Baubericht Graupner Scimitar Speed aus der Zeitkapsel

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    • Baubericht Graupner Scimitar Speed aus der Zeitkapsel

      Hallo zusammen,

      bin neu hier, habe mich aber gestern schon brav vorgestellt.

      Letztens bin ich auf eine echte Fundgrube für Modellbauer gestoßen. Schon cool, wenn man sich selbst (versehentlich) was in eine Zeitkapsel steckt und dann nach fast 3 Jahrzehnten wieder entdeckt.

      Ich konnte mich noch daran erinnern, als Jugendlicher in den 90ern mal einen Gleiterrumpf von Graupner gekauft zu haben. Und ich wusste noch, dass er auf dem elterlichen
      Dachboden in einem Karton ist. Mehr war da nicht mehr, im Gedächtnis.

      Das hier habe ich dann im Karton gefunden:
      Graupner Scimitar Speed Rumpf mit Deck und Kajüte, teilweise schon angefangen zu bauen.
      Dazu alle ABS-Teile wie Sitze, Akkuwanne, ein Ruder, etc. ...

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      Und das Beste:
      Die komplette "Schnellbauanleitung" ist dabei! Keine Ahnung, wie ich da damals dran gekommen bin, ohne den Bausatz zu kaufen. Und die Anleitung schlägt noch den Bau eines Trailers vor. Da habe ich ja in der nächsten Zeit genug zu bauen.
      Ich zeig hier nur Mal kleine Ausschnitte aus der Anleitung, keine Ahnung, wie das rechtlich ist. Wenn das nicht geht, kann ich die Bilder auch gerne wieder löschen. Admins sagt bitte ggf. Bescheid.
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      Bestellt hatte ich den damals direkt bei Graupner als Ersatzteil. Schaut Mal den Preis, und da waren anscheinend alle ABS-Teile dabei?!

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      Jedenfalls habe ich keine weitere Rechnung gefunden und keine Erinnerung an eine zweite Bestellung.



      Sooo, jetzt kommen wir langsam an den Punkt, wo mir hier hoffentlich ein wenig geholfen werden kann.
      Ich kopiere jetzt mal meinen Text aus dem Rumpf-kleben-Thread hierüber, damit das dort nicht zu OT wird.

      Ich hatte mit Hr. Siess von H&M telefoniert wegen seiner
      Kompaktwellenanlagen, und hatte den Rumpf kurz erwähnt. Daraufhin meinte
      er sofort, ich soll da doch von innen eine Schicht reinlaminieren, dann
      hätte ich ewig davon. Aus seiner Erfahrung wird das ABS irgendwann
      brüchig. Allerdings sagte er auch dazu, dass damals mangels besseren
      Wissens mit lösemittelhaltigem Lack lackiert wurde. Mein Rumpf ist ja
      noch nicht lackiert.

      Dann habe ich einen befreundeten Modellflieger, der sich schon zig
      Modelle selbst laminiert hat, gefragt ob er mir dabei hilft. Der meinte
      dann, mit ABS kenne er sich nicht aus und ich soll mich erst mal schlau
      lesen. Das habe ich gemacht und u.a. auch mit R&G geschrieben. Das
      alles führt nun zu meinen derzeitigen Kenntnisstand bzw. Möglichkeiten:

      1)

      am besten wäre Polyesterharz mit Styrol; das gibt's aber nicht mehr für
      privat und hat auch gute Gründe; ich könnte das bei mir vor dem Frühjahr
      wegen der Lüftung/Temperatur auch gar nicht verarbeiten

      2)

      Polyesterharz ohne Styrol: bisher keine Aussage gefunden, ob das an ABS
      hält, oder ob's Primer gibt, ob's besser oder schlechter als Epoxy hält, ...

      3)

      Epoxy geht keine chemische Verbindung mit ABS ein; hält wenn dann nur
      durch aufrauhen; ich habe allerdings schon ein paar dünne Ecken des
      Cockpiteinsatzes mit Gewebe und Uhu 300 Endfest verstärkt, da blättert
      freiwillig nichts ab

      4)

      Ich laminiere nichts rein, schließlich ist das ABS jetzt noch weich. Aber wie lange noch?

      5)

      Und dann habe ich jetzt vor ein paar Tagen halt noch diesen Thread hier mit dem (vereinfacht) Acrylharz gefunden.



      Ich bin also sehr dankbar für jeden Tipp, der auf fundierten Kenntnissen oder eigenen Erfahrungen basiert.
      Und ich brauche auf jeden Fall eine Lösung, um die Wellenhose von außen
      zu verstärken. Ich bei H&M eine Kompaktwellenanlage mit 7 mm AD
      bestellt, die Hose hat aber nur 6 mm. Ich möchte die deshalb von unten
      schlitzen und später wieder von außen mit Gewebe laminieren.

      @Beam fragte mich dazu im anderen Thread, was ich mit dem Boot will:

      Ich habe zunächst mal Lust das Boot zu bauen. Daher hab ich auch keine Angst vor mehr Arbeit (laminieren). Wenn ich das aber mache, soll es natürlich auch funktionieren. Wenn das alles nix bringt, kann ich mir die Mühe ja auch sparen.
      Vom Gewicht sehe ich da kein großes Thema. Ich habe überschlagen, dass das fertige Boot irgendwo bei 900 bis 1100 g wiegen wird. Wenn ich 80er Gewebe mit Harz dazu rechne, kommen da max. 30 bis 40g dazu.,

      Aktuell tendiere ich glaube ich zu Epoxy. Das kann ich jetzt im Winter drinnen bei meinem Bekannten machen, und viel halten muss das ja auch nicht. Soll ja nur den Rumpf abdichten falls das ABS mal reißt. Müsste aber halt auch von außen an der Wellenhose halten.
      Grüße!
      Mike
    • Hallo Mike,
      wie ich bereits in einem anderen Thread bemerkt habe, lässt sich ABS am besten mit Stabilit Express, oder wie er heute heisst, Pattex Stabilit, verkleben. Vor allem wenn man das Stevnrohr und den Ruderkoker einklebt, hat sich das Zeug schon echt gut bewährt. Was die Haltbarkeit des ABS angeht, kommt es mitunter auf die Lackierung an. Ich habe mehrere Modelle, die schon einige Jahre alt sind. Das lackierte ABS ist da noch nicht spröde geworden. Eine Alternative wäre den Rumpf, das Deck und die Anabuteile abzuformen und alles aus GFK zu machen. Ist halt ganz schön aufwendig, dafür wäre es reproduzierbar!
      Den mechanischen Fahrtenregler finde ich echt cool! Die Dinger haben am Anfang gut funtioniert, sobald sie dann etwas in die Jahre gekommen sind, wurde die Regelcharakteristik immer schlechter! Ich würd die Scimitar mit einem Brushless-Motor ausrüsten!
      Fahrfertig: Aeronaut Classic, Kalle, Graupner Pegasus III, Graupner Vegesack und Theodor Heuss
      Im Bau: Adolph Bermpohl, Aeronaut Queen, Robbe Happy Hunter
      Restaurierung: Graupner Tedje
    • Hallo,

      Wie an anderer Stelle hier geschrieben, habe ich mein 36 Jahre altes Graupner Modell auch gerade etwas hergerichtet. Die ABS Teile sind an vielen Stellen nicht lackiert, trotzdem ist alles gut erhalten. Nur Klebestellen mit schrumpfenden Kleber zeichnen sich außen ab. Da habe ich jetzt Streifen aus ABS untergelegt und mit Sekundenkleber verklebt, soweit erneuert.
      Sonstige Verklebungen habe ich mit Epoxi gemacht, Sekundenkleber als Haftvermittler nach Hersteller Empfehlung.
      Stefan

      Modelle fahrbereit: T22, S130 (robbe), Bugsier 1 (2x), Örjan (14cm Schlepper)
      Baustellen: Griech. Fischerboot, Weselmann-Kümo, Minensucher 1943
    • Danke für die Antworten!

      kaipi0070 schrieb:

      Das lackierte ABS ist da noch nicht spröde geworden
      Hi Wolfgang, mit welchem Lack hast Du denn lackiert. Enthält der Lösemittel, wenn ja, welche?

      kaipi0070 schrieb:

      Den mechanischen Fahrtenregler finde ich echt cool!
      Das ist witzig das mich da alle drauf ansprechen. Hab jetzt schon zweimal gehört, ich soll ihn direkt wegwerfen, und Du findest in cool :)
      Ich habe den Karton so vom Speicher geholt und geöffent und die Sachen drin gefunden. Mehr wollte ich damit gar nicht ausdrücken.
      In den 90ern war ich Schüler, der Regler war von einem RC-Car übrig, wo ich einen elektronischen für 139 DM eingebaut hatte. Daher hätte ich damals wohl den mechanischen genommen, Taschengeld war ja nicht unendlich vorhanden. Jetzt ist der gut weggepackt.


      kaipi0070 schrieb:

      Ich würd die Scimitar mit einem Brushless-Motor ausrüsten!
      Das ist Plan B.
      Plan A ist, die zahlreichen Bürstis die ich hier noch rumliegen habe mit dem oben erwähnten elektronischen Regler durch zu probieren. Falls das zu heiß wird oder die Fahrzeit zu kurz ist, kommt Brushless rein.

      StefanK schrieb:

      Sekundenkleber als Haftvermittler nach Hersteller Empfehlung
      Hi Stefan, hast Du da mal einen Link? Das würde ich gerne mal nachlesen.
      Grüße!
      Mike
    • Ich lackiere mittlerweile viel mit Dupli Color Platinum. Das sit ein Lack auf Acrylbasis, lässt sich super verarbeiten. Die alten Modelle sind mit den damals übliche Lacken lackiert, also Rolac oder Graupner Alkyfix. Finde den Regler deshalb cool, weil der wirklcih olschool ist! Verwenden würde ich den natürlich auch nicht mehr, wandelt deine Akku-Power halt auch in Wärme um und hat einfach aufgrund der Funktionsweise Verluste. Aber als ich mit dem Hobby angefangen habe, fing das mit den elektronischen Reglern gerade mal an, das konnte man sich damals nicht so einfach leisten!!
      Fahrfertig: Aeronaut Classic, Kalle, Graupner Pegasus III, Graupner Vegesack und Theodor Heuss
      Im Bau: Adolph Bermpohl, Aeronaut Queen, Robbe Happy Hunter
      Restaurierung: Graupner Tedje
    • Danke euch beiden!

      Jetzt wo ich weiß, wie man Bilder aus der Galerie einfügt, werde ich mal weiter berichten. Ein bisschen ist ja schon passiert am Boot.

      Der Cockpiteinsatz war an praktisch allen Ecken sehr dünn, durchs tiefziehen. Teilweise waren sogar kleine Risse in den Ecken:

      Die habe ich von unten mit Glasgewebe verstärkt. Da ich derzeit kein Laminierharz im Haus habe, habe ich Uhu plus Endfest verwendet und anschließend bei 50° gebacken.
      Nach dem Verschleifen sieht es nun so aus:


      Da diese Versteifungen sehr gut halten und auch immer noch etwas flexibel sind, bin ich eigentlich der Meinung, das Epoxy auf ABS für unsere Zwecke ausreichend hält. Auch wenn es vielleicht nicht hoch belastbar wäre. Das bringt mich auch ein bisschen in die Richtung, den Rumpf mit Epoxy zu laminieren.
      Grüße!
      Mike
    • Vielen Dank für deinen Baubericht und dafür , das ich bei solchen Dingen immer in die eigene Kindheit " zurückgeschubst " werde . Ich bin gerade dabei , mir eine meiner schönsten Kindheitserinnerungen zu basteln , die Lotse von Graupner .
      Werde auch hier mal mein virtuelles Domizil aufschlagen und zusehen .

      Gruss
      Micha

      P.S. Ich habe da einen mechanischen Fahrregler gesehen ...den würde ich einrahmen und aufhängen ( wenn man dann mal Enkel hat : Ja Kinder , so war das damals ) ...bloss nicht einbauen :D Denn wie mein Vorredner geschrieben hat , die Dinger sind alles andere als belastbar und wandeln Energie in Wärme um . Wenn es um bezahlbare Regler erster Sahne geht bin ich mit denen von modellregler .de sehr zufrieden . Pfeiffen nicht , sind megaleicht und durch ihre Kompaktheit super zu verbauen . Gibts da für brushed und brushless .
      Und jetzt zurück zum Kaffee
      Plankenanarchist
    • Also der Regler scheint ja echt zu faszinieren ?(
      Ich glaub, wenn ich später noch Balast benötigen sollte, baue ich den da für Spaß mit nem Servo rein und lass den ohne Funktion mitlaufen :fg:

      Es geht hier derzeit nur sehr langsam weiter. Wird aber weitergehen, versprochen :) .
      Mittlerweile sind die Kompaktwellenanlage und die Ruderanlage eingetroffen.




      Und zuvor hatte ich noch die umlaufende Kante, die zum Verkleben von Rumpf und Deck dient, und gleichzeitig die Rammschutzleiste der Originals nachempfndet, möglichst präzise rundherum auf das gleiche Maß geschliffen (alles innerhalb von 1 bis 2 Zehntel, so gut man das denn messen kann).



      Und das erste mal baden durfte der Scimitar auch schon. Mit 1 kg ist die Wasserlinie bereits deutlich unter dem Original. D.h. ich werde bei allen Komponenten aufs Gewicht achten und versuchen, möglichst leicht aber natürlich trotzdem stabil zu bauen.


      Derzeit warte ich auch noch auf eine Dekuperisäge, die ich Ende November bestellt hatte :gr: . Die Post hat sie verschlampt und ist auf der Suche danach.
      Wenn die kommt, werde ich mich um den Motorspant kümmern und die Wellenanlage einbauen.
      Grüße!
      Mike