und der fährt immer noch. Von dem konnte ich mich auch nie trennnen.

      Seitdem : nie wieder mechanische Fahrtregler !! Verkabelungen immer mehrfach überprüfen.
      Habe seitdem nie wieder ein Boot verloren.
      viele Grüße :wink:
      Ralf
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      Ein "Learning" kann ich als Anfänger auch schon beisteuern:

      Hatte eine super-duper-mega-mit-technik-vollgestopfte VO65 gebaut, Daggerboards, Kanting Keel, Genua usw.
      Die ersten Testfahrten mit wenig Wind liefen hervorragend, alles war steuerbar, der Kanting Keel konnte über den eingebauten Seilzug angestellt werden. Das Boot war ein Traum zu segeln. Bis... tja bis der Wind dann mal stärker wurde und die Halsen doch deutlich dynamischer von statten gingen. Nach einer eben solchen hörte ich trotz Wind und Welle von weit draußen aus dem Boot ein dumpfes "pfump"... Tja, leider lies sich der Kiel eben nicht mehr "canten", sondern er hing frei nach unten. Die Konsequenz daraus war: Das Segel legte sich auf's Wasser, der Kiel hing senkrecht nach unten und hatte auf dem Weg dahin auch gleich den Carbonrumpf auf mehrere Zentimeter eingerissen. So blieb nichts anderes übrig als der Vo65 langsam beim Sinken zuzuschauen. Wasser gefühlte 5°, keine Wechselklamotten dabei....

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      Zum Glück hatte ich noch 20m Anglerschnur in meiner Skipperkiste. Kurzerhand ein Teppichmesser als Gewicht dran gebunden und bestimmt 50mal in Richtung Boot geworfen bis ich endlich zwischen Fock und Groß traf. dann langsam den havarierten Fang eingeholt.

      Drei Dinge daraus gelernt:

      - Die Shot für den Canting Keel sollte man nicht aus einem alten Stück Drachenschnur unbekannter Herkunft machen. Ab sofort ist eine 100kg Dyneema Leine da drin
      - 20m Leine dabei zu haben ist unbezahlbar
      - Die Kette reißt am schwächsten Glied

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