RS1 Colin Archer in M1:40

  • Hallo Freunde der Kleinmodelle :)


    Als Neuling in Sachen Segelmodelle habe ich mir beider Diskussion des FoMo Tarana erklären lassen, dass kleine Segler nicht funktionieren - klein heißt kleiner Baumaßstab.

    Dennoch musste ich Sturkopf die Tarana in M1:10 bauen mit einem Drittel der Verdrängung.


    Dann kam Gerald mit dem Modell daher: RS Stavanger Gaffel Ketch

    und hat das quasi unmogliche Modell gebaut.

    Für mich musste es also auch so ein Modell sein.


    Die originale RS1 Colin Archer hat ja eine eigene Homepage und da gibt es sogar einen originalen Plan, der dann auch als Bauplan für den Rumpf herhalten durfte. Für die Ansprüche an ein CAD-gefrästes Modell sicher indiskutabel, aber für die Laubsäge und Schleifklotz und einem 35cm langen Modellrumpf kam es mir gerade recht.


    Nach ein paar Wochen Planung mit Papier und Bleistift habe ich den Bau begonnen und werde ab und zu etwas hier schreiben - in der Hoffnung, dass auch von der Größe her unspektakuläre Modelle Interesse finden.

    Hier mal der Anfang in ein paar Fotos:

  • Ein Spantgerüst mit Balsa beplanken ist jetzt nicht mehr die große Innovation, daher ein Zeitsprung zum aktuellen Stand:

    Der Bleikiel soll an der Stelle des für Colin Archer typischen Eisenbarrens kommen, allerdings ohne die typischen "Flügel". Das lose Holzstück dient als Urform für den Bleiguss.

    Grob überschlagen sind das 175g Blei bei 400 bis 480g Verdrängung insgesamt.

    Meine Lust auf Bleiguss hält sich gerade sehr in Grenzen, ist doch vor 3 Tagen ein "Familienmitglied" (Nymphensittich) an Bleivergiftung gestorben.

  • Sieht prima aus!

    175 g Blei ist vermutlich zu wenig.

    Bei der Leila habe ich einen Ballastanteil von 69%

    Das ist auch nur der Anfang, also fest einlaminierter Ballast. 2mm Holz über dem Bleibarren ist schon der Innenraum des Rumpfes, den ich weiter mit Ballast füllen kann.

    Ich habe gelesen, dass die Colin Archer Boote innen zusätzlich Bleischrot fahren. Also bleibe ich ziemlich scale.

    Da habe ich dann genügend Flexibilität zum trimmen.

    Stefan


    Modelle (Auswahl): Fomo Segler Tarana in 1:10, T22, S130 (robbe), Bugsier 1 , Örjan (14cm Schlepper), Griech. Fischerboot, Sea Scout
    Baustellen: Rocket, RS1 Colin Archer in 1:40

  • Viel Entwürfe, nicht nur von Colin Archer, haben im Kiel mehr oder weniger große Fächer, die zum endgültigen austrimmen genutzt werden.

    Hier im Bild mit 950kg!

    Hallo Axel,

    meiner Meinung nach sind die 950kg kein Fach für einen beweglichen Bleiballast, sondern ein fest eingebauter Barren aus Gusseisen oder auch Blei.

    Siehe diesen Artikel:

    LEDA

    Etwa in der mitte der Seite sieht man das Colin Archer Boot "LEDA" an Land gestellt, dieser Barren aus Gusseisen ist deutlich abgegrenzt im Anstrich und hat Opferanoden angebracht; also Stahl und kein Blei.

    Auf dem Foto darunter ist ein ausgebauter Originalbarren abgebildet! soweit ich das Norwegische deute, ist das der Ballast von einem Schwesterboot des ehemaligen Lotesnkutters.

    Stefan


    Modelle (Auswahl): Fomo Segler Tarana in 1:10, T22, S130 (robbe), Bugsier 1 , Örjan (14cm Schlepper), Griech. Fischerboot, Sea Scout
    Baustellen: Rocket, RS1 Colin Archer in 1:40

  • Weiter geht es mit meinem Experiment eines Klein-Seglers:


    Der Bleiballast ist in einer offenen Gips-Form gegossen, etwas zurechtgeschnitzt und an der vorgesehenen Stelle eingeklebt.

    Eine feinere Nacharbeit am Blei durch Zufeilen etc. mit entsprechender Bildung von feinen Partikeln möchte ich mir aufgrund der Giftigkeit ersparen.

    Es ergab dann doch 211 g Ballast. Also sind schon etwa 50% des Zielgewichtes in Balast verbaut.

    Im nächsten Schritt kann der Rumpf dünn laminiert werden. Um zu verhindern, dass sich die Beplankung als Balsa wie ein Schwamm vollsaugt, ist das Boot schon mit Porenfüller grundiert.

  • Hier ein paar Fotos von den nächsten Schritten:


    Rumpf samt Bleigewicht laminieren, Anstrich und Servohalter einbauen. Aktuell liege ich bei 290g. Wenn das Vorbild 30t verdrängt, habe ich 460g zur Verfügung. Da bleibt noch etwas Spielraum.

    Der Großmast ist aus einem Handelsüblichen Kiefer Rundstab auf der Drechselbank zurechtgeschmirgelt.

    Die Colin Archer hat offensichtlich einen äußerst massiven Mast, den ich maßstäblich auf ca. 7.5mm schätze, also 30cm im Original.

    Etwas Kopfzerbrechen macht mir mal wieder die Fußreling: zunächst mal die Höhe ,die ich jetzt mal auf 30cm geschätzt habe - hat hier jemand genauere Angaben?

    Dann wieder ein offener aber robuster Aufbau, da man sicher mal die Finger daran hat. Vermutlich die Stützen durch die Unterbeplankung des Decks dübeln, um einen sicheren Halt zu gewährleisten?

  • Das Ruder ist aus Sperrholz nach dem originalen Plan ausgesägt und hat Scharniere bekommen.

    Jetzt grüble ich gerade über eine sinnvolle Anlenkung: die ursprünglich angedachte Anlenkung über einen Federstahl-Draht durch ein Röhrchen im Heck nahe dem Achtersteven macht mir gerade sorgen wegen der starken Neigung der Ruderachse.

    Der Anlenkpunkt am Ruder verändert je nach Ausschlag deutlich seine Höhe und dabei das Ruder aus den Scharnieren heben könnte.

    Die Anlenkung alternativ mit einer Schnur an die Ruderpinne erscheint mir heikel, weil die Durchführung der Schnüre weit aus der Rumpfmitte liegen müssten und dann bei starker Krängung des Bootes eintauchen könnten.


    2 Schnüre durch das Heck wie bei meiner Tarana? Fumelig zum Einbau, da es nur eine zentrale Wartungsluke geben wird :kratz:

  • Das mit der Seilanlenkung am Rande des Decks ist kein Problem.

    Bei der "Skua" habe ich Servobefestigungen ins Deck eingelassen, dann ein Stück Schlauch eingeklebt, so ist das dicht.

    Das Heck taucht bei Lage, so ich es gesehen habe, kaum ein.

    Alternativ könntes Du die Steuerseile auch über blöcke zum Aufbau leiten, das ist dann nicht so fummelig.




    P5198294.jpg

    P5198295.jpg

    P5198296.jpg

  • Hallo Axel, Deine Skua ist aber 3x so lang wie mein Projekt. Ich muss davon ausgehen, dass das keine Modell bei einer heftigen Bö fast flach liegt und seitlich eintaucht. Bei der Größe ist ein bisschen Wasser schnell mal ein bisschen zu viel...

    Wie weit sie bei fertigem Gewicht eintaucht, muss ich morgen mal ausprobieren. Um sich die Größe besser vorstellen zu können habe ich mal 10ct dazugelegt.

    Wenn es unkritisch scheint, kann ich eine Anlenkung ähnlich zu meinem griech. Fischerboot verwenden, diese wäre auch recht einfach umzusetzen und hat nur je eine Umlenkung

    P3033824.jpg

    Wenn es nicht passt, dann wäre die nächste Variante wie folgt, die Schotführung habe ich mit Pfeilen angedeutet: relativ zentral durch das Deck durch kleine Röhrchen und dann über eine Umlenkung über Deck weit außen an die Ruderpinne. Das wären je 2 Umlenkungen

    P3033821b.jpg

    Da ich bis zum 2. Spant hinter dem Ruderservo das Deck fest aufkleben möchte, muss ich mir auch Gedanken machen, wie ich am Ende die Schnur einfädele und ggf. austausche

    Stefan


    Modelle (Auswahl): Fomo Segler Tarana in 1:10, T22, S130 (robbe), Bugsier 1 , Örjan (14cm Schlepper), Griech. Fischerboot, Sea Scout
    Baustellen: Rocket, RS1 Colin Archer in 1:40

  • Für die Ruderanlenkung habe ich mich jetzt für die simpelste Variante analog "Tarana" entschieden: beidseitig Seilzug direkt zum Heck auf das Ruderblatt; die Schnüre werden durch kleine Messingröhrchen geführt und gehen unterhalb der Plicht durch, die damit nicht maßstäblich tief ist, - soweit ich die Tiefe anhand der Fotos abschätzen kann. Grund ist vor allem ein "Henne-Ei-Problem" bei den anderen Varianten: ich muss immer durchs noch nicht fertig gebaute Deck. Aber unter Deck kann ich aufgrund er kleinen Bauform nicht mehr richtig arbeiten. Demnächst auch mal ein Foto dazu, wen ndas Ruder wieder eingebaut ist

    Mit dieser Festlegung konnte ich dann auch das Deck schließen und als besondere Herausforderung die 2-dimensional gekrümmte Lukenabdeckung bauen, die dann auch noch die Form behält. Sie muss ja der Balkenducht und der Einsattelung folgen. Dies klappt mit Trennschnitten in der Mittellinie, die anschließend gestaucht und wieder geklebt werden.


    Jetzt darf ich mich für eine Oberfläche des im original hölzernen Decks entscheiden:

    Im original (geschätzt) 8cm breite Planken - das bräuchte maßstäblich 2mm breite Leistchen.

    als Furnier habe ich zur Auswahl:

    Mahagoni und den billigeren Ersatz Makoré - beides wird sehr dunkel

    Esche - hellere Farbe näher am Vorbild aber sehr grobe Maserung, die vielleicht sogar "am Stück" wirkt und einzelne Planken andeutet

    Wer hat eine Meinung dazu?

  • Moin Stefan,

    bei so schmalen Planken wird die Maserung bei Esche wohl nicht stören. Ich habe auch zwei Decks mit Esche beplankt, am Anfang bekam ich einen Schreck, als ich laminiert hatte. Inzwischen stört mich das gar nicht mehr, das waren 8mm breite Planken.

  • Moin Stefan,

    bei so schmalen Planken wird die Maserung bei Esche wohl nicht stören. Ich habe auch zwei Decks mit Esche beplankt, am Anfang bekam ich einen Schreck, als ich laminiert hatte. Inzwischen stört mich das gar nicht mehr, das waren 8mm breite Planken.

    Hallo Iring,


    OK, dann probiere ich mal, wie sich das Esche-Furnier in Streifen schneiden lässt. Der Bogen hat helle und dunkle Bereiche; gut durch gemischt könnte es etwas werden. Aber 2mm Planken tu ich mir vielleicht doch nicht an ;) .

    Stefan


    Modelle (Auswahl): Fomo Segler Tarana in 1:10, T22, S130 (robbe), Bugsier 1 , Örjan (14cm Schlepper), Griech. Fischerboot, Sea Scout
    Baustellen: Rocket, RS1 Colin Archer in 1:40

  • Esche-Furnier schneiden ist wohl besonders kniffelig: die Mischung aus Hartholz und guter Spaltbarkeit machte es scheinbar unmöglich, ordentliche Streifen zu schneiden, die nicht entlang der Maserung reißen. Bis ich auf die Idee kam, das Furnier mit etwas Wasser einzupinseln, was es gut mit einem Cutter-Messer schneiden lässt.

    Nun ist die Wartungsluke als Ausgangspunkt fast fertig und ich kann von da als Bezugspunkt das restliche Deck beplanken. Die einzelnen Planke sind zwar mit 4mm doppelt so breit, wie es maßstäblich ein sollte, aber 2mm breite Streifen waren mir dann doch zu fizzelig.

    Demnächst muss ich mich noch um die stützen für die hölzerne Reling kümmern, ein Teil, der mir auch noch Kopfzerbrechen bereitet.

  • Kleines Lebenszeichen von meinem Mini-Segler:

    Das Deck ist fertig mit Esche beplankt, 2 Masten und mobiler Klüverbaum sind in der Form zurechtgeschliffen und können auf den Kiel gestellt, bzw an einem Klötzchen (Beting) befestigt werden.


    Aktuell bin ich gerade an der Scheuerleiste - oder was auch immer die Planke (?) oder der dunkle Streifen am oberen Ende des Rumpfes darstellen soll. Bei mir gibt das eine Leiste aus Mahagoni-Furnier.

  • Zwei weitere Fotos vom aktuellen Bauzustand:

    Das Grundgerüst der Reling steht und ich kann sogar das Boot vorsichtig daran an anheben. Am Heck gibt es auch schon den sehr markanten Abschluss - zumindest etwas angedeutet. Ein wenig Nacharbeit erfolgt später. Sauber nachgebildet müsste man wohl in M1:10 bauen und eine Schnitzarbeit daraus machen.

    Das Ruder habe ich erstmalig funktionstüchtig über Servo angesteuert und scheint zu funktionieren.

  • Die Reling - etwas vereinfacht gebaut wird auch langsam - eine Seite ist fertig bis auf den finalen Schliff

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