RC Außenbordmotor „150 PS“ für Maßstab 1:10 – 1:8

  • Hallo Andreas,


    Deinen modifizierten Roqua kenne ich; den Beitrag verfolge ich sehr aufmerksam. Wie hast Du den kleinen Flexwellen-AB umgesetzt? Deutlich unter Maßstab 1:10 komme ich nicht. Zeig den doch in Deinem Thread mal genauer! Besonders angetan hat es mir aber Dein Jetantrieb. Der ist einsame Spitze! Dass er auch in 1:25 so gut funktioniert - genial! Was bleibt da noch an effektivem Impellerdurchmesser?


    Das weit nach hinten versetzte Getriebegehäuse der Flexwellenantriebe war mir aber schon immer ein Dorn im Auge.

    Durch einen Biegewinkel der Flex >90° konnte ich das bei vertretbarem Biegeradius kompensieren. Ich verwende dafür eine "weiche" 3,2mm-Flexwelle im Teflonrohr.

    Eine integrierte Wasserkühlung hat der vorgestellte Antrieb nicht. Der verbaute Motor ist ein Außenläufer(!) und wird unter der Haube nur handwarm. Grundsätzlich wäre das aber möglich.


    Für moderate Drehzahlen funktioniert das Konzept sehr gut. Oben beschriebenes Boot hat heute seinen 10. Akkusatz bzw. nun fünf Betriebsstunden ohne Wartung und ohne Ausfälle gesehen. Dabei sind auch Rückwärtsfahrten (natürlich mit begrenztem Gas) und "Knüppel auf den Tisch". Muss mal die Logfiles von heute analysieren, was tatsächlich an Strom&Drehzahl anliegt.


    Für höhere Drehzahlen suche ich auch noch Tester :wink: ; ich habe keinen Rumpf, dem ich das zumuten kann/möchte.


    Viele Grüße


    Mathias



    Edit:

    UniLog meldet für das vorgestellte Boot bei Volllast in Gleitfahrt:

    Spannung: 11,8 V

    Strom: 18,1 A

    Leistung: 215 W

    Drehzahl: 13100 U/min

    (Die Werte gelten für einen Antrieb)

  • Hallo Matthias,


    Ich wollte mich nur kurz melden.


    Der Impeller hat einen Durchmesser von 10mm...

    Das fällt definitiv in den Bereich "Süß",

    Dafür hat er aber noch ordentlich "wums"...


    Alles andere Versuche ich heute Abend in Ruhe zu beantworten...


    Gruß Andreas

  • Heute gab es nach ca. 12 Akkusätzen (und damit gut 6 Betriebsstunden) den ersten Ausfall.

    Bis dahin liefen die Außenborder ohne Auffälligkeiten, Probleme oder gar Wartung(!). Kein regelmäßiges Welle ziehen, WD40 dran. Nix.

    Was ist passiert? Flexwelle gebrochen. Endstück weg, Dogdrive weg, Prop weg. Blöd gelaufen, aber einkalkuliert.

    Ärgerlich: Ich hab noch drei linksdrehende, aber keinen rechtsdrehenden Prop mehr. :s: Propwalk it is!


    Na gut, genug gejammert. Bestandsaufnahme, Fehlersuche:

    Linker Antrieb (rechtsdrehend), defekt:

    Die Flexwelle ist ziemlich genau mittig in der Biegung gebrochen. Der verbliebene Rest zeigt keinerlei Rost und nur wenige Rückstände von Schmiermittel (LM Bootsfett).

    Das Teflonrohr ist an selbiger Stelle im Außenradius (!) der Biegung durchgeschliffen/gebrochen. Die grauen Rückstände, die auch nach dem Säubern noch bleiben, sind offenbar PTFE-Reste.

    Rechter Antrieb (linksdrehend), in Ordnung:

    Die Flexwelle zeigt keinerlei Verschleiß, Rost oder Knicke. Sehr wenige Rückstände von Schmiermittel. Beinahe blank.

    Das Teflonrohr ist ohne sichtbaren Verschleiß.


    Kowalski, Analyse!:

    Die Flexwelle lag am Außenradius der Biegung an und hat dort das Teflonrohr durchgerieben. Nach dessen Bruch wird sie nicht mehr vernünftig geführt und knickt unter Last ab. Das führt schnell zum Versagen.


    Diskussion:

    "Flexwellen ziehen sich bei Belastung zusammen", daher sollte ein gewisses axiales Spiel zum Drucklager eingestellt werden. Dieses hatte ich trotz der mit 110 mm sehr kurzen Flexwelle mit ca. 0,5 mm eingestellt. Plusminus paar Zehntel. Einer der Antriebe hatte ein wenig mehr Spiel als der Andere. Welcher, lässt sich nach Bruch der Welle leider nicht mehr rekonstruieren.

    Offenbar war das Axialspiel zu groß. Der Propeller konnte sich nicht genügend am Lager abstützen, sondern hat die Flexwelle gegen das Teflonrohr gedrückt. Mit den beschriebenen Folgen.


    Schlussfolgerung:

    -Weniger Axialspiel einstellen.

    Zieht sich die Flex zu stark zusammen, reibt sie am Innenradius des Flexrohres. Das ist zwar auch blöde, jedoch tritt in diesem Fall kein Abknicken auf. Das Teflonrohr und die Welle verschleißen zwar schneller als bei korrektem Spiel, schädliche Knickung wird aber vermieden.

    -kürzere Wartungsintervalle, da nahezu kein Fett mehr vorhanden und Verschleiß rechtzeitig auffällt.


    Bilder defekter Antrieb:

    IMG_4990.jpgIMG_4991.jpgIMG_4993.jpgIMG_4997.jpg


    Bilder intakter Antrieb:

    IMG_4992.jpgIMG_5003.jpg

  • Dinge passieren…


    Du kannst auch keine Sicherung einbauen?


    Wie z.B. Wellenende mit Schraubensicherung oder Fügen Welle Narbe in die Kugellager einkleben.

    Die Kugellager irgendwie gegen herausfallen sichern. Eventuell durch leichtes Klemmen, oder einer kleinen Kragen der wie ein Klipp wirkt.

  • Hallo Guido,


    tja, passiert halt. Nachdem ich mit meiner Fehlersuche zu einem konkreten Ergebnis gekommen bin und sich die Ursache meiner Einschätzung nach sehr einfach abstellen lässt, bin ich sehr positiv gestimmt und verbuche das unter "Erfahrung sammeln". Wäre auch schockiert, wenn von Anfang an alles problemlos läuft.


    Danke für Deine Ratschläge. Über dieses potenzielle Problem habe ich schon lange nachgegrübelt, ohne zu einer für mich zufriedenstellenden Lösung zu kommen.

    Im Lagergehäuse geht es eng zu. Da würde sich lediglich ein E-Ring/Wellensicherungsring einbringen lassen.

    Das hilft aber vielleicht auch nicht immer: Die Kugellager sind nur eingepresst. Wenn dann am Wellenende ordentlich Zug anliegt, ist auch noch das Lager weg. Zudem würde es den Wellenausbau zu Wartungszwecken deutlich verkomplizieren und Verschleiß am Lagersitz erzeugen, da dieses dann immer mit der Welle ausgebaut werden müsste. Ein Absatz am Ende des Wellenendstücks wie z.B. bei den Flexwellen von TFL ist nicht möglich. Man kann die Welle aufgrund der engen Biegung nicht in Richtung Motor ziehen und müsste somit beide Lager ausbauen.

    Beim Einkleben des Endstücks in ein Lager ist's dasselbe Problem. Das Lager müsste immer mit der Welle ausgebaut werden

    (plus: Kein Axialspiel der Flexwelle mehr, weil das Lager ja eigentlich im Gehäuse fest ist. Wäre es im Gehäuse verschiebbar gelagert, verschwindet es auch mit dem Endstück in den Tiefen.)


    Die deutlich schlechtere Wartungsmöglichkeit will ich für >mich< vermeiden, soll aber letztendlich niemand davon abhalten, sich im Zweifelsfall für eine solche durchaus praktikable Lösung zu entscheiden.

    Für weitere Fahrten werde ich mich wohl auf die hässliche aber einfache Sicherung "Draht hinter Propeller" (wie z.B. HIER beschrieben) verlegen.

    Und natürlich: Oben beschriebenen Fehler vermeiden und auch die Antriebe öfter kontrollieren. Zum Ausbau der Flex sind derzeit ja nur zwei Gewindestifte zu lösen, das kann's dann mit der Faulheit auch nicht sein...

    • Official Post

    Heute kam ein Paket mit 2 Versuch-AB's von Mathias für mein ganz spezielles neues Boot. Mehr dazu, wenn der Rumpf gebaut ist.

    Vorab nur soviel: Sunseeker Hawk 38 in 1:10 :)


    Die 3D-Aussenborder sind 200mm hoch und schauen prächtig aus. Hat er super umgesetzt.

  • Hallo Ernst,

    dann hoffe ich, du stellst den Bau hier mit einem eigenen Bericht vor, ich schaue dir da gerne über die Schulter :).

    Ich musste grade erstmal Google bemühen um mir die Hawk 38 anzusehen, die war mir gar nicht bekannt. Sieht schon schnittig aus, allerdings muss ich gestehen dass mir die neueren Modelle nicht richtig zusagen.


    Optisch gefallen mir die älteren schon besser, bei mir auf dem Wunschzettel steht die Sunseeker Sportfish 37 mit 3 Außenbordmotoren. Die liegen schon hier und warten darauf, dass der Rest dazu auch irgendwann gebaut wird.


    Grüße,

    Niels

    In Bau: Scarab 38 KV • Sunseeker Manhattan 48 • Bayliner Arriva • Schubboot Huckingen • Vitruvius Exploreryacht • Van Dutch 30
    In Planung: Princess 56 Fly • Sunseeker Sportfisher 37 • Sunseeker Camargue 55 • Draco Zircon 3400
    Fertig: Hansajolle • bretonischer Fischkutter

    • Official Post

    Servus Niels,


    die Sportfisher 37' hatte ich nicht mehr auf dem Schirm. Gefällt mir optisch aber nicht so sehr, wie die aktuellen Center Console Boats.

    Wurde ja bei mir durch die 37' Midnight Express angeregt, die es aber in diversen Varianten auch von anderen US-Anbietern gibt, z.B. Nor-tech

  • Moin,

    das Design der Mercury-Antriebe polarisiert ein wenig, das stimmt. Die ganz neue Linie ist noch gewöhnungsbedürftiger. Mir gefallen die Evinrude auch besser. Leider haben die ja das operative Geschäft eingestellt.

    Dennoch werfe ich mal diesen leckeren Vorschlag in den Raum:

    C4201567-333A-439C-A53E-F11489C38A6F.jpeg


    Zu den Antrieben von Ernst schreibe ich später noch ein bisschen was. Sie verwenden auf jeden Fall dasselbe Technikgerüst, das ich in den vorne vorgestellten Antrieben realisiert habe. Nach dem Tausch der einen Flexwelle tun die Antriebe weiterhin unauffällig ihren Dienst.


    Nils: Welche Antriebe verwendest du für dein Projekt?


    Viele Grüße

    Mathias

  • Hi Matthias,


    ich habe 3 Graupner G Drive Aussenborder, die sind glaube ich baugleich mit den Evinrude Motoren von Aeronaut. Als solche werde ich die auch noch umgestalten mit den entspechenden Decals damit's zum Boot passt.

    Nur den Schaft vom mittleren Motor muss ich noch irgendwie verlängern, der ist bei 3 Motoren leider zu kurz.


    IMG_9187.jpgIMG_9189.jpgChic Boat Show_00 (Medium).jpg


    Gruß,

    Niels

    In Bau: Scarab 38 KV • Sunseeker Manhattan 48 • Bayliner Arriva • Schubboot Huckingen • Vitruvius Exploreryacht • Van Dutch 30
    In Planung: Princess 56 Fly • Sunseeker Sportfisher 37 • Sunseeker Camargue 55 • Draco Zircon 3400
    Fertig: Hansajolle • bretonischer Fischkutter

  • Hallo Niels,


    die Graupner G-Drive kenne ich sehr gut. Sie sind in der Tat baugleich mit den Aeronaut Evinrude und sie teilen sich auch dasselbe Technikgerüst, das z.B. in den Graupner Seven an Ernsts Midnight Express bzw. den Z-Drives von Bauer-Modelle verbaut ist.

    Auch wenn ich das Konzept mit den Kegelrädern gut finde, konnte ich die Antriebe in der Praxis nie wirklich leise bekommen und ein gewisser Verschleiß der Zahnräder war auch bei moderater Leistungsabgabe festzustellen. Letztenendes gaben die Graupner G-Drive den Anstoß - und ein wenig die optische Vorlage - zu der Konstruktion, die ich vorne im Thread vorgestellt habe und die bislang unproblematisch läuft.


    Die für Ernst gefertigten Mercury 400R verwenden das identische Technikgerüst mit Flexwelle, nur ist diese ein klein wenig länger, da der Antrieb größer baut. Unter der Motorhaube finden daher auch größere Motoren bis ca. 35x50 mm Platz. Für das Design war ich glücklicherweise nicht auf meine CAD-Fähigkeiten angewiesen, sondern konnte dank Ernst auf ein gutes CAD-Modell aufbauen. Dennoch sind für die Implementierung des Antriebsstranges, Anlenkung und integrierter Wasserkühlung einige Stunden drauf gegangen.

    Mit den Antrieben sollen höhere Geschwindigkeiten erreicht werden, als ich sie in meiner Aeronaut Princess geplant habe. Anforderung war >30km/h bei 3s. Es werden daher Motoren mit 1450kV eingesetzt und die Antriebe mit etwa 16.000 U/min belastet, was etwa 20% über dem liegt, mit dem ich sie bisher im Dauerbetrieb testen konnte. Ich bin gespannt auf Erfahrungswerte aus der Praxis!


    Viele Grüße

    Mathias

  • Für einen Bekannten von promocean fertige ich gerade zwei Antriebe mit längerem Schaft. 8)

    Die Gehäuse sind schon fertig, fehlen noch die Wellenteile.

    IMG_5310.jpg


    Evtl. wäre so etwas auch eine Möglichkeit, ein dreimotoriges Setup an einem "Deep-V" zu realisieren, ohne dass die Motoren auf unterschiedlicher Höhe sein müssen ;)

    3x AB render.png


    Viele Grüße

    Mathias

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