Übertragung einer Papierzeichnung in den Computer

  • Liebe Modellbauer, ich möchte zu meiner Eisenbahnanlage ein passendes Fährschiff bauen. Einen Bauplan habe ich (Buch aus den 60ziger Jahren). Gibt es ein Programm mit dem man den Plan in den PC übernehmen kann und dort weiter bearbeiten kann (der Bauplan ist leider auch im falschen Maßstab).

    Vielen Dank und Grüße vom Havelstrand

    Tom

  • Hi,


    wenn es ein 3D-CAD-Programm sein soll, gibt es ein informatives Tutorial von Sebastian End:

    "Fusion360: Vom Bleistift ins CAD"

    External Content www.youtube.com
    Content embedded from external sources will not be displayed without your consent.
    Through the activation of external content, you agree that personal data may be transferred to third party platforms. We have provided more information on this in our privacy policy.



    Sollen auf Papier gezeichnete Baupläne oder Fotos von Bauteilen in ein 2D-CAD-Programm übertragen werden, wende ich gerne die nachfolgend beschriebene Methode an.

    Ein Foto oder der Scan eines Bauplans wird als "Zeichenunterlage" im CAD-Programm auf einen eigenen Zeichnungs-Layer abspeichert und in einen weiteren Layer werden die Striche mit den gängigen CAD-Werkzeugen (Linie, Kreis, Radius, Spline usw.) nachzeichnet.

    Das ist zwar ein gewisser Aufwand, hat aber den Vorteil, dass alle Zeichnungselemente aus Vektoren bestehen. Dadurch kann man sie verlustfrei verkleinern oder vergrößern und hat nicht diese unschönen Effekte wie bei Pixelgrafiken.

    Falls man später passgenaue Teile fräsen möchte, zahlt sich der eingebrachte Aufwand auf jeden Fall wieder aus.


    Hier eine kurze Anleitung in Stichpunkten wie's z.B. mit AutoCad o.ä. CAD-Programm funktioniert:

    Die Stichpunkte sind nummeriert, das erleichtert das Fragen nach weiteren Details.


    1. Bauplan (oder Teile davon) möglichst ohne Verzerrungen fotografieren oder einscannen


    2. den interessanten Teil des Bildes mit einem Bildbearbeitungsprogramm ausschneiden und wenn möglich, in schwarz/weiß-Grafik konvertieren


    3. ausgeschnittenes Bild in die Zwischenablage kopieren (STRG-C) und CAD-Programm starten


    4. Im CAD-Prog. neue Zeichnung mit zwei neuen Layer erzeugen (z.B. Datei-> Neu... und Format->Layer... -> z.B. "JPG" und "SICHTBAR")

    Dabei für den SICHTBAR-Layer eine helle, leuchtende Farbe wählen (z.B. Magenta)


    5. den "JPG"-Layer auswählen


    6. Bild aus der Zwischenablage einfügen (STRG-V)


    7. Layer "JPG" deaktivieren (sperren, Schloßsymbol) und Layer "SICHTBAR" anwählen

    (jetzt kann man zeichnen, ohne das JPG-Bild zu verschieben)

    Ein kleiner Trick bei "schiefen" Bildern: Wenn der Scan nicht exakt ausgerichtet ist , also etwas verdeht dargestellt wird, kann man eine der vertikalen Linien nachzeichnen, diese kopieren und um 90 Grad drehen. Dadurch erhält man einen exakten rechten Winkel und kann durch kopieren und verschieben der entstandenen Linien Parallelität erzeugen.


    8. Nun die Kontur mit Linien und/oder Splines nachzeichnen

    Dabei darf das Bild mit Zoom ruhig soweit vergrößert werden, bis die Treppenstufen der Grafik erkennbar sind.

    Ist das Linienende außerhalb des sichtbaren Bildschirms, kann man das JPG-Bild und den gezeichnetet Teil bequem mit dem gedrückten Mausrad

    und einer Mausbewegung zurecht schieben.


    9. Nachdem so die gewünschte Kontur nachgezeichnet wurde, wird der "JPG"-Layer ausgeschaltet wodurch man nur noch die Kontur sehen kann


    10. Kleine Nacharbeiten durchführen (stutzen, dehnen, dehen und abrunden von Linen...) und auf die richtige Größe skalieren -> Fertig!


    11. Abschließend die fertige Kontur am besten in die Zwischenablage kopieren und in eine neue Zeichnung einfügen. Dann ist man den Bildballast los.


    Ich habe jetzt mal angenommen, dass das Zeichnen sowie das Verändern von Linien (schieben, drehen, stutzen,

    dehnen usw.) kein Problem darstellt.

    Falls irgend etwas unklar ist oder Detailkenntnisse fehlen, bitte einfach nochmal nachfragen.


    Viel Erfolg und Gruß

    Dieter

  • Hallo Peter

    Ich verwende für meine Zeichnungen Solid Edge 2D dieses Programm ist kostenlos.

    Habe die Zeichnung eingescannt und dann mit Solid Edge bearbeitet .



    gruß Harald

  • Hi,

    ich habe nochmal auf meiner Festplatte gestöbert und ein kleines Beispiel mit Bildern zusammengestellt.

    Die meisten Menschen sind eben visuell orientiert und es heißt: "Ein Bild sagt mehr als tausend Worte" :)

    Zum Beispiel:

    Für meine CAD-Konstruktionen habe ich eine Zeichnung eines 550er-E-Motors benötigt und es war gerade nichts fertiges zu finden ...


    1. Zuerst das Bild auf einen eigenen Layer aus der Zwischenablage einfügen (im Beispiel Layer "GIF")


    1_Bild_auf_Layer_GIF_gespeichert_m_Pf.jpg


    2a. Dann den Layer GIF sperren (Vorhängeschloßsymbol) und den Zeichnungslayer auswählen (Layer "0"), Konturen nachzeichnen (magenta-farben) und dabei kann auch sehr weit "gezoomt" werden


    2_Bild_nachgezeichnet_auf_Layer_0.jpg


    2.b Kleine Details lassen sich mit hoher Zoom-Stufe leichter nachzeichnen. Bei symmetrischen Teilen läßt sich durch kopieren und/oder spiegeln bereits gezeichneter Teile einiges an Zeit sparen.


    2_Bild_nachgezeichnet_auf_Layer_0_Details.jpg


    3. Erstellte Zeichnung kopieren, in einen freien Bereich verschieben und Feinheiten erledigen (Symmetrie, Fang der Linienenden, Radien usw.)


    3_Zeichnung_kopiert_und_verschoben.jpg


    4. Zeichnung skalieren und ggf. Absolutmaße korrigieren


    4_Zeichnung_skaliert.jpg


    5. Fertig!


    5_Zeichnung_fertig.jpg


    Gruß

    Dieter

  • Gibt es ein Programm mit dem man den Plan in den PC übernehmen kann und dort weiter bearbeiten kann

    Hallo Peter,


    die Antwort lautet „JEIN“. Um zu verstehen was Du vorhast sollte zunächst das gleiche Verständnis hergestellt werden. Da man bekanntlich das Papier nicht direkt in den Computer hineinstecken kann und auf dem Bildschirm (Monitor) eine Originalabbildung erhält, muß das Papier zunächst in den Computer hinein kopiert werden. Das Ergebnis ist ein Bild das aus vielen kleinen aufgereihten Bildpunkten (pixel) besteht.


    Durch das Kopieren hat man im Computer eine Pixelgrafik erhalten, die aber leider in keinem Zeichenprogramm, für das Erstellen und Bearbeiten von Zeichnungen (Vektorgrafik), verwendet werden kann. Zeichnungen sind Vektorgrafiken, die auf der Basis von Vektoren, im übertragenem Sinne = Strichen, aufgebaut sind. Das bedeutet will man ein Bild in eine Zeichnung verwandeln, dann muß die Pixelgrafik in eine Vektorgrafik konvertiert (umgewandelt) werden.


    Hier bieten sich für den ambitionierten Laien zunächst zwei Möglichkeiten an.


    Erstens man konvertiert die Pixelgrafik mittels eines Vektorisierungsprogrammes in eine Vektorgrafik, die sich dann am Computer weiterverarbeiten läßt. Vektorisierungsprogramme gibt es im Netz zum Herunterladen (download) oder man nutzt das Angebot, sich im Netz die Konvertierung kostenlos (oder gegen Kosten) ausführen zu lassen. Meine Erfahrungen, nach Nutzung aller dieser Verfahren, haben gezeigt, daß die Ergebnisse für meine Bedürfnisse (Weiterverarbeitung) nicht geeignet waren.


    Die zweite Möglichkeit hat Dir Dieter (Dieter59) unter # 2 aufgezeigt. Für das Erstellen einer Zeichnung nach Vorlage arbeite ich auf die gleiche Weise.


    P.S.: Dieses, Dein Thema wurde hier im Forum mehrfach behandelt.

  • Hallo Tom,

    Leih mir mal das Buch aus, oder nenne mir den genauen Titel.

    Wenn es nicht zu teuer ist, besorge ich es mir.

    Ich bin im Besitz einer Fototechnischen Reproanlage und

    digitalisiere damit große Schiffbaupläne und auch Zeichnungen aus Bücher.

    Die Qualität ist um ein mehrfaches besser als vom Scanner.

    Wenn das Papier und die Drucktechnik von guter Qualität sind,

    (das kann man bei Bücher aus den 60er Jahren noch erwarten)

    mach ich Dir daraus einen digitalen Plan bis zur DIN A1 Größe

    und schick ihn Dir als PDF-Datei für Deinen PC.

    Du kannst natürlich den Plan auch als Bilddatei JPG haben.

    Dann kannst Du ihn besser beliebig weiter bearbeiten.

    Du bekommst ihn von mir in jeden gewünschten Maßstab skaliert.


    Selbstverständlich ist dieser Service von mir für Forumsmitglieder

    unentgeltlich.

    Wenn andere Mitglieder ähnliche Wünsche haben - immer her damit.


    Liebe Grüße

    Klaus

  • Liebe Modellbauer,

    mit dem Spaten-Abmalen hat schon mal geklappt. Jetzt stehe ich vor der Frage, wie ich generell vorgehen soll. Das Fährschiff (Sassnitz) hat im Maßstab 1:100 eine Länge von 1,37 m. Ich würde den Rumpf aus einem Kiel + Spanten bauen (alles aus Holz). Das Schiff muss selbst nicht fahren können und wasserdicht sein, sollte aber schon wie das Original aussehen. Das Wichtigste ist das Eisenbahndeck, wobei ich wahrscheinlich keine 4 Gleise unterbringen kann. Meine Frage ist, für den Kiel 8 mm Sperrholz verwenden oder reichen vielleicht 5mm auch und die Spanten aus 5 mm Sperrholz machen?

    Vielen Dank für eure Tipps

    Peter

  • Hallo Peter,


    zeichne Dir den Hauptspannt in Schnittdarstellung, es ist der breiteste und sitzt meist in der Mitte des Schiffes, füge den Kiel ein und schau Dir an, ob Dir die Proportionen gefallen, wenn nicht mach sie passend d.h. ändere den Kiel. Da Du kein Fahrmodell bauen willst, ist die Optik Deines Modells mitentscheidend.

Participate now!

Don’t have an account yet? Register yourself now and be a part of our community!