HEMTT, Heavy Expanded Mobility Taktical Truck, 8x8, Maßstab 1 : 12

  • Liebe Modellbaufreunde,

    ich werde im Laufe dieses Beitrages auf ein Thema kommen, dass im Fahrzeug-Modellbau vergleichsweise selten zur Sprache kommt. Die Gründe liegen bestimmt in der technischen Komplexität aber; auch die Kosten dürften eine Rolle spielen.


    Aber erst ein kurzes Update im Projekt HEMTT.

    Bekanntlich habe ich den Fahrzeugrahmen verlängert, um am Heck den Teleskop-Lade kran unter zu bringen. Ich hatte gehofft, mit dieser Maßnahme auch den zusätzlichen Raum zu gewinnen, der erforderlich ist, um den vergrößerten Motorblock zu platzieren. Durch den zusätzlich vom mir vorgesehenen Kühler (… in einem älteren Beitrag habe ich darüber berichtet.) werden etwa 15 mm mehr benötigt. Von der Verlagerung aller Befestigung-Bohrungen im Rahmen ganz abgesehen, hat es Auswirkungen auf die Befestigung beinahe aller Baugruppen des Fahrzeug-Rahmens. Wegen der Platzknappheit muss ich meine Aktivitäten bezüglich des Kranes und seiner Steuerelektronik vorläufig beenden und sie stattdessen nach vorne verlagern.


    Alles hängt irgendwie mit Allem zusammen. Man darf nicht den Überblick verlieren.


    Bild 0022 zeigt den Motorblockmit dem Kühler, der direkt am Lufteinlass an der Fahrerkabine ansetzt. Der Ventilator und einige Komponenten wie z.B. Wasserpumpe und Lichtmaschine sind noch nicht montiert. Auch die Kühlwasserschläuche hängen noch etwas wild in der Luft. Wie eng es zugeht seht ihr auf Bild 0024.

    Das Fahrerhaus beherbergt eine Menge Verkabelungsintensiver elektronischer Baugruppen. Diese Verkabelung führt bis zur letzten LED am Heck des Fahrzeuges und soll möglichst unauffällig am Rahmen verlegt werden.

    Die meisten LED’s befinden sich an der Fahrzeugkabine. Neben den Frontscheinwerfern, sowie den vorderen und seitlichen Blinkleuchten ist es vor Allem, die bei den Amerikanern offensichtlich selbst bei einem Army-Truck unverzichtbare „lightbar“ oberhalb der Frontscheiben (…siehe Bild 0026)


    Mit einem kleinen Schalter über der Beifahrertür lassen sich verschiedene Lichtprogramme schalten. Selbst das sehr „realitätsnahe Feuerwerk“ der Polizei mit rot-blauem Lauflicht und Rundum-Blinkleuchte darf nicht fehlen. Genau das Richtige für den Aufmarsch im Kampfgebiet.


    Zu jeder dieser Leuchten führt ein Kabel; alle unter der Verkleidung der Türsäule. Glücklicher Weise ist das Licht-Sound-Modul mit Audio-Verstärker und einem der zwei anschließbaren Lautsprecher unter der Mittel-Konsole des Fahrerkabine untergebracht. Bild 0026 zeigt diese nach vorne offene und durch ein Frontgitter geschlossene Mittelkonsole, sowie einen Teil der Inneneinrichtung.


    Die beiden Figuren auf den Sitzen, führen uns zum oben angekündigten Thema.

    Dieses neue Thema führt Schlagworte wie „FPV“ ( First Person View) und „OSD“ ( On-Screen-Display) In der Modell-Fliegerei , hier speziell bei den Drohnen, erfreut es sich wachsender Beliebtheit. Dabei wird das Flugmodell unter Einsatz einer Videobrille oder eines Monitors geflogen. Mittels Kameratechnik wird aus der Perspektive der Modellpiloten gesteuert. Mittels OSD werden alle wichtigen Daten, wie Höhe, Geschwindigkeit und Kurs, aber auch über GPS-Sensoren bereit gestellte Informationen, wie geografische Daten, geflogener Kurs, Standort, Entfernung zum Heimat-Flugplatz usw. werden direkt in das Video-Blickfeld des RC-Piloten eingespielt. Das gilt auch für wichtige technische Informationen, wie Motordrehzahl, Motorleistung, Temperaturen, Batterierestkapazität, Restflugzeit. Diese Informationen werden durch entsprechende Sensoren bereit gestellt und mittels OSD in den Video-Datenstrom integriert.

    Die Krone setzt man sich allerdings in dieser Technik mit einem „Head-Tracker“ auf.


    Head-Tracking – Wikipedia


    Die beiden Herren in Bild 0026 haben etwas damit zu tun. Der Zivilist dient nur der Bestimmung von Abmessungen. Der „Alien“ daneben spielt dagegen eine Hauptrolle, denn was den Fliegern recht ist, ist uns Truck-Piloten billig. Soll heißen, was die können, das können wir auch.

    Worum geht es beim Head-Tracking.

    Beim oben beschriebenen „FPV“ sieht der RC-Pilot die Das Video-Bild der fest im Flieger verbauten Kamera. Das ist bestimmt eine schöne, neue Erfahrung die Landschaft aus der Sicht des Modells zu betrachten. Richtig fliegen wird man allerdings damit schwer. Zum Fliegen gehört etwas mehr, als starr nach vorne zu schauen, wahrscheinlich muss der Luftraum, sowie die Fluglage beobachtet werden, das heißt auch zur Seite und nach oben blicken. Dazu ist die Kamera nicht fest eingebaut, sondern sitzt auf einer kardanisch aufgehängten Plattform. Die Plattform wird mit Servos in zwei Achsen bewegt (… neudeutsch: pitch and roll.) Verständlicher ist „drehen“ und „nicken“.


    Bild 0028 zeigt eine solche Plattform und wiederum neudeutsch „Gimbal“ genannt.

    Ein Servo in der „Sitzfläche“ ist für das Drehen und ein Servo an der „Rückenlehne“ für das Nicken zuständig. Seine Befehle erhält er über Funk automatisch gesteuert durch die Kopfbewegung des RC-Piloten. An der Brille oder am Kopfband des Piloten ist der Head-Tracker befestigt. Durch einen Kreisel und einem Beschleunigungssensor werden die Kopf-Bewegungen (Blickrichtungs-Änderung) in Steuerbefehle umgewandelt, die entweder über die Funkfernsteuerung oder einen eigenen 433 MHz Sender übertragen werden.

    Der Gimbal sieht zwar einem Pilotensitz recht ähnlich, ist aber nur bedingt zur Aufnahme einer Figur vorgesehen. Mehrheitlich ist er mit einer Kamera versehen hängend an einer Drohne montiert. Ich habe die Absicht möglichst wirklichkeitsnahe Figuren in der Fahrerkabine zu platzieren; schließlich können Zuschauer gut erkennen, ob da irgendein „Gestell“ oder eine menschliche Gestalt steuert.


    Die Zeichnung zeigt den Versuch, die technischen und die optischen Anforderungen in Einklang zu bringen. Grundsätzlich gehe ich davon aus, eine Mini-Kamera in den Kopf der Figur einzubauen oder statt des Kopfes die Kamera zu platzieren und sie soweit wie möglich zu tarnen.

    Sorry! Auf der Zeichnung habe ich dieFiguren 2 und 3 vertauscht.


    Studie 1, zeigt den Kopf, verbunden mit einer Achse, die durch den, am Rückenteil befestigten Brustkorb zum Servo führt. Das ebenfalls mit dem Rückenteil verbunden Servo zum Drehen des Kopfes ( 270°), befindet sich unterhalb des Brustkorbes. Mit einem zweiten Servo (nicht gezeichnet) wird das Rückenteil mit den genannten Anbauten geneigt (+,- 45°).


    Studie 2. Hier ist der Kopf mit Kamera über ein Mini-Kardangelenk mit der Welle des Servos verbunden, dass den Kopf dreht. Dieses Servo ist unsichtbar unter dem Sitz montiert. Die Welle führt durch den fest montierten Körber des Fahrers. Es dreht sich nur der Kopf. Die Arme können zur Simulation der Lenkbewegung bewegt werden. Die Nick-Bewegung des Kopfes erfolgt oberhalb des Kardans durch das Steuergestänge des Servos hinter der Rückenlehne.


    Studie 3 ist die etwas modifizierte Variante von Studie 2. Das Kopf-Gelenk ist in die Kopfstütze indegriert. Das Nick-Servo ist in der Rückenlehne.


    Bild 0032 zeigt einige der Mini-Komponenten. Oben links die Kamera mit 5,8 GHz-Sender und Antenne. Die Antenne wird später über Koax-Kabel abgesetzt, auf dem Fahrzeugdach montiert. Oben rechts ein, auf 270° motifiziertes Servo. Darunter ein Mini-Kardangelenk und zwei Kugelgelenke für eine 2 mm Welle.

    Bilder 0033 und 0037 zeigen eine geeignete Gelenkfigur (Formel1-Pilot) auf dem Gimbal. Bild 0037 zeigt neben der Kamera auch den Head-Tracker (links) und das 433 MHz Empfänger-Modul zur Ansteuerung der zwei Servos.


    Head tTracker Studien.jpgP1020022.jpgP1020024.jpgP1020026.jpgP1020037.jpg








  • Turbo-Georg

    Changed the title of the thread from “HEMTT, Heavy Expanded Mobility Taktical Truck, Maßstab 1 : 12” to “HEMTT, Heavy Expanded Mobility Taktical Truck, 8x8, Maßstab 1 : 12”.
  • Hallo, liebe Modellbaufreunde,

    viel ist nicht gelaufen, aber für einen kurzen Wochenendgruß reicht es.

    Ich bin ja nicht gerade ein talentierter Zeichner von menschlichen Figuren. Ich verstecke mich daher gerne hinter sog. „Studien“, da muss man es nicht so genau nehmen. Wichtig ist, dass damit eine Aussage getroffen wird.

    Ich habe den Fahrersitz ausgebaut und erste Stellversuche unternommen. Die Figur könnte ein Bisschen größer sein. Sie ist nur 1 : 10, aber sie vereint sonnst alle Vorteile in sich.

    Sie ist an der Taille und am Hals geteilt und damit auch drehbar, Arme und Beine sind ebenfalls beweglich. Der Visierhelm wäre ideal zur Unterbringung einer Kamera, wenn er etwas größer wäre. (Bild 0044)

    Ich habe zwar noch die „Zivilisten“-Figur. Aber auf ein Militärfahrzeug gehören keine Zivis und

    bis ich aus ihm einen ordentlichen Soldaten gemacht habe, habe ich auch meinen Rennfahrer militarisiert.


    Ich habe alle Maße für die Kamerafigur aufgenommen (… siehe Studie), einschließlich Kamera und Servo. Ich habe mir BURDA Schnittmuster für Puppenkleider besorgt; da ist auch der Schnitt einer Hose und einer Jacke dabei. Aus dünnen Dessert-Tarn-Stoff bekommt er eine Uniform, oder was so aussieht; da lässt sich mit Füttern bei den Körpermaßen etwa machen. Er wird ein „Großkopferder“, wie man in Bayern zu sagen pflegt. Ich habe ihm mit TINKERCAD eine neue "Rübe" verpasst.

    Da hier nur geometrische Figuren zum Konstruieren zur Verfügung stehen, kommt mir sein Voll-Visierhelm sehr entgegen. Die US-Army wird darüber hinweg sehen (3D-Entwurf).

    Wen er gedruckt ist, werde ich probeweise eine Kamera einsetzen und ihn euch vorstellen.


    Schönes Wochenende!

  • Hallo Liebe Modellbaufreunde,

    wie versprochen, der Kamerahelm, im dritten Versuch. Die kleinsten Winkelfehler beim Kippen oder Drehen des Objektes oder winzige Unebenheiten, machen eine Betthaftung unmöglich. Dann muss noch mal nachgearbeitet werden.

    In einem eventuellen 3D-Tutorial für Einsteiger, würde ich näher auf die Probleme beim 3D-Druck eingehen.

    Übrigens, wenn jemand Fragen, insbesondere zu „so neumod‘chen Gram“ (…Zitat Oma.), wie FPV, OSD oder gar Head-Tracking hat, keine Scheu, nur raus damit.

    Es ist unglaublich faszinierend, und das für vergleichsweise erschwingliches Geld (Made in China).

    Es ist kein Alleinstellungsmerkmal der Drohnen-, und Modell-Fliegerei.

    Die Vorstellung, sein Schiffsmodell aus der Sicht seiner Brücke zu fahren, ist nicht unrealistisch. Selbst die Modelleisenbahner bauen Kameras auf den Lok-Führerstand.

    Man braucht auch nicht unbedingt eine FPV-Brille (ab etwa € 50.-), ein 5 Zoll-FPV-Monitor mit Sonnenschutz (aufgebaut auf die Fernsteuerung) für ca. € 30.-, ist meist viel praktischer.


    Wenn man Telemetrie-Daten, wie z.B. Restfahrzeit (Batterie Kapazität) per OSD übertragen möchte, sollte man an einem GPS-Modul (ca. € 30.-) nicht sparen. Die Möglichkeiten sind nahezu grenzenlos und man kann der Fantasie freien Lauf lassen.


    In Bild 0046 ist der Drucker noch in der Arbeit. Bei ausreichender Vergrößerung sieht man die Wabenstruktur zur Gewichts-, und Geldersparnis.

    Bild 0049. Druck beendet. Wenn man wartet bis das Bett abgekühlt ist, kann man die Teile problemlos entnehmen.

    Bild 0055. Wegen der Antenne und der Stromzuführung, lässt sich die Kamera noch nicht restlos einsetzen; aber sie passt hinein.

    Bild 0056 zeigt die gedruckten Aussparungen in den Kamerahälften.

    P1020046.jpgrc-modellbau-schiffe.de/wbb2/w…ex.php?attachment/291274/rc-modellbau-schiffe.de/wbb2/w…ex.php?attachment/291274/P1020049.jpgP1020055.jpgP1020056.jpgBild 0058 zeigt in etwa die äußere Form des Helmes ( Visier braun, Helm sandfarben, Nacken Hautfarbe)

  • Hallo Georg,

    schöne Idee, binn gespannt auf das Ergebniss, vor allem die Reichweite.

    Bitte teste die Kameraplatine auf Wärmeentwicklung. Meine Platine auf der Brücke im Schwimmkran wird durch die interne Spannungsreglung gut warm - vergiß also die Lüftungslöcher im "Kopf" nicht.


    Wolfgang

  • Hallo Wolfgang,

    du hast recht, bei 350 mA Betriebsstrom besteht schnell die Gefahr der Überhitzung. Bisher war ich davon ausgegangen, dass ca. 8 cm² Oberfläche zur Kühlung reichen. Das setzt allerdings voraus, dass es mir gelingt mit Wärmeleitpaste einen guten Wärmedurchgang zu erzielen..

    Du hast mich aber zu diesem Problem neu sensibilisiert.

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