Azimut Atlantic Challenger Aufbau

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    • Der Motor wirkt schon um Welten besser. Kühlmantel auf jeden Fall dazu ordern.
      Regler beim Boot lieber 1-2 Nummern größer, da sehr hohe Ströme beim Anfahren und beschleunigen herrschen. Gibt doch auch einige bei TFL ;)

      Bezüglich der Steigung: Das mit der Rechnerei bei einem Rennboot ist so ne Sache - da klaffen Theorie und Praxis weit auseinander. Meine persönliche Meinung ist, dass sowas bei nem Schönschiffchen ganz gut klappt, aber bei was zügigerem nur noch blanke Theorie ist, da da viel mehr Faktoren zu berücksichtigen sind.
    • Hallo Marcel,

      ein schönes, und mir sehr gut bekanntes Modell hast du dir da ausgesucht, vor allem, wenn du versuchst es vorbildgetreu zu bauen. Nichts desto Trotz liegen viele Challenger Modelle als nie endende Baustellen in den Modellbau-Werften herum, und das hat seinen Grund:

      1. das die 40er Graupner-Jet´s nicht´s taugen, kann man so nicht sagen. Hätte Graupner mal von seiner Zweischalen-ABS-Technik die Finger lassen können, und eine vorbildgetreuere Steuerhaube konstruiert (Unterlagen waren vorhanden!), wäre alles okay gewesen. Zu Zeiten der Bürstenmotoren war ein Graupner 1800M der perfekte Motor, stammte er doch aus dem Hause Plettenberg!
      2. die Detaillierung war trotz anderer Meinung schon ziemlich perfekt, jedoch leider aus teilweise unpassendem und billigen Material - ziemlich vorsichtig ausgedrückt :pf:
      3. Wasserstrahl-Antriebe stellen selbst für "hartgesottene" Modellbauer oftmals ein Problem dar, erst recht für Anfänger auf diesem Gebiet.

      Nicht´s desto Trotz kann gerade aus der AAC (genau wie aus der MOONRAKER!) ein schönes und perfektes Modell werden. Nun wirst du (und vielleicht auch andere Leser) sich fragen, woher ich mein Wissen habe. Zusammen mit Peter Schmidt, dem damaligen Entwickler für Schiffsmodellbau bei Graupner, haben wir dieses Modell entwickelt und gebaut. Dazu gehörte neben der Beschaffung der Pläne von Benetti auch der Zugang der Rechte für die vielen Aufkleber der Sponsor-Firmen auch ein Besuch bei Azimut in Viarreggio, der uns einiges an Fotomaterial einbrachte. Soviel zur Vergangenheit.

      Nun zu deinen Jet-Fragen: Wie Tobi schon sagte, ist die theoretische Berechnung der Antriebsleistung eines "Modell"-Jet´s wirklich GRAUE THEORIE !
      Sicherlich wäre das Wisssen um die Blattsteigung der Impeller sehr hilfreich bei der Berechnung der kV für die Motoren, wobei der sogenannte Rake, also der Anstellwinkel der Blätter zur Wellenachse, genauso wichtig wäre! Es gibt jedoch Keinen! Hersteller, egal ob der kleine Minijet von ex.Graupner, oder Marinetic, Kehrer, TFL, oder der östereichiche Powerjet, die eine Steigung der Impellerblätter angeben. Somit ist es bei einem Test ohne Wasser unmöglich den Drehzahlpunkt zu "ertesten", an dem die Blattspitzen des Impellers das meisste Wasser bewegen werden. Auch für die Originale werden in sogenannten Testtankbecken Modellrümpfe über durchströmendem Wasser als Berechnungsgrundlage für vielfältige Info´s heran gezogen. Das Problem ist, das ab dem Punkt der perfekten Leistung, nach nur einer geringfügigen Drehzahlsteigerung, z. B. durch eine Lipo-Zelle mehr, der Schub zusammenbricht, da der Impeller anfängt zu kavitieren, also den Wasserstrahl quasi zerlegt, womit der gewünschte Schub aprupt nachlässt. Übrigens ist der TFL-Jet ein China-Produkt, weshalb ich mit technischen Angaben/Daten sehr vorsichtig wäre!

      So müssen wir nur von einer durchschnittlichen Leerlaufdrehzahl ausgehen, die bei fast allen Modell-Jet´s gleich ist, nämlich zwischen 20.000 und 22.000 U/min. Unter Last verlieren wir etwa 10 - 15% der Drehzahl, so dass wir nun aus dieser Drehzahl mittels Voltzahl der Zellen und der kV (Umdrehung des Motors) die entsprechenden Daten errechnen können. Hierbei ist immer zu bedenken, das ein Impeller, anders als ein Propeller, in einem geschlossenen System (Rohr) arbeitet, also deutlich mehr Leistung benötigt! Ein Grundwissen des Modell-Jet-Antriebes ist, das ein Aussenläufer in den meisten Fällen (bei grossen Booten) weder des Drehmoment noch die Ausdauer der erforderlichen Drehzahl zur Verfügung stellen kann. Somit kommen nur Innenläufer in Frage, die grundsätzlich per Kühlmantel gekühlt werden sollten, und das mit der Unterstützung einer kleinen Kreiselpumpe, da beim Jet die Hitzeentwicklung bei Teillast entsteht, was auch für die Drehzahlsteller gilt !!! Bei der Wahl der Steller ist mindesten ein 50prozentiges Plus zur Angabe der Dauerlast (Ah) des Motors erforderlich. Beispiel zieht der Motor 100 Ah, sollte der Steller 150, besser 160 Ah bei der entsprechenden Zellenzahl des Accus regeln können.

      Ein kleines Beispiel: Ich habe zur Zeit eine 33-Meter Yacht im Bau, die recht flott unterwegs ist. Sie wird im Maßstab 1:20 165cm lang, 38cm breit, und ca. 11 kg schwer. Angetrieben mit zwei 40mm Power-Jet´s, kommen zwei 40er Leopard 4092 mit 1050 kV und 5S Accus zum Einbau. Als Steller verwende ich zwei 180A Seaking. Ein wichtiger Punkt ist, das es garnichts nutzt an der Leistung zu sparen, wenn die Optik auf dem Wasser dem Vorbild entsprechen soll.

      Das war nun sehr viel Theorie, doch kürzer hätte ich mich leider nicht fassen können. Sorry! Als Ansporn zu deinem schönen Projekt hier noch ein paar Fotos.
      Solltest du Interesse an weiteren Fotos, Zeichnungen, Artikeln etc. haben, kannst du dich gerne, am besten per e-mail, an mich wenden. Die Fotos zeigen die Calzoni-Jet´s vor dem Einbau in die AAC, sowie zwei Fahrfotos während der ersten Testfahrten bei etwa 80% Last der Antriebs-Maschinen. Wichtig fürs Forum: Die Copyright-Rechte der Fotos liegen bei mir.

      Jet-Antriebe (Groß).jpgO-Powerfoto, 02 (Groß).jpgO-Powerfoto, 11 (Large).jpgJPEG-Zweiseiten-Ansicht.jpg

      Liebe Grüsse,
      Bert :wink:
      Der einzige Weg, eine Versuchung loszuwerden, ist ihr nachzugeben!

      • fast fertige Yacht: Retro-Yacht Coronet P32 Sedan im Maßstab 1:11,5
      • inne Werft:
      • Festrumpf-Schlauchbloot AMF-750, Dienstboot Marina Hafenmeister
      • 33-Meter Mega-Yacht G-WHIZ im Maßstab 1:20
      • I.G. Yacht-Modellbau: Letztes Homepage-Update am 25.07.2021 in über uns
    • Hallo Bert,
      vielen lieben Dank für diese tollen Background Informationen und das teilen deines fundierten Fachwissens.
      Habe mit großem Interesse deine Zeilen gelesen und freue mich sehr über diese neuen Erkenntnisse.
      Da ich ja auch eine hier stehen habe, welche demnächst (nach dem Forummodell von 2021) neu aufgebaut wird, freut es mich, die Infos lesen zu können. Wenn ich darf, werde ich zu gegebener Zeit auch mal auf dich zukommen, zwecks Bildmaterial, da ich einiges bei meiner nachbauen muss.
    • Hallo Tobi,

      dein Interesse freut mich. Im Übrigen suche ich selbst schon seit Längerem nach einem einigermnassen "gescheiten" Modell der AAC, da ich meines damals wegen anderer Projekte vorschnell verkauft hab.

      Du kannst dich gerne bei mir melden - wenn ich kann, helfe ich gerne! Wenn du meinen Namen bei Tante google eingibst, findest du auch meine e-mail Adresse, so geht´s am schnellsten. Vielleicht kommst du ja auch zur Faszination Modellbau nach Friedrichshafen, falls diese Corona-bedingt stattfindet. Unsere I.G. ist dort mit Stand vertreten, da wir unser 25jähriges Jubiläum dort feiern. Infos findest du auf unserer Homepage. Bei einem persönlichen Gespräch kann man meistens besser über "Problemchen" und Fragen reden.

      Bis dahin wünsche ich dir eine gute Zeit, und bleib gesund!
      Liebe Grüsse,
      Bert :wink:
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    • Hallo Bert,
      das machen wir so. Natürlich bin ich da - ist ja quasi fast vor der Haustür bei mir. Hab auch schon mit mir gehadert ob ich mit ausstellen soll dieses Jahr, hab mich aber wegen der aktuellen Situation dagegen entschieden.
      Ist schon immer schwierig so alte Schätzchen zu finden. Finde entweder sehr guter Zustand und auch Bauqualität oder gleich ein Frack, das man dann vernünftig selbst aufbauen kann.
    • Hallo zusammen,
      danke für den bunten Hund Peter :bhi2:
      Freut mich aber, dass mich nach der viel zu langen Corona-Pause noch der ein oder andere kennt. Ich hoffe, dass die Messe in Friedrichshafen stattfindet :pf:
      Schließlich wollen wir feiern :pr:

      LG, Bert :wink:
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      Gestern habe ich Mal einen TFL Jet zerlegt und in den Rumpf gehalten.
      Leider sitzt der viel tiefer als der Graupner Jet, so das ich die hinteren Löcher auch verschließen muss.
      Da habe ich überhaupt keinen Plan, wie das gehen soll.
      Da bin ich euch Mal wieder für jeden Hinweis dankbar.
      Die Jets sind wirklich hübsch. Obwohl sie mir ohne den Umkehr-klappen deutlich besser gefallen.
      Damit das ganze nicht so langweilig wird, ein paar Bilder :nick:
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      Alfafrischi schrieb:

      Leider sitzt der viel tiefer als der Graupner Jet, so das ich die hinteren Löcher auch verschließen muss.
      Da habe ich überhaupt keinen Plan, wie das gehen soll.
      Da bin ich euch Mal wieder für jeden Hinweis dankbar.
      Hallo Marcel,
      wenn der Austritt der neuen Jets tiefer liegt als die alten Öffnungen ist dies bedauerlich für den erhöhten Montageaufwand ;( , aber gleichzeitig ist der Wirkungsgrad im Betrieb dann auch größer, weil weniger Hubarbeit geleistet werden muss. ;)

      Ich würde die alten Bohrungen mit ABS-Scheiben o.ä. auffüllen, und zusätzlich zur Verstärkung einen 2. Heckspiegel mit einer ca. 2 mm ABS-Platte mit Stabilit Express einkleben. Nach dem Trocknen, alles glattschleifen und die Bohrungen für die neuen Jets anzeichnen und ausbohren + -feilen.

      Wenn du die Jets zerlegt hast, wäre es sehr nett von dir, wenn du einmal die Impellersteigungen ( z.b. wie hier ) und den -durchmesser ermitteln könntest.

      Dies wäre für die Antriebsdimensionierung ähnlicher Modelle sehr hilfreich.

      Vielen Dank für deine Mühe im Voraus und viel Erfolg beim Umbau.
      M.f.G. Jörg :wink:
      Im Bau: Megayacht, Yachttender

      In Fahrt: Moonraker, Pegasus III, Andrea Gail, Bugsier 3, Rembertiturm, Grimmershörn