Es kann nur besser werden

  • Hallo liebe Modellbaufreunde!

    Was macht man in modernen (digitalen) Zeiten, wenn man nicht mehr weiterweiß? Genau, man sucht im Netz.Deswegen bin ich hier, ich bräuchte einige Ratschläge.

    Zur Zeit baue ich zum ersten mal in meinem langen Bastlerleben ein Mahagoniboot, die Triple Cockpit Barrel Back von Chri-Craft. Ich habe den Bootskörper fertig beplankt und geschliffen. Laut Bauanleitung des englischen Bausatzes sollte ich jetzt das Mahagoniholz beizen und dann mit Epoxi u. Glasfaser laminieren. Da die Beize aber wasserlösliches Pulver ist, wird das super geschliffene Holz nach dem Beizen (eines Probestückchens) natürlich rauh. Wenn ich dann wieder glattschleife, ist die Beize weg. In euren Bauberichten hier im Forum habe ich auch nichts von Beizen gelesen. Was ist nun richtig, Beizen oder nicht?

    Und wie gehts dann weiter? Hier im Forum wird Eposeal 300 Primer viele Male auf das rohe Holz aufgetragen, danach Epoxidharz Eposeal 320. Leider habe ich bisher noch keine Bezugsquelle für das Zeug gefunden. Die Bauanleitung empfiehlt das Aufbringen von Epoxidharz auf das rohe Holz und Einarbeitung einer leichten Glasfasermatte. Geht das so? Wo soll der unvermeitliche Stoß (die Überlappung) der Matte hin? Am Unterboden, an der Wasserlinie oder egal?? Was wird aus der Edelholzoptik, reicht eine Matte oder müsen es mehr sein?

    Über ein paar klärende Worte (oder Quellennachweise) von euch werde ich mich sehr freuen, schließlich möchte ich den Kahn noch vor dem Winter zu Wasser lassen.

    Es grüßt ein grauer P1000879.jpgP1000881.jpg"Grünschnabel"

  • Karl-Heinz, Guten Morgen.


    Herzlich Willkommen an Bord.


    Dein Werk, die Barrel Back, ist perfekt gearbeitet. Daher ist gegebenenfalls zu überlegen, ob Du jetzt vom Bauvorschlag abweichen solltest. Die Hölzer, die Du verarbeitest hast, sind in Farbe und Maserung sehr ausdrucksstark. Ob ein Beizen diesen Eindruck verstärkt solltest Du an Holzresten prüfen. Wenn Du beizt, dann ist zu überlegen ob Du ein Fertigprodukt verwendest. Nachschleifen mußt Du nach einem Beizen in jedem Fall. Es ist auch zu überlegen, weshalb sollte Epoxi und Glasfasermatte aufgetragen werden? Du hast sehr sauber gearbeitet, der Rumpf ist dicht. Die Eleganz des Holzes würde überdeckt werden und verloren gehen. Es spricht nichts dagegen den Rumpf von innen mit EPOXIDHARZ auszuspülen, um z. B. absolute Dichtigkeit herzustellen. Für derartige Arbeiten verwende ich „Eze-Kote“, ein 1-K Harz, muß nicht angemischt werden, wird also direkt aus der Flasche verwendet.

    Den Rumpf, die Außenhaut, solltest Du nach dem Vorbild der „Großen“ gestalten. D.h. Bootslack verwenden. Hier im Forum haben wir einige versierte (Modell-) Bootsbauer die nach dieser Methode verfahren. Sie Können Dich an dieser Stelle besser beraten als ich.

    Wenn Du auf der Hauptseite, links oben „RCMS“ doppelklickst, dann gelangst Du in die Rubriken des Forums. Unter RC-Schiffsmodelle -> Jachten findest Du mit großer Wahrscheinlichkeit Antworten die Dir fehlen. Du kannst auch jedes Forumsmitglied direkt ansprechen, wenn Du wieder auf der Hauptseite oben rechts die „Wolken“ doppelklicks, um dann mit einem Modellbaukameraden einen Dialog zu beginnen.


    Ich wünsche weiterhin viel Freude und Erfolg beim Werk.

  • Hallo Wolf,

    vielen Dank für deine Tipps! Ich nutze erst den heutigen schönen Sonnenschein zum Radeln und am Abend werde ich deinen Ratschlägen folgen.

    LG, Karl-Heinz

  • Hallo Karl-Heinz und willkommen,


    ich habe meinen Segler mit wasserbasierter Beize grün gefärbt. Dazu gibt es die Empfehlung: Erst einmal mit Wasser spülen. Dadurch quellen die Holzfasern auf, der Rumpf wird rauh. Trocknen lassen, abschleifen, dann erst beizen. Der Rumpf wird dann normalerweise nicht mehr (so stark) rauh.


    Solltest Du überhaupt beizen? Auf den ersten Blick, nein. Die Beize ist im Bausatz wohl dazu da, ein günstiges helles Holz umzufärben, damit es wie ein teures dunkles Holz aussieht. Da du offenbar schon dunkles Holz verbaut hast, besser nicht beizen.


    Epoxi, Glas... Auf der einen Seite, der Rumpf ist jetzt dicht. So gesehen reicht guter Bootslack. Da hat woldig schon recht. Epoxi von innen könnte reichen.
    Auf der anderen Seite: Holz arbeitet.
    Bei sehr dünnem Glas ist die Lage der "Naht" so gut wie egal, da sie hinterher verschliffen wird. Wenn es gut getränkt ist, verschwindet das Glas vollständig im Epoxi. Vorbereitung fürs Harzen entweder mit Wasser (siehe Beizen), oder noch besser mit Epoxi bzw Grundierung, auch gut trocknen lassen und schleifen. Mein Segler hat auf den gebeizten Rumpf erst einen Pinselstrich Harz bekommen, dann die Matte aufgelegt und mit etwas mehr Harz angedrückt. Es reicht EINE dünne Matte.

    An Harzen und Empfehlungen mangelt es nicht, wir verwenden hier das hochtransparente Gießharz-System von R&G.


    Epoxidharze haben allerdings die unangenehme Eigenschaft, dass sie mit der Zeit vergilben und leicht trüb werden, es ist also in jedem Fall noch eine Schicht Klarlack erforderlich.


    Auf Bilder von deinem fertigen Werk freuen wir uns!

  • Hallo Dieselalge (oder sollte ich besser Vera sagen),

    auch dir vielen Dank für die Ratschläge, jetzt bin ich mit dem Beizen schon fast entschlossen, es sein zu lassen. Auf den Probestückchen wurde mir das Holz damit auch zu dunkel.

    Ich fange mal mit dem relativ flachen Schiffsboden an, da kann man leicht missglückte Laminate abschleifen.

    Ihr hört von mir (wenn es was geworden ist).

    LG, Karl-Heinz

  • Hallo tripleseat,


    schau dir doch mal in der Miniwerft das Miposeal an.


    Ich habe das jetzt schon an 2 Booten im Einsatz und bin mit den Ergebnissen sehr zufrieden.

    Anwenden kannst Du es sowohl von innen/außen oder nur von außen oder innen. Da sparst Du Dir das Glas und viel Fummelei. Und die Stabilität ist um einiges höher wie mit Glasfaser.


    Ich habe es bei einem alten Modell, das undicht war und ich restauriert habe von Innen, angewandt, weil ich außen nur den Anstrich nachgebessert habe.


    Bei dem anderen Boot habe ich es sowohl innen als auch außen angewandt, da ich da den Lack außen bis aufs Holz abgeschliffen habe.


    Das wäre der Zustand wie es bei Dir ist. Nackiges Holz. Nichts gebeizt. Das Holz kommt optisch so raus, wie es ist.


    In beidem Fällen ist das Boot zu 100% dicht. Das Miposeal hat eine Art Plastinierungseffekt wie man es aus der Austellung Körperwelten kennt. Das Holz wird komplett durchzogen und wird richtig fest und stabil. Die Oberfläche wird glasklar und kann dann weiter verarbeitet werden.


    Schau mal dort nach. Die bauen auch "Hochglanzboote". Da kann man alles ganz genau nachlesen.

  • Nur noch ein kleiner Tip.

    Hab ich auch so von nem Modellbaukollegen bekommen.


    Wenn es außen aufgetragen wird, und so lange bis es angezogen hat mit dem Pinsel immer ohne material wieder drüber streichen, streichen, streichen damit sich keine Nasen bilden. dann ist noch weniger nachzuarbeiten. Geht ganz leicht.

    • Official Post

    Hallo aus dem Süden,


    dein Rohbau der Chris-Craft sieht sehr sauber aus :)

    Meine erste Wahl wäre jetzt auch das Miposeal. Dabei würde ich ein bis zwei Schichten davon auf das rohe Holz auftragen, dann eine weitere Lage mit 25 bis 48g/m² Glasseide. Diese verschwindet im Harz und ist so gut wie garnicht mehr zu erkennen, wenn das Modell getrocknet ist.

    Dabei würde ich den Rumpf kopfüber aufstellen und über die Seitenwände bis unter die Decksrundung laminieren. Anschliessend das Deck mit leichter Überlappung der Seitenteile. Nach dem Trocknen kann dann die Oberfläche verschliffen werden. Dabei bitte darauf achten, dass nicht bis auf die Glasseide geschliffen wird, weil Korrekturen unschön enden. Eventuell an einem Probestück üben.

  • Hallo aus dem Süden,


    dein Rohbau der Chris-Craft sieht sehr sauber aus :)

    Meine erste Wahl wäre jetzt auch das Miposeal. Dabei würde ich ein bis zwei Schichten davon auf das rohe Holz auftragen, dann eine weitere Lage mit 25 bis 48g/m² Glasseide. Diese verschwindet im Harz und ist so gut wie garnicht mehr zu erkennen, wenn das Modell getrocknet ist.

    Dabei würde ich den Rumpf kopfüber aufstellen und über die Seitenwände bis unter die Decksrundung laminieren. Anschliessend das Deck mit leichter Überlappung der Seitenteile. Nach dem Trocknen kann dann die Oberfläche verschliffen werden. Dabei bitte darauf achten, dass nicht bis auf die Glasseide geschliffen wird, weil Korrekturen unschön enden. Eventuell an einem Probestück üben.

    Servus Ernst,


    wieso sollte beim Einsatz vom Miposeal denn zusätzlich GF zum Einsatz kommen? Versteh ich nicht.

    Der Rumpf wird durch das Miposeal so hart, daß das doppeltgemoppelt wär. Außerdem erhöht sich das Risiko, daß etwas schief geht, und das ohne erkennbaren Vorteil.


    Und es ist mehr Arbeit :):):nick:


    Die von der Miniwerft haben auch größere Modelle und setzen kein Glas ein.


    Vielleicht hast Du einen bestimmten Grund, den ich noch nicht kenne? :kratz: Ich lern immer gern dazu :)

    • Official Post

    Hallo Max,


    ich mache jetzt seit Anfang der 70er Jahre RC-Modellbau und habe etliche Holzmodelle gebaut. Mit dem Miposeal selbst habe ich noch nicht gearbeitet, aber mit Eposeal 300. Das ist wohl das vorhergehende Produkt wie es der Rainer Kuhlmann eingesetzt hat. Und da habe ich auch mit hauchdünnen Glasfasergeweben laminiert. Einfach aus Gewohnheit. Vor dem Eposeal, und auch heute noch, arbeite ich allerdings mit Polyesterharz.

    Nur bei besonderen Holzmodellen würde ich auch mit modernen Epoxyharzen arbeiten, wenn sie Vorteile bringen.

    Nächsten Winter kommt auch bei mir mal wieder was aus Sichtholz auf den Tisch. Dann teste ich das mal ohne GF.

    Im Übrigen war das nur einer von etlichen Arbeitsvorschlägen und keine "Du musst das so machen"-Direktive :)

    MfG, Ernst
    (Moderator)


    Das Vorteilhafte an Standmodellen ist, dass sie selten absaufen...


    IG-Yachtmodellbau seit 1996


    Under Construction: in 1:10 - Baby Horace III - 37' Midnight Express Center Console - Princess R35 :bd:


    MFC Ikarus Kempten - Modellfliegen auf 855m üNN Starthöhe :)

  • So hab ich es auch nicht verstanden. :pr:

    Viele Wege. Ein Rom.


    Das Eposeal ist der Vorgänger, richtig. Hat sich aber erledigt, als sich die Rezeptur verändert hat.


    Miposeal 3000 ist der Nachfolger. Gernot nimmt bei großen Modellen (ab ca. 90cm glaub ich) dann noch das Resin 32 nach den Miposeal Schichten. Ist wohl, damit der Lack noch besser hält, vermute ich.

    Ich hab das bei 2 Modellen mit knapp unter 90 cm ohne Resin gemacht und es hat gut geklappt und war einfach zu handhaben.


    Ich bin übrigens ein fauler Mensch was extra Arbeit angeht. Da überleg ich mir vorher lieber 3x wie ich es anpacke. Und wenn so neue Materialien zur Verfügung stehen, die sowas können nutz ich das natürlich, wenns für mich schneller und leichter geht. Außerdem hätt ich immer bammel, daß die Matte irgendwo zu sehen ist, wenn man genau hin schaut.


    Du bist aufgrund Deiner Erfahrung bestimmt genauso schnell mit ner Matte. 🙂👍


    Ich hatte beim TS aber eher den Eindruck, daß da nicht so viel Erfahrung als Mattenleger da ist.


    Was er im Endeffekt macht,...naja, wieder die Rom-Geschichte. 😁

    Hauptsache es ergibt bei dem Modell ein schönes Ergebnis. 🙂

  • Hallo Karl-Heinz,

    zum Beizen ja nein muß man vielleicht so heran gehen, an den Originalen wird es gemacht, aus 2 Gründen,

    a man erreicht einen einheitlichen Farbverlauf und b das Holz/die Farbe des Holzes bleibt auch bei Sonneneinstrahlung

    länger erhalten, da auch Mahagoni etc unter Sonneneinstrahlung heller wird.


    Jetzt könnte man es z.B. machen wie die Großen und in mehreren Schichten die Beize Auftragen und anschleifen bis keine Holzfasern mehr

    hochstehen. Ich denke es ist Geschmacksache ob man dei Arbeit auf sich nehmen will.


    So Du sauber gearbeitet hast, heißt für mich das keine weißen Streifen der Unterbeplankung durch das Mahagoni schimmern lass das Beizen und

    versiegel das Holz mit mehreren Schichten Eposeal/Nachfolgeprodukten, Dann nimm ein Epoxydharz zum Verfüllen der Sichtoberflächen Deck und Seitenwände, das reicht.

    Richtwert für Schichtanzahl ist das wenig bis keine Unebenheiten mehr auf den Oberflächen zu sehen sind nach den Zwischenschliffen und man nicht ins Holz geschliffen hat.


    Am Boden kannst Du ebenso verfahren, oder Du machst eine Psychologiematte für die Festigkeit drauf. Dann Schleifst Du alles mit 180ger Naßschleifpapier

    für das Lackieren vor. Den Rest machst Du mit Klarlack und dem Unterwasseranstrich. Dann alles wieder Schleifen, final mit 3000er Nassschleifpapier glätten

    um eine polierbare Oberfläche zu bekommen.


    Grüße


    Joachim

  • Servus Triple,


    ich hab Dir eine Konversation aufgemacht.
    Also wenn das Boot doppelt beplankt (Unterbeplankung-Edelholz) ist, dann würd ich kein Glas draufmachen. Wenn dann nur auf die einfach bepalnkten Flächen.
    Meposeal oder Eposeal (wers noch hat) um den Rumpf zu verkleben und das Holz zu stabilisieren. Dann Epoxi-Schichten um ein saubere Oberfläche zu bekommen und diese eben schleifen zu können und dann Lack drauf.
    So machen wir das doch seit Jahren und das sollte im Forum doch schon fast 100fach zu lesen sein.
    Wer daran jetzt immernoch zweifelt ... na dann weiß ich auch net.
    Klar gibts x Wege ... aber das dürfte der meist benutzte sein, bei dieser Art von Boot.
    Miniwerft, Sauger, Blueeye usw usw usw .. alle machen das in kleinen Abwandlungen und auch mit teilweise unterschiedlichen Materialien.
    Schönen Gruß nach Lohne, das Boot sieht schon mal echt super aus!


    und ach ja ... beizen würd ich da gar nicht.

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