Seekreuzer Leila, der Prototypenbau

  • Ja, herzlichen Dank euch :)


    Das Laminat ist wieder drauf, es geht also wieder vorwärts


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    Ich habe jetzt zwei Erkenntnisse durch dieses Missgeschick gewonnen:


    1. Ich habe den Bandschleifer soweit im Griff, dass ich einen Rumpf damit schleifen kann, ohne dass Dellen und Macken entstehen, die nicht mehr zu reparieren wären. Mit dem Bandschleifer habe ich mich bis jetzt nicht rangetraut, war fast alles Handschliff.


    2. Ich war vorhin in einer KFZ-Werkstatt und gefragt, ob sie mir den Rumpf lackieren würden. Machen sie gerne, aber frühestens Mitte November, ich muss also nochmal ran.

    Man hat mir aber erklärt, wie das passieren konnte.

    Es ist so, dass bei 1K-Lack, wenn die nächste Schicht draufgenebelt wird und die zu dick ist, die Unterschicht wieder weich werden kann und dann keine Verbindung entsteht. Vermutlich ist genau das passiert, Die Folie, die man abziehen konnte, war auch nicht direkt auf Epoxy.

    Das erklärt auch, warum nur ein Bereich betroffen war.

    Besser wäre 2K-Lack, da kann das nicht passieren.

  • Es ist so, dass bei 1K-Lack, wenn die nächste Schicht draufgenebelt wird und die zu dick ist, die Unterschicht wieder weich werden kann und dann keine Verbindung entsteht. Vermutlich ist genau das passiert, Die Folie, die man abziehen konnte, war auch nicht direkt auf Epoxy.

    Das erklärt auch, warum nur ein Bereich betroffen war.

    Besser wäre 2K-Lack, da kann das nicht passieren.

    Ein wertvoller Tipp. Danke für's weitergeben.

  • Hallo Zusammen,


    ich möchte dazu ergänzen, auch 2K Lack kann wieder mit einem Abklebeband

    abgezogen werden, wenn der Untergrund nicht entsprechend angeschliffen wurde.

    Gerade bei Epoxy als Untergrund kann das sehr schnell passieren.


    Grüße

  • Eine Fehlerquelle ist da oft ein zu feiner "Endschliff" vor dem klar lackieren. Welche Körnung hattest du final verwendet?

  • Hallo Chris,


    ich halte es wie Andreas Riedl, 180er

    meine Ariston 1:10 habe ich weil die Epoxyschicht dick genug ist sogar mit 100er angeschliffen.

    Ich habe mir auch abgewöhnt vor dem Klarlackieren die Oberfläche 100%ig glatt zu schleifen. (zu oft in der Vergangenjheit wieder aufs Holz geschliffen)

    was noch glänzt wird einzeln etwas angeraut den Rest mache ich mit Klarlack in entsprechend dicker Schicht und final mit 3000er Naßschleifpapier wenn alles fertig Lackiert ist natürlich.....


    Grüße

  • Die Frage ging jetzt eigentlich an Iring, U67.

    Aber jetzt muss ich mal fragen ob ich dich richtig verstehe. Die 3000er Körnung selbstverständlich Final vor dem Polieren um Unebenheiten und Lacknebel im Klarlack zu verschleifen? Eine 3000er Körnung vor dem Klarlack wäre viel, viel, VIEL zu fein.

  • Moin zusammen,


    interessante Aspekte, vielleicht habe ich tatsächlich zu fein geschliffen.

    Ich habe mit 180 angefangen, dann 280 und zum Schluss 400 vor dem Lackieren.

    Wobei die Grundschicht gehalten hat, was ich abziehen konnte, war nicht direkt auf Epoxy.

    Und auch nur ein kleiner Bereich.


    Und Franz: Wenn du noch Infos hast, her damit.

    Ich will diese Aktion nicht noch einmal machen.

  • Hallo zusammen

    Ich lese hier still und heimlich mit und finde die Diskussion jetzt gerade sehr spannend.

    Bitte bitte hier mitteilen, was die Erkenntnisse aus dem Telefonat sind.

    Aus "Unfällen" auf dem Basteltisch können alle und nicht nur die Leidtragenden lernen ;)

    @Iring

    Du baust sehr schön und ich freue mich schon auf dein fertig gebaute Leila!


    Gruss

    Peter

  • Hallo Peter,

    das Missgeschick ist ja beschrieben, muß aber etwas geauer untersucht werden.

    Ob Iring meine Tipps annimmt, naja wir werden sehen ....

    Wenn meine Tipps zum Erfolg führen, können sie ja dokumentiert werden,

    wenn nicht, muß mein Mist ja nicht niedergeschrieben werden ...

    Das wäre mein Vorschlag

    Gruß Franz

  • Sonntag Abend, wenn ich wieder zu Hause bin, werde ich mit Franz telefonieren.

    Im Moment würde das nicht viel bringen, wir sind an der Mosel und was trinkt man da?

    Richtig: Riesling.

    Und zwar etwa in der gleichen Menge, wie man sonst Bier trinkt :pr:


    Wenn es neue Erkenntnisse gibt, werde ich das natürlich berichten, Peter.

    Im Moment vermute ich zu fein geschliffen und zu viel draufgenebelt.

    Das hat Axel sofort vermutet, dann der KFZ-Lackierer und das ist auch hier in den Kommentaren zu lesen.


    Und zwischen gut und funktioniert nicht sind es offensichtlich Nuancen, eine Gratwanderung.

  • Jo, habe ja dann am Sonntag noch mit Franz telefoniert, dazu ein kurzes Feedack.

    (Er ist in der Tat Experte, hat vor längerer Zeit beruflich mit der Weiterentwicklung von Lacken zu tun gehabt)


    In meinem Fall ist das Lackieren wohl dumm gelaufen.


    Zu beachten ist, dass die Rezepturen der Hersteller aktuell komplett geändert werden, da sie sonst durch EU-Richtlinien keine Genehmigung mehr erhalten.

    D.h. aktuell weiß man nicht, was man kombinieren kann, das muss neu ermittelt werden.

    Deshalb konnte mir Franz auch keine Empfehlung für ein Produkt mitgeben.


    Aber:

    Ich habe wohl tatsächlich zu fein geschliffen, Franz empfiehlt max. Korn 240. Damit hat der Lack eine größere Oberfläche und Haftung auf dem Untergrund.

    Möglicherweise passt der von mir verwendete Lack auch nicht zum Epoxy.

    Mehrere Schichten in kurzen Abständen war dagegen okay.


    Damit das nicht nochmal passiert, hat er mir eine Abreißprobe empfohlen, die ich auch in Arbeit habe.

    Dazu ein Stück Holz laminieren und harzen.

    Dann lackieren und einen Streifen nach dem Trocknen abkleben.

    Wieder lackieren und den nächsten Streifen abkleben.

    So erhält man ein Muster mit unterschiedlichen Lackstärken.

    Wenn der Lack trocken ist, kommt die Abreißprobe der unterschiedlich starken Schichten mit einem starken Klebeband, das man mit einem Ruck abreißt.

    Wenn der Lack hält, alles prima, ansonsten neu mit einem anderen Lack testen.


    Passt das so etwa, Franz?


    Inzwischen sind wieder 4 Lagen Epoxy auf dem Rumpf, heute Abend kommen nochmal ein oder zwei.

    Vermutlich kann ich dann am Wochenende wieder schleifen.

  • Hallo zusammen


    ja, passt alles soweit ...

    - das Epoxy kräftig anschleifen

    - oder auch mal mit einen Abreißgewebe probieren

    - Gittertest

    Infos zum Beispiel hier https://de.wikipedia.org/wiki/Gitterschnitt

    oder Tante Gugel fragen ....


    das Problem war ein Haftungsproblem zwischen Epoxy und Lack, das kann auch bei 2K Lacken auftreten .....

    na dann, gutes gelingen :nick:

  • 2K hat aber oftmals den Vorteil des höheren Glanzgrades, lässt sich leichter und schöner Polieren und schafft somit gerade bei Holz einen schöneren Tiefeneffekt. Ein weiterer Vorteil ist die Lösemittelfestigkeit und die Wiederstandsfähigkeit gegenüber vielen (nicht allen) 1K Klarlacken. Desweiteren vergilben die meisten 2K Klacklacke nicht.

  • Hallo Franz,

    Vielen Dank für die wirklich hilfreiche Informationen. Hast Du vielleicht auch Informationen darüber ob es beim "Adhäsionsprozess" von 2K Lacke die Temperatur des Werkstückes und auch die Raumtemparatur mit eine Rolle spielt ? Oder genügt es wenn man einen dem entsprächendem Härter einsetzt.

  • Hallo Tekin,

    ja, die Raumtemperatur spielt eine Rolle, sogar eine wesentliche und wirkt sich positiv aus.

    Das erwärmen des Werkstücks alleine bringt dagegen nichts.


    Das Mischungsverhältnis Härter / Lack darf NICHT geändert werden.

    Eine Möglichkeit, um niedrigen Temperaturen entgegen zu wirken, wäre ein andere Verdünnung mit einer niedrigen Verdunstungszahl ein zu setzen, (nur als Beispiel: Isopropanol)

    Auch hier muß ein Test vorher erfolgen, ob sich die Verdünnung mit dem Lack verträgt!


    Höhere Raumtemperaturen wirkt sich nicht nur auf Lacke positiv aus, sondern auch auf 2K Harze oder 2K Klebstoffe,

    ab und zu findet man einen Hinweis auf den Verpackungen, die so oder so ähnlich lauten:

    Aushärtung:

    2 Stunden bei 80°C

    4 Stunden bei 60°C

    24 Stunden bei Raumtemperatur


    ich hoffe, daß ich Dir helfen konnte.

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