Schaufelradschlepper GLASGOW (ungefähr)

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    • Schaufelradschlepper GLASGOW (ungefähr)

      Hallo,
      ich bin ja gerade dabei meine vielen, vorübergehend aufgelegten, Baustellen so nach und nach fertigzustellen. Nachdem die Neuauflage der EPSHOLM nun fertig ist, habe ich die GLASGOW wieder hervorgeholt.
      Kurz zur Geschichte des Baues. Anno 2014 wurde im Rahmen des "Enkelbespaßungsprogrammes" eine Wilesco-Dampfmaschine angeschafft. Natürlich als Bausatz. Wobei - viel zu bauen war da nicht. Einige Teile zusammenstecken und Blechlaschen umbiegen. Ein paar Verschraubungen anziehen. Fertig war die Maschine. Dem Enkel gefiel's. Aber nur die Dampfmaschine war je auch nichts. Etwas Zubehör sollte her, welches von der Maschine angetrieben werden konnte. Ich hatte auch nichts dagegen, selber was zu bauen. Aber etwas Material brauchte ich schon dafür. Also im WWW geschaut, ob es in der Gegend einen Anbieter dafür gibt. Bin auch tatsächlich fündig geworden. In der Nachbarstadt. Also dem Laden mal einen Besuch abgestattet. Dampmaschinen/Zubehör war nur ein kleiner Teil des Angebotes. Und was ich suchte, gab es eigentlich nicht. Aber mir wurde eine D 48 von Wilesco angeboten. Für 205 Eurotaler. Für die ich aber zunächst absolut keinen Verwendung hatte. Also wurde im WWW nach den Teilen gesucht, die es im lokalen Handel nicht gab. Dabei entdeckte ich dann zufällig, zu welchen Preisen die D48 gehandelt wurde und das die 205 Euro eigentlich ein Schnäppchen waren. Noch einmal telefonisch vergewissert, dass ich mich beim Preis nicht verhört hatte. Und hingefahren um das Maschinchen zu kaufen. Meine bessere Hälfte hatte inzwischen nämlich die Idee, dass man doch ein Modell drumrum bauen könnte. Und ich hatte eine Baustelle mehr.
      Nachdem das Teil auf dem Tisch stand, musste ich mir Gedanken machen, was daraus entstehen könnte. Dabei stieß ich darauf, dass diese Maschine, leicht modifiziert, bei Graupner in der GLASGOW Verwendung fand. Den Baukasten gab es aber nirgends mehr (Graupner ja auch nicht). Aber es konnten damals noch etliche Tiefziehrümpfe der Graupner-Modelle im Netz erworben werden. So auch der Rumpf der GLASGOW. Inklusive der anderen Tiefziehteile (Radkästen etc.). Also bestellte ich mir erst einmal einen Rumpf. Und diverse Frästeile für die Schaufelräder. Ob es ein Anbieter war oder mehrere Quellen weiß ich heute nicht mehr so genau. Von einem Modellbaukollegen bekam ich dann sogar noch den Plan. Das machte die Sache leichter. Ich brauchte nicht so viel selber konstruieren. Was besonders beim Rahmen für die Maschine von Vorteil war.
    • Glasgow (ungefähr) - diese Überschrift habe ich gewählt, weil ich ja nur über ein paar Teile verfügte. Nicht über den kompletten Bausatz. Es soll also etwas in Anlehnung an die GLASGOW werden. Genau nach Plan will ich nicht unbedingt bauen. Kann es auch gar nicht mehr. Bevor ich den Original-Bauplan bekam, hatte ich bereits die Überstände vom Rumpf abgeschnitten. Zuviel abgeschnitten, wie ich später aus dem Plan entnehmen konnte. Da wird das Schanzkleid halt etwas niedriger ausfallen müssen.
      Neben der Dampfmaschine, den Tiefziehteilen, dem Plan der Strongbow und ein paar Frästeilen hatte ich erst einmal nichts weiter.
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      Dann bekam ich den Originalplan. Und beschloß danach zu bauen wo es angebracht war. Da mußte ich mir nicht so viel selber ausdenken.
      Nach dem Bauplan wurde das Gerüst für den Antrieb gebaut. Und in den Rumpf eingepasst.
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      Der Einbau der Dampfmaschine erfolgte erst einmal ausserhalb des Rumpfes. Die Blechzahnräder waren nach Demontage der Maschine durch eine Riemenscheibe ersetzt worden. Diversen Berichten hatte ich entnommen, dass die Graupner-Plastikzahnräder für diese Anlage nicht wärmeresistent waren. Deswegen habe ich gleich auf den Riementrieb orientiert und gar nicht erst versucht, die Zahnräder aufzutreiben. Ich hatte mehrere Zahnriemen unterschiedlicher Länge bestellt. Entsprechend der Situation konnte jetzt der passende Riemen ausgewählt werden. Ein Kondensatbehälter wurde aus Messing hergestellt. Auch das war eine Erkenntnis aus den verschiedenen Berichten im Netz. Der graupnersche Plastiknapf war wohl nicht das Gelbe vom Ei.
      Die Berichte in einschlägigen Foren bestätigten, was ich schon aus eigener Erfahrung wusste. Die Wilesco-Maschinen "sauen" ganz schön rum. Deswegen wurde aus Blech eine wasserdichte Wanne zusammengelötet in der die ganze Anlage steht. Hinter den Schieberkästen wurden zwei halbrunde "Schutzschilde" angebracht. Sie sollen verhindern, das sich der Leckdampf ungehindert ausbreitet. Auch die Halterung für das Servo zur Dampfregulierung und Umsteuerung wurde angefertigt und das Servo montiert. Zusätzlich wurde noch eine Trennwand aus Blech zwischen Kessel und Maschinerie vorgesehen. Ich verspreche mir davon eine Minderung der direkten Hitzestrahlung auf den Riementrieb. Die Riemenscheiben waren übrigens dreifache Scheiben. Auf der Drehbank wurden die überschüssigen Riemennuten entfernt.
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    • Der Vorteil bei den wieder hervorgeholten Baustellen ist, man kann zunächst zügig berichten. In diesem Sinne - der nächste Abschnitt.
      Das Maschinengerüst wurde im Rumpf mit Kleber fixiert nachdem die Maschine abgebaut war. Ebenso die kleine Plattform für Empfänger und Akku. Das Ruderservo wurde eingebaut. Und ebenso der Ruderkoker. Das Ruder wurde aus ABS-Platten und einer Messingachse gefertigt. Die Tiefziehteile dafür waren mit zu klobig. Das Ruder bestegt aus drei übereinander geleimte Platten. Die mittlere Platte hat Aussparungen für Zapfen der Ruderachse (dort angelötet). Hoffe, das ganze ist stabil genug. Dann konnte das Deck eingebaut werden.
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      Nebenbei entstand auch schon mal das Deckshaus. Hier hielt ich mich an den Bauplan, damit auch die Blechverkleidung innen gut passt. Musste da nichts Eigenes erfinden.
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      Auch die Schaufelräder hatte ich zusammengebaut. Aus den Frästeilen. Schön waren sie nicht. Aber besser als nichts. Bei Elde-Modellbau hatte ich mal vorsichtig reingeschaut wegen Schaufelrädern. Da bekam ich "Schnappatmung" ob des Preises. Glücklicherweise entdeckte ich dann bei ebay Kleinanzeigen einen Schaufelräder-Bausatz für die GLASGOW und konnte ihn auch erwerben. Die sehen doch wesentlich besser aus als die Holzteile. Von der Funktionalität ganz abgesehen.
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      Nach Bauplan fertigte ich dann die seitlichen Plattformen um die Schaufelräder herum an und befestigte sie am Rumpf. Darauf kamen dann die Radkästen unter Verwendung der entsprechenden Tiefziehteile. Verfeinert mit Frästeilen. Am Bug waren die Kokerrohre für die Ankerketten einzubauen und bündig zu schleifen. Ebenso war am Achtersteven noch eine Ecke anzusetzen. Die hatte sich im Tiefziehverfahren nicht mit realisieren lassen. An Bug und Heck war dann etwas Spachtel - und Schleifarbeit angesagt. Aber längst nicht so viel wie bei einem selbst gebauten Holzrumpf. Der Bauplan sah vor, am oberen Rand des Schanzkleides einen abgewinkelten Streifen stehen zu lassen. Dort soll nach Plan der Handlauf aufgeklebt werden. Leider hatte ich schon unterhalb des Winkels abgeschnitten, da mir der Bauplan zu spät vorlag. Ich erwähnte das schon. Ich wollte hier, wie bei ähnlich aufgebauten Rümpfen zuvor auch, eine Leiste an den Rand kleben.
      Das Problem war nun das etwas niedrigere Schanzkleid. Um den Effekt nicht noch zu verstärken entschloß ich mich, die Decksplanken nicht aufzukleben sondern nur aufzuzeichnen. Das Gleiche tat ich dann auch bei den Decks der Radkästen und des Deckshauses.
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      Nebenbei war auch noch der Steuerstand im Rohbau entstanden. Habe davon leider kein extra Foto gefunden. Auf dem letzten Foto sieht man ihn aber vorn auf dem Deck liegen.
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      Wie auf dem Foto zu sehen, landete das gute Stück dann erst einmal im Regal. Andere interessantere und wichtigere Sachen kamen dazwischen. Zu den interessanten Sachen noch ein paar Worte. Mich hatte das "Dampfmaschinenvirus" gepackt. Und es entstanden vier Maschinen im Eigenbau. Eine weitere Maschine, in der Bucht "geschossen", wurde restauriert. Es war eine interessante Erfahrung und hat Spass gemacht. Ich war es gar nicht mehr gewöhnt, so passgenaue Teile, natürlich mit Hilfe von Drehbank und Fräse, herzustellen. Schon gar nicht in der Menge.
    • Moin Walter,
      das ist ein super Tip. Werde das sofort in Angriff nehmen. Es leuchtet mir total ein, dass das Spritzwasser da an Deck läuft. Schließlich stehen die Radkasteninnenseiten innerhalb des Schanzkleides. Eigentlich hätte man von allein drauf kommen können. Laut Bauplan soll man nämlich die ganzen Bullaugen nicht verglasen. Wegen der Luftzirkulation. Die Bullaugen in den Radkästen wollte ich aber verglasen (weil da ja keine Luft zirkulieren muss). Weil ich Angst hatte, dort könne Wasser durchgeschleudert werden. Da hätte ich dann auch gleich etwas weiter denken können. Wenngleich bei mir an besagter Stelle kein Wasser in den Rumpf laufen wird. Die Rohre für die Welle sind eingeharzt. Da ist alles dicht. Aber man muß ja nicht unbedingt Wasser an Deck haben, wenn man das irgendwie verhindern kann.

      Gruß
      Dieter
    • Moin,
      nachdem die angefangene GLASGOW ein paar Jahre im Regal gestanden hat, wurde sie dann wieder hervorgeholt. Zunächst machte ich eine "Bestandsaufnahme". Dabei gab es ein paar kleine Überraschungen. Die Schale des Rettungsbootes war schon mit Bodenbrettern und Sitzbank bestückt. Die beiden Windhutzen waren aus den entsprechenden Tiefziehteilen zusammengeklebt und mit Spritzspachtel behandelt. Und es fand sich ein Schornstein, aus Edelstahlrohr gedreht. Konnte mich gar nicht mehr erinnern diese Arbeiten ausgeführt zu haben. Ausserdem stellte ich fest, dass ich irgendwann auch Beschlagteile bestellt haben mußte. Jedenfalls fand ich Ankerdavits, Bootsdavits, Anker, Relingstützen, Poller usw. in der Box. Es konnte also weitergehen. Zunächst einmal baute ich die Dampfanlage in den Rumpf ein. Das steigerte das Erinnerungsvermögen gewaltig. So langsam wurde mir wieder klar, was ich vorgehabt hatte. Als erstes mußte ich feststellen, dass der Zahnriemen geschrumpft war. Der Riementrieb ließ sich beim besten Willen nicht mehr montieren. Nachdem alles wieder aus dem Rumpf ausgebaut war, befeuchtete ich den Riemen mit etwas Wasser und Öl. Und spannte ihn mit Hilfe eines Gummis. In der Hoffnung, er wird wieder länger. Wenn nicht, muß ich ihn auswechseln. Das ist allerdings ein umfangreicherer Job. Die Riemenscheibe der Dampmaschine sitzt neben der Schwungscheibe zwischen den Lagerböcken. Ich muß also alle Stangen und auf einer Seite die Kurbeln ausbauen um die Welle soweit ziehen zu können, dass ich den Riemen tauschen kann. Ich hoffe, soweit kommt es nicht.

      In diesem Zustand kam das gute Stück aus dem Regal wieder auf den Tisch zurück.
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      Die eingebauten Teile der Antriebsanlage. Den Zahnriemen bekam ich nicht mehr auf die Riemenscheibe. Genauer gesagt, ich bekam die Welle nicht mehr durch die Riemenscheibe wenn der Riemen aufgelegt war. Es fehlten ein paar Millimeter.
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      Dann nahm ich mir die verbliebenen Tiefziehteile vor. Da sind einmal die Niedergangshauben vorn und achtern. Sie wurden bearbeitet und eine Stellprobe gemacht. Später bekommen sie noch Bullaugen.
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      Die Teile für das Schleppgeschirr goß ich mit Epoxy aus um sie später auf der Fräse zu bearbeiten.
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    • Moin,
      da ich es ohne Bauplan nicht besser wußte, hatte ich ja den Teil vom Rumpf mit abgetrennt, auf den die Handläufe geklebt werden sollten. Also wurden, wie sonst auch, an der Oberkante des Schanzkleides Leisten als Auflage angeklebt. Darauf kamen dann die Handkäufe. Die Plattformen auf den Radkästen bekamen ihre Reling. Und die Teile der Schleppeinrichtung bekamen eine Lackierung und wurden an ihrem Platz angeschraubt.
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      Ich hatte ja schon erwähnt, dass das Schanzkleid jetzt leider ein paar Millimeter zu niedrig war (jedenfalls nach dem Glasgow-Plan, den ich inzwischen hatte). Um den Effekt nicht noch zu verstärken, verzichtete ich darauf, wie ursprünglich angedacht, das Deck mit Planken zu belegen. Die Planken wurden nur aufgezeichnet. Der Einheitlichkeit wegen natürlich auch auf den anderen Decks. Die Decks wurden mit Lasur behandelt um sie dunkler zu tönen.
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      Dann bekam ich unverhofft "Damenbesuch". Da hätte ich ja prinzipiell nichts dagegen. Aber Miss Geschick hätte besser draussen bleiben sollen. Was war passiert? Ich wollte den unteren Ring im richtigen Winkel am Schornstein mit Sekundenkleber fixieren. Um ihn dann später endgültig zu verkleben. Zu diesem Zweck hatte ich das gute Stück provisorisch an seinen Platz gestellt. Dummerweise hatte sich etwas Kleber den falschen Weg gesucht. Ich bekam den Schornstein nicht mehr im Guten vom Deckshaus runter. Um Schäden zu vermeiden mußte er bleiben wo er war. Auch wenn das bei den weiteren Arbeiten am Schornstein und Deckshaus etwas hinderlich war. Auf dem Deckshaus wurde die Reling angebracht. Auch Mast und Trossenbügel sowie andere Teile waren entstanden. Es fand zur Kontrolle eine kleine Stellprobe statt. Man freut sich ja auch immer wenn man zwischendurch mal den Fortschritt sieht.
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      Vorn am Deckshaus fehlt noch der Niedergang. In bewährter Weise machte ich mir mit einem 1mm Fräser in entsprechendem Abstand Nuten in eine Platte dünnes Sperrholz. Aus dieser Platte wurden dann in entsprechendem Winkel die Wangen für den Niedergang ausgeschnitten. Aus 1mm Holzstreifen wurden die Stufen in die Wangen geleimt. Fertig war der Niedergang. Wie im Plan vorgegeben kam zwischen Niedergang und Deckshaus unten ein Streifen Sperrholz. Sicherlich nicht sehr originalgetreu. Aber irgendwie muß man das Teil ja stabilisieren. Sonst wäre der Niedergang bald abgebrochen. Ich bilde mir eben ein, dass unter dem Niedergang ein Schmutzfänger angebracht war um das Deck dort sauber zu halten.
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      Das Achterdeck wurde noch etwas komplettiert. Aber die Teile wurden nur angepasst und noch nicht endgültig befestigt.
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      Da ich den Schornstein nicht mehr lösen konnte, mußten alle weiteren Arbeiten daran vor Ort passieren. Als da wären Dampfpfeife und Abdampfrohr anbringen. Und die Ösen für die Abspannung. Für die wurden Löcher gebohrt, die Ösen durchgesteckt, abgewinkelt und im Schornstein verklebt.
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    • Damit Walter nicht so lange warten muss, mach ich gleich mal weiter. Noch hinke ich ja mit der Berichterstattung dem Geschehen ein paar Tage hinterher. Da kann man in kürzeren Abständen schreiben.
      Die Bootsdavits und die Ankerkräne habe ich dazugekauft. Sie mussten nur zusammengebaut werden. Die Bootsdavits wurden mit Querstange und Puffer lt. Plan versehen. Zu jedem Davit gehörte eine aus Blech gestanzte Klampe dazu. Nach dem Plan brauchte ich die beim Boot nicht. Das kam dem Umstand zu gute, dass an den Ankerkränen jeweils zwei angebracht werden sollten. Und das in knappem Abstand. Problematisch beim Löten. Aber mit einem nassen Stück Küchenrolle auf der ersten Lötstelle bekam ich auch die zweite Lötstelle hin. Ohne das die erste Klampe wieder abfiel.
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      Dann wurde der Schornstein lackiert. Da ich den unbeabsichtigt schon festgeklebt hatte, war umfangreiche Abklebearbeit angesagt. Insbesondere rund um den Schornstein war das ganz schön fummelig. Da ich von der EPSHOLM noch Abreibebuchstaben übrig hatte, die ich hier verwenden wollte, mußte ich mir überlegen, was ich da an die Esse "pappe". Ich hatte ja nicht mehr das komplette Alphabet zur Verfügung. Ich entschied mich für PTC. Das steht für die gerade von mir erdachte "Paddlewheel Tug Company".
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      Dann stand ich vor einem echten Problem. Die Ankerwinde. Der Graupner - Bauplan zeigt da nur eine Ansicht. Das reicht gerade um festzulegen, wo sie hin soll. Und den Bausatz der Winde hatte ich nicht. Auch ebay war diesmal keine Hilfe. Da fiel mir ein, dass ich ganz zu Anfang (2014) den Plan der Strongbow aus dem Netz gefischt und ausgedruckt hatte. Den musste ich noch irgendwo haben. Ich gehöre zu den Leuten, die nichts wegwerfen können. Man könnte es ja irgendwann noch mal brauchen. In diesem Fall also mal eine gute Entscheidung. Nach einer Weile suchen fand ich auch alles. Und siehe da - dort gab es sehr detaillierte Zeichnungen der Winde. Die nahm ich als Grundlage und fertigte zunächst ein paar Teile aus MS-Blech und Draht an und verlötete sie. Ein paar passende Zahnräder fand ich auch. Dann kam das Problem Kettennüsse und Bremstrommeln. Die sollten auf der Drehbank entstehen. Ich fand aber kein geeignetes Material im Fundus. Und der Baumarkt hat zu. Kurz entschlossen goß ich ein passendes Stück Rohr mit Epoxy aus. Nach dem Aushärten hatte ich ein Stück Rundmaterial mit 20mm Durchmesser. Daraus fertigte ich zwei identische Drehteile und klebte die beiderseits an das große Zahnrad. Aus rotem Plastik entstanden die Spillköpfe. Aus Messingdraht und schmalen Rohrstückchen entstanden die Bremsen. Aus Alu wurden die Dampfzylinder nachgebildet. Und aus dickem MS-Draht und Frästeilen wurden die Schieberkästen und die Dampfleitung gebastelt. Aus einem Stück Buchenholz entstand der Ventilkörper. Ein kleines Plastik-Handrad fand ich noch in der Kramkiste. Mit der Stellprobe an Bord war ich recht zufrieden.
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      Wie auf den Bildern zu sehen, setzte ich die untere Schanzkleidhälfte farbig ab. Das sah Graupner so vor. Und ich mußte das machen, bevor ich mich daran machte die Schanzkleidstützen anzubringen.
    • Chief EB schrieb:

      Die Planken wurden nur aufgezeichnet. Der Einheitlichkeit wegen natürlich auch auf den anderen Decks. Die Decks wurden mit Lasur behandelt um sie dunkler zu tönen.
      Hallo Dieter!
      Wie bist du dabei vorgegangen, hast du die Planken mit einem Bleistift aufgezeichnet und dann lasiert?
      Übrigens die Winde und das Deck sind dir sehr gut gelungen :2:
      Gruß: ein neugieriger Walter
    • Danke für das Lob, Walter
      Ja, diesmal habe ich mit einem Bleistift gezeichnet und anschließend mit Lasur gestrichen. Die war von umfangreichen Renovierungsarbeiten noch übrig. Und ich hatte festgestellt, dass es ganz gut aussieht, wenn man sie auf rohes Holz streicht.
      An anderer Stelle habe ich auch mal das Deck mit Klarlack behandelt und dann mit einem Fineliner gezeichnet. Dort war beim Original das Deck grau gestrichen. Und nur an ein paar Stellen sah man noch die Planken. Da lohnte es sich nicht, ein Deck aus Leisten zu verlegen.
      Hier bin ich folgendermassen vorgegangen. Eine Linie in der Mitte angezeichnet. Dann habe ich mir immer eine Leiste in passender Breite an die Linie gelegt und an ein paar Stellen die Breite markiert. Und dann längs einem Lineal nachgezogen. Gleich die Leiste als Lineal zu missbrauchen wollte ich nicht wegen der mangelnden Längsstabilität der Leiste. Bei der Winde hätte es natürlich toll ausgesehen, wenn das Zahnrad Speichen gehabt hätte. So war es auf der Zeichnung. Das war mir aber zu kompliziert, da es sich schlecht einspannen ließ zum Bearbeiten. Und ich hatte nur das eine Zahnrad. Einen Fehlversuch hätte es nicht geben dürfen. Da hab ich es halt gelassen.

      Gruß
      Dieter
    • Nun weiter mit dem Bau.
      Das Rettungsboot wurde an den lackierten Davits mit Flaschenzügen befestigt. An den unteren Blöcken habe ich, anders als im Plan dargestellt, Haken angebracht. Irgenwie muß man das Boot ja lösen können, wenn es zu Wasser gelassen ist.
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      Die Ankerwinde bekam etwas Farbe. Da ich sie nicht funktionstüchtig mache, klebte ich an die Unterseite ein paar kurze ABS-Rohre. In denen verschwinden dann die Ketten.
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      Die Lüfter wurden lackiert. Unten bekamen sie mit etwas Überstand kurze Rundhölzer eingeleimt. Die kommen dann in entsprechende Löcher. Ich wollte sie nicht nur stumpf aufkleben.
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      Auf dem Vordeck machte ich mal eine Stellprobe der Ankereinrichtung. Die im Plan vorgesehenen Anker gefallen mir nicht. Passen irgendwie nicht zu einem Schiff dieser Art/Epoche. Da werde ich wohl Stockanker nehmen oder was selber bauen. Die Poller sind Kaufteile und mit zwei Zapfen im Deck verleimt. Etwas kleiner, aber von gleicher Bauart, sind die Poller an den Radkästen.
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      Auch auf dem achteren Deck fanden zwei Poller ihren Platz. Zu sehen auch die Schanzkleidstützen. Etwas langweilig ist es schon, so viele Teile herzustellen. Gern mache ich so etwas nicht. Aber wat mutt dat mutt. Die Stützen im Vorschiff mussten alle einzeln angepasst werden, da dort das Schanzkleid nicht senkrecht steht.
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      Leider waren die Ankerketten in meinem Fundus etwas zu kurz. Also mußten neue Ketten her. Dummerweise fand ich die entsprechende Größe nicht mehr. Und auch sonst sah das Angebot etwas trübe aus. Wenn man schon mal was Bestimmtes sucht! Ich wollte 4mm Ketten verwenden. Gab es nirgends. Mußte so auf geringfügig größere Ketten zurückgreifen. Die wollten aber nicht durch die Kettenklüsen. Mit einer Reibahle habe ich die Rohre dann etwas aufgerieben. Beim ersten Rohr hat's gut geklappt. Das zweite Rohr habe ich rausgedreht. Also einmal neu. Dann passten aber die Ketten. Für die Rohre unter der Winde habe ich sie einfach etwas plattgedrückt zum Einkleben. Zusammen mit der Kette kam auch ein neues Steuerrad. Das aus dem Fundus erwies sich als zu groß. Es sah einfach nicht gut aus. Der Steuerstand steht nur erst lose auf dem Deck. Nicht ganz am richtigen Platz. Falls es jemandem auffällt muß er mich nicht extra darauf hinweisen. :iro2:
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      Dann habe ich noch die Verstagung des Schornsteins angebracht. Wie schon seit längerer Zeit für derartige Zwecke, habe ich wieder dunklen Fliesenlegergummi verwendet. Der ist immer straff, verbiegt nicht wie Draht, und wird nicht labberig wie Schnur bei Temperatur und Feuchtigkeitsschwankungen. Und macht nicht gleich Schaden wenn man mal versehentlich drankommt.
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      Dann brauchte ich noch einen Kondensataustritt nach aussenbords. Was ich da so in der Kiste hatte, erschien mir etwas dürftig vom Durchmesser her. 3mm Rohr. Innendurchmesser noch weniger. Ich fertigte mir dann etwas auf der Drehbank an. Mit 4 mm Durchmesser innen und passend zum Schlauch. Aussen mit Bund. Innen mit O-Ring, Unterlegscheibe und Mutter. Eingebaut sieht das so aus.
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      Demnächst geht's weiter.
    • Ein Maschinentelegraf für den Fahrstand musste her. Als Grundlage für die Drehteile dienten wieder die Zeichnungen der Strongbow. Die "Zifferblätter" wurden ausgedruckt und aufgeklebt. Dann bekam der Telegraf seinen Platz neben dem Steuerrad.
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      Lampenbords und Lampengehäuse für die Seitenlaternen hatte ich in der Box. Entweder mal für den Zweck aus der Grabbelbox zusammengesucht oder bestellt. Weiß ich nicht mehr. Borde und Lampengehäuse wurden lackiert. In die Lampengehäuse wurde jeweils ein Drehteil aus Acrylglas eingefügt. Innen hiohl gebohrt. Falls ich doch noch eine Beleuchtung einbauen sollte. Und vor dem Einsetzen in die Gehäuse mit Lampenlack rot und grün eingefärbt.
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      Da es auch im Deckshaus "feuchtwarm" zugehen wird, will ich es gründlich von innen mit Farbe konservieren. Zu dem Zweck nahm ich die Blechauskleidung noch einmal heraus. Die Abwicklung für das Teil war ja zum Glück im Bauplan enthalten gewesen.
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      Dann war mir aufgefallen das es, zumindest mit meinen "Pfoten", ziemlich unmöglich ist, die Schrauben für die Ölbohrungen der Dampfzylinder zu erreichen wenn die Maschine eingebaut ist. Deshalb wurden etwas verlängerte Schrauben gedreht und eingebaut. Noch einmal eine Ansicht des Riementriebes.
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      Dem Hinweis, dass die Schaufelräder Wasser an Deck schaufeln folgend, habe ich dann "Schutzwände" angebracht. Sie wurden der Form der Radkästen angepasst und von aussen an das Schanzkleid innerhalb der Radkästen geklebt. Sie verschliessen auch gleich die Bullaugen in den Radkästen mit. Den entsprechenden Bereich der Wände werde ich noch dunkel tönen, damit die Bullaugen nicht weiß erscheinen.
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