Hilfe für "vom Foto zum Spant"

  • Hallo in die Runde


    aus alten Bausatz die Smit Rotterdam gebaut. RG 65 Segelboot in Arbeit und nun soll es eine norwegische Inlandfähre werden. Durch einen glücklichen Zufall konnte ich einige Fotos vom Plan des Schiffes schießen. Dazu natürlich viele Detailaufnahmen vom Original. Anfragen bei der Werft und beim Betreiber wurden nicht einmal beantwortet. :thumbdown: Leider konnte ich bisher keine Originalmaße nehmen. Länge und Breite sind bekannt. Die Verzerrungen konnte ich in Gimp schon ausgleichen. Nun meine Fragen:


    • was bedeuten die Buchstaben A, B, usw. im Plan Seitenansicht bzw. Draufsicht Brücke? Die gleichen Bezeichnungen tauchen in einer Tabelle am Rand der Zeichnung auf und erläutern dort Veränderungen z.B. am Aufbeu. Zufall?
    • Ich hatte vor, die Zeichnung im Maßstab 1:75 in FreeCad zu übertragen um ein 3 D Modell zu bekommen. Leider noch wenig Erfahrung. Wäre es besser Papierzeichnungen anzufertigen?
    • Es gibt leider nur ein Foto von der Form des Rumpfes in der Mittelsektion, wie bekomme ich Bug und Hecksktion hin, die glücklicherweise identisch sind.

    Schon mal vielen Dank für hoffentlich viel Hilfe vom WiedereinsteigerIMG_9176.jpgIMG_9178.jpg

  • Hallo Wolfgang,


    es ist leider ein Zeichen der Zeit, daß Reeder und Werften auf Fragen von Modellbauern nicht mehr antworten.


    Es war nicht immer so, insbesondere aus Skandinavien habe ich früher freundliche und umfassende Auskünfte und Dokumentationen erhalten. Daß diese Quellen heute versiegt sind mag daran liegen, der Fragende hat verlernt zu bitten oder, auch durch EU-Richtlinien wird vermehrt auf Urheber- und/oder Nutzungsrechte geachtet.


    Die Buchstaben A, B, usw.

    - bezeichnen die jeweiligen Spanten.


    Wäre es besser eine Papierzeichnung anzufertigen?

    - NEIN. Eine Papierzeichnung ist umständlicher zu bearbeiten als eine Vektorgrafik im Computer.


    … wie bekomme ich Bug und Heck hin … ?

    Durch kreative Researche (Nachforschung, Suche) nach Bildern, z. B. auf Fahrplänen usw!

  • Danke Wolf für die schnelle Antwort.


    Das verstehe ich jetzt nicht so richtig. Wenn das Spanten sind, liegen die alle im mittleren Bereich des Schiffes? Die müßten meiner Meinung nach auch alle die gleiche Form haben.


    Warum dann aber auch im Deckshaus, habe ich da eine Blockkade :kratz:


    Auf dem Plan war leider nur ein Querschnitt in Höhe der Schiffsmitte.


    Zu Deiner Anmerkung, ich hab sehr freundlich nachgefragt.


    Bin im Sommer hoffentlich wieder vor Ort und werde dann tauchen um den Unterwasserrumpf zu fotografieren :bhi2:

  • Normalerweise werden Spanten immer mit Ziffern bezeichnet. Mitte Ruderschaft ist in den allermeisten Fällen Spt. 0, alles was dahinter liegt sind negative Spantnummern, alles davor dann positive Spantnummern. So ist es ja generell auch bei diesem Plan. Lediglich die 8 Spanten für die Brücke sind mit Buchstaben bezeichnet. Das könnte evtl. daher kommen, weil dies die höchsten Spanten im Schiff sind und deswegen besonders konstruiert sind - es könnten möglicherweise Rahmenspanten sein. Interessanterweise gibt es in diesem Plan 2 Spanten mit der Ziffer 0 und liegen entgegen des allgemein üblichen Planaufbaus im Schiffbau auch nicht am Heck, sondern spiegelsymmetrisch in der Mitte. Aber da so eine Fähre ja grundsätzlich symmetrisch ist, spielt es auch nur eine nachrangige Rolle.

    Bezüglich deiner Frage, wie die anderen Sektionen konstruiert sind, können dir eigentlich nur (weil keine anderen Pläne verfügbar sind) eventuelle Dockfotos oder jegliches andere Rumpffoto weiterhelfen. Mit Hilfe des Hauptspants aus deinem Generalplan und den Fotos könntest du so nah, wie irgendwie möglich, an die Konstruktion des Rumpfes kommen.


    Eine kurze Recherche im Internet brachte das zu Tage (ich denke, dass das der Fährentyp ist):

    Fotos bei Shipspotting


    Technische Daten bei Skipsarkiv Rogaland


    Google Bildersuche


    Schöne Grüße,

    Dieter

  • Hallo Dieter,


    entschuldige, dass ich erst jetzt antworte, aber es gab PC-Probleme.


    Danke für die Links, einige hatte ich schon gefunden. Auch habe ich viele eigene Bilder, besonders Detailansichten, vor Ort gemacht. Leider hatte ich kein Maßband dabei :cry: . Deinen Ausführungen kann ich nur bedingt folgen:

    • ich bin der Meinung, dass die Spanten bis 25 bzw -25 identisch sein müßten
    • wo liegen die dann? (da hab ich ein Brett vorm Kopf :kratz: )
    • du schreibst von zweimal Spant 0, kann nur eine finden

    Vielleicht kannst du einem Anfänger auf die Sprünge helfen


    Schöne Grüße,


    Wolfgang

  • Moin Wolfgang,


    vermutlich habe ich mich missverständlich ausgedrückt, ich versuche es nochmal (hoffentlich) besser:


    - Ja, Spt. -25 bis Spt. 25 sind identisch (symmetrisch)

    - die zweite Frage, wo sie liegen verstehe ich nicht, die müsstest du für mich nochmal eindeutig formulieren

    - es ist ein Spant mit 0 bezeichnet, aber der Spant H ist genau der gleiche. In beide Richtungen werden ja dann die Spanten gezählt.. Ich war da etwas unklar, den Spant 0 gibt es so tatsächlich nur einmal im Plan, aber H ist auch eine Art Spant 0.


    Ich hoffe, dass ich jetzt etwas klarer mit meinen Formulierungen war.


    Schöne Grüße,

    Dieter

  • Danke Dieter,


    das macht jetzt für mich Sinn. Hab da wohl auf dem Schlauch gestanden.


    Der Spantabstand laut Datenblatt beträgt 600 mm, das macht dann 2 mal 41 Spanten + 9 Spanten 0 bis H also in Summe 54,60 m Originallänge und die stimmt mit der Länge über alles überein. :id2:

    Bei der Modellänge von rund 730 mm müßte ich dann etwa wieviel Spanten konstruieren, was meinst du?


    schöne Grüße aus dem Urlaub

  • Moin Jungs,


    meiner Ansicht nach ist das Originalschiff einmal verlängert worden.

    Ursprünglich gab es nur die nummerierten Spanten.

    Bei der Verlängerung wurde das Schiff am Spant 0 (alte Schiffsmitte) aufgetrennt und die Spanten mit den Buchstaben wurden eingefügt (A - H) wobei Spant H auch als Null / 2 bezeichnet werden könnte.

    Zur Frage nach der Spantzahl für das Modell: Das richtet sich danach, wie stark die Krümmungen sind und wie stark Deine Planken sind.

    Als grober Anhaltswert mögen 5 - 7 cm Spantabstand dienen.


    Ich würde evtl. an Deiner Stelle eine Rumpfhälfte aus Styropor (oder Styrodur) formen und dann über Negativ- und Positiv die Rumpfhälften laminieren.


    Als Anhaltspunkte für die Form suche ich mal ein paar Modellbilder von Doppelendfähren raus (vom heimischen Rechner am Abend), das könnte genügen.


    So weit 5 Öre von mir dazu


    Gruß Gerrit

  • Moin Jungs,


    meiner Ansicht nach ist dsa Originalschiff einmal verlängert worden.

    Ursprünglich gab es nur die nummerierten Spanten.

    Auf die Idee bin ich noch gar nicht gekommen, das wäre tatsächlich eine Erklärung. Wenn man sich allerdings den Lebenslauf bei Skipsarkiv Rogaland ansieht (der zugegebenermaßen nicht vollständig sein muss), steht dort nirgendwo etwas von einer Verlängerung. Und das Bild 1 soll angeblich der Originalzustand bei Ablieferung sein, ich kann bei den jüngeren Fotos da keinen Unterschied erkennen. Die einzige nennenswerte Veränderung (vor dem Brand und der Explosion) ist, dass eine zusätzliche Luke eingebaut wurde. Aber letztlich ist das alles nur Spökenkiekerei - also quasi nur Vermutungen ;)

    Schöne Grüße,

    Dieter

  • Moin Dieter und Wolfgang,

    also ich finde auf der verlinkten Seite sehr wohl (wenn auch nicht volständige) Hinweise auf eine Verlängerung:

    2019 im Zuge des Umbaus auf Hybridantrieb.

    Denn die Tonnage (BRT eigentlich heute eher BRZ,die den gesamten umbauten Raum des Schiffes angibt) von 632 auf 654 vergrößert sich (ohne Veränderung der Silhouette eines Schiffes) nun einmal allein mit einer Verlängerung.

    In den geometrischen Daten fehlt leider diese Änderung.

    Die Nutzlast (tdw) hat sich (wohl durch den Einbau der schweren Energiespeicher) nicht verändert.

    Auf Bildern wird diese Verlängerung (ist ja mit 8 x (400 bis 600) mm gerade mal eine Steuerhauslänge und weniger als 10% der Gesamtlänge) nur sehr schwer auszumachen sein.


    So weit 5 weiter Öre von mir zum Thema.


    Gruß Gerrit

  • Nachtrag:


    Als "Anhaltswert" für den Rumpfbau:


    2006_smm_faehrschiff_2_end.jpg

    SMM 2006: Modell Fährschiff TORGHATTEN auf dem Stand der polischen Bauwerft


    Sicher wird der Querschnitt im Hauptspant nicht stimmen (Aufkimmung und Kimmradius), aber die Formgebung zu den Enden hin ist verglecihbar.


    Gruß Gerrit

    Gruß Gerrit

  • Hallo „Spantenzähler“


    Das Geheimnis der Spanten mit Buchstaben besteht in der Tatsache, daß die Anzahl der Spanten 5 und -5, gezählt von „NULL“, unterschiedlich sind.


    Von 0 (NULL) bis 5 sind es 13 Spanten, von 0 (NULL) bis -5 sind es fünf Spanten. Grund ist die Symmetrie des Schiffsrumpfes, der durch das doppelt asymmetrische Steuerhaus unterbrochen wird. Für den Bereich der Asymmetrie hat man eine andere Zählweise gewählt, um zu gewährleisten, daß die Spanten „plus“ und „minus“ mit gleicher Nummer, aber anderem Vorzeichen, spiegelverkehrt gleich bleiben.


    Es gibt auch keinen Grund anzunehmen, daß der Rumpf jemals verlängert wurde (siehe: Den Beitrag von Dieter (Werftarchiv) #4 vom 13.01.22, „Technische Daten bei Skipsarkiv Rogaland“. Aus diesen Daten geht nur hervor, daß die Maschine verändert wurde, sie wurde schwerer, und damit verbunden hat sich das Gesamtgewicht und die Geschwindigkeit verändert, - nicht aber die Schiffslänge.

  • Denn die Tonnage (BRT eigentlich heute eher BRZ,die den gesamten umbauten Raum des Schiffes angibt) von 632 auf 654 vergrößert sich (ohne Veränderung der Silhouette eines Schiffes) nun einmal allein mit einer Verlängerung.

    Jein... ;) Die BRT (2.83 m3) gibt ja den gesamten umbauten Raum an - es könnten also auch einfach nur Aufbauten dazukommen (was hier allerdings nicht der Fall zu sein scheint).

    Deine Annahme wird auch durch folgende überschlägige Rechnung gestützt: Gesamter zusätzliche Bruttotonnage = 22, das ergibt 62.26 m3 Raum. Es sind 8 Spanten (also 7 Spantfelder a 600mm Abstand) dazugekommen. (4200 mm). Daraus würde sich eine Höhe des neuen umbauten Raums von 4385 mm ergeben (alles natürlich nur auf einen Quader bezogen, den das Schiff ja nicht bildet - es wird also eine größere Höhe sein). Wenn man noch Aufbauten dazu nimmt, kommt das alles sehr gut hin. Ich würde sagen: Du hast vermutlich recht. :)


    Ich habe selbst in meiner Zeit als Schiffbauer 2 Verlängerungen mitgemacht, leider kann ich mich überhaupt nicht mehr daran erinnern, wie die Spantnummern damals gezählt wurden. Aber das Einfügen von Buchstaben ergibt Sinn, um nicht alle Zeichnungen unnötig ändern zu müssen.

    "Meine" erste Verlängerung: Der spannende Moment, als die Zwischensektion eingefügt wird


    Schöne Grüße,

    Dieter

  • Moin,


    vielen Dank für die helfenden Beiträge. Ich war bisher davon ausgegangen, dass die Fähre komplett in NO gebaut wurde. Inzwischen habe ich auch ein Dokument gefunden, das belegt, daß der Rumpf nicht dort entstanden ist. Stelle es mal ein, falls Interesse besteht. Mein erneutes Anschreiben an die Werft in NO ist wieder nicht beantwortet worden. X( Ich werd es mal bei der Rumpfbauwerft probieren. Mein Informant vor Ort hat noch ein paar Bilder geschickt, die mehr Aufschluß geben. Leider ist der Querschnitt nicht vollständig drauf, aber das läßt sich spiegeln.


    • Haben die Buchstaben der Revision nun einen Bezug zum Spantenplan, dass kann ich mir nicht vorstellen
    • Es gibt dort keinen Hinweis auf eine Verlängerung, oder hab ich was übersehen

    Nochmals ein großes Danke für die vielen Anregungen und Hinweise an alle.


    WolfgangIMG_9195.jpgIMG_9176.jpg17_Brosjyre_BN_62-66_Vaagsoey-Davik.pdf

  • Hallo Dieter,


    danke für den Link zum Schiffsarchiv. Leider kann ich weder Einträge für die "Davik" bzw dem Schwesterschiff "Vågsøy" finden. Die "YTTERØYNINGEN" ist 2006 gebaut und die beiden anderen 2009 in der gleichen Werft. Die Schiffe unterscheiden sich in der Länge und geringfügig in der Breite. Es könnte also durchaus sein, dass der Plan geändert wurde und dadurch die Nummerierung mit Buchstaben eingefügt wurde. Damit wäre auch klar, dass das Schiff nicht nachträglich verändert wurde.



    "YTTERØYNINGEN" Länge 49,80 m + 7* 0,6 m = 54 m Länge der "Davik"


    Ich glaube, das ist des Rätsels Lösung.


    Wolfgang

  • Hallo Gemeinde,

    so nun mal ein paar Berichte,ist ja schon viel Zeit vergangen :diab: Nachdem ich mit dem CAD nicht so recht weiter kam (nur die Spanten erstellt), bin ich zur Papiervariante gewechselt. Die Verzerrungen aus den Fotos ließen sich mit Gimp recht gut ausgleichen.


    Also Spanten auf Papier gedruckt, Papier auf Sperrholz mit Sprühkleber geklebt, Spanten ausgeschnitten und auf Hellingbrett montiert. Die Zischenräume mit Sterodur ausgefüllt und schön beschliffen. Dann die Spalten mit Füllspachtel ausgefüllt (Fehler :no2: der Spachtel reagierte mit dem Sterodur und es gab leichte Schrumpfungen) Also wieder alles beigeschliffen.


    Danach alles mit Epoxi und 2 Lagen 250 er und 2 Lagen feines Gewebe laminiert. Ich hoffe, das reicht.

    Nun noch das Sterodur herausholen, vielleicht können die Spanten ja drin bleiben.


    Vorher aber den Rumpf in der richtigen Höhe trennen. Habt ihr hier Tipps?


    Gibt es eigendlich die Schottelantriebe im Maßstab 1:75? Hab noch nicht gegoogelt ;)


    Hänge mal einige Bilder an


    Gruß Wolfgang20221225_132735[1].jpg

    20230108_173153[1].jpg

    • Official Post

    wolfgang, das Schaumzeug heisst Styrodur :)

    MfG, Ernst
    (Moderator)


    Das Vorteilhafte an Standmodellen ist, dass sie selten absaufen...


    IG-Yachtmodellbau seit 1996


    Under Construction: in 1:10 - Riva Anniversario - Baby Horace III - Sunseeker Hawk 38 :bd: und Graupner Manhattan-Variationen, sowie Graupner Helgoland von 1965 zur Restauration :2:


    MFC Ikarus Kempten - Modellfliegen auf 855m üNN Starthöhe :)

  • Hi Wolfganng

    Für dein nächstes Projekt ein Tip:

    Für so Styro-Zeug gibt es Kleber (Baumark) auf Dispersions-Basis. Recht günstig und auch in kilo Eimern, die greifen das Material nicht an. Gemixt mit einer handvoll Glas-Bubbles kann man da draus eine schön fluffige Spachtelmasse anrühren, die sich auch gut schleifen lässt.


    Hast du das Styro schon aus dem Rumpf raus?

    Das wird sich vermutlich dagegen sträuben... Ich hab dann die größeren Stücke mit einem Malerspachtel in etwa 2x2cm Würfel geteilt. Cutter geht natürlich, aber nicht zu tief schneiden, sonst schaut das Messer gleich draussen raus 8.(

    An deinen gespachtelten Stellen wirds wahrscheinlich fummelig. Dein Poly-Spachtel hat sich in das Styro eingeschmolzen, desshalb auch die Vertiefungen.


    LG Peter

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