Frachtsegler

  • Hoi, moin,


    nachfolgender Artikel aus unserer Lokalzeitung (OZ) vom 16.11.2022


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    Leer - Mitten in Leer entsteht ein Projekt, das das Leben auf der anderen Seite der Erde deutlich erleichtern soll: Ein Lastensegler, der die Marshall-Inseln (Inselstaat im mittleren Ozeanien) weitgehend klimaneutral versorgen soll. „Im Kern geht es darum, die einzelnen Inseln mit Gütern von der Hauptinsel zu versorgen“, erklärt Prof. Kapitän Michael Vahs von der Hochschule Emden/Leer, die als Projektpartner die technologische Entwicklung koordiniert. Dafür sei der Lastensegler prädestiniert: „Die Inseln sind sehr vom steigenden Meeresspiegel gefährdet. Deshalb herrscht dort ein außerordentlich hohes Bewusstsein für das Klima“, sagt er. Die Herausforderung: Es müssen Güter von der Hauptinsel transportiert werden, gleichzeitig besteht der Wunsch, das Klima zu schützen.

    Frischwasserbedarf

    „Die einzelnen Inseln haben einen Frischwasserbedarf. Eigentlich versorgen sie sich aus unterirdischen Quellen, die aber immer weiter versalzen“, erklärt Vahs. Gleichzeitig sei der Hauptexportartikel Kokos. Und die Kokospalme braucht Wasser. Hinzu kommt, dass wegen der abgelegenen Lage der Inseln die Versorgung mit Treibstoff teuer ist. So kam die Idee, den Wind zu nutzen und extra dafür ein Schiff zu designen.

    Diese Arbeit ist nun abgeschlossen. Der Bauvertrag wurde mit dem Schiffskonstruktionsbüro Kostec Co. Ltd. und der Werft Asia Shipbuilding Co. Ltd. in Korea abgeschlossen. Doch auch hier haben Leeraner ein Auge auf das Projekt. Die Reederei Briese steht der Hochschule und der Werft beratend zur Seite.

    „Das Projekt bietet alles, was uns interessiert“, macht Klaus Küper von Briese Research deutlich. Es gehe nämlich um Klimaziele und innovative Antriebe. „Hier können wir mit Fachleuten unterstützen und gleichzeitig Erfahrung gewinnen“, erklärt er. Die Stärke der Reederei liege dabei in der Kenntnis rund um den klassischen Schiffbau, die bei dem Frachtsegler eben eine Rolle spielen werde.

    Das Schiff

    Viele Parameter, die das Schiff erfüllen soll, stehen bereits fest: Es wird 48 Meter lang und 8,70 Meter breit sein. Zudem soll es voll beladen einen maximalen Tiefgang von drei Metern haben. „Wir planen eine Ladekapazität von mindestens 200 Tonnen“, so Vahs. Hinzu kommen einige regionale Besonderheiten: So müsse die Besatzung recht groß sein. Da der Umschlag über Tenderboote an Land gelangt, müssen die Güter mit Muskelkraft bewegt werden.

    Zudem wird an Bord auch gehandelt werden. Deshalb ist ein Raum für eine Art Kiosk und ein Raum für einen Bankmitarbeiter eingeplant. „Es wird aber keine Container geben. Die Waren sind sehr kleinteilig“, erklärt der Professor der Hochschule Emden/Leer. Außerdem wird das Schiff extra Tanks für Frischwasser mit sich führen. Das wichtigste Merkmal sind jedoch die Segel.

    „Die Eignung auf den Marshall-Inseln für Segel ist super. Die Windverhältnisse sind über das Jahr gesehen sehr konstant und kommen aus der richtigen Richtung“, sagt Vahs. Die Segel, die auf dem Frachter eingesetzt werden, sind eine Entwicklung aus Hamburg. Die besondere Struktur bietet den Vorteil, effizient und gleichzeitig robust und leicht reparierbar zu sein.

    Ursprünglich wurden die Segel für den Einsatz in Indonesien geschaffen. „Die Voraussetzungen sind da relativ ähnlich“, sagt Vahs. Die Segelfläche des Dreimasters wird rund 500 Quadratmeter betragen. Die Stromversorgung für den Hilfsbetrieb soll ebenfalls durch regenerative Energie über Photovoltaik, kleine Windturbinen und einen Wellengenerator erfolgen. Zum Manövrieren und für die Fahrt bei ungünstigen Windbedingungen wird ein kleiner Dieselmotor dienen. Perspektivisch soll eine Umstellung auf Kokosnuss basierten Biodiesel möglich sein.

    Zeitplan

    Der weitere Projektplan sieht die Kiellegung im März kommenden Jahres und die Ablieferung einschließlich eines intensiven Erprobungs- und Ausbildungsprogramms für den Herbst 2023 vor. Die Grundidee ist international einsetzbar.

    Theoretisch können diese Lastensegler überall dort zum Einsatz kommen, wo konstant Wind weht. Sie könnten dann die Versorgung in Regionen übernehmen, die aus viel Küstenlinie mit schlechter Hafeninfrastruktur bestehen. „Es ist ein tolles Beispiel dafür, was Deutschland tut, um auf der Welt den Weg zur Klimaneutralität zu unterstützen“, so Vahs.

    Neben der Transportaufgabe soll das Schiff auch zur seemännischen Ausbildung dienen. Dafür sind Unterkünfte für sechs Auszubildende vorgesehen, die insbesondere für einen umweltfreundlichen und klimaschonenden Schiffsbetrieb geschult werden sollen.


    Quelle: Ostfriesenzeitung 267/22 vom 16.11.2022


    Gruss Michael

  • Technisch wäre das nicht so die Hürde, die "Sea Cloud" ist ja auch unter Segeln erfolgreich unterwegs, allerdings wegen des Fahrplans mehr unter Maschine.

    Das Rigg wurde von einem Polen entwickelt und lässt sich sehr gut händeln.

    Die "Maltese Falcon" hat ein weitestgehend automatisiertes Rigg und auch hier braucht es wenig Mannschaft zum segeln.

    Hier: Avontuur/ ist ein Schoner, der im Sinne von Fairtrade seit einigen Jahren unterwegs ist, und seinen Unterhalt einspielt.


    Zu den Flying P´s: die waren seinerzeit die schnellsten und best konstruierten Segler überhaupt.

    Die Kapitäne hatten bei ihren Passagen regelmässig detaillierte Wetter/Windaufzeichnungen gemacht, die ihnen auf aktuellen Passagen halfen, einen schnellen Kurs zu finden und somit auch schnelle und pünktliche Passagen zu garantieren. Die P´s gehörten zu den pünktlichsten Seglern.


    Die obige Zeichnung halte ich eher für eine Zeitungsillustration als eine ernstzunehmende Konstruktionszeichnung. Risse gibt es genug, ich selbst nenne weit über 200 Fachbücher in dieser Richtung mein eigen, warum wird hier ein Rumpf neu erfunden, wozu dieser hohe Aufbau achtern?, und ein-für mich-wenig stimmiges Rigg draufgesetzt?

    Machbar wäre es, allein fehlt es am Willen, aus "Hirngespinsten" Fakten zu schaffen.

  • AxelF:


    Die Segel, die auf dem Frachter eingesetzt werden, sind eine Entwicklung aus Hamburg. Die besondere Struktur bietet den Vorteil, effizient und gleichzeitig robust und leicht reparierbar zu sein.


    Hinzu kommen einige regionale Besonderheiten: So müsse die Besatzung recht groß sein. Da der Umschlag über Tenderboote an Land gelangt, müssen die Güter mit Muskelkraft bewegt werden.


    Gruss

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