Wassereinbruch nach Badewannentest

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    • Wassereinbruch nach Badewannentest

      Tja. Nun isses passiert.

      Mir war ja von vornherein klar, daß das Modell nicht sonderlich liebevoll gebaut war, als ich es übernommen hatte. Es sollte sowieso einen neuen Anstrich bekommen, aber nun ist es unausweichlich.

      Bei nem 2 Minuten Test kam fröhlich das Wasser herein gesprudelt.

      Am Bug hat es eine Beschädigung. Das muß ja gespachtelt werden mit Holzspachtel?
      Aber die Farbe scheint einfach so direkt auf den Rumpf gestrichen. Man sieht die Planken deutlich durch und da dringt auch das Wasser ein.

      Nun stellt sich mir die Frage wie ich am Besten da ran gehe.

      Farbe anschleifen, spachteln, schleifen, grundieren, schleifen und mit Acryllack Vallejo (Airbrush) drüber?
      Braucht es dann noch ne extra Schutzschicht?

      Oder ein komplett anderer Weg?

      Bin gerade in Kauflaune und muß mich eh ganz frisch einrichten.
      Da würd ich gern gleich richtig einkaufen.

      Gruß
      Max
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      Graupner Moonraker - Bankert - Samson - Pollux
    • Hallo Max,

      ich würde wohl erst mal die Farbe runter schleifen. Dann schauen wie der Rumpf aussieht ( den Bildern nach, nicht so wirklich glatt). Wenn du mehr so Stellen siehst, die auf Undichtigkeit früher oder später hindeuten, dann eine oder zwei Lagen 80gr laminieren, spachteln und frisch lackieren. Ich denke dann hast du erst mal Ruhe mit Wasser im Boot. Nicht ganz unaufwändig, aber ich glaube nur mit Spachtel, Farbe und Pflaster wirst du auf die Dauer nicht glücklich. Wenn das Wasser durch die Planken kommt, wäre es am besten den Rumpf komplett zu versiegeln. Aber ich habe da auch keine Erfahrungswerte. Erscheint mir nur logisch :)
      Gruß Thomas
    • Das verstehe ich auch nicht, vor allem, da das Epoxy wegen den Spanten ja nicht überall ran kommt.
      Dann kommt das Wasser ja über die Spanten rein, mal unabhängig davon, daß die Planken wegfaulen.

      Oder haben wir 2 da was falsch verstanden?
      Graupner Moonraker - Bankert - Samson - Pollux
    • AxelF schrieb:

      Was nützt es, einen rissigen Rumpf von INNEN auszupinseln, wenn dann ständig Wasser an das rohe Holz gelangt.
      Das muss von aussen dichtgemacht werden.
      Das Holz trocknet ja wieder, wenn das Modell aus dem Wasser ist.
      Habe auch so ein Modell, wo der Lack reisst. Ist allerdings im Original ein Holzboot.
      Das sieht interessant aus, vor allem wenn man von Zeit zu Zeit den Rumpf fein überschleift.
      Schau mal hier, da macht einer sowas ähnliches:
      Baubericht griech. Fischerboot Typ "Gaïta"
      In den Bug kommst du nicht mehr rein? Ansonsten hätte ich gesagt, du füllst die Risse von innnen mit Epoxi, welches du mit einem Fön schön heiss und dünnflüssig machst.
    • Wenn das Holz unterm Lack noch unbehandelt ist, würde sich eventuell auch "Bio"-Harz Leinölfirnis anbieten.
      Etwas verdünnt mit Terpentinersatz zu "Halböl" kriecht es recht gut durchs rohe Holz überall hin. Dann noch ein Durchgang unverdünnt und viel Zeit und Luft zum Vernetzen lassen.
      Auf dem ausgehärteten Grund haften auch wieder andere Farben.

      Ich habe kürzlich ein Modell gebaut und mit Leinölfirnis behandelt. Bis jetzt ist noch alles OK trotz etlicher Wochen Verweildauer im Heizkeller. Aber richtige Spalte gehen da eher nicht zu ...
      Leinölfirnis ist zugegebenermaßen nicht "Mainstream" im Modellbau
      Stefan

      Modelle fahrbereit: T22, S130 (robbe), Bugsier 1 (2x), Örjan (14cm Schlepper)
      Baustellen: Griech. Fischerboot, Weselmann-Kümo, Minensucher 1943
    • Stefan, die Leinölbehandlung dann von innen oder von außen?

      Ich könnte mir das von innen als zusätzliche Barriere vorstellen.

      Bisserl kritisch sehe ich, daß da nichts mehr drauf haftet, schließlich heißt es doch immer fettfrei, trocken, staubfrei?
      Graupner Moonraker - Bankert - Samson - Pollux
    • Ausgehärtetes Leinölfirnis ist nicht mehr "fettig". Es vernetzt mit dem Luftsauerstoff.
      Wir haben Figuren für draußen aus Sperrholz ausgesägt, zusammengeleimt und wie folgt behandelt:
      Leinölfirnis (getränkt), farbiger Anstrich mit wasserverdünnbaren Acrylfarben, Klarlack - die überwintern problemlos seit ein paar Jahren...
      Aber wenn du Bedenken hast, ich möchte niemand dazu überreden.
      Ich wollte nur Alternativen zu den üblichen Produkten der chem. Industrie erwähnen.
      Stefan

      Modelle fahrbereit: T22, S130 (robbe), Bugsier 1 (2x), Örjan (14cm Schlepper)
      Baustellen: Griech. Fischerboot, Weselmann-Kümo, Minensucher 1943
    • dachsurfer schrieb:

      Danke für die Idee. Ich lerne gerne dazu.
      Also dann von außen wenn es abgeschliffen ist?
      Frage ist, ob das Holz schon irgend eine Grundierung hat. Wenn da schon was drauf ist, halte ich Leinölfirnis eher ungeeignet, weil es nicht mehr einzieht.
      Da wäre dann vielleicht laminieren mit Epoxid besser. Leinölfirnis dringt ins Holz ein und bildet keine Beschichtung!

      Wenn das Holz unbehandelt wirkt und keine großen Risse erkennbar sind (also du nicht durchschauen kannst...) kannst du auch versuchen, von innen her mit Leinölfirnis zu tränken oder auch punktuell von außen auf die Ritzen im Lack.
      Der Firnis kriecht dann in kleine Ritzen - wo Wasser hinkommt schafft es auch der Leinölfirnis.
      Stefan

      Modelle fahrbereit: T22, S130 (robbe), Bugsier 1 (2x), Örjan (14cm Schlepper)
      Baustellen: Griech. Fischerboot, Weselmann-Kümo, Minensucher 1943
    • So einen Rumpfzustand kenne ich von meiner Admiral , die 50 Jahre auf einem Dachboden vor sich hin gammelte . Ich habe den Rumpf aussen glattgeschliffen , mit einer Lage 80er Köpermatte laminiert und mehrere Lagen Spritzspachtel aufgespritzt und das Ganze glattgeschliffen und lackiert . Innen habe ich den Rumpf 2 x mit Epoxy gestrichen welches ich auf 70 % mit Aceton verdünnt habe . Danach war alles im grünen Bereich
      Dateien
      Plankenanarchist
    • Zutaten :

      80g Köpergewebe / Glasfasermatte
      40 min Epoxy und Härter
      Aceton
      eine kleine Waage
      Rollen und Pinsel , alte aber saubere Marmeladengläser o . a. ( Wegwerfartikel )
      Schere / Skalpell
      frische Luft und Temperaturen ab 12 Grad aufwärts
      eventuell Latexhandschuhe
      und oftmals wichtig : ein paar zusätzliche Hände

      1. Rumpf glattschleifen und säubern
      2. Matte zurechtschneiden und auf den Rumpf legen
      3. Mittels Waage aus Aceton / Epoxy / Härter das gewünschte Gemisch herstellen
      4. Mit Pinsel / Rollen das Gemisch auf das Gewebe tupfen , es dürfen keine Nasen und Luftblasen entstehen , das Gewebe muss vollständig benetzt sein
      5 . Je nach Grösse / Beschaffenheit des Schiffes nach 30 Minuten nochmal Epoxy aufbringen
      6 . Mehrere Tage an einem gut belüfteten Ort trocknen lassen
      7 . Die Mattenreste am Rumpf abschneiden und Kante beischleifen

      Und mit verdünntem Epoxy kann man auch den Innenrumpf streichen

      Ist das getan , wird der Rumpf feingespachtelt und kann lackiert werden . Zusätzlich zum Konsenz " Wasserdicht " kommt auch noch der Bonus " Stabilität " hinzu

      Gruss
      Micha :wink:
      Plankenanarchist
    • Perfekt!
      Schöne, detaillierte Erklärung die definitiv hilft.
      Danke recht herzlich.
      Auch allen Anderen für das Lüften einiger Schleier.

      Freu mich drauf.
      Jetzt nur noch auf die Zutaten warten und dann wird der Kochlöffel geschwungen :D
      Graupner Moonraker - Bankert - Samson - Pollux