Neues Projekt: Wester Till

  • Ja, nach dem Projekt ist vor dem Projekt.

    Mein Freund Iring baut fast schneller, als ich malen kann.

    Das Lastenheft ist einfach:

    200cm Rumpflänge, schöner Deckssprung, eine 2Mast Takelung, die es erlaubt, gerefft auch bei viel Wind zu fahren.#

    Iring ist aud Suche gegangen und hat ein sehr interessantes Schiff aufgestöbert.

    Es ist eine 16,3m Yawl, die eine Rumpffform hat, wie er sich das vorstellt, dazu eine sehr geringe Verdängung mit 13,4 to. Das ganze soll im M 1:8 enstehen.

    Schmankerl am Rande: DasSchif ist von dem Bremer Konstrukteur Erich Schierenbeck gezeichnet worden, desse Tochte ich über Umwege kennengelernt habe, und die im zarten alter von 80 Jahren mit ihrem Motorboot auf der Weser unterwegs war.#

    Hier mal die ersten Eindrücke.

    Das Schiff ist Yawl geakelt, ich bevorzuge die Spreizgaffeltakelung.

    Lastenheft Iring;

    : das schiff soll bei viel Wind gerefft gut laufen, und da bietet sich ein mittiges Stagsegel an.

    Hier ist das noch provisorisch gezeochnet, das muss noch entsprechend gerechnet werden, damit das auch später passt.

    Aber vom Prinizip wäre das mein Favorit,

    Was Iring dazu sagt, weiss ich noch nicht, manchmal handel ich schon eigenmächtig,

    Die Eckdaten; 200cm Rumpflänge, Breite ca. 45cm, Tiefgang ca, 35cm, Verdrängung aktuell 16kg,

    wobei ich sagen muss, dass die Tiefgangskorrektur auch zusätzliche Verdrängung bringt.

    Das werde ich aber anpassen können.

    Es ist hier der erste Entwurf.cy80-0013.jpg1.jpg2.jpg3.jpg5.jpg6.jpg7.jpg

  • Nun, es bleibt ja eine Ketsch. Die Yawl ist hier so eben grenzwertig von der Definition (Besan innerhalb der CWL). Es wäre jetzt erstmal (angedacht) eine Spreizgaffel-Ketsch, übrigens die modernste Takelage seinerzeit schlechthin.

    Lediglich der Wunsch des Eigners /(erstmal meiner) favorisiert ein Rigg, dass auch bei wirklichem Starkwind einwandfrei segeln kann.

    Dazu gehört eben auch, dass Segel so weggenommen werden, dass der Segeldruckpunkt da bleibt, wo er hingehört, wenn gerefft wird.

    Da gibt es eben die Möglichkeit, mit Besan und Fock zu segeln, oder, bei noch mehr wind, einzig mit dem Stagsegel.

    Diese Takelung gibt ein wesentlich grösseres Windfenster, als die konventionelle Takleung.

    Modellsegler sollten mehr über die Möglichkeiten des Reffens wissen, dann könnten sie deutlich komfortabler segeln....

  • Als fertiges Modell mit einer Länge von 2 m wird sicherlich absolut ein Hingucker und wird auch bei diese Größe einmalig segeln. Auf die weitere Entwicklung bin ich sehr gespannt.

    Es ist jetzt erstmal das Vorstadium der Konstruktion. Da sind noch einige Punkte, die angepasst werden müssen, um das Lastenheft zu erfüllen.

    Schliesslich soll "Wester Till" später auch gut segeln. Bei Tarana und Leila hat das funktioniert, hier steckt noch einiges an Hirnschmalz drin, mit der Spantflächenkurve bin ich noch nicht zufrieden, die muss noch gleichmässiger werden.

    Das ist alles nicht mal eben zwischen Suppe und Kartoffeln gemacht...

  • Wow Axel, das sieht ja schon mal super aus!

    Schon mal ein riesen Dankeschön für deine Arbeit.

    Ob Spreitzgaffel-Takelung oder wie im Original bin ich gerade noch hin-und hergerissen…

    Da kann ich heute Abend noch ein paar Überlegungen und Fragen einstellen.

  • Es ist jetzt erstmal das Vorstadium der Konstruktion. Da sind noch einige Punkte, die angepasst werden müssen, um das Lastenheft zu erfüllen.

    Schliesslich soll "Wester Till" später auch gut segeln. Bei Tarana und Leila hat das funktioniert, hier steckt noch einiges an Hirnschmalz drin, mit der Spantflächenkurve bin ich noch nicht zufrieden, die muss noch gleichmässiger werden.

    Das ist alles nicht mal eben zwischen Suppe und Kartoffeln gemacht...

    Deine bisherigen Überlegungen und Berechnungen an beiden Modellen ( Tarana / Leila ) haben ihre Richtigkeit gezeigt bzw. einwandfrei funktioniert. Ich persönlich gehe daher auch diesesmal davon aus, dass dieses Modell ebenfalls die Erwartungen erfüllen wird. Mir ist absolut bewußt, dass die Konstruktion und die Berechnung keine Kleinigkeit ist. (Kleinigkeit = Dafür gibt es hier bei uns eine passende Definition siehe hier ).


    Gruß aus dem Süden

  • So also, es ist in der Tat nicht so einfach, ein Schiff in 2m zu finden, das noch einigermassen vom Gewicht her passt. Axel hat z.B. auch den Spreitzgaffelschoner Senta gezeichnet, der lag dann bei 43 kg Verdrängung, ein weiteres Schiff von Dallimore ähnlich.

    Jetzt ist die Wester Till ein sehr schlankes Schiff, das sieht man auch an der Verdrängung von aktuell 16 kg bei 2m Länge, die Leila ist über 40 cm kürzer und hat 17 kg Verdrängung.

    Deshalb ist die Spreitzgaffeltakelung im Gegensatz zu Axel im Moment nicht mein Favorit. Die Spreitzgaffeltakelung bringt eine enorme Segelfläche, dazu ist eine breite Rumpfform aus meiner Sicht vermutlich geeigneter. Natürlich kann man das machen, müsste aber vermutlich schon sehr früh anfangen zu reffen, sprich Segel abnehmen. Tarana und Seeadler kann man bis Windstärke 5 segeln, bei Tarana einfach das Topsegel abnehmen. Ziel ist es, dass Wester Till etwa bis Windstärke 4 unter Vollzeug laufen sollte. Und da scheint mir die originale Takelung geeigneter, die ich auch stimmig finde. Wenn es dann richtig Wind hat, soll das Großsegel weg. Dann soll das Schiff auch noch mindestens bei Windstärke 6 auf den Teich.

    Wie dem auch sei, das Schiff werde ich wohl bauen, mindestens einmal im Leben ein 2m-Schiff, vielleicht findet sich noch ein weiterer Interessent?

  • Wie dem auch sei, das Schiff werde ich wohl bauen, mindestens einmal im Leben ein 2m-Schiff, vielleicht findet sich noch ein weiterer Interessent?

    Zugegeben mir würde so ein Modell in diese Größe mit Doppelbeplankung ( außen in Mahagoni ) zu bauen absolut gefallen. Bei diese Größe kann man(n) sich so schön mit allen Details richtig austoben. Ich kann es mir daher vorstellen, dass Du so Projekt sei es nur "einmal im Leben" realisieren möchtest. Aber ich muss wohl die Kirche im Dorf lassen. So ein Projekt ist für mich mehr als eine unmögliche Mission und deshalb wird wohl ein Wunschtraum bleiben. Ich freue mich aber jetzt schon auf die ersten Bilder in deinem Baubericht.

  • Ich habe gerade mit Axel telefoniert, bei der Angabe der Verdrängung gab es einen Zahlendreher, das Schiff hat 16kg sondern 26kg Verdrängung. Ich werde jetzt mal die Segelschwerpunkte für beide Varianten ermitteln, sowohl unter Vollzeug als auch gerefft.

  • Worauf es MIR bei dieser Takelung ankommt, ist das Starkwindverhalten. Und da meinen Iring und ich wirklichen Starkwind, so bei ca. 7 Bft. Und zwar echte.

    Dass dabei gerefft werden muss, ist und klar, das vergessen viel Modellsegler aber, und liegen bei Wind mit dichtgeknallten Schoten auf der Backe.


    Hier ist die Überlegung:

    1: Reff: Spreizgaffelsegel wegnehmen

    2. Reff:Besan- Stagsegel

    3. Reff: Besan undFock wegnehmen, Besan-Stagsegel setzen.

    Wichtig beim reffen ist immer, den Segeldruckpunkt in seiner Lage zu erhalten!


    Das Stagsegel kann ebenfalls noch Reffreihen bekommen, sodass wirklich nur noch ein Handtuch steht, das Schiff aber weiter segelt.


    SDP Wester Till.jpg


    Mein Gedanke ist, dass das Schiff bei richtig Hack nur noch mit dem Stagsegel unterwegs ist, und trotzdem gut läuft.

    Iring wird ja noch die anderen Schwerpunkte ermitteln, ich habe jetzt lediglich den für mich wichtigen Druckpunkt ermittelt.

    Ich denke, man kann erkennen, dass dieser ca. 8% vor dem Lateralschwerpunkt liegt, also absolut in Ordnung.

    So wird das Schiff mit dieser Besegelung sogar bei Sturm ausgeglichen segeln.


    Jetzt werden wir (Iring) die verschiedenen SDP´s ermitteln, und danach werden wir die Segel so gestalten, das letztlich der SDP ca. 10% CWL vor dem LDP liegt.

    Das sichert vernünftige Segeleigenschaften, wie wir das von Tarana und Leila kennen.

  • Über Mittag habe ich mal die Spreitzgaffeltakelung gerechnet, das hat Axel schon ziemlich gut getroffen.

    Ziel ist es ja, dass der SDP etwa 10% vor dem LDP liegen sollte. Das Focksegel habe ich jetzt als eins berechnet, vom Bug bis Mast.


    Unter Vollzeug: 10,8% (perfekt)

    1. Reff Spreitzggaffelsegel weg: 5,8%

    2. Reff Spreitzgaffel und Besanstagsegel weg: 7%

    3. Reff nur noch Besanstagsegel stehen lassen: 3,5%


    Ich würde jetzt mal das Besansegel etwas reduzieren, Axel was meinst du?EC7A512F-9633-48E4-B3AB-8BDD8F36BC9C.jpg


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  • Aus diesen frei zugänglichen Informationen habe ich in Delftship das 3D Modell gezeichnet.


    Längsschnitt.jpg


    Hier der Strukturplan, der im Modell wegen der maßstäblich viel kräftigeren Materialstärken so nicht umgesetzt werde muss, aber man kann hier sehr schön die Aufteilung der einzelnen Sektionen erkennen.


    Linienriss.jpg


    Der Linienriss zeigt mir in Delft ganz genau, wie ich meine Linien zu legen haben, um mich möglichst genau dem Original zu nähern.


    rc-modellbau-schiffe.de/wbb2/w…ex.php?attachment/287428/



    Delft exportiert mir die einzelnen Spanten mit einer Referenzlinie als dxf Datei.

    Leider sind die Linien in winzige Segmente aufgeteilt und so wäre es sehr umständlich damit zu arbeiten.

    Somit mache ich mir den Spass, jede einzelne Linie/Kurve nachzuzeichnen, die Kurven mit Splines, die zusätzlich die Spanten nocdh in sich ausstraken.


    rc-modellbau-schiffe.de/wbb2/w…ex.php?attachment/287425/



    Meine Spanten lege ich immer sehr zierlich an, bei dem hochwertigen Holz (4mm Birke, 8fach verleimt bei 4mm) kann ich das machen, lege aber aus Stabilitätsgründen noch Stringerleisten an, so entsteht schon auf der Helling ein verindungssteifes Gerüst.


    Anlage der Spantstuktur.png


    Die Breite des Spants beträgt bei diesem 200cm Modell lediglich 7.5mm. Gut zu erkennen die 7 Stringerleisten 5x3mm, die im Verbund eine unglaubliche Festigkeit geben.


    rc-modellbau-schiffe.de/wbb2/w…ex.php?attachment/287429/


    Nach Vorgabe des Längsschnitts wurde nun die Kielsektion angelegt, sowie der Ballastanteil. Ob der nun in der Ausführung so bleibt, lasse ich mir noch durch den Kopf gehen, da wir im Modell einen Ballast von mindestens 60% anstreben, im Original dürfte der bei ca. 40% gelegen haben.

    So, das wars erstmal für heute!

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