Restauration meiner ersten Segelyacht

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Scheisse (Entschuldigung), sieht der Dampfer scharf aus!
      Da kommt man sich wieder wie armes Modellbau-Würstchen vor :cry:

      Mir gefällt das helle Deck auch viel besser, aber so bleibt es eben nicht, wenn man es versiegelt.
      Die Segel sehen auch super aus.
      Apropos Segel Axel, Herr Jakoptorweihen macht die Segel für den Seeadler aus Dacron, das ist schon okay oder? Du hast irgendwann mal erwähnt, dass dein Kollege einen anderen Stoff verwendet hat.

      Sach ma, hat der Erbauer der 8m R die Spanten alle rausgeschnitten?
      (8m R ist bei mir schon mal vorgemerkt)
    • Bei der Versiegelung müsste man mal sehen, wie das mit wachsen aussieht, da habe ich aber keine Erfahrung.

      Die Germania ist eigentlich ein Abfallprodukt.

      Ein Kollege, der bei mir zu Gast war, bat mich mal darum, diese Ding zu zeichnen. Den 3D entwurf hatte ich neben ein paar Bier quasi über Nacht gemacht, irgendwie sollten da "ganz viel Spanten rein", weil der Kollege seine Fräse fräsen lassen wollte, also habe ich da 44 Spanten und bodenwrangen, alle 5cm, reingezeichnet. Das wurde dann in Popelholz (Pappel) zur Probe gefräst, und sollte dann in Birke Multiplex gefräst werden.
      Der Kollege ist dann aber zu den Truckmodellbauern gewechselt, und das Spantgerüst stand knapp vor dem Kaminfeuer. Mein Freund Peter hat da widersprochen und sich erbarmt, das Gerüst fertig zu bauen.
      Das ist sehr toll geworden, aber auch ein wenig schwer, sodass die Spanten rausgehauen wurden, um Gewicht zu sparen, was auch gelungen ist.
      Obwohl eigentlich abfall, ist der Dampfer eine Augenweide und läuft einmalig, ein wunderbares Schiff!
      Die Segel sind, ich glaube, ich habe es schon einmal erwähnt, von einem Segelmacher für Strandsegler.
      Auftrag war: bau mir für den Dampfer die schnellsten Segel. Und die sind dabei herausgekommen.Das ist Laminat, preislich weit von Dacron entfernt.
      Inwieweit die nun schneller sind als Dacron kann ich nicht sagen.
      Dacron ist jedenfalls aus der Hand von Latsch ein sehr gutes Segel, und ich denke, der Adler wird damit sehr gut laufen.

      Da die Germania in der Zwischenzeit verkauft wurde, hatte ich auf Peters Wunsch den Riss auf M 1:9 umgezeichnet, also ca. 160cm, wie der Adler.

      Der hier gezeigte Rumpf hat bei m 1:7.5 eine Länge von 204cm und ca. 22kg in der Konstruktion. Dieser Rumpf ist aber ein wenig schwerer geworden, es kommt eben eins zum andern.
      Ich habe aber noch eine 6m R Modellyacht von Tiller in der Schublade, so bei 17kg und bei ca 195cm Länge.
      Wäre auch ein Gedanke...
      Aber so große Yachten haben schon was, die laufen sehr souverän, ich liebe das....
    • Stimmt, mit Wachs hätte man das Problem mit dem Nachdunkeln nicht.
      Wird aber immer wieder eine Pflege erfordern.
      Hat das schon mal jemand gemacht?

      Axel, wenn du wieder mal so ein „Abfallprodukt“ hast, sag Bescheid....

      Wenn man so eine große Yacht bauen will wie z.B. die 6m R von Tiller, muss man sich schon überlegen, wie man so ein Modell transportieren kann (passt das noch ins Auto usw. ) kann man es in der Wohnung noch mit Rigg aufstellen. Die ist dann etwa 240cm hoch?
      Jedenfalls sehr interessant, ich bin ja inzwischen auch so etwas wie ein Tillerfan.
    • U 67 schrieb:

      Stimmt, mit Wachs hätte man das Problem mit dem Nachdunkeln nicht.
      Wird aber immer wieder eine Pflege erfordern.
      Hat das schon mal jemand gemacht?

      Axel, wenn du wieder mal so ein „Abfallprodukt“ hast, sag Bescheid....

      Wenn man so eine große Yacht bauen will wie z.B. die 6m R von Tiller, muss man sich schon überlegen, wie man so ein Modell transportieren kann (passt das noch ins Auto usw. ) kann man es in der Wohnung noch mit Rigg aufstellen. Die ist dann etwa 240cm hoch?
      Jedenfalls sehr interessant, ich bin ja inzwischen auch so etwas wie ein Tillerfan.
      Holz braucht immer etwas Zuwendung. Unsere alten Möbel wachsen wir auch, das ist keine grosse Arbeit und so ein Deck ist schnell gewachst. Der Kollege, der die G III ursprünglich haben wollte, hatte ein Stabdeck bauen wollen, ich machte ihm den Vorschlag, ihm ein Deck zu zeichnen, er fräste das dann. Versiegelt wurde das mit Wachs aus dem Baumarkt, das gibt es auch in verschiedenen Farben, sodass man auch die Fugen machen könnte. Aber die Planken sahen schon toll aus.

      Ich fürchte aber, dass Du die Zimmerdecke im Mastbereich rausnehmen, der Mast allein liegt bei gut 230cm, da kommt dann noch ca 40cm Rumpfhöhe dazu, dann hätten wir 270cm....
      Die G iii ist in einem normalen Kombi mitgefahren, gehen geht das.
      Ein kleines Schiffchen bauen, nur, damit es ins Handschuhfach passt, wäre nicht meine Welt, Große Dampfer segeln einfach souveräner.
    • Ja, ich weiß, wir haben auch alte Möbel, die nur gewachst werden. Wäre wirklich mal eine Alternative, das Deck zu wachsen. Bei meiner Wasa habe ich einen Bereich mit Wachs dunkler abgesetzt und später einfach mit überlackiert, hat auch funktioniert.

      Und die Höhe, alter Schwede 2,70 m, das ist ne Hausnummer.
      In meiner Werkstatt und meinem Hobbybereich unter dem Dach könnte ich so ein Modell mit Mast aufstellen.
      Mal sehen, hat ja noch Zeit...
    • Hier ging es auch etwas weiter. Das Harzen des Decks ist abgeschlossen. Jetzt baue ich gerade die neue Kajüte.
      Dateien
    • Beam schrieb:

      Danke für die tollen Bilder hier...
      Vielleicht sollte ich das Forenmodell lassen und mich lieber an solche Schönheiten trauen wie sie hier gezeigt werden ...
      Herzliche Grüße
      Georg
      Ich will nicht aufdringlich sein,
      aber ich beschäftige mich seit Jahren mit der Rekonstruktion nicht nur klassischer Yachten, diese auch im Modell, da ist alles möglich, sondern auch von Modellyachten, vorzugsweise von Artur Tiller.
      Etliche Modellyachten sind mittlerweile gebaut, es gibt auch Frästeile, die Eigner sind sehr zufrieden.
      So entstehen auch häufig Einzelstücke, die eben niemand anderes auf dem Teich hat.
      Solche Segeler sind einfach wunderschön, und funktionieren sehr, sehr gut.
      https://www.classic-modellyacht-design.de/Home
    • Danke euch.
      Ja, das aktuelle Fomo: Nur ein kleines Schiff, aber was für ein Modell! Ich lese den Bericht immer mit, das Teil ist richtig aufwendig und sicher nicht einfach zu bauen. Da habe ich es mit dieser Restauration wesentlich einfacher, Georg.

      Und ich sehe das wie Chris: Das Segeln und Segelschiffe bauen macht mir am meisten Spaß, ich war letztes Jahr oft mit der Ariadne segeln, da sind drei Stunden weg wie nichts.
      Ich bin auch noch Modellflieger und auch 1:1 Flieger, aber zumindest aktuell sind die Segler Nr. 1.

      Und Axel: Für Tiller-Konstruktionen kann man nicht genug Werbung machen.
    • Ja, da hast Du recht.
      Es erstaunt mich aber immer wieder, dass sich so wenige an den Bau herantrauen, und lieber irgendwelche Plastikmodelle kaufen.
      Es gibt in meinen Augen kaum etwas schöneres, als einen klassischen Segler aus Holz.
      Die Formen sind für Holz gezeichnet und so beplanken sich die Rümpfe fast von selbst. Bisher habe ich noch niemanden gehabt, der mit den Formen Probleme hatte.
      Und- nicht zuletzt: was schön aussieht, läuft auch gut.
      Wie hat Olin Stephens, einer der berühmtesten amerikanischen Konstrukteure zu GFK Schiffen gesagt: "Frozen Snodd", ich glaube, das sagt alles...
    • Dass viele eher auf Kunststoffrümpfe zurückgreifen, liegt glaube ich daran, dass das Beplanken mit Holzleisten oftmals als lästige Arbeit angesehen wird. Als es um die Vorschläge des Fomo ging, wurde mal von „stumpfsinnigem Beplanken“ gesprochen.
      Ich dachte bis vor Corona auch, einen Holzrumpf aufzubauen, sei mir zu aufwendig und dauert ewig. Jetzt denke ich anders und würde am liebsten gleich wieder mit einem neuen Boot loslegen...

      Und die unschönen Boote:
      Die entsprechen zwar nicht unserer Vorstellung eines eleganten Boots, aber faszinierend finde ich diese Hydrofoils schon.
    • Schönheit entsteht im Auge des Betrachters, sagt man ja.
      Diese Foiler haben schon eine faszinierende Technik, da gibt das nichts, da können die Klassiker kaum mithalten. Sie sind aber nur reine Rennmaschinen und, wie im Fall Vendee Globe, nur für einen Kurs optimiert, und da sollen sie schnell sein. Sie sind eigentlich zu nichts anderem zu gebrauchen, als ein Rigg, oder einen Menschen oder was auch immer mit einem haufen Technik einmal um die Welt zu jagen. Form follows Function, sagt man ja. Und so entstehen dann halt die rasenden Keile, breit, flach und leicht, einzig optimiert um ostwärts einmal um den Globus jagen zu können. Und das ist dann raumschots. Am Wind? Quälerei.
      Alles weit entfernt von den ausgeglichen konstruierten Klassikern, die auf allen Kursen den besten Kompromiss darstellten. Die "Dorade", als Beispiel, von Olin Stephens konstruiert, war eine seinerzeit höchst erfolgreiche Rennyacht. Einige Kilo zuviel, als vom Konstrukteur vorgesehen, mit gediegener einrichtung, aber erfolgreich und sehr schnell. Sieht man sich den Riss einmal genauer an, ist er höchst durchschnittlich, nichts, wo man hätte sagen können, der Dampfer wäre jetzt sauschnell, es waren einfach elegante Linien. Was das Schiff schnell machte, waren eben die guten eigenschaften auf allen Kursen. Wenn man dann über den Atlantik geht, macht das dann eben den Erfolg aus.
      So sind dann auch die entwürfe, die ich zeichne, eben auch sehr ausgeglichen, die laufen einfach. Und das nicht langsam. Da ist kein Schiff zickig, sondern macht dem Eigner Freude durch ein sehr gutes Segelverhalten.
      Das ist es eben, was einen schönen Klassiker ausmacht: Linien fürs auge, und Linien zum Segeln.
    • AxelF schrieb:

      Schönheit entsteht im Auge des Betrachters, sagt man ja.
      Diese Foiler haben schon eine faszinierende Technik, da gibt das nichts, da können die Klassiker kaum mithalten. Sie sind aber nur reine Rennmaschinen und, wie im Fall Vendee Globe, nur für einen Kurs optimiert, und da sollen sie schnell sein. Sie sind eigentlich zu nichts anderem zu gebrauchen, als ein Rigg, oder einen Menschen oder was auch immer mit einem haufen Technik einmal um die Welt zu jagen. Form follows Function, sagt man ja. Und so entstehen dann halt die rasenden Keile, breit, flach und leicht, einzig optimiert um ostwärts einmal um den Globus jagen zu können. Und das ist dann raumschots. Am Wind? Quälerei.
      Alles weit entfernt von den ausgeglichen konstruierten Klassikern, die auf allen Kursen den besten Kompromiss darstellten. Die "Dorade", als Beispiel, von Olin Stephens konstruiert, war eine seinerzeit höchst erfolgreiche Rennyacht. Einige Kilo zuviel, als vom Konstrukteur vorgesehen, mit gediegener einrichtung, aber erfolgreich und sehr schnell. Sieht man sich den Riss einmal genauer an, ist er höchst durchschnittlich, nichts, wo man hätte sagen können, der Dampfer wäre jetzt sauschnell, es waren einfach elegante Linien. Was das Schiff schnell machte, waren eben die guten eigenschaften auf allen Kursen. Wenn man dann über den Atlantik geht, macht das dann eben den Erfolg aus.
      So sind dann auch die entwürfe, die ich zeichne, eben auch sehr ausgeglichen, die laufen einfach. Und das nicht langsam. Da ist kein Schiff zickig, sondern macht dem Eigner Freude durch ein sehr gutes Segelverhalten.
      Das ist es eben, was einen schönen Klassiker ausmacht: Linien fürs auge, und Linien zum Segeln.
      Naja, das könnte man ja auch über deine Konstruktionen behaupten. "Linien zum Segeln".
      "Form follows Function" hieße, keine Taljen, keine geknoteten Wanten, keine Besatzung, keine Details, an denen sich die Segel/Leinen verwickeln könnten.
      Fürs Auge finde ich aber Arbeitssegler tausendmal schöner. Zugegeben, sie sind halt nichts zum richtig Segeln.
    • Die Foiler sind schon geil. Ich habe mir gestern das 4. Rennen des Prada Cups zwischen Italien und USA angeschaut. Mit der Onboardcamera bekommt man einen super Eindruck der Geschwindigkeit, die diese Boote erreichen.

      Aber ist das noch Segeln und wieviel trägt eine Crew bei einem Wettkampf dazu bei. Die Amerikaner haben das Rennen klar verloren, nicht weil sie schlechter gesegelt wären, sondern weil die Technik sie im Stich gelassen hat.

      Führer, zu Alinghis Zeiten, war das noch anders. Da musste man noch Segel setzen und einholen. Es gab auch heisse Kämpfe um den Vortritt. Heute hüpft der Chef von einer Seite auf die andere, ein paar Leute sind am Kurbeln und einer (oder auch zwei) steuern, das Segel steht optisch immer am gleichen Ort und bildet eine Wand auf dem Boot.

      Mir jedenfalls gefallen die alten Boote definitiv besser. Auch die hochgezüchteten Rennziegen wie eine Alinghi oder die ETNZ.

      Viele Grüsse aus der Schweiz

      Nico
    • Hallo ihr Segelbegeisterten!

      Ich lese hier seit geraumer Zeit mit und möchte auch ein paar Gedanken beitrage.

      Zum einen finde ich es super, dass Iring sein Jugendprojekt aufarbeitet. Die Wualität ist super und das Modell sehr schön.
      Ich habe zur Zeit auch zwei Renovierungen in meiner Werft. Eine Graupner Gracia und einen Optimist.

      Zum Thema klassisches Design oder moderne Renner finde ich, dass für mich beides seine Berechtigung hat. Zum einen bin ich begeistert von den Formen der Holzschiffe, welche Axel zeichnet und zum anderen von der Technik der modernen, schnellen Boote.

      Zum Thema FOMO: Wäre es nicht ein Überlegung wert, wenn sich ein paar begeisterte ModellSegler finden, welche einen Entwurf von Axel ( Zustimmung vorausgesetzt) als FOMO Segler bauen? Ich habe immer für den Segler gestimmt nur waren es immer zu wenig Stimmen. Ich meine zu meiner Eintrittszeit ins Forum (ca. 2013) gab es sowas schon mal.

      Nun den, schönen Sonntag Euch allen.

      Mit freundlichen Grüßen

      Sven