MAN TGS 6 x 6 mit Bruder Kabine

  • Nach längerer Abwesebheit im Forum wird hier nach und nach ein Bericht über meinen zweiten MAN entstehen.


    Zunächst habe ich an eine Mack Kabine gedacht, aber es wird wieder ein MAN.

    Einfach deshalb, weil ich die neue Serie von Bruder ausgesprochen gelungen finde.

    Dazu kommt, dass die Kabine bereits für Beleuchtung vorbereitet ist.


    Dieser wird es werden, mit weißer Kabine, ideal für spätere individuelle Lackierung:


    Bruder MAN TGS.jpg


    Sowas bekommt man für rund 50 Euro als Komplettfahrzeug.

    Wenn man bedenkt, was andere Kabinen kosten, ist das ein Schnäppchen.


    Aufgebaut wird dieser Truck mit ScaleDRIVE Komponenten der Fa. ScaleART.

    Dazu gehören kugelgelagerte Achsen im faserverstärkten Gehäuse und ein Unterflurantrieb.

  • Zunächst mal die Basis, dabei habe ich mich für ein Fahrgestell von ScaleDRIVE entschieden.


    Dieses Fahrgestell ist universell für Maßstab 1:13 - 1:16 verwendbar, die Bruder Kabine ist 1:16.


    ScaleDRIVE Rahmenbausatz.JPG


    Die weiteren Komponenten wie Achsen (alle angetrieben), Getriebe und Federpakete sind ebenfalls von ScaleDRIVE.


    Der Rahmen zusammengebaut, noch ohne Achsen.

    Wie man sieht kommt hinten eine Pendelaufhängung zum Einsatz::


    ScaleDRIVE FG seitlich.JPG


    Pendelei hinten im Detail:


    Pendelaufhängung klein.jpg


    Die Blattfedern sind aus Phosphorbronze und optisch ein Leckerbissen.


    Hier fertig aufgebaut mit den 2 Achsen, auf die gehe ich später noch ein:


    Pendelei aufgebaut mit Achsen.jpg


    Über eine vierte Achse (zweite Lenkachse) denk ich noch nach, kommt evtl. später.


    Manch einer kennt vielleicht ScaleART, sowas ist nicht billig.

    Bei deren Produktlinie ScaleDRIVE ist das etwas anders.


    Dafür muss man alles (und ich meine ALLES) selbst zusammenbauen.

    Da kommen dann schnell mal drölfzig M2 und M3 Schrauben zusammen.


    Die Pendelei vor dem Zusammenbau:


    Einzelteile Pendelei.jpg

  • Danke, manchmal ist es etwas schwierig zu fotografieren.

    Aber ich werde versuchen, aussagekräftige Bilder zu zeigen. ;)


    Das hier ist Bruder Nr. 2, die Nr. 1 wird als Bericht folgen.

    Der basiert hauptsächlich auf Wedico Komponenten.

  • Vorderachse einbaufertig:


    VA mit Felgen a.JPG


    Die Achsen lassen sich in verschiedenen Spurbreiten aufbauen.

    Damit passen sie sowohl für Tamiya (1:14) als auch Wedico oder Robbe (1:16).


    Dieser Lenkeinschlag sollte ausreichen:


    VA mit Felgen b.JPG


    Sehr gut zu sehen die "Ackermanngeometrie".

    Das ist bei RC Autos nicht unbedingt selbstverständlich. :2:


    Prinzip Ackermann:


    Ackermann Geometrie.jpg


    Das kurvenäußere Rad muss einen kleineren Lenkwinkel haben,

    da es sich auf einem größeren Radius befindet (und umgekehrt).


    Diese unterschiedliche Stellung der Räder verhindert "radieren" und

    wird durch die Ackermanngeometrie ermöglicht.

  • Moin Hermannm,

    Das kurvenäußere Rad muss einen kleineren Lenkwinkel haben,

    da es sich auf einem größeren Radius befindet (und umgekehrt).


    Diese unterschiedliche Stellung der Räder verhindert "radieren" und

    wird durch die Ackermangeometrie ermöglicht.

    sehr schöne Grafik.

    So hab ich schon als 16-jähriger meine Lego-Technikmodelle gebaut.


    M.f.G. Jörg

  • Zwischendurch mal ein Video, welches einen Sondcontroller zeigt.

    Dieses Teil habe ich bereits dreimal gebaut, Kosten je etwa 20 Euro.


    Es gibt eine Bezugsadresse für die vorbestückte Platine sowie umfangreiche Software. Natürlich übernimmt der Controller auch die Beleuchtung.


    Bisher sind die Sounds hauptsächlich von Trucks und Autos, aber man kann sie auch selbst kreieren. Die Lichtersteuerung eines Schiffes wäre ebenso machbar.


    Download der Software und aller nötigen Dateien ist übrigens kostenlos.

    Man zahlt also lediglich für die Hardware und das wars.


    Etwas Erfahrung in Schönschriftlöten hilft ungemein, Elektronikkenntnisse ebenso.

    Das Ganze basiert auf einem ESP 32 Controller, der dem Arduino weit überlegen ist.


    Aber seht selbst:


    Einfach mal anklicken und staunen


    Hier gehts zur Software und allen nötigen Infos


    Martin, der kluge Kopf hinter diesem Projekt, ist ein Netter.

    Er hilft wo er kann wenn es seine Zeit zulässt.


    Edit sagt noch:

    Das zu sehende OLED Display steuert natürlich auch der Soundcontroller.


    An die Admins/Moderatoren, Larger

    Wäre an anderer Stelle hier im Forum sicherlich erwähnenswert.


    Sehenswert: Martins Youtube Channel

  • Hier geht es weiter mit dem 2-Gang-Getriebe, welches man ebenfalls "bauen" muss.


    Ein Haufen Teile wieder mal, aber sowas schreckt mich nicht, da beruflich vorbelastet:


    Getriebebausatz.jpg


    Daraus soll das werden:


    Getriebe ohne Gehäuseabdeckung.jpg


    Absolut sauber gefertigte Zahnräder, kein billiger Frässchrott.

    Als Motor kann jede Standardblechbüchse der 500er/600er Klasse verwendet werden.


    Natürlich auch hochwertigere Motoren dieser Größe, wenn das Lochbild stimmt.

    Die Auswahl ist riesengroß, aber man sollte wissen was man braucht.

  • Als Motor kommt ein Robitronic RockCrawler 55T zum Einsatz.

    Zieht man den bunten Aufkleber ab, kommt ein japanischer SAGAMI zum Vorschein.


    Der Motor ist kugelgelagert und komplett zerlegbar sowie entstört.

    Er läuft problemlos bei nur 1,2 Volt an und hat einen sehr ruhigen Lauf.


    An 7,4V dreht er etwas über 8000U/min, passt ideal.


    Rock-Crawler 55T Vorderseite.jpg


    Rock-Crawler 55T Rückseite.jpg



    Aufkleber ab und Motor testweise ans Getriebe geschraubt.

    Gekoppelt wird über einen Zahnriemen.


    Hier noch ohne Zahnriemen und Zahnriemenabdeckung:


    Getriebe schraeg.JPG


    Gut zu erkennen das Allrad-Verteilergetriebe rechts im Bild.

    Dieses lässt sich auch getrennt vom Getriebe verwenden:


    Getriebe seitlich a.JPG


    Getriebe unten.JPG


    Das Getriebe hat ein glasfaserverstärktes Kunststoffgehäuse und gefräste Stahlzahnräder. Alle Wellen und Schrauben sind aus rostfreiem Stahl und es ist 14-fach kugelgelagert.


    Gesamtübersetzung inkl. Verteilergetriebe:1. Gang: 46:1, 2. Gang: 13:1


    Einbaufertig mit Zahnriemenabdeckung (natürlich auch mit Zahnriemen):


    Zahnriemenabdeckng oben seitlich .JPG


    Zahnriemenabdeckung unten seitlich.JPG



  • Moin Herman,

    wieder mal perfekte Bilder.

    Kannst du noch Angaben zur Übersetzung der Differentiale und zum Radumfang machen ?


    Sowie zur Nenndrehzahl und Stromaufnahme des Motors ?


    Soll dein Modell ein 3S-Kipper ähnlich diesem 26t-Original mit 338 kW werden ?


    M.f.G. Jörg

  • Hallo Jörg, selbstverständlich.


    Robitronic RockCrawler 55T:


    Doppelt kugelgelagert

    Timing verstellbar

    zerlegbar für Wartungsarbeiten


    Technische Daten:


    Windungen: 55T

    Baugröße: 540er

    Spannungsbereich: 4,8 bis 9,6 Volt

    U/min: 8000 bei 7,2 Volt

    U/min: 5000 bei 4,8 Volt


    Über die Stromaufnahme kann ich noch nichts sagen.

    Sie wird aber später im laufenden Betrieb gemessen (Graupner Telemetrie).


    Viel wird es wohl nicht sein bei der Wicklungszahl von 55 Turns.


    Es gibt diesen Motor mit 27, 35, 55 und 80 Turns.

    Dementsprechend dann mit anderen Drehzahlen.


    Direkt zum Shop: Robitronic Motoren


    Übersetzung der Differentialachsen ist 2,67:1, also identisch mit Tamiya.

    Abrollumfang der Räder ist 229mm (73mm Raddurchmesser).


    Nein, ein Kipper wird das nicht, ich habe mich aber noch nicht festgelegt.

    Fernreise-WoMo, Schwerlast-Abschlepper, irgendwas in der Art.

  • Über die Stromaufnahme kann ich noch nichts sagen.

    Sie wird aber später im laufenden Betrieb gemessen (Graupner Telemetrie).


    Viel wird es wohl nicht sein bei der Wicklungszahl von 55 Turns.

    Ahoi Hermann,

    vielleicht ähnelt dein Motor ja von den Leistungsdaten diesem 55T-Motor: Mit 3,35 A * 7,2V - 14,5 W / 6.800 U/min.


    M.f.G. Jörg

  • Getriebe eingebaut, das Servo rechts im Bild ist für die Schaltung:


    ScaleDRIVE VA eingebaut.JPG


    Normalerweise sollen Schaltservo und Lenkservo direkt vor den Motor.


    Aber 1. wird es dort dann sehr eng und 2. mag ich solche Gestänge garnicht:


    Schaltgestänge.jpg


    Ich habe dann einen stabilen Servohalter aus Alu verwendet und das Schaltservo kam hinter das Getriebe. Es liegt zwischen den Rahmenprofilen und das Gestänge benötigt keine Kröpfung. Dafür musste aber die Schaltstange im Getriebe umgedreht werden, kein Problem und nur 5 Minuten Arbeit.


    Noch ein paar 2mm Löcher gebohrt und fertig:


    Schaltservo 1.jpg


    Oberseite Rahmen:


    Schaltservo 2.JPG


    Unterseite Rahmen:


    Schaltservo 3.JPG


    Oberseite Rahmen mit Schaltservo:


    Schaltservo 4.JPG


    Unterseite Rahmen mit Schaltservo:


    Schaltservo 5.JPG


    Die lange Schraube ist nur um die richtige Gestängelänge zu ermitteln.

    Das Servo habe ich später noch umgedreht, Abtrieb also weiter rechts.

  • Habe mal die noch unlackierten Räder draufgesteckt:


    ScaleDRIVE Rahmen mit Rädern.JPG


    Die Pendelei tut was sie soll, nämlich gute Geländetauglichkeit sicherstellen:


    ScaleDRIVE Pendelei .JPG


    Das ist der aktuelle Bauzustand.


    Weiter geht es jetzt erstmal mit anpassen der Bruder Kabine.

    Das ist nicht so einfach wie es zunächst aussieht. Einfach mal eben auf das Fahrgestell bappen funktioniert nämlich nicht. Man muss bereit sein, auch größere Anpassungen und Schnippelei am ABS vorzunehmen. Alles natürlich unsichtbar.


    Aber es lohnt sich, denn für eine 1:16 Kabine werden schnell mal 200 Euro + aufgerufen, bei Wedico und ScaleART ist man im Bereich von 400 - 700 Euro. Wohlgemerkt NUR die Kabine! Die sind dann allerdings aus Metall.


    Die wirklich detailliert und schön gemachten Fahrzeuge der Bruder Profi-Serie hingegen gibt es ab ca. 40 Euro aufwärts und wenn man nur die Kabine benötigt, nimmt man die günstigste Version. In meinem Fall war es der MAN TGS "Müllwagen" für knapp 50 Euro. Es gibt auch Scania, MB und Mack.


    Die Bruder Fahrzeuge sind allesamt mit "Clips" zusammengebaut, nichts ist geklebt. Das ist sehr gut gemacht und ausgesprochen stabil (dickwandiges ABS). Allerdings sind die Clips nochmal zusätzlich gesichert und man kann oft auch nur erahnen wo sie sich befinden. Zusätzlich ist die richtige Reihenfolge entscheidend und an manche Clips bzw. deren "Sicherungslaschen" kommt man kaum heran.


    Mehr dazu im nächsten Beitrag.

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