Segelwinde mit Schotzug-Schalter

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    • Der Schotzug-Schalter
      Es gibt hunderte von Schaltern auf dem Markt zu kaufen. Warum denn noch einen neuen Schalter erfinden? Ganz einfach: für diese Anwendung braucht es einen Schalter welcher mit möglichst wenig Kraft und Weg sicher ein- und ausschaltet. Ich habe verschiedene Ansätze versucht und bin zuletzt auf die folgende Lösung gekommen:

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      Der Schalter besteht aus einer 3,5 mm Gold-Kontaktbuchse in welcher ein Kunstoffrohr hin- und hergleitet. Am vordern Ende sitzt eine Öse für die Schot, am hinteren Ende ein Gold-Pin von einer Stiftleiste. Hier fehlt noch die Rückholfeder.

      Diese Konstruktion hat ein paar Vorteile:
      • Die Kontakte sind vergoldet. Keine Korrosion und gute Kontakteigenschaften
      • Es sind 2 Kontaktpunkte vorhanden, dies vermindert den Übergangswiderstand.
      • Zentrale Führung, sicherer gegen Verklemmung, weniger Reibung.
      • Die Kompenenten kann man einfach beziehen und herstellen.
      Folgende Komponenten werden benötigt:

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      KomponenteZweck erhält man bei
      Streifen-PlatineBasis für SchalterConrad, Elektronik-Shop
      Gold-Buchse 3,5 mmFeststehender KontaktModellbau-Shop (Akku-Anschluss für Autos und Flugzeuge)
      Gold-Pin StiftleisteBeweglicher KontaktElektronik-Shop, Conrad, (es wird nur ein Pin benötigt)
      Wrap-Draht 28 AWGelektr. Verbindung und FederElektronik-Shop,. Conrad
      Diode 2N4004Freilauf-DiodeElektronik-Shop, Conrad
      Widerstand 2k2 OhmServo-Regelkreis erhaltenElektronik-Shop, Conrad
      Kunststoffrohr 3,2 mmKontakt-FührungModellbau-Shop
      Kettelstift 0,7 x 50 mmSchot-Öse, elektr. VerbindungSchmuck-Bastelshop, Baumarkt

      Aufbau:
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      • Gold-Buchse auf 3,5 mm aufbohren. Die Bohrung soll möglichst glatt sein damit das Kunststoffrohr wenig Reibung hat.
      • Kunststoffrohr ca. 4 mm länger als Gold-Buchse ablängen. Für den Gold-Pin ein Durchgangsloch mit 0,8 mm Durchmesser bohren. Der Pin muss möglichst rechtwinklig zur Rohrachse stehen damit beide Kontaktflächen wirksam werden.
      • Für die Öse nur ein Loch in das Rohr bohren. Die Öse wird aus einem Kettelstift gebogen wie im Bild, die Öse hält nur durch Klemmung indem der Kettelstift weit in das Rohr gesteckt wird. Der Stift darf aber nicht ganz bis zum Gold-Pin reichen (Kurzschlussgefahr). Der Lochabstand muss so gewählt werden, dass das bestückte Rohr etwa 1mm in der Gold-Buchse bewegt werden kann
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      • Gold-Buchse mit 2 Kettelstiften wie oben gezeigt auf die Streifenplatine löten. (Kunstoffrohr vor dem Löten aus der Buchse nehmen).
      • Freilauf-Diode und 2k2 Widerstand wie oben gezeigt auf die Streifenplatine löten.

      • Für die Anschlüsse des Servo-Motors aus einem Kettelstift 2 Ösen formen und auf die Streifenplatine löten
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      • Ein Stück Wrap-Draht zuschneiden und an einem Ende etwa 4 mm abisolieren. Den blanken Teil 1 bis 2 mal um das Ende des Gold-Pins wickeln und mit wenig Lötzinn sicher anlöten. Weitere 2 bis 3 Windungen des isolierten Drahts um den Pin wickeln. Dieses Vorgehen garantiert, dass der elektrische Anschluss gesichert ist und die mechanische Belastung beim Schalten nicht zu Drahtbruch führt.
      • Den Wrap-Draht 2 mal um ein Rohr mit 10 mm Durchmesser wickeln damit er eine Federwirkung erhält. Den Draht wie oben gezeigt durch die Streifenplatine führen. Den Draht ablängen, abisolieren und in der Nähe des vorderen Servo-Motor Anschlusses anlöten.
      • Der Wrap-Draht dient als elektrischer Anschluss und als Rückholfeder. Die Federwirkung erhält man durch die 2 Windungen und das Einstecken im richtigen Abstand zum Pin-Kontakt. Der Kontakt muss bei nicht-Belastung durch den Schotzug sicher öffnen.
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      Die bestückte Streifenplatine mit der Schotführungs-Baugruppe an das Servo montieren. Die beiden Servomotor-Anschlüsse an die Ösen der Platine anlöten.

      Test:
      Den Servo an den Empfänger oder Servotester anschliessen. Der Servo muss beim Dichtholen immer anlaufen, beim Fieren aber nur, wenn der Schalter von Hand geschlossen wird. Wenn er verkehrt läuft, die Servomotor Anschlüsse tauschen.

      Damit ist die Beschreibung abgeschlossen. Die Segelwinde mit Schotzug-Schalter kann zusammengebaut und ausgetestet werden.

      Das Schot muss unter Last von den beiden roten Röhrchen im U-Profil in einem Winkel von etwa 3-5 Grad schräg durch die Öse am Schaltelement laufen, damit der Schalter garantiert schliesst.

      Es ist darauf zu achten, dass der Schalter nirgends ansteht oder klemmt. Wenn alles korrekt ist, soll sich der Schalter frei bewegen wenn die Schot angezogen und wieder gelöst wird. Es ist sinnvoll dies vor jeder Fahrt zu kontrollieren.

      Ein korrekt aufgebauter Schalter muss in der Lage sein, bei einem Schotzug von 0.1 N (an Schot angehängtes Gewicht <= 10 g) das Schot zu fieren.

      Ich freue mich, wenn diese Beschreibung möglichst oft in neuen Modellen umgesetzt werden kann und danke für die Geduld beim Lesen.
      Paul _/)
    • Was ich toll an diesem Thread finde ist das was eben einen echten Modellbauer ausmachen kann. Eigene Ideen entwickeln und die Ergebnisse zu teilen. Begrenzt man sich darauf Dinge so zu realisieren wie schon immer, dann sagt das aus das der Interessenschwerpunkt der Person nicht die kreative Lösungssuche ist sondern nur am Ergebnis interessiert ist. Ist absolut OK, bereichert aber den Schiffsmodellbau gar nicht. Das muss aber nicht die Zielsetzung von Jedem sein, aber ist eine ehrenwerte Zielsetzung.
      MfG

      Hellmut