Biegevorrichtung „FIETE“.

  • Wenn es darum ging Radien für beispielsweise eine Reling zu biegen hatte ich mir ein Provisorium angefertigt, das kürzlich den Geist aufgegeben hat, Ersatz mußte her. Ein Konzept hatte ich schon längere Zeit im Kopf, nun habe ich es umgesetzt und „Fiete“ genannt.


    Auf einem Schenkel (1) wird eine auswechselbare Biegerolle (5) befestigt. Die Biegerolle definiert den Radius des zu biegenden Rohres/Stabes/Drahtes usw. Auf zwei weiteren Schenkeln (2 und 3), die drehbar unter der Biegerolle gelagert sind, wird die Andruckrolle (6) befestigt. Die Andruckrolle ist drehbar und einstellbar montiert. Sie läßt sich auf den Radius der Biegerolle eingestellt. Der Anschlag (4) ist auf die Dicke des zu biegenden Materials einstellbar.

    Übersicht.jpg

    Bild 1, Übersicht


    Gebogen wird wie folgt:

    • Es wird eine Biegerolle eingesetzt, mit dem Radius des zu biegenden Materials.
    • Die Schenkel werden auf 90° nach oben geöffnet.
    • Das Material wird vorbei am Anschlag zwischen beide Rollen geschoben.
    • Der Anschlag wird justiert.
    • Die Andruckrolle wird gegen das Biegegut geschoben und der Abstand fixiert.
    • Die Schenkel 2 und 3 werden im Uhrzeigersinn gedreht, bis der gewünschte Biegewinkel des Biegegutes erreicht ist.

    Explosion.jpg

    Bild 2, Explosionszeichnung


    Schenkel Nr 1.jpg


    Bild 3, Schenkel Nr. 1


    Schenkel Nr 2.jpg


    Bild 4, Schenkel Nr. 2


    Schenkel Nr 3.jpg


    Bild 5, Schenkel Nr. 3


    Kleinteile.jpg


    Bild 6, Einzelteile



    Anmerkung

    Hier im Forum gibt es weitere Beiträge zum Thema Biegevorrichtungen!

  • Interessant wäre jetzt noch ...

    Hallo Hermann,


    absolut zutreffend, Dein Hinweis.


    Wenn Du mir sagst welches Material (Querschnitt) Du in welchem Radius Du biegen willst, liefer ich Dir gern die Zeichnung für die passende Rolle nach. ;)   



    P.S.: Das Muster einer Rolle, mit R = 15 und Material R = 1.5, ist auf Bild 6, Einzelteile, als Nr. 5 gezeigt.

  • Ich kenne sowas aus dem 1:1 Spezialfahrzeugbau mit einer bestimmten "Ausformung" der Rille, so das man verschiedene Durchmesser problemlos biegen konnte, deshalb meine Frage. Also im Prinzip je nach Rohrdurchmesser entsprechend angepasst. Funktionierte aber nur in einem bestimmten Bereich.

  • Nachtrag: Keine Ahnung ob es eine Bezeichnung für die Kurvenform gibt, aber sie war so ausgelegt, dass immer möglichst viel Auflagefläche für die zu biegenden Rohre vorhanden war. Das hat bestens funktioniert. Allerdings haben wir mit Rohren zw. 25 - 55 Millimeter gearbeitet, meist aus nahtlos gezogenem Reynolds Stahl. In schwierigen Fällen wurde zunächst ein Ende verschlossen, feiner Sand eingefüllt und dann das andere Ende verschlossen. Knicke und "Faltenbildung" gab es dadurch nicht.

  • Hallo Hermann,


    vielen Dank für den Hinweis auf die Sandmethode.


    Sie findet auch auf dem Bau statt. Die Heizungsbauer biegen bei Bedarf, auf der Baustelle, auf diese Art Heizungsrohre.


    Eine weitere Methode um Rohre zu biegen, z. B. in der Klimatechnik, besteht darin, spezielle, für diesen Zweck geschaffene Drahtspiralen (Federn), in das Rohr einzusetzen und nach dem Biegen zu entfernen.

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