Eine Frage zu LiFePo4 Akkus

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    • Hallo Thomas,
      die Angabe der Zellkapazität ist im Grunde nur bei NiCd- und NiMH-Zellen wichtig, da bei denen die Abschaltung nicht immer zuverlässig funktioniert.
      Bei dem CCCV-Ladeverfahren, das alle LiIon-Typen (und auch Bleiakkus) verwenden, ist die Abschaltung zuverlässig.

      Einzige Ausnahme: defekte (in der Regel zuvor tiefentladene) Akkus können einen internen Zellenkurzschluss haben (Li-Plating oder Dendritenbildung). Dann liefert die Angabe der Zellkapazität einen weiteren Sicherheitsmechanismus (es wird nicht dauerhaft geladen).

      Insbesondere LiFePO4-Zellen in Serienschaltung sollten hin und wieder randvoll geladen werden, weil erst bei höherer Akkuspannung das Balancing sinnvoll erfolgt.

      Kurz: Ja, Du solltest 6200mAh einstellen.

      Beste Grüße,
      Thomas
    • Schiffersfritz schrieb:

      []Die Zellen vor dem Zusammensetzen des Packs unbedingt einzeln vollladen.
      []

      Ich empfehle das Gegenteil. Die Zellen sollte vor dem Zusammenbau eines Packs entladen werden. Grund: Wenn man sich vertut und es einen Kurzschluss gibt, ist dies bei leeren Zellen weniger gefährlich. Ebenso haben leere Zellen weniger Innendruck, was von Vorteil ist, falls man auf dem Zellbecher rumlötet.

      "Insbesondere LiFePO4-Zellen in Serienschaltung sollten hin und wieder randvoll geladen werden, weil erst bei höherer Akkuspannung das Balancing sinnvoll erfolgt."

      Das stimmt so nicht generell, sonder hängt von dem Ladegerät ab. Meine habe ich auf 3,5V / Zelle eingestellt als Ladeschlussspannung, uns selbstverständlich wird auch hier schon gebalanct.
    • Wenn man sich eine Lade- oder Entladekurve von LiFePO4-Zellen anschaut, sieht man, dass die ein sehr ausgeprägtes Plateau bei 3,2V haben. Das heißt, um 3,2V können die Zellen einen nahezu unbekannten Ladezustand zwischen 10-90% haben.
      Mit einem Ladegerät, das beim Laden die Differenzspannung (min/max) zwischen den Zellen anzeigt, kann man das schön beobachten: Bis etwa 3,6V liegen die Spannungen dicht beieinander, ein Balancer hat nicht viel zu tun. Darüber nimmt dann die Differenzspannung sehr schnell zu, bis der Balancer schließlich ausgeglichen hat.

      Bedeutet: Natürlich kann der Balancer schon bei niedriger Spannung dazugeschaltet werden - er hat nur unter 3,6V nichts zu tun. Das eigentliche Angleichen des Ladestandes erfolgt erst nahe der Ladeschlussspannung von 3,6-3,65V.

      Um die Akkus zu schonen kann man, wie Du es machst, bis zu einer kleineren Spannung laden. Hin und wieder (so hab ich es oben geschrieben) tut dem Zellenverbund aber aus den genannten Gründen eine Vollladung gut.

      Und zur Montage: Natürlich kann man auch leere Akkus konfektionieren, wenn man sie anschließend einzeln lädt.

      Beste Grüße,
      Thomas
    • Hallo,
      danke für eure Antworten. Ich montiere die Packs auf einem fast leeren Tisch. Zelle für Zelle. Die Gefahr eines Kurzschlusses liegt m.E. bei nahezu Null. Vorteil ist auch, das es Zellen mit Schraubanschluß sind. Die lassen sich natürlich viel leichter montieren. Bisher hat das auch ganz gut funktioniert. Noch 2 Stück und ich bin fertig. Bin am überlegen ob ich mir vielleicht aus 4 Zellen noch einen Zusatzakku 2x2s baue für Sonderfunktionen, QSR usw. Dann hätte ich das vom Fahrakku getrennt und 12Ah reichen dicke.
    • Hallo, ich möchte mal diese exemplarische Ladekurve in den Raum stellen:

      discourse.voss.earth/uploads/d…5b7bcb2599585ff3e55a9.png

      Da bei unseren Ladegeräten während der CV-Phase der Ladestrom kontinuierlich zurückgefahren wird, ist die 0,2C Kurve maßgeblich. Hier ist eindeutig zu erkennen, dass bei 3,5V schon eine hohe Steigung der Kurve erreicht wird, und eine Zelle somit schon fast 100% voll ist. Dementsprechend ist bei diesem Spannungsniveau ein Balancing absolut und ohne Abstriche möglich. Damit meine ich, dass beim Überschreiten dieser Spannung ein Entladestrom eingeschaltet wird, bis die Spannung wieder auf 3,5V abgefallen ist. Meine LiFePos (Beispiel 1, Beispiel 2) lade ich seit Anbeginn ausschließlich bis 3,5V / Zelle, und wenn es die kleinsten Probleme in Bezug auf Kapazität oder Balancing geben würde, wüsste ich es.


      Ebenso sehe ich kein Problem darin, leere Zellen zu Batterien zu konfektionieren, wenn man anschließend mit Balancer lädt. Dafür hat man ihn ja. Ein gutes Ladegerät wird auf jeden Fall dafür sorgen, dass keine Zelle überladen wird und am Ende der Pack gut balanciert ist, egal welchen Ladezustand und welche Ladezustandsdifferenzen die Zellen anfangs hatten.


      Grüße,

      Julian
    • Hallo Julian,
      Deine Ausführungen sind nachvollziehbar. Bedenke aber, dass die Steigung der Kurve gegen Ladeende nicht "in Stein gemeißelt" ist. Je geringer der Innenwiderstand der Zellen, desto kürzer ist in der Regel die CV-Phase. Alte Zellen verweilen meist länger in der CV-Phase als neue. Deine Erfahrungen beruhen auf den hochlastfähigen Headway und A123-Akkus?
      Die A123 26650er haben den geringsten Innenwiderstand, den ich bislang bei einer Becherzelle messen konnte...

      Welche Zelle sehen wir in Deinem verlinkten Diagramm? Darin fehlt die x-Achsenbeschriftung. Ich nehme an Spannung über eingeladene Ladung? Das ist für mich erstmal ungewohnt und ich muss das erst einmal interpretieren :rolleyes: .

      Beste Grüße,
      Thomas
    • Hi Julian,
      am Ende dürfte es wirklich egal sein ob man volle oder leere Zellen konfektioniert. Ein Vorteil beim einzelnen laden unbekannter Zellen ist natürlich das man jede Zelle beurteilen kann, was die Kapazität betrifft. Ziemlich umfangreiches Thema stelle ich fest. Nachdem ich jetzt 4 Packs für die Korvette zusammen habe, werde ich die bei Gelegenheit mal einbauen. Vorher werde ich jeden Pack nochmal entladen und laden, damit ein Balancing stattfindet. Bin gespannt was dann letztendlich an Kapazität rauskommt. Sagt natürlich noch nichts über die Tauglichkeit im Modell aus. Glaube dafür werde ich mir mal so einen Logger zulegen. Würde mich natürlich sehr interessieren, was bei Vollgas unter Last für Ströme fließen.

      Gruß Thomas
    • Hi, ich weiß nicht mehr, wo ich das Diagramm ergoogelt habe, aber die sehen ja alle recht ähnlich aus:
      lythbattery.com/wp-content/upl…thium-lifepo4-battery.png

      Meine Erfahrungen beruhen auf alten und neuen A123 Zellen, Headway-Zellen und ich hatte auch mal einen Fahrradakku aus größeren LiFe Beutelzellen.

      Bevor man sich die Mühe macht, Zellen zu konfektionieren, sind ein paar Einzelzyklen natürlich sinnvoll, damit man erstens sieht ob die Zelle überhaupt gescheit funktioniert und zweitens, damit man die Kapazität feststellen kann. Ich halte es für empfehlenswert, die Zellen nach Kapazität sortiert auf einzelne Packs zu verteilen. Ich hab knapp 300 alte A123-Zellen durchgemessen, um meine Fahrradakku aufzubauen. Hat man größere Akkus mit mehreren Zellen parallel, so hilft dieses Tool die Zellen korrekt aufzuteilen:
      repackr.com/#/pack-builder

      Wie gesagt, aus Sicherheitsgründe ist es besser wenn die Zellen leer sind in dem Moment, wo sie konfektioniert werden. Je voller, desto knallbumm wenn man Fehler macht.


      Um die Packs zu balancen, brauchen sie nicht entladen zu werden. Einfach mit geringem Strom im Balance-Modus des Ladegeräts laden, und nur wenn es nix taugt ist der Pack nachher nicht balanciert.
    • Ich mache ja 2S2P Packs. Wenn ich nun zufällig eine leere und eine vollere Zelle als Parallel-Pack verschalte hätte ich im schlimmsten Fall enorme Ausgleichsströme. Deswegen lade ich die zuvor einzeln VOLL. Dann kann ich sicher sein das sie alle idetisch sind.
      Viele Grüße, Holger
      Schiffsmodellgewässer in Köln :bd:
      Es ist mir egal wer dein Vater ist. Solang ich hier Boot fahre läufst du hier nicht über das Wasser.
    • Es ist egal, ob die Zellen voll oder leer sind, wenn man sie verlötet, Hauptsache sie haben das selbe Spannungsniveau. Der große Vorteil bei leeren Zellen ist halt, wie hier schon erwähnt wurde, daß, im Falle eines versehentlichen Kurzschluß beim Konfektionieren, viiiiiel weniger Energie fließt! Der Unterschied kann, je nach dem wie belastbar die Zellen sind, zwischen "es knistert ein bißchen" und einer fest verschweißten Kurzschlussbrücke, die man wegen der schnellen Hitzeentwicklung nicht mehr auseinander bekommt, bevor der Akku Rauchzeichen gibt , liegen. Ich arbeite daher auch lieber mit entladenen Zellen! :thumbsup:
    • meckisteam schrieb:

      Ich mache ja 2S2P Packs. Wenn ich nun zufällig eine leere und eine vollere Zelle als Parallel-Pack verschalte hätte ich im schlimmsten Fall enorme Ausgleichsströme. Deswegen lade ich die zuvor einzeln VOLL. Dann kann ich sicher sein das sie alle idetisch sind.
      Du könntest sie auch einzeln entladen... ;)

      Und, @ Thomas: Dass Balancing nicht bei jedem Ladezustand Sinn macht, sondern bei manchen Zelltypen erst ab einer gewissen Schwelle, habe ich neulich gemerkt als ich mir eine Autobatterie aus LTO Zellen gebaut habe:
      fingers-welt.de/phpBB/viewtopic.php?f=14&t=17593
      Ich hatte die Einzelzellen mit 2,32-2,35V ausbalanciert. Beim Vollladen bis 2,7V merkte ich aber dann, dass noch ca. 4Ah Unterschied ausgeglichen werden mussten. In sofern ist dein Hinweis durchaus hilfreich, dass man Packs zum Balancen volladen sollte.