Schaltbaustein funktioniert nur bedingt - Frage an Fernsteuerungs - und Elektronikspezialisten

  • Moin miteinander,

    gerade habe ich ein kleines Problem. Mit einem Schaltbaustein vom grossen "C" wollte ich einen Seuthe-Damperzeuger einschalten. In einem anderen Modell schalte ich mit dem gleichen Baustein die nautische Beleuchtung. Sollte also prinzipiell funktionieren. Der Dampferzeuger war auch noch nicht angeschlossen. Sondern zu Testzwecken nur eine Glühbirne.

    DSCN0733.jpg

    Hier mal ein Foto von dem Teil. Beim Händler finde ich es in der Form nicht mehr. Konnte es also nicht verlinken.

    Kurz zum Aufbau. Unten rechts, neben dem Servokabel, befindet sich ein Poti. Damit kann man den Schaltpunkt einstellen. Auf der gegenübeliegenden Seite ein Schalter, mit dem man offenbar das Relais überbrücken kann. Jedenfalls brennt die zu Testzwecken angeschlossene Lampe bei Betätigung des Schalters. Und unten links die Anschlußklemmen für den zu schaltenden Strom.

    Mein Problem ist jetzt wie folgt.

    An einem Servotester funktioniert die Geschichte einwandfrei. Bei Steuerung über die Funke leider nicht. Verstellen des Potis (nach Anschluss an den Empfänger) bringt keinen Erfolg. Zuerst habe ich vermutet, bei der Programmierung der Funke (Geberzuordnung) einen Fehler gemacht zu haben. Das habe ich mit einem Servo getestet. Das funktioniert am fraglichen Kanal einwandfrei. Mit der Funke steuere ich auch das Modell in dem dieser Schaltbaustein problemlos funktioniert.

    Inzwischen habe ich mir aus einem Miniservo und einem Mikrotaster einen Schalter gebaut. Was auch wesentlich preiswerter, wenn auch nicht so "elegant" ist. Trotzdem interessiert mich natürlich, warum das Teil am Servotester funktioniert und am Empfänger nicht. Ich will es ja nicht gleich in die Tonne drücken.

    Vielleicht hat jemand eine Idee, was da falsch laufen könnte. Ich bin da leider nicht der Grosse Elektroniker um selbst drauf zu kommen.


    Gruß

    Dieter

  • Moin Dieter,


    fehlende Angaben wie Hersteller und Typ des Senders & Empfängers, was für einen Geber du benutzt bzw. ob du mal mit einem Knüppel-Kanal ausprobiert hast erschweren die Ferndiagnose.

    Ich tippe aber mal auf eine moderne 2,4GHz Anlage bei welcher der Empfänger auf Signale für Digital-Servos eingestellt ist, d.h. Periodendauer / Servozykluszeit 10ms statt 20ms wie bei "alten" Anlagen.


    PS: Der Schalter überbrückt nicht das Relais sondern invertiert es, d.h. wenn das Signal vom Sender erkannt wird, dann fällt das Relais ab und der Verbraucher wird ausgeschaltet. Sollte sich mit dem Servotester überprüfen lassen.

  • Hallo Dieter

    Wir hatten vor vielen Jahren auch so ein Problem mit den Schaltbausteinen vom großen C .

    Mit Akku oder Regelbaren Netzteil gingen Die , aber mit keinem BEC.

    Wir haben nicht rausbekommen wo es dran lag .

    Gruß Glenn

  • 2 Dinge:

    - Den Baustein gab es auch als Bausatz bei Conrad: wenn das so einer war kontrolliere alle Lötstellen.

    normal muss sich die Funktion beim betätigen des Schalters invertieren und über das Poti der Schaltpunkt einstellen lassen.

    - Das "IC" ist ein CMos Baustein und relativ empfindlich gegenüber statischen Aufladungen. ( d.h. auch nicht einfach mit den Fingern drauf rumtatschen ) sollte sich einfach tauschen lassen ( CD4001= 4Fach NOR )


    Ralf

    ps den gibt es immer noch:

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  • Hallo Dieter,

    in Ergänzung meiner Vorredner, ist sichergestellt, daß die Polarität vom Kabel mit der des Empfängers übereinstimmt? Ansonsten bleiben nur die Pulsbreite und –frequenz sowie die Flankensteilheit des vom Empfänger kommenden Signales als Ursache übrig.

  • Zuerst Dank an alle, die geantwortet haben.

    Die Herstellerangaben habe ich nicht für so wichtig gehalten, weil selbiger Sender diesen Baustein in einem anderen Modell problemlos steuert.

    Ganz neu ist die Funke nicht mehr. Aber immerhin schon eine mit 2,4GHz. Es ist eine Robbe/Futaba T8FG. Der Empfänger ist ein D-Power R-6 FA. Laut Beschreibung FASST - kompatibel. Mein Sender wird explizit erwähnt. In dem anderen Modell werkelt ein Robbe/Futaba Empfänger. Das könnte den Unterschied machen. Die Beschreibung des Empfängers enthält keinen Hinweis bezüglich einer Umstellung auf Signale für Digitalservos. Es wird lediglich der Bindevorgang beschrieben und die Failsafe Einstellung. Ich probiere mal einen anderen Empfänger.

    Als Geber habe ich einen Schalter ausgewählt. Kann natürlich auch mal mit einem Steuerknüppel probieren. Wobei es eigentlich ein Steuerknüppelkanal (K 2) ist. Und ich meine, ich habe das auch probiert bevor ich den Schalter auf den Kanal gelegt habe. Ganz sicher bin ich mir da aber nicht.


    #r41065 - Danke für den Link. Habe das Ding doch tatsächlich selber nicht entdeckt als ich jetzt noch einmal danach gesucht habe. Da lässt sich dann auch sicher die Beschreibung runterladen. Meine finde ich nämlich nicht mehr.


    #woldig - ich denke mal,. dass mit dem Kabel alles paletti ist. Sonst dürfte es doch auch am Servotester nicht funktionieren. Und weder Empfänger noch Schaltbaustein sind ja irgendwelche "Exoten". Da sollte doch alles zusammen passen.



    Gruß

    Dieter

  • Moin Dieter,

    Die Herstellerangaben habe ich nicht für so wichtig gehalten, weil selbiger Sender diesen Baustein in einem anderen Modell problemlos steuert.

    Ganz neu ist die Funke nicht mehr. Aber immerhin schon eine mit 2,4GHz. Es ist eine Robbe/Futaba T8FG. Der Empfänger ist ein D-Power R-6 FA. Laut Beschreibung FASST - kompatibel.

    ist wichtig, weil man dann z.B. die folgende Information findet:

    Quote

  • Moin allerseits,

    nun habe ich Versuche gemacht mit anderen Sendern, Empfängern und Kanälen. Das Bild ändert sich nicht. Egal ob Schalter oder Steuerknüppel. Am Servotester funktioniert es. Per Funk nicht. Wer weiß, was das Teil für eine Macke hat. Schade um die Zeit, die wir damit verplempern. So kostenintensiv ist das Teil nun ja auch nicht, dass sich das lohnt. Danke nochmals für die Hilfe.


    Gruß

    Dieter

  • Teste bitte noch den Schaltbaustein an genau der Anlage und Empfängerkombi an der dein anderer funktioniert.


    Dann gibt es noch ein paar einfache Dinge zu prüfen:

    - Hat der Empfänger Telemetrie ?

    Wenn ja könnte es sein das beim Senden der Telemetrie etwas stört:

    -> Antennen möglichst weit weg verlegen, eventuell Servoleitung verdrillen oder durch einen Ferritring führen.


    - Die einfache Comparatorschaltung ist auch empfindlich gegen Spannungseinbrüche

    -> einen Low ESR Elko zur Spannungsstabilisierung parallel Schalten ( einfach auf einen freien Empfängerausgang stecken )


    - Robbe Empfänger liefern einen relativ niedrigen Signalpegel

    -> Mit Oszilloskop messen, ich habe schon einige elektronische Schaltungen ( speziell mit Mikrocontrollern ) gehabt, die damit nicht zurechtkommen aber an Empfängern anderer Hersteller einwandfrei funktionieren.


    Auch wenn der Schaltbaustein(bausatz) nicht die Welt kostet, mich würde das nerven die Ursache für das nicht funktionieren nicht zu kennen. Sonst hast du vielleicht irgendwann mit anderen Komponenten die gleichen Probleme. :dno:


    Ralf


    ps. Beschreibung inclusive Schaltplan ist im 2.Link unter "Anleitung" in #4.

  • Hallo Ralf,

    den Test im anderen Modell werde ich demnächst mal machen. Bin auf das Ergebnis selber gespannt.

    In keinem meiner Modelle/Funken habe ich Telemetrie. Das fällt also als Ursache flach. Ein Oszilloskop habe ich leider nicht. Weiss auch nicht, was ein Low ESR Elko ist. Da wird mir aber Tante Google weiterhelfen. Ich habe es halt mehr mit tonnenschweren Motorenteilen als mit Elektronik. Auf der Schiene bin ich ziemlich blind.

    Die Logik sagt mir aber, dass, wenn der Schalter am Servotester funktioniert, dort eigentlich nichts kaputt sein dürfte. Der IC richtig herum in der Fassung sitzt usw. Und auch das Anschlußkabel richtig gepolt ist.

    Ich melde mich, wenn ich neue Erkenntnisse habe.


    Gruß

    Dieter

  • Hallo,

    ich will den Thread nicht künstlich in die Länge ziehen, deshalb sind die folgenden Textzeilen nur noch als Zusatz-Info gedacht.


    Spaßeshalber habe ich die Schaltung mal auf einem Steckbrett aufgebaut und mit dem Oszi vermessen.

    Wahrscheinlich denken jetzt einige "... der hat was an der Waffel ...", aber als Vollblutelektroniker hat mich die Fehlerursache interessiert ;) .


    Ergebnis vorweg:

    Die Schaltung zeigt ein relativ robustes Verhalten und ich konnte sie nicht zur Fehlfunktion bringen. Aber mir ist etwas aufgefallen, was eventuell bei ungünstiger Paarung der Komponenten ein Fehlverhalten erzeugen könnte.


    Möglicher Grund: Niedrige Spannung der Servo-Pulse

    Obwohl für die Spannungsversorgung meines 35MHz-Empfängers ein BEC (5.18V) verwendet wurde, hatten die Servo-/PPM-Pulse nur eine Spitzenspannung von 3.44V. Das liegt an den Ausgangsstufen des Mikrocontrollers und dürfte bei vielen Empfängern ähnlich oder noch schlechter sein (Stichwort: 3.3V-Logik bei 2.4GHz)

    Die im Schaltmodul verwendete CMOS-Logik vom Typ CD40xx hat ihre Schaltschwelle bei ca. 0.5*Ub also bei 0.5*5.18V = 2.59V

    Dadurch ist in meinem Beispiel der Spannungsabstand zur Schaltschwelle mit 0.85V nicht besonders hoch.

    In Extremfällen könnte es vorkommen, dass mit manchen RC-Empfängern die Schaltschelle nicht erreicht wird. Der Pulldown-Widerstand im Eingangskreis trägt dazu bei.

    Bei Servo-Testern sieht es anders aus, weil die in der Regel nicht mit 3.3V-Logik aufgebaut sind.


    Diese Design-Schwäche im Eingangskreis des Moduls könnte man jetzt z.B. mit kapazitiver Entkopplung und Pullup-Widerstand oder einer Transistorstufe beheben, aber der Aufwand und die nötigen Bauteile machen das Ganze unwirtschaftlich.

    Obendrein ist das zeitliche Verhalten des Schaltmoduls - also wann schaltet es ein und wann aus - längst nicht so exakt wie bei einem mikroprozessorgesteuerten Schaltmodul.


    Von daher würde ich sagen, wenn es nicht zuverlässig funktioniert einfach was anderes verwenden ;)


    Gruß

    Dieter

  • Hallo Namensvetter,

    ein wirklich informativer Beitrag. Wenngleich ich wegen meiner "Blindheit auf dem Elektronikauge" nicht alles bis ins letzte Detail verstehe.

    Den Tipp am Ende habe ich sowieso befolgt. Ein Mikrotaster, betätigt durch ein Miniservo, schaltet jetzt deutlich sichtbar und zuverlässig. Ausserdem ist die Variante viel billiger. Wenn auch nicht so elegant im Design.


    Den Tipp von Ralf habe ich ebenfalls befolgt. In dem anderen Modell den Baustein getestet. Null Erfolg.

    Ich vermute mal, dass da eventuell die verwendeten Bauelemente etwas in ihren Daten streuen und dadurch unterschiedliches Verhalten bewirken. Denn die Bauelemente sind in beiden Bausteinexemplaren, zumindest optisch, nicht identisch.

    Ich habe überlegt, ob ich mal die IC's vertausche. Aber die Idee dann verworfen. Wenn sich ein IC als Schwachstelle herausstellen sollte, ist der Austausch wohl eher unwirtschaftlich. Da sind die Portokosten dann wieder höher als alles Andere.


    Gruß

    Dieter

  • Die Schaltung hab ich früher auch oft nachgebaut, hat an meinen Graupner Empfängern auch immer funktioniert.

    Seit dem ich die Arduinos für mich entdeckt habe nutze ich jedoch nur noch diese um Schaltmodule aufzubauen.

    Um den unterschiedlichen Signalpegeln verschiedener Empfänger gerecht zu werden leite ich diese über Optokoppler.

    Wer solche nicht selber bauen will die gibts auch als fertige Bausteine

    z.B. https://www.ebay.de/itm/284102…ksid=p2047675.c101224.m-1

    Dieter59 : Bei analogen Robbe Empfängern habe ich nur Signalpegel von 2,8V gemessen, die haben ohne Anpassungen auch nie an meinen mit Mikroprozessor selbstgebauten Drehzahlstellern funktioniert...


    Chief EB

    Low ESR Kondensatoren haben im allgemeinen niedrige Innenwiederstände und relativ hohe Kapazitäten und werden daher gerne eingesetzt um kurze Spannungseinbrüche von getakteten BEC bei starker Belastung ( z.B. mit kräftigen Digitalservos) auszugleichen.

    gibt es ( natürlich teuer...) auch fertig mit angelötetem Servokabel z.B.

    Futaba RX-Kondensator 1800 µF, FUT-EBR0002


    Ralf

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