Entladestrom bei Bleiakkus

  • Hi Leute
    wollte mal Wissen ob es für Bleiakkus nen Richtwert gibt wie schnell man den Entladen darf also mit wie viel mAh. Weil man soll ja den Akku nur mit max. 1/10 der Kapazität laden gild das auch für das Entladen??

  • Hallo erstmal,


    einen Bleiakku musst Du nicht entladen, um ihn zu laden. Den Memory Effekt kennt der nicht. Der max. Entladestrom hängt vom Typ des Bleiakkus ab. Mein alter 12V Sonnenschein kann nur ein paar A abgeben. Da hilft aber das Datenblatt weiter.


    Ich lade meinen Akku immer nur ein bisschen nach. Mit einem stab. Netzteil, 13,8V und Strom auf 700mA begrenzt. Wenn der Strom zum Akku gleich Null ist, ist der Akku voll. Man kann (Frau natürlich auch) sich auch einen Blei-Akkulader kaufen (der funktioniert nicht anders) oder man hat einen Comp.Lader der ein Blei-Programm hat.


    Hoffe ich konnte helfen


    Gruß
    Marco

    Meine Modelle:
    - Classic von Aeronaut
    - La Marie Amelie von Steingräber
    - Mini-Prop von Graupner
    - Sumpfgleiter "US CoastGuard"
    - Graupner/Nauticus Jugendboot mit Lipo
    - Feuerlöschboot Dolly von robbe

    Edited once, last by marcedi ().

  • Hi
    ok super dann stöpsel ich den Akku mal zum Laden an habe ja nen guten Lader von Robbe jetzt daheim der so ein Program hat.Kann ich auch ein Programm benutzen das nach der C/5 Methode funktioniert oder is das da fehl am Platz :???:

  • Hallo Benni


    1/10C gilt nicht für das Entladen. In der Regel geht 1C und mehr aber man kann die Frage eigentlich nicht generell beantworten. Grob vereinfacht gilt:
    Je mehr Strom entnommen- und je tiefer entladen wird, um so kürzer die Lebensdauer des Akkus. Bleiakkus, egal ob offen oder geschlossen, halten um so länge, je schonender sie geladen und entladen werden, je weniger Kapazität entnommen wird und je schneller sie nach der Entladung wieder (mit 1/10C) aufgeladen werden.
    Siehe auch
    http://www.batteryuniversity.com/partone-german.htm

  • Das siehst Du richtig, die Frage ist nur, wie oft und wie tief Du ihn mit diesem Strom entlädst und wieviel Zeit vergeht, bis er wieder nachgeladen wird.

  • der entladestrom sollte maximal so groß sein, daß die spannung nicht unter 10V absinkt. es ist schon möglich noch mehr heraus zu holen, das verkürzt dann aber die lebensdauer, wie oben ja schon geschrieben wurde.


    ein bleiakku kann schon sehr viel strom liefern, wenn es nötig ist: beim starten eines kfz motors fließen ströme von mehreren hundert ampere. die spannung kann dabei bis 7V einbrechen. dieser extremzustand darf aber nur max. 30sekunden dauern, danach sollte eine pause eingelegt werden.


    sollten über längere zeit große ströme gefordert werden, sind nicd-, nimh- oder lipo- bzw liion-akkus die bessere wahl.

  • Hallo,
    Ich möchte meinen BL-Motor, 3536, 350KV, 7,4-14,4V
    Mit einem 12V 12 Ah Bleiakku betreiben. Geht das?
    Gruß
    Andreas

  • Moin Andreas,
    pauschal kann man diese Frage eigentlich nicht beantworten.
    Dein Motor kann bis zu 50 A Strom aufnehmen. Das ist für den Pb-Akku zu viel.
    Wenn du den Motor bei Vollast in deinem Modell mit einem bestimmten Propeller so belastest das der Strom max 12 - 15 A beträgt, dann könnte man das so machen. Vorausgesetzt der Pb-Akku ist für Zyklenbetrieb oder als Traktionsbatterie gedacht.
    Wenn der Akku als Pufferbatterie in USV gebaut wurde dann ist er nicht in der Lage so hohe Ströme zu liefern.


    M.f.G. Jörg

  • Wenn der Akku als Pufferbatterie in USV gebaut wurde dann ist er nicht in der Lage so hohe Ströme zu liefern.

    Moin,
    vielen Dank für die Info. Dann werde ich eine 2S Lipo verwenden. Da die Jule doch einigen an Zusatzgewicht braucht hatte ich an den Blei Akku gedacht. :d:

  • Hallo Andreas,
    wie schon erwähnt kommt es auf die Stromaufnahme an, wobei ich aus eigener Erfahrung weiß das bei BL Motoren die Stromaufnahme bei gleicher Spannung, Schiffsschraube und Drehzahl geringer ist als bei Bürstenmotoren. Welche Schiffsschraube möchtest du verwenden?

    Sebastian


    Avanti 2 von Krick
    Helgoland von Hegi
    Mark von Robbe
    Pegasus III von Graupner
    Sea Commander von Graupner

  • Bei sensorlosen Brushlessmotoren ist noch ein weiterer Punkt zu beachten: Beim Anlaufen brauchen sie in der Spitze viel höhere Ströme als im Betrieb, um die Position des Ankers zu finden und daraufhin ein sauberes Drehfeld generieren zu können. Ein Teil der Lastspitzen wird von den Kondensatoren des Reglers abgepuffert, der Akku muß aber trotzdem schnell Strom nachliefern können.

  • Hallo Thomas,


    ich bedaure, aber Du kommst m. E. zu einer unrichtigen Schlußfolgerung. Richtig ist, m. M. im Moment des Einschaltens belasten die aktivierten Motorspulen den Regler/das Netz mit einem „Kurzschluß“, weil nur ihr ohmscher Widerstand anliegt, bis die Drehbewegung beginnt (Induktion/Selbstinduktion).


    Aber, die von Dir erwähnten Kondensatoren sind zu diesem Zeitpunkt noch entladen! Mit Beginn des Einschaltstromes werden sie wieder geladen und ziehen einen zusätzlichen Ladestrom. D. h. sie verstärken den Einschaltstrom in der von Dir beschriebenen Konstellation.

  • Ich möchte meinen BL-Motor, 3536, 350KV, 7,4-14,4V
    Mit einem 12V 12 Ah Bleiakku betreiben. Geht das?

    ...

    vielen Dank für die Info. Dann werde ich eine 2S Lipo verwenden

    Moin Andreas,
    du möchtest einen geplanten 12 V Pb-Akku ersetzen durch einen 7,4 V 2s LiPo ?


    Das ändert aber die Spannungslage grundlegend.


    Wenn du uns mehr Angaben zu deinem Modell über Schiffstyp, Länge, Gewicht, max. Geschw., Propeller-Durchmesser u. -steigung sowie Vorbild und Maßstab mitteilen würdest, dann könnte man für dich einen optimalen ... Antrieb zusammenstellen.


    M.f.G. Jörg

  • Jule von Aeronau. 80 cm, ca. 6,5 kg, Schraube 45 mm 4 Flügel.

    Es wird ein 2S Akku empfohlen!

    Mir ging es um das Gewicht des Bleiakkus. Inzwischen weiß ich aber, das die Spannung des Bleiakkus immer weiter zusammenbricht umso mehr dieser entladen wird. Also vergesse ich jetzt diesen Akku.

    Vielen Dank für Eure Hilfe!

  • Moin Andreas,

    nach dieser Berechnung

    20m Kutter_Jule_v_AE.png

    ( Datei gibt es hier zum Download )


    .. würde ich diesen Motor an einem 6s NiMH mit 4 Ah empfehlen, welcher direkt auf diesen 45er Prop mit 23 mm Steigung gekuppelt ist.


    solltest du dich für diesen 12 V Pb-Akku mit 2,4 kg entscheiden, dann würde die spezif. Drehzahl des Motors auf ca. 310 U/V mit einer Stromaufnahme von 1,6 A sinken.

    Und eine Fahrzeit von ca. 3 h bei Dauervollgas ermöglichen.

    Bei Verwendung deines o.g 350 U/V-Motors läge die Stromaufnahme dann bei ca. 2 A für 2 h mit ca, 4 km/h

    Ich möchte meinen BL-Motor, 3536, 350KV, 7,4-14,4V
    Mit einem 12V 12 Ah Bleiakku betreiben. Geht das?

    Damit könnte man deine Frage in diesem speziellen Fall mit ja beantworten.


    M.f.G. Jörg :wink:

  • Hallo Thomas,


    ich bedaure, aber Du kommst m. E. zu einer unrichtigen Schlußfolgerung. Richtig ist, m. M. im Moment des Einschaltens belasten die aktivierten Motorspulen den Regler/das Netz mit einem „Kurzschluß“, weil nur ihr ohmscher Widerstand anliegt, bis die Drehbewegung beginnt (Induktion/Selbstinduktion).


    Aber, die von Dir erwähnten Kondensatoren sind zu diesem Zeitpunkt noch entladen! Mit Beginn des Einschaltstromes werden sie wieder geladen und ziehen einen zusätzlichen Ladestrom. D. h. sie verstärken den Einschaltstrom in der von Dir beschriebenen Konstellation.

    Die Kondensatoren werden geladen, sobald der Akku angesteckt wird, denn sie sitzen Akkuseitig am Regler. Ab diesem Zeitpunkt sinkt deren Spannung nicht mehr auf 0V, da der Akku immer etwas Strom nachliefern kann, der Kondensator kommt daher nicht mehr in den Bereich, in dem er den Stromkreis kurzschließen würde.


    Die von mir genannten Stromspitzen entstehen, weil der sensorlose Regler erst versuchen muß, den Anker in Schwung zu bekommen, da er, ohne Bewegung des Anker, prinzipbedingt, keine Ahnung von seiner Position hat, um dann, in der korrekten Drehrichtung, ein zur Bewegung des Ankers passendes Drehfeld zu erzeugen. Reicht die Stromversorgung nicht aus oder der Regler ist schlecht programmiert, bzw. falsch konfiguriert, kann es zum Cogging, dem starken Ruckeln beim Anlaufen, kommen, dem der Regler entgegenwirken muß. Das passiert alles durch kurze Pulse, die die Stromspitzen verursachen, die der Akku liefern können muß, das kann er aber eher schlecht, weshalb er von den Kondensatoren unterstützt wird.

  • Moin Jörg,

    Vielen Dank für Deine ausführliche Antwort. :d:

    Die Platzierung der Batterie ist nicht vorgegeben und liegt in der vorderen Hälfte, was zu einer Kopflastigkeit führen könnte. Das muss ich dann sehen.

    Auf jeden Fall weiß ich jetzt, dass ich eine Alternative habe. Nochmals Danke!

    Auch Euch anderen gilt mein Dank. Es ist immer wieder spannend diese Fachgespräche zu verfolgen. :id2:

    Schönes Wochenende. Gleich geht es zum SMC Ibbenbüren zum Seglertreffen.

    Tschüss

    Andreas

  • Die Platzierung der Batterie ist nicht vorgegeben und liegt in der vorderen Hälfte, was zu einer Kopflastigkeit führen könnte. Das muss ich dann sehen.

    Moin Andreas,

    dann prüfe doch mal ob du nicht die Wellenanlage kürzer wählen kannst. In den meisten Fällen werden diese viel zu lang ausgewählt, was wertvollen Bauraum für den Akku mittschiffs blockiert.

    Frei nach dem Motto: So kurz wie möglich, so lang wie nötig.


    In meinem Longliner Andrea Gail betrug die Strevenrohrlänge nur 50 mm


    M.f.G. Jörg

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