Baubericht eines Anfängers - Anna 3

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    • Baubericht eines Anfängers - Anna 3

      Wer aus dem Heli-Bau oder aus dem Fliegerbau kommt, merkt schnell, eigentlich schon beim Durchlesen der "Kartonrückseite", dass einiges anders laufen wird als bisher.
      Und wer sich als Anfänger im Bootsbau durch die Foren liest, stellt noch etwas fest: Viele Arbeitsschritte werden wie selbstverständlich beschrieben.
      Es wird geklebt, gestrichen, geschraubt und gelötet, aber die Details waren für mich häufig nicht zu erkennen. Vielleicht fehlt es mir hier und da auch an Phantasie.
      Ich möchte also diesen Baubericht als Anfänger für Anfänger schreiben und hoffe, nicht nur Kopfschütteln über die begangenen Fehler zu ernten, sondern auch gern mal ein beherztes Eingreifen der Profis.

      Legen wir also los:
      Werkstatt.jpg

      Ich werde wohl noch etwas Platz schaffen müssen, aber der Platz an sich ist ja schon mal da.
      Ich denke an den einen oder anderen, der nur seinen Esstisch hat und ziehe meinen Hut.
      Aber vielleicht gibt's nun auch jemanden, der bei dieser Aussicht lieber den Esstisch vorzieht :)

      Beim Durchlesen der ersten Seiten der Anleitung wird mir schon etwas mulmig und überspringe bereits jetzt den ersten Schritt.
      Aller_Anfang.jpg

      Ich soll also den Rumpf mit einem Messer bearbeiten... :no2:
      Auf den weiteren Seiten erkenne ich, dass auf diese Kante irgendwann noch etwas aufgebracht werden soll. Also muss der Schnitt um den überschüssigen Kunststoff zu entfernen, schon etwas gekonnt ablaufen. Dazu hatte ich mir im Vorfeld Skalpelle gekauft und hoffe nun, dass die Klingen stabil genug sind. Die Verwendung eines sogenannten Cuttermessers erscheint mir doch etwas gewagt. Ich bin noch unschlüssig.
      Stattdessen klebe ich doch lieber erst den "Sockel" zusammen. Dafür habe ich mir schnell trockenen Express Holzleim gekauft. Ich kenne das vom Flugmodellbau so. Da wird fast alles mit Sekundenkleber geklebt. Schneller Halt ist an sich nie wirklich verkehrt....
      Das geht aber schon mal buchstäblich in, nein, auf die Hose. :bhi2: Leim muss man scheinbar vor dem Gebrauch gut schütteln, sonst läuft einem da gleich eine milchige Soße raus, die mit Lein erstmal nichts zu tun hat. Hm... Sekundenkleber musste ich nie schütteln.... :dno:
      OK, der Sockel ist geklebt. Das Modell kann ich also schon mal nicht wieder zurückschicken und hoffen den Preis erstattet zu bekommen. Jetzt muss ich da durch...
    • Hallo Christian,
      ich glaube wir können uns als "Leidensgenossen" oder so etwas sehen. ;) Mir geht das ähnlich, viele Dinge, welche hier im Forum beschieben werden, sind für mich erstmal bömische Dörfer und sehr verwirrend. Die Situation den Rumpf "aufzuschneiden".... jaa ich hab das damals vor gut dreisig Jahren auch nur mit schwersten Herzrhythmus Störungen gemacht. Da ich zu den Zeiten auch nicht wirklich einen Fragen konnte, ob das denn so richtig sei, hatte ich dann schließlich aufgegeben...
      Aber manchmal holt einen die Vergangenheit wieder ein... 8) - Mal sehen ob ich es diesmal hin bekomme die Elke fertig zu bauen.
      Ich werde dir jedenfalls aufmerksam über die Schulter schauen.

      Wünsche viel Spass beim Bauen guten Erfolg
      Grüße Holger
      P.S. - Wer Rechschreibfehler findet, darf diese gerne Behalten oder weiter benutzen, ich erhebe keine Urheberrechte darauf.
    • Der erste Schritt, den Überstand am Rumpf abzuschneiden, ist in der Tat sehr heikel. Aber hier ist gutes Werkzeug gefragt, wie z.B. einen Dremel mit einer Diamanttrennscheibe. Die schneided wie Butter durch den Kunststoff.
      Alternativ geht auch eine Lexanschere. Ein Cuttermesser würde ich da nicht nehmen. Da ist die Gefahr sehr groß, dass in das Material geschnitten wird, welches noch stehen bleiben soll.
      Ruhig etwas Material von dem Rumpfüberstand stehen lassen. Das Schanzkleid kann man dann noch gut mit Schleifpapier (120 er und 220er) herausarbeiten. Ansonsten kann ich diesen Bericht empfehlen.

      Hier findest du übrigens ein kleines Glossar der schiffbaulichen Begriffe.
      Auf See:
      Unter Segel: Cacatua Galerita, Paddy (Dulcibella); AnnaXS (MicroMagic); Lundi (Footi)
      Unter Motor: Lotse Survey; EnteEnte; Rennboote
      Werft:
      Segler Rotwein (Hegi)
      Flotte Damen 1:50: SL 804; MC 1205 Kludde; ST 1205 SWS Essex; ST 1606 Red Bee; ST 1907 Jotünn; FCS 5009 Red Eagle
      Basic Design:
      Flotte Damen 1:50: ST 1405 Gerd Bliede

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Starkaptain () aus folgendem Grund: Hab den Link erneuert. Auf dieser Seite ist ein Link zu einem Baubericht der Modellwerft/Schiffspropeller.

    • Moin,
      wenn Du (verständlicherweise) Hemmungen hast das Messer an den neuen Rumpf anzusetzen:
      Übe doch einfach mit dem gleichen Material an anderer Stelle, wo nix kaputt gehen kann.
      Oder nimm eine starke Schere.
      Und zu Not lässt Du einen Millimeter über und schleifst den am Schluss weg, wegnehmen ist immer einfacher als dranschweissen...
      Frohen Schnitt
      Georg

      Nikolaj war schon wieder schneller...., dafür geht der Link nicht...
      Fast Crew Supplier
      VSP RAVE Tug
      Anti-Rolling

      Viele Laser
      Happy Hunter 1982,
      Neptun I 2016 (für den Nachwuchs)
      Neptun II 2017 (für die Badewanne)
    • Hallo, sehe gerade dass du schon den Bericht angefangen hast. Zum Rumpf ausschneiden: Habe mit einem sehr scharfen angeritzt und dann so alle 10 bis 15 cm vom Rand her mit einer Schere eingeschnitten. Aber bloß nicht zu weit. Dann kann man ganz einfach anfange abzuknicken. Steht auch in der Anleitung. Den Rand habe ich dann mit einem ganz kleinen Modellbauhobel glatt gehobelt und wenig geschliffen. Die Ablaufschlitze unbedingt mit der Schablone anbohren und dann zig Mal das Deck einsetzten bis sie tief genug gefeilt sind damit das Wasser auch abläuft. Hatte mir heute übrigens die gleiche Funke bestellt gehabt. Die Kupplung beim Bausatzt pass auch nicht besonders. Motorseitig ein wenig zu groß und Wellenmäßig viel zu klein , habe die Seiten auch nicht verwechselt. :wink:
    • Starkaptain schrieb:

      Ansonsten kann ich diesen Bericht empfehlen.
      Moin Nikolaj,

      vielen Dank für Deinen Tipp bzgl. des Glossars. Den werde ich mir wohl mal unter das Kopfkissen legen müssen ;)
      Dein Link zu dem Bericht scheint auf einen lokalen Bereich auf Deinem Rechner zu verweisen und ist von mir nicht aufrufbar.
      Kannst Du den noch einmal verlinken ? Das interessiert mich schon.

      Gruß
      Christian
    • Rumpf in Form bringen
      Ich konnte jetzt doch nicht still auf dem Sofa sitzen und habe mich doch noch an den Rumpf gemacht...
      Also, ein Skalpell geht definitiv nicht. Die Klinge verbiegt bei etwas mehr Druck und gerät aus "der Spur" - Keine gute Lösung.
      Also doch das Cuttermesser. Allerdings wäre der Vorschlag mit dem Dremel und einer Trennscheibe deutlich besser gewesen. Zu spät gelesen...
      20210417_193446.jpg

      Nun habe ich also das Cuttermesser genommen und den Falz vom dem verkehrt herum liegenden Rumpf eingeritzt und dabei bereits gemerkt, dass das nicht die beste Lösung ist. Nach dem Ritzen soll man das überschüssige Material durch abknicken entfernen.
      Nur der Rumpf bleibt so stabil, dass ein Abknicken nicht möglich erscheint.
      Ich habe daher mit einem kleinen Elektronik-Seitenschneider die Bugspitze angeknabbert und somit ein Knicken erst ermöglicht.
      Ich hatte befürchtet, dass der Kunststoff einfach wegplatzt, wenn ich mit einem beherzten Schnitt vorgehe, aber der Kunststoff ist schön weich und geschmeidig.
      Knabber1.jpg

      Das Ergebnis sieht nicht gerade professionell aus und bedarf einer Menge Nacharbeit. Aber immerhin ist noch etwas zum Nacharbeiten übrig geblieben.

      kein_Profi.jpg

      Fazit: Cuttermesser, Knabbern mit dem Seitenschneider und dann abknicken ist KEINE gute Lösung.
      Beim nächsten mal also die Lexanschere oder der Dremel mit Trennscheibe.
      @ Nikolaj: Die Schere ist bestellt. Die kann man sicher noch gut beim weiteren Werdegang gebrauchen.

      Und noch etwas scheint mir sinnvoll zu sein:
      Eimer1.jpg

      Ich habe mir einen kleinen Eimer bereit gestellt, in dem alle möglichen "Abfälle", also Materialreste hinein kommen. Wer weiß, wozu man die später noch braucht, wenn mal was vermurxt hat.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Christian.deBoor ()

    • Admiral von S schrieb:

      Die Kupplung beim Bausatzt pass auch nicht besonders. Motorseitig ein wenig zu groß und Wellenmäßig viel zu klein , habe die Seiten auch nicht verwechselt
      Moin Marko,
      dat klingt ja schon mal wieder nicht so gut. Ich habe zum Thema Welle zusätzlich in einem Beriecht gelesen, dass jemand ein Rohr daran gelötet hat, um die Welle dadurch besser schmieren zu können.
      Ich glaube, das Thema Welle ist noch einmal etwas ganz spezielles....

      Gruß
      Christian
    • nietlogger schrieb:

      Eigentlich brauchst du das ABS nur mit dem Messer anzuritzen. Danach kannst du es einfach abknicken. Wozu eine Diamantsäge???
      Hängt vom Kunststoff ab. Bei spröden Kunststoffen geht dies. Bei zähen geht dies leider nicht so gut. Ähnlich wie Kamp hab ich auch gute Erfahrungen mit einer Diamantsäge gemacht.
      Auf See:
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    • Hallo Christian,

      finde ich klasse, dass du so genau dein Vorgehen zeigst!
      Hilft dem Neueinsteiger bestimmt enorm. :yes3:

      Zeigt es doch auch, das ein kurzer Satz wie "einfach anritzen und dann abknicken" für den Anfänger nicht unbedingt zum Erfolg führt.

      Ich beschreibe einmal, wie ich es mache:
      Mit dem Cuttermesser (oder Skalpell) mit wenig! Druck einmal langsam (so wird es genauer)dort entlang ritzen, wo man "abschneiden" will.
      Dieser Schnitt wird mehrfach, mit steigendem Druck nachgeritzt. Auch hier langsam, dann rutscht man nicht aus der Schnittlinie heraus.
      Wenn der Schnitt dann etwa ein fünftel bis ein viertel der Materialstärke tief ist, wird das abzutrennende Material so gebogen, dass sich der Schnitt öffnet...In der Regel macht es dann ziemlich schnell auch "knack" und wir sind fertig.

      Jetzt, wo du Reststücke hast, kannst du daran ja etwas üben. Ich denke, wenn es klappt, wird dir diese Art der Kunststoffbearbeitung gefallen. :pr:


      Gruß
      OLLI
      Ich bin keine Signatur, ich putze hier nur!
    • Moin Olli,
      hab Dank für Deine genaue Beschreibung.
      Ich frage mich nach meinem etwas misslungenen Versuch mit einfach einritzen und abknicken, ob die geplante maschinelle Bearbeitung nicht dazu führt, das der Kunststoff durch die Reibungswärme weich wird und mir die Scheibe versaut.
      Ich denke, ich werde Deinem Rat folgen und mal ein paar Versuche mit einem Abfallstück machen und sehen, wie das wird.
      Gruß
      Christian
    • Moin Christian

      ich geb auch mal meinen Senf dazu:

      Der Einsatz von einem „Dremel“ wäre auch meine Wahl bei solch einer Arbeit. Aber wie du schon richtig vermutest besteht das Problem der Reibungshitze. Deshalb ritze ich das Material mit der Trennscheibe nur an und tauche sie nicht direkt ein. So gehst du Stück für Stück vor. Es dauert nicht lange und du hast ein Gefühl davon wie Werkzeug und Material aufeinander reagieren. :keule: :bhi:

      Deine Idee eines Bauberichts „Vom Einsteiger für Einsteiger“ find ich klasse.
      Ich werde auf jedenfall dran bleiben, interessiert zuschauen und mit Rat zur Seite stehen falls nötig. :2:



      P.s. Die „Resteeimeridee“ kann ich nur empfehlen. Ich werfe auch erst am Ende des Projektes alles weg.
      gruß Marcel aka Scholzman

      im Bau: Combat Boat 90 1/35
    • Moin!
      Danke für Deinen netten Zuspruch zumal ich für die offen gelegten Fehler sich einen Haufen Grinsen einfangen werde ;)
      Das mit der Scheibe "anritzen" klingt für mich gerade als die beste Lösung, da man mit dem Messer leicht die Führung verliert. Ich denke aber auch, jede der vorgeschlagenen Lösungen wird sein Einsatzgebiet haben oder finden.
      Danke noch mal an alle für ihre jeweiligen Vorschläge!

      Nun kommt wohl die erste Farbe / Grundierung ins Spiel...

      Gruß
      Christian
    • Christian.deBoor schrieb:

      Wer aus dem Heli-Bau oder aus dem Fliegerbau kommt, merkt schnell, eigentlich schon beim Durchlesen der "Kartonrückseite", dass einiges anders laufen wird als bisher.
      Und wer sich als Anfänger im Bootsbau durch die Foren liest, stellt noch etwas fest: Viele Arbeitsschritte werden wie selbstverständlich beschrieben.
      Es wird geklebt, gestrichen, geschraubt und gelötet, aber die Details waren für mich häufig nicht zu erkennen. Vielleicht fehlt es mir hier und da auch an Phantasie.
      Ich möchte also diesen Baubericht als Anfänger für Anfänger schreiben und hoffe, nicht nur Kopfschütteln über die begangenen Fehler zu ernten, sondern auch gern mal ein beherztes Eingreifen der Profis.

      Legen wir also los:
      Werkstatt.jpg

      Ich werde wohl noch etwas Platz schaffen müssen, aber der Platz an sich ist ja schon mal da.
      Ich denke an den einen oder anderen, der nur seinen Esstisch hat und ziehe meinen Hut.
      Aber vielleicht gibt's nun auch jemanden, der bei dieser Aussicht lieber den Esstisch vorzieht :)

      Beim Durchlesen der ersten Seiten der Anleitung wird mir schon etwas mulmig und überspringe bereits jetzt den ersten Schritt.
      Aller_Anfang.jpg

      Ich soll also den Rumpf mit einem Messer bearbeiten... :no2:
      Auf den weiteren Seiten erkenne ich, dass auf diese Kante irgendwann noch etwas aufgebracht werden soll. Also muss der Schnitt um den überschüssigen Kunststoff zu entfernen, schon etwas gekonnt ablaufen. Dazu hatte ich mir im Vorfeld Skalpelle gekauft und hoffe nun, dass die Klingen stabil genug sind. Die Verwendung eines sogenannten Cuttermessers erscheint mir doch etwas gewagt. Ich bin noch unschlüssig.
      Stattdessen klebe ich doch lieber erst den "Sockel" zusammen. Dafür habe ich mir schnell trockenen Express Holzleim gekauft. Ich kenne das vom Flugmodellbau so. Da wird fast alles mit Sekundenkleber geklebt. Schneller Halt ist an sich nie wirklich verkehrt....
      Das geht aber schon mal buchstäblich in, nein, auf die Hose. :bhi2: Leim muss man scheinbar vor dem Gebrauch gut schütteln, sonst läuft einem da gleich eine milchige Soße raus, die mit Lein erstmal nichts zu tun hat. Hm... Sekundenkleber musste ich nie schütteln.... :dno:
      OK, der Sockel ist geklebt. Das Modell kann ich also schon mal nicht wieder zurückschicken und hoffen den Preis erstattet zu bekommen. Jetzt muss ich da durch...
      moin christian,
      wenn du aus dem modellflug, sprich helibereich kommst, dürfte der bau eigentlich kein problem darstellen. vom bau mal abgesehen, dürfte die technik kein problem darstellen. überlege mal, was wir bei den helis und auch bei den flächen für modellbelastungen in den griff kriegen müssen. diese dinge hast du hier bei dieser art von boot überhaupt nicht. wichtig sind halt dinge wie antrieb und das die dichtigkeit. also entsinne dich deines könnens aus modellflug und bau das ding in aller ruhe.
      die qualität der rümpfe unterscheidet sich schon enorm von der qualität bei den helis oder flächen. und nicht durcheinander bringen lassen.

      gruß
      thomas
      Hubraum ist eben durch nichts zu ersetzen! Manchmal geht aber auch reichlich Ampere. Und allen immer genug
      Wasser unter dem Kiel!
    • Moin Christian,
      ich stimme Thomas uneingeschränkt zu - da Du "Modellbau kannst", wird der Bau der Anna für Dich keine grundsätzlichen Probleme aufwerfen.
      Zum ABS, PS etc. schneiden - und somit auch zum Runpf besäumen - vewende ich gerne eine Feinblechschere, die ist noch etwas schlanker als eine Lexanschere, läßt sich sehr präzise führen und bietet den Vorteil, dass man damit eben auch Bleche (Stahl, Ms, Cu,Tombak, Alu) in den beim Modellbau üblichen Stärken wunderbar schneiden kann.
      Etwas Überstand entlang der Schnittkante - das wurde ja bereits thematisiert - ist anzuraten. Mit Schleifklotz und zunehmenden Gefühl in Hand und Fingern für noch vorhandene Unebenheiten führt die weitere Bearbeitung dann zu einem guten Ergebnis, d.h. einer sanft geschwungenen Schanzkleid-Oberkante.

      Ein weiteres, m.E. äußerst empfehlenwertes Werkzeug ist die sog. Powerfeile von Proxxon (gibt's als 220 V- und mittlerweile auch als Akkuversion), ein Fingerbandschleifer, mit dem man sowohl kräftig materialabnehmend als auch unglaublich präzise arbeiten kann - für mich eine echte eierlegenden Wollmilchsau im Modellbau.

      Sind aber alles keine Dogmen, sondern nur Erfahrungen mithin aus dem Bau meiner "Anna".

      Christian.deBoor schrieb:

      Nun kommt wohl die erste Farbe / Grundierung ins Spiel...

      Evtl. wartest Du mit der Farbe noch ein wenig bis zumindest Ruderhacke, Ruderkoker, Stevenrohr, die zugehörigen Bohrungen und Einbauten, die Träger und Halterungen für Technik und Akkus und die Speigatten ein- bzw. angebracht sind.
      Kreative Grüße
      Hermann


      Aedifico ergo sum


      Fahrbereit: Guggs' Du hier

      In Arbeit: Bermpohl
    • Moin Hermann, moin Thomas,
      ich unterstelle, dass Bootsbau sich doch erheblich vom Fluggerätebau unterscheidet.
      Helis bestehen hauptsächlich aus Metall, eins passt zum anderen, da gibt es wenig Spielraum für eigene Kreativität.
      Im Flächenbau hast Du in der Regel passgenaue Teile und wenig Möglichkeiten etwas richtig zu vermurxen. Und ja, ich weiß, darüber kann man echt streiten ;)

      Im Bootsbau dagegen sehe ich z.B. das Problem der Kleber. Adhäsions- und Kohäsionskräfte, der Heli hat Schrauben ;)
      Was passiert, wenn Du den falschen Kleber nimmst, der wird porös zwischen Deck und Rumpf und durch Kapillarwirkung dringt Wasser über die Speigatten in den Rumpf. Da kannst Du ja nun kein Loch in den Boden bohren, damit das wieder abläuft. Die Elektronik korrodiert und schon hast Du den Schlamassel.

      Was für Farbe? Grundieren? Greift das den Kunststoff an, wird der porös und geschwächt? Die Deckfarbe bleibt längere Zeit unter Wasser. Welche Farbe ist dafür ausgelegt? Fragen über Fragen.
      Du siehst, ich sehe da schon bei diesen wenigen Punkten eine Menge Diskussionsbedarf ;)

      Deinen Einwand zum späteren Einsatz der Farbe macht mich etwas nervös. Ich wollte Sprühfarbe verwenden, keinen Pinsel. Wenn die ganzen Technik bereits verbaut ist, frage ich mich, ob es nicht zu riskant ist, dass mit Sprühfarbe zu arbeiten.
      Was die Speigatten, Ruderhake und co. angeht bin ich bei Dir, dass sollte schon vorher sein. Habe ich aber Ruderhake dran, müsste das Ruder ebenfalls verbaut sein. Wie schützt man die beweglichen Teile so, dass es zu keiner Verklebung durch Farbpartikel kommt? Fragen über Fragen ;)

      Ich werde mir aber auch dazu noch eigene Gedanken machen, freue mich aber auch über Ratschläge die mich vor meiner Ausführung erreichen ;)

      Gruß
      Christian
    • Ok, ich versuche mal, einigen Unsicherheiten entgegenzuwirken - wie gesagt, alles nur meine persönlichen Erfahrungswerte ohne jeglichen Anspruch auf Absolutwissen :no1:

      Zum Kleben: Meine Standardkleber sind Stabilit Express (wo's halten muss) und Tackxglue (bei komplizierten Materialpaarungen, auf lackierten Flächen, bei Fenstern etc.), ergänzt durch Sekundenkleber, 2K-EpoxyKleber und auch mal UV-härtender Kleber. Stabilt habe ich schon vor über 40 Jahren bei meiner Bermpohl verwendet, die ich gerade restauriere, da hat nix nachgegeben. Stabilit ist hygroskopisch, sollte also, wenn er z.b.außen am Rumpf verwendet wird, überlackiert werden - ansonsten an derartigen Stellen gerne auch 2K-Epoxy verwenden.

      Zum Lackieren: Absolut unkritisch in Handhabung und Verhalten (Stichwort Läufer) sind die Sprühdosenlacke von Belton Molotow. Ich persönlich lackiere alledings lieber mit der Airbrush, verwende standard PU-Acryllacke, die ich mit etwas Wasser und Spiritus auf die richtige Viskosität einstelle und grudniere mt der zum verwendeten Farbsystem gehörigen Grudierung / Haftgrund. Das ist überhaupt die wesentliche Grundregel - immer im gleichen Farbsystem bleiben, z.B.- überlackieren mit einer Farbe aus einem anderen System kann übel in die Hose gehen.

      Reihenfolge lackieren/montieren: Das Vewenden von Sprühlack bei eingebauter Technik ist absolut unproblematisch, (du lackierst ja grundsätzlich außen, Ausnahme Schanzkleid. Abkleben ist Pflicht (wenn man deutlich mehr Zeit für`s Abkleben benötigt als für's Lackieren, hat man es richtig gemacht :nick: ) und Anbauteile, die nicht mitlackiert werden sollen, werden einfach vor den Lackieren ab- und hinterher wieder dran gebaut (das Ruderblatt der Anna kann man z.B. so trotz Ruderhacke abnehmbar bauen). Der offene Ruderkoker erhält z.B. eine Stopfen, das aus den Stevenrohren ragende Gewindeende der Antriebswelle wird auch einfach abgeklebt, nachdem die Schifsschaube runter gedreht ist.
      Kreative Grüße
      Hermann


      Aedifico ergo sum


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      In Arbeit: Bermpohl
    • Moin Hermann,

      vielen Dank für die Einblicke, die Du gewährt hast. Aber Du kannst Dir denken, das es damit nicht getan ist ;)
      Ich habe gehört der Bezug von Stabilit wird eingestellt, bzw. nur noch an gewerbliche Kunden geliefert. Gibt es ein adäquates Ersatzprodukt?

      Wenn ich nun z.B. das Ruder oder den Motorträger zusammenklebe, nehme ich da nun Leim, weil Holz oder einen anderen Kleber, weil die Teile evtl. Wasser ausgesetzt sein können? (Wasser im Rumpf, Lackschaden am Ruder)

      Beim Thema lackieren hatte ich mich bereits im Vorfeld ganz siegessicher für Dupli-Color entschieden, weil mir die "Aerosol Art"-"Kollektion" ansprach und überzeugte. Gibt es schlechte Erfahrungen damit?

      Das abnehmbare Ruder aus der Ruderhake hatte ich so noch nicht erkannt, werde mir aber auch das mal genauer ansehen. Insgesamt würde es mir natürlich besser gefallen, wenn Rumpf und Ruderhake in "einem Guss" lackiert wird.

      Gruß
      Christian